Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 20 (21.5.1931)
- Date
- 1931-05-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 20 JÜDfSÜHR PRESSE Seite 9 •angeknüpft werden, wenn eine auf unzweideutige Grundlagen gestützte Kenntnis der Vorarbeiten die Richtung des Wirkens wie eine Magnetnadel anzeigt und weist. Der Wert geschichtlicher Forschung ist heut* zutage allgemein anerkannt. Allüberall wird für die Erhaltung des Alten Sorge getragen. Man bemüht sich, wie nie zuvor, darum, Lücken in der Ueberlieferung durch alle Mittel wissenschaftlicher Erkenntnisweise auszufüllen. Museen werden errichtet, die das angesammelte Material an Schrift- und anderen Denkmälern der Vergangenheit der Vergessenheit entreißen und der Zukunft bewahren sollen. Gesellschaften werden begründet, deren Aufgabe es ist, Forschern die Möglichkeit zur Aufarbeitung historischen Wissensstoffes zu gewähren. Zeitschriften sammeln die druckfähigen Ergebnisse dieses Forschungseifers. Damit die Arbeit der Historiker jedoch eine feste Grundlage habe, müssen die Vorbedingungen dazu geschaffen werden. Vieles können da die jüdischen Gemeinden tun. Es bedarf da gar nicht eines besonderen Aufwandes oder kostspieliger Einrichtungen. Ein wenig liebevolle Sorgfalt und wohlmeinendes Verständnis für die über den Tag hinaus wirkenden Aufgaben genügt schon vollauf, um sdie einigermaßen wertvollen Aufzeichnungen und Dokumente der Nachwelt zu erhalten. Es würde sich hier vornehmlich um die Protokolle über die Sitzungen der verschiedenen Vertretungskörper innerhalb der Kultusgemeinde handeln, ferner um die Kontrakte über abgeschlossene Rechtsgcschäfte, um Verhandlungsschriften, Personaldokumente und was sonst noch fiir eine spätere Zeit von Interesse und Wichtigkeit sein kann. Die Anlegung eines solchen Archivs kann den Gemeinden, die ja ohnehin zumeist Sekretäre und ähnliche Funktionäre beschäftigen, keine erheblichen Schwierigkeiten machen. In vielen Fällen werden solche Archive auch vor- Fanden sein. Es wird dann nur nötig sein, die bestehenden Archive in gebrauchsfähigen Zustand zu setzen und sie in diesem Zustande zu erhalten. Eine zeitweilige Sichtung, verbunden mit der Ausscheidung des vielleicht wertlos Gewordenen (sogenannte Skalierung) würde die allzugroße Anhäufung des Stoffes verhindern. Von besonderem Vorteil für eine allgemeine und womöglich einheitliche Durchführung wäre es aber, wenn diie jüdischen Gemeinden .in ,ihre Statuten selbst diesbezügliche Anordnungen aufnehmen würden. Denn im Drange der täglichen Geschäfte vergißt man leicht auch an die schönsten Vorsätze und Beschlüsse. Ist aber die Verpflichtung zur Führung derartiger archivalischer Arbeiten statutarisch festgelegt, wird kein :auch nur einigermaßen gewissenhafter Funktionär daran vorübergehen können. Ich habe' mir erlaubt, auf dieses Problem hier aufmerksam zu machen in der Hoffnung, dafür bei unserer, für ihre Intelligenz bekannten Gemeinschaft •das richtige Verständnis zu finden, damit spätere Generationen uns nicht zum Vorwurf machen können, •daß wir uns ein Versäumnis gegen unsere Nachkommen ״haben zuschulden kommen lassen. Gegen die