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Jüdische Presse · 1931-11-20 · 45 (20.11.1931) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
45 (20.11.1931)
Date
1931-11-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Nr. 45 für moderne Wien, I. Fleischmarkt i, Tel. R-29-2*80 Aufnahmen tiftlich ton 9 hit 9 tlhf, an SohM**en ton 9 bi« 6 Übt der mit Deckfarbe atigestrtchen wurde. CIRINE-Beizepolltur aber steigert noch die schölte Maser- Wirkung weicher BretterbSden, macht sie parkettartig, kostet kaum ein Zehntel eines Lackanstrtches und vermindert die Pflege-Arbeit, , In allen Drogerien und einschlägigen Geschäften in 4 modernen Farben erhält!ich. Aufklärungsschrift u. Auf- Strickmuster umsonst durch CIRINE-Werke leset Lorenz & Co., Eger Berggrav sein bedeutungsvolles Werk (Verlag Vanden* hpeck & Rüpprecht, Göttingen), das gegen alles Gerede von der Religion als Erfindung der Priesterkaste oder einer Selbsttäuschung, geboren aus Furcht und Wunsch, sehr energisch Stellung nimmt und der Religion wiederum ihren festen, gesicherten Platz im Menschenherzen anweist. ׳Der Trieb, über die Grenzen des Erreichten hinauszustreben, ist für Berggrav Lebensgrundtrieb der menschlichen Per* sönlichkeit überhaupt, er ist ein Teil des Wesens unseres Ich und die Wurzei aller Religionen. Die religionspsycho־־ logische Analyse kann in der grenzüberschreitenden Ten« denz dör Menschertseele den letzten Quellgrund aller Religionen nachweisen als zum Wesen und zur realen Wirklichkeit der Menschenseele' gehörig. Leo Hamburger versucht in seinem Werk ״Die Religion in ihrer dogmatischen und ihrer reinen Form“ (Verlag Ernst Reinhardt, München) den religionsphilosophischen Problemkreis in seiner ganzen Breite systematisch zu umreißen. Im Gegen« satz zu anderen Untersuchungen dieser Art begnügt sich das Werk nicht damit, das Wesen der Religion zu be* schreiben oder einen Querschnitt durch die Mannigfaltig« keit der historischen Religionssysteme zu geben, sondern es ist auf die Ermittlung eines Maßstabes gerichtet, Welcher über den Wert bestimmter Religion allgemein gültige Aussagen gestattet. Die Arbeit gipfelt in dem Nachweis der entschiedenen Selbständigkeit der religiösen Seelen Verfassung, welche durch kein anderes Verhalten, auch nicht das wissenschaftliche, ersetzbar ist. ״Das religiöse Erlebnis, seine Struk« tur, seine Typen und sein Währheits« anspruch“ von Paul Hof mann (Pan«Verlag Rolf Heise, Chärlottenburg 2) versucht ein Schema des reli* giösen Erlebens zu gehen, in dem die entscheidenden Merk« male jener besonderen Klasse von Erlebnissen, die als religiös zu werten sind, aufgezeigt werden. Das wesent« liehe der religiösen Erlebnisse sind emotionale Momente mit würdigender Stellungnahme, welche auf bestimmte für das Religiöse charakteristische Gegenstände bezogen ist. Von hier aus werden dann die verschiedenen Ausge« stältungen religiösen Erlebnisses eingehend analysiert. Die letzten Abschnitte behandeln die Rolle des Urteils im religiösen Erlebnis sowie das Verhältnis von Religion zur Ethik. Das Buch ist ein wertvoller Beitrag zur Psycho« iogie der religiösen Typen. Ist Religion lehrbar, und wenn ja, wo sind die Grenzen der fremdbildnerischen religiösen Einwirkungen gesteckt — das ist die Frage, die E. Schorsch, Rab« biner in Hannover, einer eingehenden Untersuchung unter« zieht (E. Schorsch: ״Die Lehrbarkeit der Re« ligion.“ Verlag Hermann Beyer & Söhne, Langensalza). Gemäß der Begriffsdreiheit: Lehrender, Lernstoff, Ler« nender, auf die der Begriff der Lehrbarkeit bezogen wird, wird der Nachweis geführt, daß so, wie bei jeder Art lehrhafter Uebermittlung von Ueberlieferungsgut, auch bei der Lehrbarkeit der Religion nur Wahrscheinlichkeit des Erfolges, bestehe. Zur Kennzeichnung der Erfolgs« bedingungen verwendet der Verfasser den Begriff der Zwangskonstellation, wobei unter Zwang keineswegs eine Anwendung von Gewalt gemeint ist, sondern lediglich der notwendige Grad der konstellativen Bedingungen, die für den erhofften Erfolg maßgebend sind, bezeichnet wer« den soll, Die kleine Schrift wird nicht nur dem