Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 34 (28.8.1931)
- Date
- 1931-08-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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;; ׳ •ר 1 NoviöovO v*platn6 povolenO riadit ppi! a tolegtafov *is.41572«11f.2ü..... Zeitungen vom Verleger versendet. Journal exp6die par l’AditOtff. V. b. b. JÜDISCHE PRESSE .י i Redaktion u. Administration: Wien, IL, Leopolds« gasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. A94»0»49״. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. K. 80, Einzelnummer Öst. Gr. 50, das übrige Ausland 3 Dollar. Zahlungen auf Konto ,Jüdische Presse״, Wien für Oesterreich! Postsparkass .nkonto Nr. D-93614; Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409: Ungarn: Postspk.*Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Post• scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: »JOdische Presse", Bratislava, Postspk.'AmtPrag Konto Nr. 53386 Nr. 34 1 Wien-Bratislava, 28. August 1931 כ־ד! וינא־פיעסנינ ט״ו אלוי תיצ׳א 17. Jahrg. Die antireligiöse Kampagne in RnSland. Um sich für alle Fälle ein Alibi zu sichern, veröffentlichen die jiddisch-kommunistischen Tageszeihingen ״Einess“ in Moskau, ״Stern“ in Charkow und ״Oktiabr“ in Minsk Mitteilungen ihrer Provinzkorrespondenten, in denen darüber geklagt wird, daß in den jüdischen Kolonien noch immer jüdische Tradition gepflegt wird. In der Kolonie Perez-Dorf, so wird mitgeteilt, leisten an Sabbattagen nur 20 Prozent der Kolonisten Feldarbeit. Tn der Kolonie, die einige ״Sifre- Thora“ besitzt, werden täglich die gemeinschaftlichen Cebete verrichtet. Gleiche Zustände herrschen in den anderen Kolonien. Wo kein Schächter am Ort vorhanden ist, wird das Geflügel zur Schüchtung in die Stadt geschickt. Fast alle Kolonisten lassen ihre neugeborenen Söhne beschneiden. Die Korrespondenten fordern schärfste Bekämpfung der ״klerikalen Elemente“ in den Kolonien. Natürlich fallen diese Beschwerden und Forderangen, da sie ja auf Bestellung arbeiten, sofort auf fruchtbaren Boden, und so hat auch schon das Volks- ,biklungskommissariat der Union der russischen Sowjetrepubliken an alle Volksibildungsabteilungen in der Sowjetunion ein Zirkular versandt, in welchem auf die Bedeutung der antireligiösen Kampagne aus Anlaß der. bevorstehenden jüdischen hohen Feiertage hingewiesen und die Beteiligung an dieser Kampagne als eine wichtige politische Aufgabe bezeichnet wird. Im Hinblick darauf, heißt es in dem Zirkular, daß die antireligiöse Kampagne während der Herbstbestellung der Felder, zu Beginn des neuen Schuljahres und während der Vorbereitung zum vierten Jahr des Fünfjahrplans vor sich geht, müsse in diesem Jahr auf die antireligiöse Arbeit anläßlich der jüdischen Feiertage besonderer Nachdruck gelegt werden. Die antireligiösen jüdischen Kreise müssen kontrolliert und aktiviert werden. In Fabriken, in 'denen eine größere Anzahl jüdischer Arbeiter beschäftigt ist, sind antireligiöse Diskussionen zu veranstalten. Jede Fabrikszeitung hat• eine besondere, der Bekämpfung der jüdischen Feiertage gewidmete Rubrik einzurichten. Studenten werden die Fabrikskomitees in ___ jj Zu ü Rosch-Haschanah ]; iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiii!.ןןןןו!ווו1ווווווו!ו!ווווווווווווווווווווווווווווו ראש השנה II wünschen Sie allen Ihren Verwandten,! j Freunden, Kunden, Gästen u. Bekannten i| כתיבה וחתימה טובה ןן in der ״JÜDISCHEN PRESSE“ Sie ersparen Miihe/Porfo und Zeitaufwand! j; Das Inserat laut neben-!! stehendem Muster kostet ]; einschließlich aller!! Steuern nur j!־ S 5■— resp Kc 25.