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Jüdische Presse · 1931-06-18 · 24 (18.6.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
24 (18.6.1931)
Date
1931-06-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Novinovd v^platnd povolend Mi post « telegfafov v Bratisläve Sfe. 415*" *T*"A Zeitungen vom Verleget versendet. Journal expedle per l’dditetifr. ORGAN fiM MC INTERESSEN ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration*. Wien, II., Leopolds* gasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. A«4994*0־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: ־■'"-־ Mittwoch Mittag > ‘Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschcch# K. 80, Einzelnummer Öst. Gr. 56, das übrigö Ausland 3 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse*, Wien für Oester• reich! Postsparkassenkonto Nr, D-93614; Deutschland! Post• Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien! Postspk.-Aiht Zagreb Nr. 40217; Polen! Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn! Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz! Post« scheckk. Zürich VIII. 4117; tür die Tschechoslowakei! ״JÜ* disehe Presse*, Bratislava, Postspk.-Amt PiSg Konto Nr.53386 ׳■*■•■׳■■ ־■ יי'"' . .׳ Nr. 24 Wien-Bratislava, 18. Juni 1§31 .נ*ה רנא־סרעסבייג ד תמה תיצ׳א " ־— 17. Jahrg. Zur Studienfahrt des Keren Hathoraw nach dem jüdischen Osten. Mit der Einrichtung der ersten Studienfahrt hat die Keren HathorasZentrale einen bedeutsamen Schritt zur geistigen Annäherung der versprengten Teile der Juden* . r _ und <.___ lands gepilgert zu sein, um die geistige Verbundenheit mit den Kulturgütern einer untergegangenen Welt lebendig zu erhalten. v Aber wie Wenigen ,selbst aus dem Kreise der religiösen ■Judenheit des Westens, die unter schwersten Opfern die Tradition der Väter im eigenen Herzen und im Herzen ihrer Kinder zu schützen und zu hegen wissen, ist der Gedanke gekommen, einmal zii den leben* digen Zeugen der eigenen jüdischen Kul־ t it r zu wandern, die in ihrem gesamten Leben die innere Kraft und die äußere Form vergangener Zeiten bewahrt haben. Von Heine rührt der Gedanke her, daß., wenn die Juden das Schicksal ausgestorbener Völker gehabt hätten und nur ganz vereinzelte Reste der einstmalig stolzen Nation in kümmerlichen Winkeln auf der Erde verteilt wären, so manche Forscher und Liebhaber bis an das , Ende der Welt reisen würden, um diese Zeugen des gej* stigen Lebens früherer Jahrtausende an Ort und Stelle kennenzulernen. Aber es ist G*tt sei Dank anders gekommen. In der Tschechoslowakei, in Ungarn, Polen und Litauen gibt es imposante jüdische Siedlungen,, die nicht nur für . den Altertumsforscher, sondern für jeden. der, noch den lebendigen Zusammenhäng mit den jüdischer^.:Jahr|ausen־ den nicht verloren hat, eine Quelle der religiös*sittlichen und geistigen Erneuerung bilden. Die Zentren jüdischen Lebens sollen nun jetzt auf der Studienfahrt all denen gezeigt werden, die sich Jahr um Jahr mühen, ihren Be-• stand zu erhalten. Von Wien aus nimmt die Exkursion ihren Ausgang. Wien, die Stadt mit zweimalhunderttausend . Jehudim ב" א״ף hat heute bekanntlich keine einheitliche, jüdisch* geistige Richtung. Von Polen, Galizien, Böhmen, Mähren und Ungarn her sind die Massen hier eingewandert und haben die Differenziertheit ihres Wesens und Denkens in mancherlei sehenswerten Schöpfungen zum Ausdruck ge־־ bracht. Wien ist nach New York; Warschau und Budapest die größte Judengemeinde der Welt. Wer die reichen Kunstschätze und herrliche Umgebung kennenlernen oder Wiedersehen will, der komme schon einige Tage vor Be* ginn der. Exkursion hieher. Die Wiener Freunde werden . ihr möglichstes tun, damit die Gäste aus aller Welt sich hier wohlfühlen. Von Wien aus führt uns der Weg nach Preß* bürg, in die'Stadt des Chassam, Spfer, dessen geistiges Wirken für alle Ewigkeit in das Buch der Geschichte ein* gezeichnet ist, in das Buch, das ,nicht geschlossen ist. In Preßburg werden die edelsten Traditionen dieses Gaon 1 bis auf den heutigen Tag bewahrt und gepflegt. Der U,renkelverwaltet das Erbe, ein Sohn des Scheweth Sofer, Enkel des Ksaw Sofer. Eine