Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 19 (15.5.1931)
- Date
- 1931-05-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 JÜDISCHEPRESSE Seite 5 £legieren heißt man das Ausklauben minder* wertiger Bohnen aus dem Kaffee. Bei ״Meinl“ wird mit besonderer Sorgfalt daraut geachtet, daß keine minderwertige Bohne im Kaffee bleibt. Meinl-Kaffee ist ein ausgewähltes Produkt im wahrsten Sinne des Wortes. Bitte, machen Sie einen Versuch 1 Julius Meinl Kaffee• and Tee• Import. K 4 Ausflug der Talmud-Thora-Hauptschule nach Eisenstadt, Dienstag־, den 14. April, unternahm die Talmud- Thora-Hauptschule einen Besuch der nltrhrwiirdigen Gemeinde Eisenstadt. nachdem Herr Lehrer Eisenberg mit einem Komitee dortsclbst das Programm •vereinbart batte. Der Himmel über der Stadt, der sichtlich im Zweifel war, wie er sich zur Invasion verhalten sollte, zeigte sich mit einem nassen mul einem heiteren Auge und ergänzte den frostigen Empfang durch zeitweise Regen- und Hagelschauer und dazwischen Schneeböen. Um so sympathischer wirkte aber ׳der Empfang am Bahnhofe durch Herrn Direktor Buchsbaum. Er führte die Besucher am Haydn-Hause und dem herrlichen Schlosse des Fürsten Esterhazy vorbei zum Ghetto. Am Tore desselben die "Vorrichtung für die Kette, mit der vom Beginn bis zum Ausgange des Sabbats der Wagenverkehr abgehalten wird. Nun folgte die Besichtigung des Museums, ln der jüdischen Abteilung sprach Herr Hirschler mit so beredtem Munde über jedes Stück, daß die Schüler sich davon gar nicht trennen konnten. Im schönen Tempel, der bereits hundert Jahre zählt, zeigte Herr Oberlehrer Gero die prachtvolle Sammlung von Vorhängen und kostbaren Tempelgeräten, durchaus Stücken, die mehrere hundert Jahre alt sind. Den Ab- Schluß des Programms bildete der Besuch der Wolfsehen Kellereien. Vortrag Eva Landsberg. Montag, den 18. d., um 8 Uhr abends, findet im Turnsaal der Schule, II., Malz־ gasse 16. eine Vollversammlung der Elternschaft statt, bei welcher Frl. Eva Landsberg das Hauptreferat halten wird. Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israelitischer Konfession, . Wien, I!L, 'Ferclinaind:str׳afie 19. Die .zunehmende wirtschaftliche Krise bringt dem Verein ununterbrochen neue Anforderungen. Wenn wir auch nicht so helfen können, um der großen Not zu steuern, so .bemühen־ w!ir uns mit den,!uns zur Verfügung stehenden Mitteln, jederzeit unseren Schützlingen mit Kleidern,!Geld und anderen!Erfordernissen ׳beizustehen. WÜr beabsichtigen, :in einer am 18. Mai d. J. u.m halb 7 ■Uhr abends;im ׳Sltzungsisaale der israeliitisehen Kultusgemeiude stattfindenden Versammlung einen genauen Tätigkeitsbericht zu erstatten, aus welchen ersehen werden soll, daß unser Verein; in Wien notwendig ist, da gerade die alten jüdischen Männer in• ihrer Verschämtheit unbeholfen •sind, weil die große Menge, wie die Erfahrung ergibt, für Kinclerfünsorge oder für alte Frauen und Witwen viel mehr Empfinden hat, und dadurch Männer, welche in ihrem hohen Alter mit allerlei •Brestbaftigkeit oder gar!Siechtum behaftet sind, nur selten bedenkt. Der derzeitige Vorstand des Vereines, an