Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 26 (3.7.1931)
- Date
- 1931-07-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitungen vom Verleger versendet. Journal e*p4dte!paf F4dlttf1». V. b. b. Neviime v#p10«־iTOv014*־ «»&», p*« » v Bratislava Sli, 41$t2*lII*20. non** UM Ml MTEÜUIII DE* ORTHODOXEN JUDENTUMS, Redaktion u. Administration: Wien,!1., Leopolds* gasse 26, 1. Stiege, L Stock» — Tel. A94«0»49״. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise; Ganzjährig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. K. 80, Einzelnummer öst. Gr." 50, das übrige -j^usland 3 Dollar. Zahtüttgatt *üfKonto .Jödistftr Prasse*, Wien iür Oeatar■» reich! Postsparkasienkonta Nr. D*93flI4; Deutschland 1 Post* seheefckonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien l P08tspk.;Amt ZagrebNr. 40217: Polen 1 PöstSpk.-AöitWarschau Nr. 190409; Ungarn! Podtapir.-Amt Budapest Nr.50170;• Schwele! Poitseheckk. Zürich VIll. 4117; för die Tschechoslowakei! «Jfl* . disehe Presse״, Bratislava, Postspk,*Amt PragKonto Nr.53386 . ' ■.......־■־ . .:־■ י' 1 . . ׳.׳ ־..־ ' V . ־ ' ' ' ' ' ־. ־■■ .;,v. Nr. 26 | Wien-Bratislava, 3. Juli 1931 .ב־ה רנא־םרעםבומ "ח תמוז תיציא 17.Jahrg. Die Sabbatschändung in Erez Jisroel Große Protestkundgebung in Bratislava^ Die angekündigte Protestkundgebung der religiös möglich, daß in Erez Jisroefiauf Kosten jüdischer Volks« gesinnten Juden Bratislavas gegen die organisierte Ent« gelder beispielsweise T r e f o h«V o l.k s k ü c h e n und Weihung des Sabbats durch die zionistische Turnerschaft im Heiligen Lande rief Sonntag, den 13. Tammus, eine große Schar von Juden aller Gesellschaftsklassen in den Turnsaal der orthodoxen Volksschule. Man sah es den Erschienenen an, wie schmerzlich, wie beschämend jeder einzelne die Notwendigkeit einer solchen Kundgebung empfand. Inmitten des schweren Kampfes, den die reli« giöse Judenheit in manchen Ländern der Diaspora zur Wahrung der Sabbatheiligung zu führen genötigt ist, muß die furchtbare Tatsache, daß in Erez Jisroel es Söhne jtidi« scher Mütter sind, die ostentativ, und zielbewußt den Sabbatgesetzen hohnsprechen, auf jeden Juden nieder« schmetternd wirken. In der Urhei mat des Sabbats den Sabbat vor Juden schützen zu müssen, ist eine groteske Anomalie, wie sie vor Jahrzehnten nicht einmal erdacht werden konnte und die auch nicht dadurch aus« reichend erklärt werden kann, daß es Lieblingsschützlinge der Zionistischen Organisation, ihre Beamten und Lehrer sind, die unter Mißbrauch des Namens unserer Makkabäer diese Schandtat, begehen. Nachdem. Sne. Ehrw. FJerr Oberrabbiner S eh reib e r mit den Mitgliedern des Rabbinats auf dem Podium Platz genommen hatte, ergriff . der Präses der Agudas 3isroel#Ortsgruppe Herr Markus F ü r s t das Wort zur Begrüßungsansprache. In schlichten Worten, gestützt auf die Worte des Propheten •Jecheskel: ״Auch da^ noch taten sie mir an:. Mein Heiligtum verunreinigten sie und meine Sabbate ent־ weihten s i e“, schilderte er die letzten Vorgänge in Jerusalem und charakterisierte die Frivolität, mit der man . dort fromme Juden, nur weil sie — u. z. in durchaus erlaubten Formen — für die Heiligung des Sabbat ein« traten, blutig geschlagen und eingekerkert hat. Der Vorsitzende Sne. Ehrw. Herr Oberrabbiner Schreiber gab sodann dem tiefsten Schmerze der gesamten Judenheit über die Vorfälle beredten Ausdruck. Er forderte die Versammelten auf, das System in Erez Jisroel׳, das solche ■verwegene Angriffe gegen die ח״ק erst: ermöglicht, nunmehr richtig zu beurteilen. Wenn :eine Generation erzogen wird, die von der חיה״ה nichts weiß! und nichts wissen wiJl, so treten solche Vorfälle in Er« scheinung. Deshalb dürfe man sich mit. dem Proteste allein nicht begnügen, sondern