Stunde von Preßburg ent* fernt werden wir Tyrnau sehen, eine Kehillo mit junger Geschichte, aber reicher Gegenwart. Viele Hunderte von Bachurim lernen beim Tyrnauer Raw. Im Vorbeifahren werden wir wohll noch andere Geistesstätten kennenlernen: Galanta und Hunsdorf. Ueber die weltberühmten Bäder Pistyan und Treu* csinsTeplitz führt uns der Weg an die tschechischspol* nische Grenze, eine wunderbare Fahrt, die von hohen Bergen gesäumt wird. Eine kurze Autofahrt durch einen 1000 Meter hohen Paß bringt uns nach Polen, nach.Zakopane. Es ist dies ein weltberühmter Höhenkurort, und das Gebiet wird mit Recht die ״polnische. Schweiz“ ge* nannt. Dem Beschauer, bietet sich ein wunderbares Ge־־ birgsbild, den schönsten schweizerischen Ortschaften ver* gleichbar. Kurze Zeit darauf sind wir in Rabka, wo seit sechs Jahren die Beth Jakob*Kolonie ihr Sommerheim aufgeschlageu hat. Im letzten Jahr waren es über 300 Zog* ' linge des Beth Jakob*Seminars, ,lernende und amtierende Lehrerinnen, die hier von den Strapazen des Jahres ausruhten, aber gleichzeitig im Gemeinschaftsleben päd* agögisqhe Vervollkommnung suchten und fanden, Dieses sommerliche. Treffen war ein glücklicher Gedanke der Beth Jakob־Leitung. In diesem Jahr wird die Teilnehmer־ zahl nur einfc beschränkte sein. Denn die verfügbaren SaSJüSH&vs TCtiVb snöiejüölsc^eS^ule "Boths u.föaujfö(&u&fur%nc1fien. ff . Iflcrftijasse. Mittel mußten größtenteils zur Fertigstellung des Kra* .kauer Beth Jakob*Heims verwendet werden. Nun ist das Haus fertig, und am 15. Aw soll es feierlich, eingeweiht werden. Jahrelang haben sich die leitenden Kräfte von Beth Jakob mit Einsatz ihrer ganzen Arbeitskraft und Energie heiß gemüht,'um {Ueses Haus erstehen zu lassen, um dem Beth Jakob*Gedariken ein eigenes Heim zu geben. Die feierliche Stunde, da diese Sehnsucht Erfüllung finden wird, soll gemeinsam mit den ausländischen Gästen, begangen werden.;־ ... . ... In Krakau, dieser altjüdisch*adeligen Stadt, gibt es aber noch mancherlei Stätten, an denen kein Jehltdi mit historischem Sinn und religiösem Gefühl itnerschüt* tert vorübergehen kann. Da sind die wunderbaren Gebet* Stätten, die sich Krakau geschaffen hat, der Kewer des Remo, zu dem alljährlich, am Lag Beaumer Tausende strömen. (Fortsetzung folgt.) Studienfahrten zu den jüdischen Kulturstatten des Ostens. T. Auf vielfache Anfragen ״teilt die Keren. Hathora* Zentrale hiedurch mit, daß der Preis von $ 40 (D o 11 a r vierzig) per Person sowohl die Kosten der Reise, als auch für Verpflegung, Unterkunft und. die Vi^a* gebühren für die ganze Dauer und Strecke der ^Exkursion beinhaltet. Bei termingemäßer Anmeldung übernimmt die Keren HathorasZentrale die Besorgung des Visums. Für ausländische Teilnehmer, die zur Einreise nach Wien ein österreichisches Visum benötigen, besorgt die Keren HathorasZentrale dieses gleichfalls, jedoch nur bei sofor* tiger Anmeldung. Sofern sich eine genügende Anzahl von Teilnehmern aus Deutschland meldet, kann auch schon, für die Strecke Passau—Wien eine Ermäßigung der Reisekosten durch die Keren HathorasZentrale bei der Bahn* behörde erlangt werden. 1 ■ Spezialbericht der Die Aufgabe des gegenwärtig 7־in Genf• tagenden Vorbereitungskomites für die• Kalenderreform besteht vor allem darin, die von den einzelnen nationalen Kalender* reformkomitees erstatteten Gutachten über die dem Völkerbund vorliegenden iKalenderreformprojekte zu sammeln und in einem Memorandum zu verarbeiten, das der im Herbst dieses Jahres in Genf zusammentretenden 4. Allgemeinen Konferenz׳ für Verkehr und Transit vor* gelegt werden soll. 11 a lien,1 Ungarn und Holland haben sich kategorisch ,g e g e n d i e E i n f ü h r u n g eines Blankotages ausgesprochen. Das polnische Komitee tritt für die Anahme von Plan C (perpetuierlicher Kalen* der von 13 Monaten) ein:! Portugal befürwortet zw.ar die Einführung des 13־Mönäte-Kalenders mit einem Blanko* tag, betont aber gleichzeitig, daß die Bevölkerung, dieses Landes an der Kälendcrreform ziemlich desinteressiert ist: dasselbe ist in England.der Fall, während Frankreich ausdrücklich darauf hinw^e'ist, daß eine Kalenderreform nur bei