dessen! Spitze!Herr Dr. Elias Münz steht, wendet sich an ׳die große Oeffentlichkeit, damit dem Vereinsvorstautle Beihilfen, Geld oder alte Kleider, Wäsche 11, dgl. für .seiine Schützlinge in reich- ..lieberem Maße zukommen, und hofft, daß die geschätzten jüdischen Glaubensb rüder und -Schwestern der armen Greise mit einer Spende gedenken werden. R. K. Das österreichische Abrüstüngskomitee veranstaltet am Montag, den 18. Mai 1931, >8־־ Uhr abends im Hotel Continental, TI., Taborstraße 2, eine große Ver־ Sammlung. Ueber das Thema: ״Was verlangen wir von der Abrüstungskonferenz“ werden sprechen: Dr. Karl Renner, Präsident des Nationalrates, Prof. Dr. Karl Drexler, Nationalrat. Frau Direktor Mathilde Hanzel für die Arbeitsgemeinschaft der Friedensvereine. Beth-Jakob-Ferienkurse im Sommer 1931 (5691). Die Leitung von Beth Jakob veranstaltet heuer erstmalig gemeinsam mit den Frauen־ und Mädchengruppen der Agudas Jisroel in;der Slowakei eine Ferienkolonie in Sobor bei Neutra. Der Ort liegt in den Kleinen Karpathen in herrlicher, gesunder Gegend, Die Ferienkurse dauern vom 6. Juli bis 31. August. Ihr Zweck ist, den Teilnehmerinnen neben der körperlichen Kräftigung und Erholung in der schönen Landschaft einige Wochen jüdisches Gemeinschaftsleben und Gelegenheit zur Erweiterung des jüdischen Wissens zu bieten. Es wind Unterricht in Dinim, Tefilloh, Pirke Owaus, Biblische Geschichte usw. erteilt, und zwar in drei Kursen: I. Ferienfortbildungskurs der Wiener Beth־Jakob־ Lehrerinnenbildungsanstalt; II. Kurse für Vierzehn־ bis Sechzehnjährige; III. Kurse für Frauen;und Mädchen von sechzehn Jahren aufwärts. Anmeldungen sind bis spätestens 1. Juni an die Beth־Jakob־Zentrale, Wien, II., Leopoldsgasse 26, zu richten, woselbst auch alle Auskünfte eingeholt werden können. Beth־Jakob־ZentraIe, Wien. Bei Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, gestönteini Schlaf, scilil-ectlitej.* ׳Laiane, ,gereizter Stimmung greife man .sog.lclc.li zu dem altbewährten ״Franz-Josef”- Bittammsser. Berichte von Obemrztoii in Heilauiistalten für ,Magen- ׳und Darmkrainkiheiteii bet 011011, daß das Fiauz-Josel-Waiiser ein •ganz vorzüglich winkender;, natürliches Abführmittel ist. ln allen •Apotheken, Ovo,gelien ׳und Mineralwa.sseiliaiidhiiigen erhältlich. |T schechoslo w a MM■■■■*■■■■«■■■■■■■■■■■■■■■!■■■»■!■•” Nachträgliches zur Boskowitzer Gedenkfeier. ln der iPessnohn ummer brachten wir Bericht über die Ge-׳ einen uns Fiiilhr liehen 123. Jahrzeits-׳ d-enkfeier. die <111.1 äßilicli das in זצ״ל “Mnclizi.s I lasoliekel״ tfüges das 1B ()!skoiw.itz veraiiistailtet wunde. Unser Bericiliterstuttev betrachtete die einzelnen prüfendem Blick׳ Phasen dieser Feier mit ei!ndm1ck!schmerz-׳t׳a:m׳und ließ 111 ran Gos •erfüllt libe.r den allgemeinen!Niedergang der eclitjüicliiscllien iReMigloeiität in de,11 alten jiidi-!sehen Gemeinden!Mährens auf sich :wirken. ,!Die Gemeind 01 eit,ung von Bosikowilz findet selbst ver-.׳ — daß der Berichterstatter ,liio'bci׳ stündlich ohne jede .