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Jüdische Presse · 1931-09-04 · 35 (4.9.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
35 (4.9.1931)
Date
1931-09-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Steifungen vom Verleger L-versindef# Journal e*ftedie per t’tdltalt» $latn£*pov0ten4-fkKRL-p««i v Bratislava *ü, 41572.111.26. OROAN nMM INTERESSEN iiil:׳ » ß Redaktion ti. Administration: Wien, II., Leopolds, gasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. A49.0#94״. , Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. —־ Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. K. 80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Ausland 3 Dollar. 1 :/׳ ־.■׳,׳ Zahtungen auf Konto ,jüdische Presse*, Wien für Oesterreich 1 Postspatkasgenkbnto Nr. D*93614; Deutschland t Postscheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien t Postspk.*Amt Zagreb Nr, 4021?; Polen! Postspk.-Amt Wafschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.S0170: Schweiz! Post• scheckk. Zürich VIII. 4117; tür die Tschechoslowakei: ,Jü• dlsche Presse״, Bratislava, Postspk.‘AmtPrag Konto Nr. 53386 Nr. 35 | Wien-Bratislava, 4. September 1931 .ר ה וינא־פדעסבומ כ״ב אלול תרצ׳א 17. Jahrs■ Die Aguda״Exekutive tagt. Dr. Jungs Austritt — Allweltliche Keren Hathora־Konferenz. Zu der auf Montag und Dienstag nach Frankfurt a. M. einberufenen Sitzung der Agudo-Leitung waren vom Geschäftsausschuß, der Politischen Exekutive und dem Zentralratspräsidium erschienen die Herren: Rabbiner Dr. P. Kohn-Wien, J. M. Lew in-Warschau, Jacob Rosenheim-Frankfurt, Dr. Deutschländer-Wien, Chajim Eiß-Zürich, Heinrich Eisemann-Frankfurt, Leo Wreschner- Frankfurt, Wolf Jacobson-Hamburg, Harry Goodman-London, Sally Guggenheim-Basel, Oberrabbiner Dr. Lewenstein-Zürich, Rabbiner Dr. Auerbach-Halberstadt, als Vertreter der Jugendorganisation Meier Lewenstein-Zürich. In der Nachmittagssitzung waren Herr Gemeinderabbiner Jos. Horovitz-Frankfurt a. M. sowie als Vertreter der Palästinazentrale die Herren Dr. S־. Ehrmann und Julius Hollander-Frankfurt a. M. anwesend. Gegenstand der zweitägigen Verhandlungen waren, abgesehen von den Regularien (Vorlage des Kassenberichtes, Finanzierung für die nächste' Zeit, Organisationsfragen) die wichtigsten Probleme der Agudaarbeit in Erez Jisroel und in der Diaspora. In ernsterer Hinsicht beschäftigte sich die Leitung mit den nunmehr erneut eingeleiteten Schritten, die öffentlich-rechtliche paritätische Anerkennung der orthodoxen Gemeinden im heiligen Lande neben der Kneses Israel als eine Forderung der Gerechtigkeit und Gewissensfreiheit bei * den zuständigen Stellen und gegebenenfalls beim Völkerbunde zu erwirken. In Verbindung hiemit kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen ,den beiden in der Agudaleitulig ,vorhandenen Strömungen hinsichtlich' einer politischen Z:n s an%m eui■arb e i t mit,• d e nj O r g,a;n <? n der Kneses Israel' und der Zionis t i s c 11 e n O r g a 11 i s a t i o n, beziehungsweise der Agency. Das Ergebnis der Abstimmung war der Rosch-Haschanah ] [ i1111!1111111!i1!11111111111111111111111)i111111 ר א ש השנה iiiiiiim I ין j! wünschen Sie allen Ihren Verwandten, j>. 11 Freunden, Kunden, Gästen u Bekannten jj ij כתיבה וחתימה טובה jj j;■ , in der v!! ״JÜDISCHEN PRESSE“ | Sie ersparen Mühe, Porto und Zeitaufwand!! j ׳ Da? Inserat laut neben-!! stehendem Muster kostet 1! einschließlich aller ü . Steuern.nur jj S 5.- resp KC 25.