man sollte mit gesteigerter . Tatkraft die echtjüdische Bevölkerung des Heiligen Landes — den ישןב הישן unterstützen, damit sie gegen das Vordringen der Sabbatentweiher gestärkt und ge« wappnet dasteht. Unter , dem Eindruck dieser Worte des ehrwürdigen Redners und anknüpfend an sie wandte sich Herr J. J. Braun mit einer Ansprache an die Versammlung. Er beklagte nicht bloß das Vorgehen der zionistischen Turner, die nur unter Einwirkung und in Konsequenz der thoralosen neu jüdischen Gedankenwelt das tun, was eine klar bewußte kulturpolitische Richtung und ihre unjüdi« sehe Phantasie ihnen als ״jüdisch“ vorgaukelt, sondern vor allem die Macht der G e w oh n h e.i t, die auch r'n den Seelen der religiösen Juden allmählich einen Geist der unerlaubten und verhängnisvollen Duldsamkeit gegen die moralischen und geistigen Verbrechen erzeugt, die täglich־ und stündlich hier und in Erez Jisroel an dem jüdischen Volk unter der Maske eines, neuerfundenen Judentums begangen werden. Wie anders sei es denn vornehmlich solche religionsfeindliche Schulen erhalten werden, in denen die תוה״ק P r ogr am m a tis ch als literarisches Erzeugnis des jüdischen Nationalgeistes und nicht als G«tteswort behandelt wird. Und das gesamte Judentum w e i ß von all dem, es weiß davon, weil es von den Urhebern öffentlich ver« kündet und von niemand geleugnet wird, und schweigt dazu ... Es schweigt, weil es sich daran gewöhnt hat und allmählich ^es gesunden Sinnes für sein Lebenselement verlustig zu gehen droht ... Als Beweis für diese Feststellung erwähn| der Redner, daß auch heute noch selbst, angesichts der Schandtat ,gegen .den Sabbat Juden am Vormittag dieser\protestkündgebungv.sich nicht gescheut haben, bei einem *Jüdischen ־ Festem unter Juden mit dem blau«weißen Parteiabzeichen des Zionismus zu erscheinen, ohne die Empörung der religiös eingestellten Volksmenge zu befürchten! An diesem Zustande! der folgenschwerer ist als das,;was die Turner in Jerusalem taten, tragen wir selber diejSchuld . . . Ihm ein Ende zua bereiten;'’sei^drin'gend nötig und sollte nunmehr ernster Vorsatz;aller ernsten Juden sein. Redner schlägt darauf die folgende Resolution vor, die dann auch einstimmig angenommen wird. Die Resolution lautet: Die am 13. Tammus (28. Juni) stattgelfundene Versammlung der religiös gesinnten jüdischen Be־ välkerung von Bratislava protestiert auf das schärfste gegen die neuerlich demonstrativ fortgesetzte öffent־־ liehe Entweihung des Sabbats und die herausfordernde Verletzung der religiösen Gefühle des gesamten jüdis sehen Volkes durch die Veranstaltung von Turnwett־ spielen am Sabbat durch Juden in der Stadt des jüdis sehen Heiligtums Jerusalem und in den anderen jüdis sehen Siedlungen des Heiligen Landes. Die Versammlung erblickt in der Duldung solcher organisierter Sabbatentweihung und anderer Lebensversicherungs-Gesellschaft Illllllllilllll1n1llllllllllllllllllllllllllllllüllllllllll!!lllll! .Gegründet 1882 Gegründet 1882 VerdAerungsbestaiul Ende Juni 1930 2450 Hillionen Shilling Qaiantlemittel Ende 1929 . . ■ . 300 Millionen StMIlng Prämien- und taneinnalunen im Jahre 1929 . ... . . 125% Millionen SAllling Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: , Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polenjugoslawien, Bulgarien, G׳ ieehehjand, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten llllll!lllllllllllllllllllllllll!l!lllllll!