übelwollende ,Absicht — ihrem uml besonders!ihres ehnv. Herrn Rabbiners gutem Willen nicht in voll0111 Maße!gerecht!ward iimd ersucht iwiis n,rn die Y crüififentlieh ung 11101• lmcihifoigenden ,Richtigdiesem Wunsche gern׳ geben׳ isteliliiiuiig. Wir statt ■11 nd halten mit der!Erfüllung des die Angelegenheit für שמוע בין אחיכם ,,erledigt. 1D!ie!Redaktion .1931 Boss ko w i t z. den 7. April׳ בע״ר. נ״!Sehr!geehrter ,Herr iRcdakteur! Pessnohiuninmer Ihres :geschätzten;Blattes׳ 111!der׳ -125. Jalhtizeits׳ ein!Bericht über die!Feier Idos׳ ,erschien Boislkoiwiitz.׳ Ingas des iMaChzis iHasChelkel 1in׳ erieht hat den!wiirkiliichcMi Verlauf der׳!Dieser 1B Leser׳ igroßa.rtigeii!Feier entstellt, so ,daß Ihre igesChätizteii :sieh kein richtiges Bild über die wahrhaft jüdische!Knier imiChan!können. 1111 Interesse der Wahrheit ersuch011 w;ir Sie, in zu ׳Ihrem w. Blatte Raum für diese Richtigstellung ,gaben, 0!w1i,tz hat unter׳k׳Oie jüdische!Bevölkerung in 1B0is Führung Seiner Ehrwiirclen, Herrn Rabbiner Isidor צדיק זצ״ל versucht, das An!denken dieses נ׳יי ,Reich es iclais ischiliuimiineruide jüdische ,Gefühl׳ so ,zu feiern, daß Aufba/utütiiglkeit «!nsiparno.׳ wecke!und es izur jüdischen adinnig.)׳(Siehe!Einl werden,!daß!dieser Vor-׳ t׳festigest el!l׳ Objektiv ■muß i'tueih gelungen 1i!st,!denn diese Gedenikfeier!willrde ans l;m1,bms-׳te1i.״ ein Erlelbnis, dem!keiner der ,Anwesenden los“ gegenübergestaiKleii ist. Den iM.ittel'piu.iiikt der 1 Feier bildete der Hcspcd des der in hervor,ragen,der , נ״י llernn iRabllxine!• Isidor!Reich Neu- ־9011.1 Weise nasführte., daß die einizdgc iMögliiclhikcit bolidbung idcvs Jadeatnims bierziiluiiide sei, imde.tn wir Als״ .k1gre.if,e111 auf ,die 1araltcuj Waffen der;Aibncn׳׳zav(iic der ■I l.irtenlkniabe!David einist dem!Riesen!Goliath gegenül!erstund, da rüstete ■er sieh,!zum. 1Ka11n!pfe. Nahm aber ויקה -מקלו בידי kein• Schwert!and keine Lanze, sondern 1 ח מ ש חלוקי אבני□ m selinen Stab!zun• iHanid׳(11nll Steine. ,So trat er;dam (Riesen entgegen.׳ 11.111(1 fünf glatte׳ Seit JalhiidaiuiSiemden steht der illirtoinikmalbe, das!jüdische Zeitgeiist, •gegenüber׳ ädl1'tigen1׳Volk, dem (Riesen,!dem 1m 11,11111 niiiiscre!Almen hatten keine anderen Waffen, als!in אמונה des iGilanlbeins, die׳ den Stab׳ ■der ein,eil I lan,cl glatten Steine,!das sind die׳ in der anderen!die fünf׳ und welche die Grundlage des יחמשה חומשי תורה נ״י Judentums, luiinseros Seins, bilden.“ Herr (Rulblbine.r hob .!hervor, daß ,man aiaf diese Waffen ziarückg,reifen miuß, damit es gelinge,!das Judentum neu zu.!beleben.!Der!Sinn!dev illeide wurde in idem Berichte, wie wiiedergegebei),׳ also izu ersehen ist, um richtig Herr׳ Der 1Ber,ichte11s;tatte.r hat iverisohiwiegon, daß an seiner großamigelegten 3led!c die •ur- ניר Rabbiner alten Schätze des Judentums: seinen Glauben, die 5011.1•!Grundlage seines ,תורה sein Wissen, ,die; אמונה flcsipecl •gemacht lha:t. Der ,Benichterstatter hat vcMisdiiWiiegcn, daß ■eben hervoiigohoben hat, daß ein-! נ״ו .Herr!Rabbiner ,Reich ziig lind allein der Simm des Jiiiidentiuuns In iseiiiom Willen zur Tat liegt. Wenn!der!Berichterstatter die Verunstaltung einer Di verurteilt,!ist!folgendes zu loiitgeginen: Es ע ו ד ה nicht naur (der hiesigen, ,sondern׳ תקנה ist