Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 31 (7.8.1931)
- Date
- 1931-08-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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NovifiovO vtolatnO povolcöö fiadit post a telegrafov Zeitungen vom Verleger versendet. ■r.-> ..v.BnrtlifiW.ÖtkJllöttfaal 0tf»4tH§ jßa* l’tditeat. MMN HM MC INTERESSEN DES ORTHODOXEM JUDENTUMS. Redaktion u. Administration: Wien, II., Leopolds« gasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. A94»0»49״. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. K. 80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Ausland 3 Dollar, Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse", Wien für OCstar* reich i Postsparkasaenkonto Nf. D-93614; Deutschland 1 Post• Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien i Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217: Polet!! Postspk.‘Amt Warschau Nf. 190409; Ungarn! Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schwein! Post• scheckk. Zürich VIH. 4117; für die Tschechoslowakei! ',JO• dische Presse", Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Nr. 31 Wien-Bratislava, 7. August 1931 .ביה וינא־שרעםבורג כ״ד אב תרצ׳א 17. Jahrg. suclie gemacht mit der Neutralisierung von schädigenden Einflüssen, welche an den Kvetizungsstellen unterirdischer Gewässer beobachtet!wurden und welche sich auch in nnerklänburen Fällen von schweren, besonders epidemischen!Krankheiten, ־ äußern sollen. Die Unschäd- Iichninchung geschieht nach den Berichten der Experimentatpren mittels metallener Köhren. Wir finden aber schon in den vielbestrittenen und schwer verständlichen Stellen unserer alten Dinim, daß die schädigenden Einfliisse מזיקין des Wassers zur Zeit der תקופה ebenfalls durch ׳Metall neutralisiert wurden (J. D., § 116,ש״ך ס״ק ף)• Auch die Ausstrahlungen, die durch die Berührung einer נדה entstehen, wurden neuzeitlich von einigen Forschern, die vielleicht niemals von der jüdischen Behandlung dieses Zustandes gehört haben, 'durch physikalische Beobachtungen als schädigend konstatiert. Die ׳Schädlichkeit des iBlutgenusses und des Cenusses rituell unreiner Nahrung wurde ebenfalls in neuerer Zeit vom medizinischen Standpunkte beleuchtet. So verweist!Med.-Rat Dr. 1Steinthal,!Berlin, darauf, daß die Fleischfasern der pflanzenfressenden Wiederkäuer und des koscher gemachten Stückes viel leichter verdaulich seien und einen weniger günstigen )Boden für die Entwicklung schädlicher Bakterien bieten als diejenigen der verbotenen Tiere. Aus diesen ganz wenigen Beispielen ist zu ersehen, daß schon im Uranfänge der menschlichen Kultur, wo es kein!Mikroskop, keine Apparate zur Messung und Verwandlung unsichtbarer Strahlen, keine Chemie und Physiologie gegeben hat, die göttliche נבואה dem; Menschen den Weg «eines Wohles gewiesen hat, und es wäre die edelste Frucht und das beste Ziel der wahren Wissenschaft, wenn sie diejenigen, welche in ihrer Kurzsiclvtigkeit die אמונה den Glauben leugnen, durch wahrnehmbare Forschungsrcsultate an die Quelle des ersten und letzten, ewig und einzig wahren Wissens, ‘der göttlichen Weisheit, zurückführte. Shaw wescheker. — Verweltlichter Sabbat. — Amerikanische ״Orthodoxie“. LÖsunßshindernis sei und der Jude seinen Frieden mit der; Prophetie und Naturwissenschaft. Yon Rabb. Dr. E. Bass Y o r b e tu c r k u 11 g: Yiele Leser werden den!beachtenswerten . Ausführungen unseres geschätzten Mitarbeiters mit Interesse folgen. Um frrtümern oder iMißdeutun- S’f» ^•1. begegnen, ist cs aber vielleicht nicht überflüssig vorauszuschicken, daß hier die Uebereinstimmung der Ergebnisse naf!!!