einmütiger Billigung durch alle Staaten durch* führbar ist. .In den Berichten des französischen, eng־־ lischen, amerikanischen :: ^סח polnischen Komitees wird besonders hervorgehoben^'äaß die. jüdischen Vertreter aufs heftigste gegen jeden Plan opponieren, der die Unter* brechung der Kontinuität der Woche vorsieht. Im ame* rikanischen Bericht wird5 44außerdem mitgeteilt, daß auf eine Anfrage 80 Prozent •$er •evangelischen Pastoren er* klärten, keinen Einwand gegen die Unterbrechung der Kontinuität der Woche zu. erheben. Es muß noch besonders hervörgehoben werden, daß es sich bei allen diesen Gutachten nicht etwa tun ״offizielle Meinungsäußerungen der betreffenden Regierung ׳handelt, sondern bloß um eine Darstellung der Art und;‘־Weise, wie nach der Ansicht der einzelnen' ׳Kalenderreformkomitees die öffentliche Mei* riung ihrer Länder auf die Kalenderreformprojekte reagiert. . /';* . ' Der VorbereitungskQmmission wurde^ nachstehende Resolution vorgelegt, die'von der am 18. und 19. Novem* her 1930 in Chikago abgehaltenen Tagung des Verbandes orthodoxer Rabbiner der Vereinigten Staaten und Kana* das gefaßt und an den Generalsekretär des Völkerbundes geleitet worden ist: Der Verband widersetzt, sich jeder Reform des־ Kalenders, durch' die in irgendeiner Weisere ׳!^!ständig־־ keit des Sabbats beqinträc'htigt werden könnte. In Ueber* einstimmung mit der Ligj|ium Schutze des feststehenden Sabbats, deren Beinühvip&n sich der Verband vom Herzen anschließt, bittet rej den Völkerbund inständigst, sich jedem Plan einer Veä^ifajbung des Kalenders, durch den ein Schalttag eingefühiä‘ werden würde, sowie jedem ■ ■_. i ־ ■ ־ ״Jüdischen Presse“ anderen System, durch daä die gegenwärtige, seit undenk* liehen Zeiten bestehende Periodizität des Sabbats he* seitigt werden würde, zu wide1,setzen.!Der״t Verband be* schließt, je,eine Kopie dieser Resolution dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und dem Völkerbund zu über* mittein. Gleichlautende Resolutionen sind auch von anderen Organisationen eingelaufen. . ' Das Vorbereitende'Komitee, das die Mitglieder des Jüdischen Komitees betreffs der Kalenderreform einzeln zu Worte kommen läßt, hörte am 11. d. M. das Referat des Vertreters der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände Deutschlands, Herrn Rabbi nen.jjlr. Jakob Il'orovitz, an, der dem Vorsitzenden den Danlc-'^für ׳. aus* sprach,, daß er ihm die Gelegenheit gegeben hat, als Mit* glied des Jüdischen Exekutivkomitees betreffs der Ka^ denderreform und als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbändef|$eutschlands, die alle reli* giösen Richtungen des deutschen Judentums umfaßt, hier das Wort zu ergreifen. Dr. Samuel Grünberg, Berlin, Präsident des Weltverbandes für Sabbatschutz, gab vor dem Vorbereiten* den Komitee für Kalenderreform beim Völkerbund eine Erklärung ab, die u. a. besagt: Die Zerstörung der Kon* tinuität der Woche trifft in dem Sabbat das Fundament der jüdischen Religion. Der Sabbat ist der Grundpfeiler des Judentums in allen seinen Schattierungen, er ist eine Grundforderung des sinaitischen Dekalogs und hat als solche seinen festen Platz in der Reihenfolge der Tage er* halten. Wird nun aber durch Einführung von Blankotagen die Zählung der Wochentage unterbrochen, so wechselt der traditionelle Sabbat seinen Platz in der Ordnung der bürgerlichen Woche. Damit würde unheilvolle Verwirrung in die jüdischen Massen hineingetragen und die Sabbat* haltung auf das höchste erschwert. Die aber, die unter E i n I a d u n g ב״ה an die religiöse Judenschaft Wiens zu der VERSAMMLUNG die am Montag, den 22. Juni (7. Tamus) d. J., um 7 Uh! abends, im großen Saal der Agudas*JisroeI*Jugendgruppe Wien, II״ Floßgasse 1, als Protest gegen den aufzeizen; den fortwährenden öffentlichen Chillus Schabbos in Jeru salem stattfindet. Redner: Se, Ehrwürden Üerr Rabbine! Moriz Flesch, Herr Redakteur Schabse Schönfeld. Agudas־JisroeUOrts* und Jugendgruppe. w;״n המוז תרצ׳א W'en Juni 1931. ■ :1־־■■ י•'■ ' . J;; ' Modernste Brautperücken der weltbekannt^ Perflckenwerketätte I, Kärntnerring 6

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