— ןן Bestellungen sind zu richten: 1! Für die Slowakei an die Adresse:; | ״Jüdische Presse", Bratislava, Turnergasse 14 || Für Wien: | ״Jüdische Presse",Wien II,Leopoldsgasse 26 der Organisierung der antireligiösen Arbeit unterstützen. Antireligiöse Prozessionen von Schulkindern und Exkursionen in die antireligiösen Museen sind zu organisieren. Aus Odessa wird mitgeteilt, daß der dortige Stadtrat eine großangelcgte antireligiöse Kampagne aus Anlaß der hcrannahenden jüdischen Feiertage eingeleitet hat. 50 für die antireligiöse Arbeit altsgebildete Agitatoren besuchen die Fabriken, in denen jüdische Arbeiter beschäftigt sind, um diese zur Fortführung der Arbeit an den Feiertagen zu bewegen. Tausende antireligiöse Plakate in jiddischer Sprache wurden angeschlagen. Schließlich hat aber, um auch für die Zukunft Vorsorge zu treffen, der Bund der G-ttlosen die Moskauer Zentrale der jüdisch-kommunistischen kulturellen Arbeiterorganisationen aufgefördert, eine Anzahl von Mitgliedern dieser Organisationen namhaft zu machen, die an der Moskauer Universität ausgebildet werden sollen, um später als antireligiöse Propagandisten unter der jüdischen Bevölkerung tätig zu sein. Die jungen Leute werden an der Universität als ordentliche Hörer inskribiert werden und im Genuß derselben Rechte stehen wie die Hörer anderer |Fakultäten._Die Sowjetregierung wird die Kosten.ihres Unterhalts während ihres Studiums bestreiten. Es soll jetzt' also wirklich in einem konzentrischen Angriff dem alten Judeng-tt der Garaus gemacht werden. Nun — man wird ja sehen, wie sich dieser, der vielen Epiphanesse erwehren wird! ♦ Schwere Strafe für Duldung des Beschneidungsaktes. (J. T. A.) Die Lehrerin an der jüdischen Schule in Krementschuk, Kremenizka, hatte sich vor dem ״Klub vder Roten Lehrerschaft“ zu verantworten, weil sie die Vollziehung des Beschneidungsaktes an ihrem neugebore« nen Söhnchen geduldet hat. Sie verantwortete sich dahin, daß ihre Eltern ohne ihr Wissen den religiösen. Akt voll« ziehen ließen. Dies wurde ihr nicht geglaubt und sie wurde wegen ״Duldung eines barbarischen Aktes“ für sechs Monate aus der Lehrerorgänisatiön ausgeschlossen. Das Bildungskommissariat wurde ersucht, sie für die gleiche Zeitdauer vom Lehrdienst zu suspendieren. Der Musikantenklub, dem ihr Vater, ein Musiker, angehört, wurde ersucht, auch seinerseits gegen das der. Vollziehung eines ״blutigen Rituals“ schuldige Mitglied entsprechend vorzugehen. Jüdische Religion und Kommunismus. Vor einigen Tagen hielt in der Berliner Ortsgruppe der ״Agudas Jisroel“ Rabbiner Dr. Cohen aus Friedrich« stadt einen Vortrag über ״Unsere Stellung zum Kommu« nisinus“, in dem׳ er u. a. ausführte: Die jüdische Staats« Ordnung ist weder kommunistisch noch antikommuni« stisch, sondern taurohgemäß. Jisroel verkannte jedoch den Sinn seiner Staatsordnung und mußte durch das Zer« störungswerk des g«ttlosen römischen Volkes seine wahre Aufgabe erkennen. Seit dem Beginn unseres Golus haben wir schon viele ■gsttlose Völker un.d G'eistesrichtüngeri mit« erlebt, doch nichts hat uns so geschadet wie die liberale Weltanschauung des Kapitalismus. Es ist kein Zufall, daß Kapitalismus und jüdische Neologie aus derselben Zeit« konstellation gleichzeitig hervorwuchsen. Die antireligiöse ,Stellungnahme des Kommunismus kann kein Grund seiner prinzipiellen Ablehnung sein, denn sie ist dem Kapitals« mus ebenso eigen. Ferner ist die'kollektivistische, über jeden sozialen Unterschied erhabene Erziehungsmethode im kommunistischen Staat der des Cheders sehr nahe« stehend. Deshalb brauchen wir vor dem Kommunismus als solchem nicht zu bangen und müssen hoffen, daß er, wenn die Kinderkrankheiten der ersten Ressentiments überwunden sind, die Tawroh nicht als ״Religion“ ver« kennt, sondern als sinnvolles soziales Erziehungswerk achtet. Wolf Pappenheim II,, Kleine Pfarrgasse 1 Vom Tage. Unklarheit hüben uncl drüben. Wenige Tage