eine!uralte durch welche uns ,die Ver-׳ ,חכירות קדישות aller gerade •au.v Pflicht •gemacht. סעודה anstatt mag einer wird. der׳ Diesmal aber fiel die besondere Beiden taug u, Illen Gästen die Möglichkeit zu geben,«• סעודה streng 1koscher, mintev!Aufsicht ,des iRaibbiuats, zulbereitete Speisen •5011 verabveiclhen. Gerade ,mit!Rücksicht amf die herrschende!wirtsi ,besah ei-׳das Mahl in den mög!kh׳ Not!war׳ schalt liehe ,denen ‘Grenzen geballten war voll großer jüdisch-• סעודה של מצוה Die׳ aehern!haben .zu er-׳־p1׳moralischer ,Bedeutung, die ,An1s kennen gegeben, wie alle Kreise nuir ,den ,einen Wunsch hat סעודה liegen, das jüdische .Leiben iziu!heben. Die auch einen tiefen, nachhaltigen Eindruck ,hei den Anwesenden hLnferlasison.' hiieror tilgen Verhältnissen ver-׳ der ,mit den ״Jeder traut ist, und jeder, der umvoireingenioamneu!der eindmioksvollen!Feier beiwohnte,'!wird die in!clean!Berichte eisen,׳v\׳g zurüok׳11׳tiu׳autsge.führten An würfe mrit iEntrüis Gemeinde ,in ,Boisikowitz ,uiiclit!hindern׳ die!die jüdische werden, amf denn Wege;zuir Noiibolebiiiuig des!wahrhaften zu der׳ ,schreiten׳ überlieferten Judentums vninväi'ts!zu erbitten. הקב״ח w,L1• die Hilfe!des unserem!Ehr würdigen׳ ,Wir ifiUileu uaus;veripfMchtet Ile rnn Ralhlbiner dafür zu danken, daß er (uns amf diesem Wege!führt. tUmi Uhren iRaimn nicht allzu sehr in Anspnuch ziu nur!auf!das Wesentliche in׳ nehmen, haben iwir uns •unseren lAuisführnugen beschränkt imilcl daniken Ihnen Entgegenkommen mit der Ver- ־im vorhinein für llu öffentiioh111!ng. 110 d 1a cht'Uiigsv'oll Der Vorstand der lsr. Kultusgemeinde in Boskowitz: Ignaz Pollak m. p., Karl Brüll, Kultusrat m. p., Felix Ungar m. p., Herrn. Tauber, Kultusrat m, p. i!■■■■■■MMMBMMMMMMMMMMM■■^ Agudistische Gäste in Bratislava. Letzten ש״פ 0׳ אמיר durften die Agudisten Bratislavas zwei hervorragende Gäste aus Deutschland in ihrer Mitte begrüßen. Herr Rabbiner Dr. A. Klein aus Nürnberg,, der sich in Bratislava noch von seiner Jcschiwa-Zeit her und infolge seines segensreichen Wirkens in Deutschland des besten Rufes eines ת״ח גדול und Ubcrzeugungstreuen Kämpfers für orthodoxes Judentum erfreut, weilte auf seiner Durchreise nach Nitra als Gast des Herrn Jakob Katz über Schabbos in Bratislava. Auch Herr Wolf S. Jacobson m1.s Hambürg. Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel, der sieh derzeit auf einer Propagandatourtiec in der Slowakei befindet und sich über Schabbos in Bratislava auFhiclt. war als Gast der Aguclnjugend Gegenstand liebevoller Aufmerksamkeit. Am Nachmittag veranstaltete die Jugendgruppc in ihrem Heime eine S’udoh Schelischis zu ihren Ehren, an der außer den Mitgliedern der Jugendgruppe auch Herr Rabbiner Simon Hirschler und andere Gäste teilnahmen. S’tniros und Reden wechselten miteinander •ab und weckten in den Herzen aller Anwesenden eine echt agudistische Stimmung, getragen von Begeisterung für die Ideale des orthodoxen Judentums. Herr Jacobson richtete zunächst mit glänzender rednerischer Begabung eine zünelende Ansprache an die Jugend, ihr das Wesen agudistischeu jüdischen Strebens an der Hand der bisher in