Sonntagsruhe. Sonntag, den 1. Siwan, fand in Bratislava abermals eine Protestversammlung gegen die allgemeine Sonntags« ruhe statt. Die von allen Schichten der sabbathaltenden Bevölkerung gutbesuchte Versammlung wurde diesmal im Saale der Handels« und Gewerbekammer abgehalten und war von der orthodoxen Kultusgemeinde, dem orthodoxen Zentralbureau und der natio־ rialistisch־zionistischen ,,Jüdischen Partei" gemeinsam einberufen. Die Organisationen, in denen vornehm« lieh sich starke Gruppen der Jereim politisch und reli« giös«kulturell konzentrieren und bisher fast alleinstehend programmatisch und praktisch für die Wahrung der :Sabbatinteressen im Vordergründe tätig waren, wie z. B. -die Jüdische Wirtschaftspartei, Partei der orthodoxen Juden in Bratislava und Agudas Jisroel, wurden •ostentativ übergangen. Am Vorstandstisch saßen die Herren Isidor Engel, Heinrich S t a h 1 e r, Siegmund Weisz, Singer, Dr. Bela Beer, Friedrich Adler und Abgeordneter Dr. Julius R e i s z. Herr Isidor Engel eröffnet die Versammlung und bemängelt, daß weder der Bürgermeister der Stadt noch die Stadtväter an der Protestversammlung teilnehmen. Herr Stahler berichtet, daß nunmehr das Handelsgremium einstimmig be־ schlossen habe, für die sabbathaltenden Kaufleute ausnahmsweise Erleichterungen von der Sonntagsruhe zu verlangen. Herr S. Weisz sprach im Namen der sabbat« haltenden kaufmännischen Angestellten, die sich nun« mehr unter dem Drucke des Sonntagsruhegesetzes eben־ falls organisieren wollen. Herr Singer berichtet über seinen Aufenthalt in Prag, wo er sich überzeugt habe, daß sowohl die orthodoxe Landeskanzlei als auch be« sonders die ״Jüdische Partei" und namentlich in auf־ opfernder Weise ihr Abgeordneter Dr. Singer nebst Dr. Reisz ihre Pflicht gegen den Sabbat in vollem Maße erfüllt hatten, und beantragt; sowohl der orthodoxen Landeskanzlei als auch der Gemeindeleitung wie den Abgeordneten der ״Jüdischen Partei“ Dank zu votieren. Vorsitzender Herr Engel wünscht dieses Dankesvotum bis zur Erreichung eines Erfolges zurückzustellen. Herr Friedrich Adler bekundet, daß diejenigen, die infolge der Sonntagsruhe neuerdings ihre Geschäfte am Sabbat öffneten, dadurch nicht wesentlich profitiert haben und daß die sabbathaltenden Arbeitgeber trotz der schwierigen Lage entschlossen seien, ihre Angestellten nicht zu ent« lassen. Herr Dr. .Beer betont die juridische Unzuläng« lichkeit und die Verfassungswidrigkeit der neuen Sonn־ tagsruheverordnung. Zum Schlüsse spricht Abgeordneter Dr. Julius Reiß in ekstatischer Begeisterung über die Heiligkeit des Sabbats, berichtet, daß seine Partei in der Nove Zamkyer Sitzung beschlossen habe, ihren ganzen Einfluß für die Wünsche der sabbathaltenden Juden ein« zusetzen, und bittet, mit der Durchsetzung der diesbezüg* liehen Forderungen die ״Jüdische Partei" zu betrauen. Die verlesene Protestresolution wurde darauf von der Versammlung einstimmig angenommen. Rabbiner-Installation und Synagogen-Umgesfaltung in Senica n. M. Aus Senica nad Myjavbtt berichtet man uns: Ein bedeutsamer *Fortschritt auf dem Gebiete der wahren Gesetzestreue ist dieser Tage in unserer Kultusgemeinde