₪ öffentlicher Uebertretung des jüdischen Religions* gesetzes durch Vereinigungen und Körperschaften, die sich zum jüdischen Volke zählen, eine empörende Kränkung des gesamten Judentums und fordert 96* fortige und endgültige Remedur.;; Die Versammlung spricht der Agudas Jisroel und dem Waad Hoir Haaschkenasi in Jerusalem und ihrem ehrwürdigen Führer Oberrabbiner Rabbi Chajim Sott־ nemfeld Dank und Anerkennung aus für ,ihren opfers vollen Mut, diesen skandalösen Zuständen zur Wahs rung der Ehre des jüdischen Volkes mit allen Mitteln ein Ende zu bereiten. ל! Nach einer kurzen Auseinandersetzung in Reihen der Versammelten für und gegen die Zulassung eines misrachistischen Zionisten als Diskussionsredner wird die Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen. Die jüdische Lehre im jüdischen Lande. Eine schwere Stunde hat für unser Heiliges Land geschlagen. Jene, die Opfer bringen für den heiligen Aufbau unserer Erde, stoßen immer wieder auf Sch wie« rigkeiten und Enttäuschungen. Die G«tteshand hat uns getroffen und uns auch den Rest unserer/ .hehren Erinnerungen, die Kosel Maarowi, von der die Sch’chirtohf•: , noch nie gewichen, entzogen. Diese heiligen Steine sind: vor unseren; Augen Fremden übergeben, worden. Es ist derzeit unmöglich, auf dem Gebiete des Aufbaues etwas Großes ' zu leisten, selbst.. wenn.■f,die :.,:not,wendiq^jji..,,mä^..■■ **••־*fbriBllen •'Mitei "zuT'Verfügung stünden.' ׳־׳■׳<■ " •י Aus diesem Grunde sind wir; doppelt und vielfach verpflichtet, alle unsere Kräfte anzuspannen und unser Möglichstes auf geistigem Gebiete, auf dem Gebiete der Jugenderziehung zu leisten. In demselben Maße, in denij man uns die Möglichkeit genommen hat, für das Phy« sische zu arbeiten,!in demselben Maße müssen wir für das Geistige schaffen, um der ganzen Welt zu zeigen, daß das orthodoxe Judentum sich nicht aufgegeben hat und auch den schwersten Prüfungen und Versuchungen standhalten - wird, um das Heilige Land zu erhalten. Teure; Glaubensbxüder! Gebt/uns eure Hilfe, jeder nach seinen Verhältnissen, damit y/ir dieses Werk von Not befreien und daß unsere Kinder' nichtan jene Kreise ausgeliefert werden, die glücklich Wären, auch diesen Rest der Religion abwendig zu machen. Möge jeder einzelne, nach Möglichkeit; einen wenn auch noch so kleinen Teil an diesem Werke nehmen und dazu verhelfen, daß der echt jüdische Geist in Erez Jisroel auch für die folgenden Geschlechter er«; halten bleibe. . V Unsere rabbinischen Führer im Heiligen Lande fordern jeden Juden und jede Jüdin, in diesem Jahre dringender als je, ■im Namen der Thora auf, ihren am 17. Tamus und 9. Aw an Speise und Trank ersparten. Geldbetrag dem agudistischen Erziehungswerke in Erez Jisroel zu weihen. Jeder berechne, was er für sich und seine Familie an Speise und Trank für zwei Mahl־ Zeiten verbraucht ,und weihe sein Fasten zur wahr־־ haft heiligen Tat, indem er im Sinne des talmüdischen אגרא דתעגיתא צדקתא diesen Betrag für das orthodoxe. Schulwerk in Erez. Jisroel spendet. Spenden werden engegengenommen im Büro der Agudas Jisroel, II., Leopoldsgasse 16 (A15»4»48־), in der AgudaiZentrale, II., Leopoldsgasse 26, in der Agudas« Jisroel־Jugendgruppe, II., Floßgasse 1, und von unseren Vertrauensmännern. . PalästinasZentrale der Agudas Jisroel für Oesterreich, Postsparkassen«Konto 113.621. Adas Jisroel (Schiffschul) Wien, II., Große Schiffgasse 8 (Kanzlei; II״ Gr, Schiffg. 1) Z. 279/31. ’ Am 24.;Tamus, dem Jahrzeittage nach מו״ה מאיר כאנדי ז״ל Bondi, gelangt ein vom Vorstande der Adas Jisroel gewidmetes Stipendium zur Vergebung. Anspruchs« berechtigt sind Jünglinge, Söhne unbemittelter in Wien wohnhafter Eltern, die an einer ישיבה mit besonderem Fleiße und Erfolge dem Thorastudium obliegen. Bewerber haben ihre ordentlich belegten Gesuche (Bestätigung der ־■ישיבה^!^, Nachweis der Wohnung der Eltern) bis spätestens 23. .Tainus an den Vorstand der Adas Jisroel. Wien, II«, Größe Schiff gasse 1, z\t richten. Modernste Breutperilcken d9r weltbekannten Perllekenwerketütte Wien I, Kärntnerring 6 (jK&ftf&a) Tel. U-41-3-62