־wissenschaftlicher Forschungen mit den Wlorten der Propheten oder der חז״ל nicht etwa als טעמי המצות festgestellt oder gar religionsgesetzliche Lehren und Vorschriften mit den sanitären Forderungen der Neuzeit auch in ihrer Begründüng׳ und G e 11 ti n g identifiziert werden sollen.!Die Red. Es sind dies zwei Grenzgebiete der 'Betätigung des Menschengeistes, welche für die gewöhnliche Betrach-. tungsweise voneinander derart entfernt sind, daß eine gleichartige!Beurteilung der Geschehnisse vom Standpunkte : beider dieser Denkgebiete fast unmöglich׳ erscheint. Und doch gab es und!gibt es auch jetzt noch bei dem weitgelienden Fortschritte der physikalischen Wissenschaften, solche Foi'scher, welche den Versuch gewagt haben, das menschliche Wissen um die Materie mit dem!Praphetenglanben an religiöse• Erscheinungen zu vereinigen. Die großen ׳Friedensvermittler zwischen dem Wissen und dem Glauben, an ihrer Spitze ein R. Mosche Ren Maimon, hätten heute eine weit ausgedehntere und viel dankbarere Aufgabe, um die Worte und Taten unserer ׳Propheten plausibel zu machen solchen Denkern, welche ihren kritischen Sinn mit •einem Riistzeuge versehen, d<as ihnen die Wege des Weltalls gleichwie das Wesen der Atome offenbart und Schwingungen •des Aethers in hörbaren Schall umzuwandeln vermag. Ein׳ staunenswertes Wunder und Festigung unserer Glaubens :bedeuten solche Forschungsresultate, welche die Wahrheit der Intuition unserer alten Newiim und Chachomim bestätigen. Oft gehen solche Nachrichten durch die wissenschaf tliclie Welt, ohne daß selbe vom Standpunkte der Religion bewertet worden wären. Nachstehend einige markante Beispiele: ־ •Niemandem, der nur ein wenig in die Lehre von den Bazillen und 1Bakterien Einblick getan hat, konnte verborgen bleiben, daß unsere •Weisen der ältesten Zeiten und auch diejenigen des Mittelalters diese Erkenntnis י ד ש p. ברוח ה vorausgesellen haben. •Dies!beweisen die Waschungen, die sie bei so vielen Gelegenheiten angeordnet haben, um gegen die מזי קין und ר1ח טומאה zu schützen, besonders aber deutlich drückt dies der Schulchon Qriich in Jore Deodi, § 116, im •Namen des Jerus. Talmud und des Ramibam aus: Man möge die Münzen nicht in den Mund stecken, weil daran eingetrockiieter Speichel vou mit ansteckender Krankheit behafteten Menschen sein könnte, also Krankheitskeime, wie solche erst Jahrhunderte später mikroskopisch festgestellt worden sind. Einen schweren •und schönen!Beweis Wissenschaftlieh er Intuition unserer alten Newiim haben vor wenigen Jahren die Astronomen der ׳Pariser Sternwarte geliefert, wo der französische Forscher Ferrier mittels eines Teleskopes die Strahlen eines hell leuchtenden Sternes aufgefangen, konzentriert, photographiert und schließlich׳ in Schallwellen verwandelt hat, wobei die erstaunten Zeugen des Experimentes aus dem Hörtrichter des Apparates herrliche Töne, Akkorde der Stcrnenbewegung• laut ycrnomm'en haben, welche auch mittels Phonographen festgehalten worden sind, Dasselbe aber sagt schon vor Jahrtausenden der נביא in Hiob, Kap. 38, v, 7. ברן יחד כ ובבי יבקר ״wenn einhellig singen die Sterne des Morgens“, wozu unsere alten Erklärer bemerken,.daß ihre Bewegung ihr Sang sei (Ibn Esra),.und denselben •Gedanken wiederholt der Sänger der Psalmen :(19148 ״). In allerletzter Zeit wurden auch interessante Ver- Es wurde während des Baseler Zionistenkongresses auch von Leuten, die durchaus nicht im Gerüche der Or« thodoxie .stehen, übel vermerkt^daß die unentwegten Lin« leen das Wort ״Religion“ in einer Protestresolution gegen die Verfolgung des Zionismus in Sowjetrußland be« kämpften. Nichts geht eben über die Konsequenz solcher ״Apikorsim“, wenn sie auch manchmal selbst von den ״Apikorsim“ des offiziellen russischen Kommunismus an Konsequenz übertroffen und — nach Sibirien