Religions» lehrer, sondern auch jedem religiös interessierten Erzieher eine ganze Fülle von wertvollen Aufschlüssen bringen und zu weiterem Nachdenken anregen. Das bekannte ״Kqmpendium der Reli« gionsge schichte“ von Nathan Söderbl'om liegt nun in sechster, verbesserter und umgearbeiteter Auf« läge vor (Theophil Billers Verlag, Bcrlin«Schöneberg, Klixstraße 4). Einige Paragraphen sind neu hinzu* gekommen oder haben durch Revision bedeutende Ver« besserungen erfahren, so . die Abschnitte über vorge* schichtliche Religion, über den Islam, über das nach* christliche Judentum u. a. m. Besonders hervorzuheben sind die außerordentlich reichhaltigen Literaturverzeich* nisse, die mit rühmenswerter Vollständigkeit bis auf den heutigen Stand der Wissenschaft gebracht worden sind. Das Buch richtet sich in erster Linie an den angehenden christlichen Theologen, aber auch jeder gebildete Laie, der sich für Religionsgeschichte interessiert, findet darin, so« weit dies bei der Knappheit des Raumes möglich ist, ein« gehende Orientierung über das ganze ungeheuer reiche religionsgeschichtliche Material, wie es die gemeinsame Forschungsarbeit der Religionspsychologen und Ethno« logen gerade in letzter Zeit in erdrückender Vielfalt zu« tage gefördert hat. Wenn auch manches, was Söderblom vorbringt, sehr anfechtbar ist — wir heben nur hervor die Ausführungen über den Mosaismus — so muß doch anerkannt werden, daß diesem Werk in der modernen .religionsgeschichtlichen Literatur sowohl in bezug auf die Fülle des verarbeiteten Materials als auch auf die licht* volle und klare Darstellung ein besonderer Platz gebührt• Eine stattliche Anzahl hervorragender Fachgelehrter der Wiener Universität haben sich zusammengetan und ein Werk geschaffen,, in dem die großen Grundzüge der 'S Religionen aller Zeiten in bei aller Wissenschaftlichkeit auch dem Laien verständlicher Form geschildert werden. (Die Religionen der Erde in Eihzeldar* Stellungen. Verlag Franz Deuticke, Wien.) Es handelt sich dabei um Vorträge, die im Rahmen der volkstüm« liehen Universitätskürse der Wiener Universität im Win* ter 1927/28 gehalten wurden und von mehr als tausend Personen besucht waren — ein Beweis für das überaus lebhafte Interesse, welches feligionsgeschichtlichen Unter« suchungen gerade in der Nachkriegszeit entgeöengebracht wird. Daß bei einem Werk, bei dem eine größere Anzahl von Forschern mitgewirkt hat, kein gemeinsamer Grund* zug festzüstelleh ist, liegt auf der Hand. Aber vielleicht liegt gerade darin der besondere Reiz des Buches. Be* handelt werden u. a. die Religionen der Primitiven, As« Syriens und Babyloniens, der alten Aegypter, der Inder, der Chinesen, die israelitisch*jüdische Religion (durch* aus in radikabbibelkritischem Geiste gehalten und ’da« her mit großem Vorbehalt aufzunehmen), die Ent« stehung des Christentums, der Islam. Der Verleger hat den Preis des Werkes durch eine hohe Auflage sehr niedrig erstellen lassen, Sprachwissenschaft. Daß die Entwicklung, die das moderne Hebräisch in Palästina genommen hat, nicht eben'zü den erfreulichen Erscheinungen gehört, ist bekannt. David Frischmann hat vor vielen Jahren anläßlich einer Reise durch Palästina seine Eindrücke in einem Buche niedergelegt, in dem auf die Laxheit im Schreiben und Sprechen, in der sich der moderne jüdi&che Jischuw gefällt, ein paar ironische Seitenhiebe abfallen. Seit damals ist es nicht besser, sondern eher ärger geworden, und es ist betrüblich, die Worte zu lesen, in denen ein so besonnener und ernster Beurteiler, wie es G. Bergsträßer ist, in seiner ״Einführung in die semitischen Sprachen“ sein Urteil über das mbderne Hebräisch in Palästina zusammenfaßt, daß wir hier ein Hebräisch' vor uns haben, ״das in Wirklichkeit eine europäische Sprache mit durchsichtiger hebräischer, Verkleidung ist, mit gemeineuropäischen'Zügen und einzel* sprachlichen Besonderheiten, aber nur ganz äußerlichem hebräischem Charakter“. In Palästina blickt man freilich auf derartige Urteile mit einer gewissen lächelnden Ueberlegenheit herab und reklamiert für sich das Recht, den lebendigen Fluß der Sprache