durchgeführt worden. Als vor 65 Jahren unsere Synagoge erbaut wurde, war in unserer Gemeinde eine sehr moderne Strömung vorherrschend. Die seinerzeitigen Führer der Gemeinde wollten den Almemor mit dem עמוד verbunden vor dem ארה״ה placieren. Die Jereim wollten diese Neuerung durchaus nicht zugeben. Nach langen Auseinandersetzungen kam ein Kompromiß zu־ stände in der Weise, daß der עמיד separiert und der Almemor in der Nähe des ארה״ק ohne Zwischenbank an־ gebracht wurde. Als nun unsere Gemeinde vor zwei Jah« fen sich der orthodoxen .Landesorganisation anschloß, regte sich bei vielen Mitgliedern der Gemeinde der Wunsch, den Almemor, wie dies in allen orthodoxen Ge« meinden der Fall ist, mehr gegen die Mitte zu rücken. Dieser Bewegung sich anschließend, berief Herr Präses Felix Schönfeld für den 23. April 1. j. eine Repräsentantensitzung, in welcher einstimmig beschlossen wurde, um allen Anforderungen der konservativen בע״ב zu ent« sprechen, den Almemor um zirka 130 Zentimeter zurück« zurücken. Zu diesem Zwecke war für den 10. d. M. eine Generalversammlung einberufen, die zu entscheiden hatte, ob sie den Beschluß der Repräsentanz gutheißt. Nach Eröffnung dieser zahlreich besuchten Generalver־ Sammlung erörterte Präses Herr Schönfeld ein־ gehend die große Wichtigkeit dieses Gegenstandes, woraufhin der Beschluß der Repräsentanz mit großer Majorität und aufrichtiger Begeisterung angenommen wurde. Bemerkenswert ist, daß die Kosten dieser Umge* staltung einige prominente Mitglieder unserer Gemeinde decken werden. Auch werden derzeit in unserer Gemeinde große Vorbereitungen getroffen zur bevorstehenden Installation unseres neugewählten Rabbiners, des ehrw. Herrn Ober« rabbiners Alexander Weiß aus Rete, die א״יךן am 2• Juni ג* פ׳ בהעלותך stattfinden wird. Aguclaversammlungen in der Slowakei. Wolf S. Jacobson in Surany. Aus S u r a ti y schreibt man uns: Am 5. Mai weilte Herr Wolf S. Jacobson aus Hamburg bei uns. Nach dem Maariw#Gebet ver« sammelten sich die Mitglieder der Agudas«Jisroel־Jugend« un^. Ortsgruppe und die Bachurim der Jeschiwa im BethsHamidrasch. Im dichtgefüllten Saale begrüßte Herr Geza W ö 11 n e r, Präses der Jugendgruppe, den Gast. Dieser referierte darauf in meisterhafter und lehrreicher Weise über die Ziele der Agudas Jisroel. Sein Vortrag I machte auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck. Präses der Ortsgruppe, Herr Ludwig G r ü n w a 1 d, dankte dem Redner in geistreichen Worten für den Genuß, den er uns bereitete. Wolf S. Jacobson in Kosice. Man berichtet uns aus ן Kosice: Auf seiner Reise zum Besuche der Aguda« Gruppen in der Slowakei hielt sich Herr Wolf S. Jacob« s o n zweimal auch in Kosice auf. Das erstemal, am Sonntag vormittag, galt sein Unständiger Besuch unserem ehrw. Herrn Oberrabbiner Brach, der ihn auf das freundlichste empfing und mit ihm die Möglichkeiten und die Zweckmäßigkeit einer organisierten Aguda«Arbeit in Kosice in der wohlwollendsten Art besprach. Darauf fand im Hause des früheren langjährigen Gemeinde« präses und bekanntlich eines der ersten erklärten Aguda־ )Anhänger in der Slowakei, Herrn Simon Scharmann, im engeren Kreise bei