- Bestellungen sind zu richten :!! Für die S1 owakei an - die Adresse:; ״Jüdische Presse«‘, Bratislava, Postfach 140 j | Für Wien:!! ״Jüdische Presse“! Wien «,Leopoldsgasse 26;; 1 Beschluß, hinsichtlich der Frage dieser Zusammenarbeit kein allgemein gültiges Prinzip aufzustellen, sondern, von Fall zu Fall unter maßgebender Mitwirkung der rabbinijschen Leitung zu entscheiden. Eingehend erörtert wurden die arabisch-jiidisehen Beziehungen und die Mittel lind Wege, die einzuschlageil seien, um ohne Preisgabe lebenswichtiger jüdischer Rechte die ungestörte, extensiv und intensiv zu erweiternde Ausübung der Mizwas Jischuw Erez Jisroel in freundschaftlichem Einvernehmen mit der arabischen M e h r h e i t z u sicher 11. Mit Bedauern wurde davon Kenntnis genommen, daß Rabbi D1־. Leo Jung-New York seinen Austritt aus dem Zentralrat der Aguda erklärt habe, weil er seine Zugehörigkeit zu dieser Körperschaft im Hinblick auf die Beschlüsse de obersten Ägudo- . instanzen mit seiner Mitgliedschaft beim Council der Agency nicht für vereinbar hält. Weitere Verhandlimgen mit der Agency haben, wie sich aus dem Berichte der engeren Exekutive ergab, nicht stattgefunden, nachdem die Bedingungen für einen Eintritt nicht erfüllt sind und die Bereitschaft zu einer Kooperation für praktische Fälle auf beiden Seiten nach wie vor vorhanden ist. Auf Anregung der Palästinazentrale wird die Einberufung einer Konferenz der verschiedenen an Erez Jisroel interessierten orthodoxen Körperschaften, insbesondere der Kolalim, ins Auge gefaßt, um in konzentrier- : terer Weise als bisher für Jischuw Efez Jisroel wirken zu können. Die Schwierigkeiten der Palästinazentrale hinsichtlich ihres Bodenbesitzes im heiligen Lande bildeten den Gegenstand eingehender Erörterung, ohne daß es bei der herrschenden Wirtschaftskrise natürlich möglich war, befriedi- : gende Auswege zu finden. Dagegen dürfte die Fortentwicklung des Schulwerkes im Zusammenhang mit den Beratungen bis zu einem gewissen Grade realisiert werden können. Die neuen Aufgaben, die sich der polnischen Landesorganisatibn der Agudas Jisroel durch den bei den Gemeindewählen errungenen Sieg eröffnen und deren Lösung ' weit über Polen hinaüs für die gesamte Orthodoxie : von größter Bedeutung ist, wurden in den Grund- ׳ zügen besprochen. Eine für diesen Zweck einzusetzende Kommission wird den polnischen Gesinliungsgenossen, soweit es ihnen wünschenswert erscheint, bei der Lösung der sich hier ergebenden Fragen im agudistischen Geiste zur Seite stehen. Hinsichtlich der in der Oeffentlichkeit erörterten Idee eines Weltkongresses beschloß die ־ Agudoleitung, sämtliche agudistischen Organe zur entschiedensten Bekämpfung der Idee, in deren Verwirklichung die größten Gefahren für das Wohl und Wehe der jüdischen :Gesamtheit er- I blickt werde, anzuweisen. Mit Befriedigung wurde die im Verhältnis zur Schwierigkeit der ZeitverhUltnisse günstige Eilt- | wicklung der Arbeit des Keren Hathora auf allen Gebieten seiner Kompetenz festgestellt.,Durch Einberufung einer Thorakonferenz• sollim Laufe des Winters versucht werden,, Mittel und׳ 'Wege zur II., Kleine Pfarrgasse 1 Durchführung einer Hilfsaktion größeren Stiles für! die aufs schwerste gefährdeten großen Jeschiwoth' des Ostens zu finden. Im Zusammenhang damit wurde die Frage erörtert, wie die für die Zukunft der Jeschiwoth überaus wichtige, soeben begonnene Legatversicherung des Keren Hathora möglichst kräftig gefördert werden könne. Weitere Punkte der Tagesordnung bildeten Fragen der inneren geistigen Propaganda für die Agudöidee in den verschiedenen Ländern, insbesondere die Vertretung der religiösen Weltanschaimng durch Versammlungen in .den' Groß-, städten. Ferner die Fragen der Kalenderreform, wobei beschlossen wurde, dem Londoner Kalenderreformkomitee ein Memorandum über die nach Ansicht der Agudoleitung erforderlichen Schritte zu übermitteln. Neue Pläne des Keren Hathorn. Das ״Jüdische Tageblatt“ in Warschau veröffentlicht ein Interview mit Dr. S. D e u t s c h l ä n d e r über den Erfolg der K.