nach dem Zionistenkongreß fand in Wien eine Weltkonferenz der Poale Zion statt, welche sich mit der Frage der Vereinigung der beiden zionistisch« sozialistischen Gruppen Poale Zion und Hitachdut befaßte. Das Wiener revisionistische Organ ״Die Neue Welt•‘ findet, daß diese Vereinigung auf Kosten des Zionismus im Zeichen des Klassenkampfes vor sich geht und meint: t,Wer die Verhältnisse der Zionistischen Örgani« sation kennt, für den ist es klar, daß die Auseinander« Setzung mit einem poalezionistischen Sieg endigen wird. Nach anfänglichen Erfolgen ist die Hitachdut ins Hinter« treffen geraten. Sie hat, dank eines Stocks sehr be« gabter Persönlichkeiten und einer überaus geschmeidi« gen Taktik, einige Jahre hindurch eine große Rolle in der Zionistischen Weltorganisation gespielt, oft eine die poale zionistische weit überragende. Aber es ist ihr nicht gelungen, zu einem klaren Programm zu gelangen. Diese Unklarheit nahm schließlich einen fatalen Charakter an. Hitachdut wurde in der Zionistischen Organisation zum Sinnbild der Verschwommenheit, des Hin upd Her. Wenn noch, ältere Elemente diesen Weg mitgehen konnten, für die Jugend war es unmöglich. Die zionisti« sehe Jugend, soweit sie sozialistisch orientiert ist, ist klassenkämpferisch, das heißt, poalezionistisch ein« gestellt. Das raubt der Hitachdut die Möglichkeit eines erfolgreichen Widerstandes gegen die poalezionistischen Forderungen. Bald wird’es in der Zionistischen Welt« Organisation •nur eine sozialistische Gruppe geben, eine klassenkämpferische, eine .ausgesprochen marxistische." Natürlich können uns alle diese Dinge zum Glück kalt lassen. Uns fällt aber auf, daß eigentlich die Beobach« tungen über den ״Stock begabter Persönlichkeiten“ und die ״geschmeidige Taktik“,י die nicht zu einem klaren Programm gelangen kann, sehr gut auch auf unseren eigenen, den orthodoxen Leib zugeschnitten zu sein scheinen. Diese Unklarheit, die drüben, im Lager der sozialistisch orientierten Linken des Zionismus herrscht, sie ist auch hüben, im Lager der Aguda zu Hause und auch hier wirkt ■sie sich natürlich nicht segensreicher aus. Es wird auch uns nur frommen, wenn endlich über diese Unklarheit — Klarheit wird. Der neueste Stand der Kalenderreform. Nachdem der offizielle. Bericht über die Junisitzung des vorbereitenden Komitees für die vierte ״Allgemeine Konferenz für Verkehr und Transit“ nunmehr vorliegt, läßt sich die weitere geschäftliche Behandlung der Kalenderreform־Frage einigermaßen übersehen. Dieses am 13. Juni in Genf zusammengetretene vorbereitende Komitee setzte sich nicht etwa aus Vertretern von Regierungen zusammen, sondern aus Repräsentanten der verschiedenen Nationalkomitees für die Kalenderreform, zumeist Ange« hörigen des Handels, der Industrie und von Verkehrs« Organisationen. Das Komitee sollte die Berichte der AUFRUFI Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel hat auch heuer dafür Sorge getragen, daßjam JAUM HAKIPURIM an der KOSEL MAAROWI — מקים שהשכינה לא זזה ממנו — für alle diejenigen eine Tefiloh verrichtet wird, welche bis Sonntag, den 24. Elnl (6, September d. J.), für das orthodoxe Schulwerk in Erez Jisroel einen Mindestbetrag von S,3.— überweisen und dabei gleichzeitig;:den eigenen hebräischen Namen und denjenigen der: Mutter bekanntgebeu. ״ , , . Jeder orthodoxe Jude und jede Jüdin setzt in eine solche Tefiloh ganz große Erwartungen, Es empfiehlt sich daher ganz besonders in Krankheitsfällen ח״ו etc., von dieser Einrichtung Gebrauch zu machen, Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Wien, II., Leopoldsg. 16, Tel, A 48-4-15. Postsparkassenkonto 113,621, St»fff—MMfMMMMMMMMMMMMMtMi»Mftffa»a dar weltbekannten PerUcken^erketdtte pSS WIeil I» Kärntnerring 6 ו Tel« U-47«1 ■16 wm : r