Anwesenheit der Herren Simon Ehrlich, H. Schweid, G. Rottenberg, Goldstein u. a. eine Besprechung statt. Man kam überein, zunächst mit Zu־ Stimmung des ehrw. Herrn Oberrabbiners die Gründung einer orthodoxen Mädchenerziehungsanstalt (Beth Jakob) nach den bewährten Grundsätzen der Agudas Jisroel in Aussicht zu nehmen und die Vorarbeiten hiefür zu beginnen. Am Montag abend war Herr Jacobson abermals in Kosice. In der Eile wurde eine große öffentliche Ver« Sammlung in den Sternsaal einberufen. Aus allen Schichten der orthodoxen Bevölkerung war jung und alt herbeigeeilt, um seinen Vortrag über das Thema ״Der orthodoxe Klal«Jisroel“ anzuhören. Der Saal war vollbesetzt. Um die Vorbereitungen machten sich die Mitglieder des eifrigen Jugendvereins ״Bne Emunim“ verdient. Seinem Thema entsprechend, ging der Redner von der selbständigen orthodoxen Gemeinde aus und wies in seiner bekannten meisterhaften Weise die Be« deutung des organisierten orthodoxen Klal Jisroel nach. Den Gedanken dieses thoratreuen Klal vertrete die Agudas Jisroel, deren Entstehung, Entwicklung und Tätigkeit der Redner im einzelnen schilderte, um schließ־ lieh bei den Aktionen der orthodoxen Frauenbewegung zur Verstärkung und Vertiefung der orthodoxen M'äd« chenerziehung durch ein Netz von zweckentsprechenden Bethsjakow ־Sch Ulen in Überzeugetiden längeren Ausführungen zu verweilen. Der zweistündige Vortrag erweiterte —> ohne im engeren Sinne eine Propagandarede zu sein — den Blick; der Zuhörer für die großen Aufgaben einer zielbewußten Orthodoxie und erntete da« durch allgemeinen Beifall. Ostslowakischer Aguda־Jugendtag in PreSov. Sonn־ tag, den 23. Ijar, veranstaltete die Agudassjisroel־ Jugendorganisation eine Zusammenkunft der agudisti« sehen orthodoxen Jugend aus der Ostslowakei.' Der Tagung ging am מוש״ק eine öffentliche Versammlung im großen Saale des Kollegiums voran, bei wekh.cr Herr Wolf S. Jacobson aus Hamburg einen glänzenden, mit begeistertem Beifall aufgenommenen Vortrag hielt. Die Versammlung wurde von Herrn Nandor Herz er« , öffnet. Flerr Gemeindepräses Kommerzialrat Ludwig I P r e i ß begrüßte den Redner mit einer herzlichen An־ spräche im Namen der orthodoxen Gemeinde. Zum Schlüsse dankte Herr Samuel Reiner d.em Redner für seine lichtvollen Ausführungen. Bei der Jugendtagung waren die Orte Pre§ov, Kosice, Stropkov, Munkac, Mi« chalovce, Sebes u. a. m. vertreten. Herr Licht, Präses der Jugendgruppe, begrüßte die Erschienenen. Als erster Redner ergriff Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner La 1t das Wort. Er bekannte sich zur Aguda und erklärte den I Anschluß der gesammten, zur Thora vorbehaltlos treu I haltenden Jugend an die Agudas«Jisroel«Jugendorganisa- I tion aus erziehe1־isch־religiösen und praktischen Gründen I für eine unabweisliche Notwendigkeit. Herr Jacobson I erntete mit seiner einleitenden Rede mächtigen Beifall. I Herr S. Reiner begründete einleuchtend seinen in den I Jugendblättern veröffentlichten Antrag. Herr L i s« I sauer־ Michalovce ־ erwies sich als verständnisvoller I Agudist und eindrucksvoller Redner. In der Debatte über I die nunmehr intensiv zu betreibende