geschickt werden. ־ Beiden Schattierungen ist alles, was an Religion erinnert, ein rotes Tuch, beiden aber ist es sicherlich in ihrem rücksichtslosen Doktrinarismus aus der Seele ge« sprochen, wenn Bernard Shaw, der bekannte englische Dichter, in einem Gespräch über das jüdische Problem auf Grund seiner Beobachtungen in Rußland zu dem Schlüsse kommt, daß die Mischehe die Judenfrage lösen werde, daß der ״Ueberwertigkeitskomplex“ der Juden ein ו11ווווווווווווו<ווווווווווווווווווווווווווווו1וווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו1וווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווון| I Lebensversicherungs-Gesellschaft j I [lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll11 f§ Gegründet 1882 Gegründet 1882 |j | Versicherungsbesfand Ende.1930 . 2560 ־ . Schilling g | "" •und Zinseneinnahmen im Jahre 1930 150 Millionen Schilling ן | Garantiemittel Ende 1930 * 370 Millionen Schilling ן | Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1930 35,5 Millionen Schilling ן | Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: |! Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische H 1 Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, ןן I Italien, Ungarn, Polen,Jugoslawien, Bulgarien, Griechenm g land, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten i'lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliw Welt machen solle. Wenn es nicht :so bedauerlich wäre, daß ein immerhin bedeutender Mann wie Shaw auch irren und im besten Glauben Phrasen nachbeten kann, die ihm wahrscheinlich von ״Apikorsim“«Juden in. Rußland einge־■• impft worden sind,• könnte man ja eigentlich .darüber; lächeln, da Shaw mit anderen Worten den Juden nichts an« deres als Massenselbstmord empfiehlt. Aus anderen Voraus« Setzungen allerdings, für uns aber damit um nichts weniger akzeptabel, kommt er ja zu ähnlichen Folgerungen wie unsere alten Bekannten von der antisemitischen Couleur . und seine Pillen werden auch dadurch nicht süßer, daß er gesteht, auch seine eigene, die irische Nation, sei noch rassestolzer als die Juden. Shaw scheint nicht zu wissen, da es ja auch seine jüdischen Informationsquellen nicht wissen und würdigen wollen, daß das, was er jüdischen Nationalismus nennt, eigentlich die jüdische Religion ist, daß diese ״nationale“, Religion aber zum Unterschied von allen anderen ihm be« kannten Nationalismen nicht aggressiv ist und der Jude Shaws wohlgemeinten Rat, F r i e d e n m i t d e r W ei t zu machen, 'seinerseits bereits längst, befolgt; hat. — Das Judentum ist . froh, wenn es in Ruhe gelassen wird, und den Juden als solchen friedliche Einstellung zur Umwelt predigen, heißt Eulen nach Athen oder, wie man in Shaws Vaterland lieber sagt, Kohlen nach Newcastle tragen. Nur einmal hat das Judentum eine gewisse Umwälzung in der Welt •hervor« gerufen und das war, als es den Gedanken von dem Sabbat in die Welt warf, an dem auch der Knecht ruhen solle. Vor diesem Gedanken erzitterten Aegypten und Rom und er war es, der das schuf, was Shaw als spezifisch« jüdischen Ueberwertigkeitskomplex änsieht. Es ist das; soziale Gewissen, das Shaw an seinen russisch־jtidischen Freunden gewiß nicht abstößt, das aber leider gerade bei diesen russisch«jüdischen Führern von einer Krankheit; paralysiert wird,־ die diese sonst geistig oft sehr hoch«, stehenden Menschen hindert, jüdische Dinge mit unbe« fangenen Augen anzusehen. , Die Menschheit zahlt dem Judentum für das Ge« schenk, das es ihr im Sabbatgedanken gegeben hat, mit Undank zurück. Nicht nur die extrem• sozialistischen Kreise im Judentum, sondern auch ehrlich um die Erhal« dar «.altbekannten PerOekenwerketdtte Wien I. Kärntnerring g Hetil 81(9191 wm D3D 511