so zu gestalten, wie es den eigenen Bedürfnissen entspricht, wobei man sich um die normativen Forderungen einer lebensfremden Sprach* Wissenschaft, die ihre trockenen Gesetze aus Bücher* gelehrsamkeit schöpfe, nicht im geringsten zu kümmern habe. Um so erfreulicher ist es, wenn ein Mann wie Zwi Har*Sahaw, deri zu den bekanntesten modernen Publizi« sten Palästinas 1•zählt, mit allem Nachdruck auf die ein« gerissene Sprachverwilderung hinweist. (Zwi H ar*Sa* haw: L’schon Dorenu. Selbstverlag des Verfassers, Tel*Awiw, P. Br200.) Daß der Verfasser kein engstirniger Purist ist, geht 0deutlich aus einem schon von 31 Jahren geschriebenen, auch ־ih dem vorliegenden Buch aüfge* nommenen Aufsatz hervor, in dem er mit guten und ge« wichtigen Gründen dafür eintritt, daß nicht das biblische Hebräisch, sondern Spräche und Stilcharakter des späteren Hebräisch, wie es hauptsächlich in Mischna und Midrasch niedergelegt ist, ',für das gesprochene und geschriebene Hebräisch unserer׳?׳Zeit'Richtschnur seien. Um so größeres Gewicht kommt den kritischen Ausführungen des Ver« fassers über das zu, wäs man heute in Palästina sich zu sprechen und zu schreiben gestattet. Eingangs bespricht der Verfasser in einem größeren Aufsatz die allgemeinen Grundsätze, die bei der Renaissance des Hebräischen aus einer Sprache, die zwar niemals tot war,, aber doch nur im Buch lebte, zu einer Sprache des Alltagslebens zu be* achten sind, wenn verhütet werden soll, daß die Sprache von Barbarismen durchsetzt werde, die mit der Zeit deren eigentlichen Charakter in einem Maße verdecken, daß dieser kaum mehr durchschimmert. Diese von großer Besonnenheit und feinem Sprachempfinden zeügenden Leitsätze bilden die Grundlage für die kritische Be« urteilung verschiedener Erscheinungen des modernen palästinensischen Hebräisch, die sich zumeist als schwere Sprachschäden erweisen. Sehr instruktiv sind die Beispiele, die aus Schüleräufsätzen und Zeitungsartikeln beigesteuert werden — in ihrer Gesamtheit ein'' trauriges Kapitel hebräischer Sprachverschandlung und Sprachverhunzung, die heute in Palästina alle Dämme sprachlicher Sauber* keit einzureißen beginnen. Den Beschluß machen kritische Auseinandersetzungen mit einigen Grammatiken und Sprachlehrbtichern aus neuerer Zeit. — Man kann nur hoffen, daß das Buch von Har*Sahaw, dessen Aus* führungen man in den meisten Punkten vom Herzen zu* stimmen kann, recht viele Leser findet, und daß es vor allem auch in die Hände der jungen hebräischen Literaten und Lehrer in Palästina gelangt, von deren Einsicht zum güten Teil das künftige Schicksal der hebräischen Sprache abhängt. llonka Klein Senta Salatnon Kalisch Galanta V,e r 1 o b t e Diplomierte Lehrerin sucht Posten als Erzieherin zu deutschsprechenden Kindern in orthodoxem Hause bei mäßigem Honorar, Adresse: Eckstein Dori, Papa. שמש# der befähigt ist, an Wochentagen in einem großen Wiener בית המסת «ds בעל תפילה und als בעל קורא zu fungieren, Inkasso zu besorgen und sonstigen Kanzlei hilfsdienst zu verrichten, wird aufgenommen. Gehalt nach Uebereinkommen. Strengreligiöse Lebensführung ist die unerläßliche Voraussetzung. Gesuche mit dem Nachweis des bisherigen Lebensganges, Familienstandes, Alter, Staatszugehörigkeit und der persönlichen Befähigung sind unter ״Streng religiös“ an die Wiener Administra* tion zu richten. כשר aüVEKiVKMVt כשר FEINST! ESSIG-SALZGURKEN David Steinhof, II., Haidgasse 5, Telephon A-48-3-49 Rituelle Kochkurse im Dr.-Krtlger-Helm, II, Malig. 18, Tel. A-48-0-77 Höbet erhalten Sie umsonst nirgends; dagegen äußerst preiswert bei erstklassiger Qualität und größtem Entgegenkommen in jeder Hinsicht im Möbelhaus M. Redler, Wien, 1., Wipplingerstfaße 35, Mezzanin (gegenüber der Börse). Kein Gassenladen, kleine Regien, daher um so billiger. Bei Berufung auf unsere Zei* tung 5 Prozent Rabatt. שומר שבת Löwy’s Hotel und Restaurant Berlin, Oranienburgersfraße 66 5 Minuten vom Bahnhof Friedrichstraße Unter Aufsicht der ־ עד ח ישראל* G e nt e i n d e Telephon Weidendamm 3609 Hut!!. I- Mk.an / Anerkannt «gl. 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