organisatorische I orthodoxe Jugendarbeit in der Ostslowakei ergriffen I Herr E h r 1 i c h - Koäice namens des dortigen Jugend1 ־ 1 Vereins ״Bne Emunim" und andere das Wort, und man kam dahin überein, daß möglichst in allen Gemeinden, wo jugendgrttppen noch nicht bestehen, — seltstver« ständlich immer mit Zustimmung des א *| fl ף. א ד א Ö nunmehr solche gegründet werden sollen, die dann ge« meinsam mit den anderen orthodoxen Vereinen, sofern sie sich gegen Zionisten und Zionismus grundsätzlich ablehnend verhalten, mittels eines positiven Ar« beitsprogramms für die Pflege der Thoratreue Und dadurch auch zur wirksamen Ab« wehr der zionistischen und misrachistischen Schleich־ agitation in der Ostslowakei tätig sein sollen. Auch wird von Weiterdenkenden innerhalb der Aguda-Jugend־ gruppen die Schaffung von 01im«Sektionen zur Durch« dringung der Mitglieder mit vertieftem Agudageist in Aussicht genommen. Rabbi Samuel *Donath צ״ל?♦ Zwei Tage nach Vollendung seines 70. Lebens« jahres schied eine markante Persönlichkeit der Bratis־ lavaer jüdischen Gemeinde aus dem Leben, deren Wirken noch lange in der jüdischen Bevölkerung fortleben wird. Rabbi Samuel Donath צ״ל? ist nach langem schweren Leiden, das ihn im letzten Jahre zeitweilig wochenlang ans Bett fesselte, in der 47. Omernacht zu seinem Schöpfer abberufen worden. Er war weit über die Grenzen unseres Landes als pflichtbewußter Rabbiner, geistreicher Maggid und ת״ח גדול als aufopfernder Vater und gutherziger Mensch bekannt, und hat nicht wenig zu dem Ruhme der Preßburger Gemeinde beigetragen. Von Nitra stammend, genoß der Heimgegangene schon früh als Schüler des שבטסלפרזצ״ל einen guten Namen. Er wurde Schwiegersohn des allverehrten ש לחט von Preßbttrg, Rabbi Amram Kurzweil זצ״ל und fand hier bald auch ein reiches Betätigungsfeld für sein großes Wissen und seine hervorragende rednerische Begabung. Viele Jahre war er Lehrer der ת״ת und in mehreren Vereinen wirkte er jahrzehntelang als Vereinsrabbiner (in seinen Verträgen mit diesen Vereinen wollte er bescheiden nur als Vorbeter gelten) und lehrte seine Zu« hörer schlicht und gerade die Wege der . Als offizieller ״Sapdon“ der Chewra Kadischa sah er sich oft vor die schwierige jüdische Aufgabe des את כל fl הלי אדסלכףזט׳ת gestellt, aber er verstand es in seiner dis« kreten Klugheit, sich auch dieser Aufgabe mit Fein« gefühl und Takt zu entledigen. Niemals fehlten in seinen berühmten, variationsreichen Nachrufen eindringliche Mussarworte und T'schuwoh־Ermahnungen an die Hinterbliebenen; begeisterte Worte tiefster Ergriffenheit ׳ fand er aber, wenn an ihn die Pflicht herantrat, im Namen der Gesamtheit von dahingeschiedenen Trägern der תוה״ק und ihren treuen Verwirklichern Abschied zu nehmen. Seine über das gewöhnliche Maß hinausgehende fürsorgende Liebe zu seinen Kindern ist sprichwörtlich geworden. Einige seiner Söhne wirken im In- und Aus« lande als strebsame Rabbiner für תלדה ויראה• Seine Töchter verheiratete er an Bne Thora, die ihren Weg redlich durchs Leben suchen. So hat er sich denn ein Ruhmesblatt in der Geschichte der Preßburger Juden« Schaft gesichert. In seinem Testamente verbat er sich große Teilnahme an seiner ךןלןוי׳ am 3. Siwan bewies jeden Hesped. Außer den ergreifenden Reden seiner Söhne hörte man deshalb auch nur die wenigen Ab« schiedsworte, die Herr Rabbiner Hirschler im Namen der Chewra Kadischa ihm widmete. Die außergewöhnlich jedoch, daß sein Andenken im Herzen aller zum Segen fort wirkt .