-H.-Studienreise und die weiteren Pläne des ״Keren Hathora“, dem wir folgendes ent-; nehmen: Das eigentliche Ziel unserer Studienreise war,: die großen Thora-Institutionen persönlich kennenzulernen und das Interesse des westeuropäischen Juden- 111.0ms für den schweren ׳Existenzkampf der Thorastätten1 im Osten zu ,wecken. Alle mündliche und schriftliche Propaganda kann die eigene Anschauung nicht ersetzen. Fürs erste mußte die Zahl der Teilnehmer beschränkt werden. Das Resultat iibertrifft alle Erwartungen und Vorstellungen. Das!Programm war vielleicht' technisch etwas überladen, man hatte insgesamt über 4000 Kilometer in zwei Wochen bewältigt, aber die tiefen Erlebnisse lohnten alle Mühe. Die Eindrücke von dem sprudelnden religiösen Leben in Polen lassen sieh nicht übertreffen. Man hatte auch Gelegenheit, den größten religiösen Autoritäten und geistigen Führern menschlieh näher zu treten, so dem ״Chofez Chajiin“, dem Gerer Rebben, Rabbi Chajim Oser, dem. Lubliner Raw. Es ist interessant, zu bemerken, daß e i n Teilnehmer unserer Expedition sich von uns getrennt hat, um noch einige Tage beim ״Chofez Chajim“ ״ zu bleiben.. Z^eL andere jüngere Teilnehmer ״verloren“ wir in Mir, bezwy Lublin. Man darf von der Auswirkung dieser Reise, an' der Vertreter von sieben Ländern Westeuropas teilnahmen, das Beste für den Keren Hathora erwarten.. Lieber die nächsten Pläne des Keren Hathora ei׳- klärte Dr. D., daß diese Exkursionen eine bestehende ’ Einrichtung bleiben sollen. Es sind auch Studienreisen in umgekehrter Richtung, von Ostenrnnch Westen, über Berlin, Frankf urt, Hamburg, geplant, mit Ausflügen - nach den historischen Stätten, wie Worms, Mainz usw״־. Uebrigens sollte man in Polen selbst, für die, polnischen; Brüder solche lehrreichen Studien reisen durch Polen- «״* 1- 111x1־1 1 I «־ 1־1.1 - r־• וו־ t-v a.. u> ■ •׳«־! .. ״14 1 I_ .. J. .._1 ri_ ._ . arrangieren. י? ׳ Der wichtigste Plan. des Keren Hathora ist die Einberufung eines all weltlichen' THoräkongresses aller religiösen Erziehungsanstalten dei• Welt für nächsten- Winter, der erstens die Lebensfähigkeit der religiösen jüdischen Erziehung beweisen soll, und zweitens auch ein Rettungsanker für die schwer bedrängten Thora-: Institutionen des Ostens werden kann. 'Die Thoraautoritäten im Osten haben ihr Einverständnis miteinem solchen Kongreß erklärt. Ort der Tagung ist• noch nicht bestimmt, als Zeit• ist die Chanuckawöche vorgesehen, . ׳...; T7. י . Ueber die Bes Jakow-Kurse m Krakau gab Dr, D. folgende Auskunft: Die Lehrgänge wickeln sich in normaler Weise ab. Zur inneren Ausgestaltung des bereits fertigen Baues ist noch eine Summe von 5000;bis! 6000 ׳Dollar erforderlich, die bei dev jetzigen Krisenzeit , schwer zu beschaffen ist, Keren Hathora macht alle '‘Anstrengungen, das große Werk zu vollenden, Von den. 6000 Dollar, die Keren Hathora im letztem Sommei? aus den Sammlungen im Ausland nach Krakau für das Seminar geschickt hat, stammt der größte Teil aus der Schweiz, Man hofft, zu Winterbeginn das Seminar eröffnen und voll in Betrieb nehmen zu können, der weltbekannten Perückenwerkstätte \Nfich if IC51 yfiyr 1 n.flf Ce. CH0^18rie>0i)

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