זכר צדיק לברכה ׳Masaryk und das Judentum hanemif isädi das Buch, dessen Ensch einen!kn Inseratenteil )unserer heutigen Nummer a.n1gek1ü1n!dii1g!t wird. Der Titel dieses sicherlich b׳edou׳tun1gs1v׳olle1n Wierllces in der r-eichlhatltigen Mais'aryk- Literatur!spricht :schon aus, was nicht pur!unter Juden, sondern in allen Kreisen, die den ragenden Personlichkeiten der Geganiwiart!Beachtung‘ schenken, düngsterkanntes Bedürfnis!geworden ist. Die (große Gedankenweit Masaryiks, die zu allem, was mensdilidies Wollen und Handel in unserer Zeit herv-orbrachte, irgend eine Beziehung igeliunden hat,!ging selbstverständlich an dem jüdischen Volk 1un!d an dem Phänomen der Jüdischen Geistigkeit nidit achtlos vorbei. Juden und Judentum bilden solchergestalt!einen!Baustein in seiner Walt und in seiner iliterarischon nncl politischen iSdiiöpIfiuug. Seine Beziehung־!und!sein inneres Verhältnis zum Judentum nicht zu kennen, hieße Masaryk nidit ganz au kennen nncl!sein Bilcl als Torso vor sich zu haben. Die ״Mars“- Verlagsgesellschaft 111. b. II. in! Prag entsprddit daher einem tatsächlichen Bedürfnis,!wenn eis jetzt in!einem auf wissenschaftlicher Grundlage gearbeiteten Summe,1werke die Persönlichkeit Masaryiks in ihrer speziellen Beziehung zu Juden lunid Judentum in wiürdig'er Weise zur Darstellung;gelangen läßt.!Auf die Gediegenheit des Uiitemiehineus u-u!d auf den Erni&t, mit dem bei der Bearibeitutiig des Werkes vorgeganigen wurde, deutet auch die Tatsache hin, daß mit seiner Heraiusigaibe Doktor E!1• n st Ryc 111!n o v 6 k y, der bekannte Biograph Masaryiks;,!betraut wurde.!Seine Masa 1• yk-Biographie ist ausreichend Gewähr dulßiir, daß das, was in diesem Buche Über ״)Masaryk;und das Judentum“ aus der Gedahkenwelt!und der palitisdion ׳Arbeit Masaryiks — wie z. B. sein unvergeßliches Eingreifen in den bekannten Mil&ner-׳Prozeß — erzählt!wird, gutfundierte historische Facta sind, die van einem Stabe berufener Mitarbeiter wissenschaftlich geprüft und zur Darstellung gebracht wurden. Für die jüdisch ein Leser!wird dieses Weik, das mit reichem Bildermateriail ausgestattet ist, eine sehr willkommene geistige Bereicherung bilden lunid in der Tat ein ״Denkmal der Dankbarkeit der Juden“ in allen Herzen bleiben. _ Bei Unwohlsein ist das natürliche ״Franz-Jose!“- Bitterwasser ein angenehm wirkendes Hausmittel, die Beschwerden erheblich .zu verringere zumal!oft schon kleine Mengen sicher ׳nützen. Zuschriften van Frauenärztaii loben igleidulautend die recht milcle Wiikungsweise des Franz-Josef-Wassers, clie sich für den zarten Körperbau das Weibes ganz vorzüglich eignet,, In allen Apotheken, Drogerien und Mineraiwasserhancllungen erhältlidt. FC•!*!© bei isr. Familie im Preßburger Gebirge für größeren Knaben oder Mäddien. Gefl. Zuschriften unter ״Pädagoge“ an die Bratislavaer Administration.