Deutschland und in anderen ,Ländern erreichten Erfolg(' erläuternd und ihren Sinn weckend für das Große, das für Thora-Judentum im Gesamtjudentum noch zu leisten wäre. Nach den Begriißungsworteu des Herrn Max Weisz an die auswärtigen Gäste und an den wieder- .genesenen.,Dozenten der Jugendgruppc, Herrn Rabbiner Hirschler, ergriff über allgemeines Verlangen Herr Rabbiner Dr. Klein das Wort. Ankniipfend an Reni.iniszenzen ans ,seiner Preßburger Jugendzeit, erfreute der Redner seine Zuhörer mit geistreichen und tief- .schürfenden י דברי הורה die wie Schlaglichter in clic großen Fragen des Judentums von heute hineinleuchten. Er entwirft ein getreues Bild von dem Aufschwung, den die Thoratreue in bestorthodoxem Sinne — trotz aller Ungunst der Zeiten — besonders in der jungen Generation in Deutschland aufzuwciseri hat. Dieser Aufschwung. obgleich von weitblickenden und rastlos arbeitenden Führern vorbereitet, wäre nach menschlichem Ermessen o 11 11 e die 1 e b e n w e c k o n d e, b egeisternde Tätigkeit der Agudas. Jisroel gar nicht denkbar gewesen. Er sei iiberzeaigt, daß auch hier und in allen ehemaligen ungarischen Gebieten mindestens der gleiche Erfolg zu verzeichnen wäre, wenn au der Spitze der begeisterungsfähigen Jugencl, die ja — sofern sie treu zum orthodoxen Judentum hält — auch hier, wie überall in der Welt, sich an die Aguda klammert, alle führenden Männer aktiv voranschreiten und sich nicht mit k i i hier Z u s t i m m u n g־ u n d e i n c m ״korrekten V, cm• 11׳ a, I .t 0 11“ gegenüber den brennenden F ragen 11 n d Auf g a b e 11 der orthodoxe ri j ü d i s c h e n Gesamtheit begnügen würden. Er freue sich, wahrziinehmeii, daß im besonderen die thoralerncnde Jugend die Erhabenheit und Selbstverstündlichkcit des engen Zusammenschlusses in Agudas Jisroel begreift, und verspreche ׳sich gerade davon eine große Zukunft להרמת קרי התורה• 'Diese in schlichtem Vortrag geäußerten Gedanken hielten die gesamte Zahörerschaft im Banne und lösten, als der Redner geschlossen hatte, ra 11 sch enden Beifall aus. Herr Rabbiner Hirschler gab dem Dank der Anwesenden in einer kurzen Ansprache warmen Ausdruck. Nach הבדלה versammelte sich eine mehrlumdertköpfige Zuhörerschaft im Präsidialgebäuclc und füllte den SpiegeLsual bis auf den letzten Platz, um dem öffentlichen Vortrage des Herrn Jacobson über die ״Aufgaben der Aiguchiis Jisroel in der Gegenwart“ zu lauschen. Den Vorsitz führte Herr Max I. ö wy, der die Erschienenen und den Redner herzlich begrüßte. Mit nicht alltäglichem Elan des Gedanken Hugos entwickelte der Redner das ideelle und praktische Programm der Aguda, wie es sich aus ihrer Stellungnahme zu den einzelnen Tätigkeitsgebieten ergibt. Tn gedanklicher Aneinanderreihung streifte Redner eine große Anzahl von Problemen der Gesamtjudenheit, die im Sinne des Thorajudentums nur in der Weise gelöst worden ׳können, wie!sie Agudas Jisroel erstrebt. Zur Vollbringung einer solchen Aufgabe zum Nutzen der Gesamtheit bedarf es eines unzerstörbaren Optimismus, Er betrachte es als seine vornehmste Sendung, diesen Optimismus zu erhalten. Begeisterter Beifall bewies, daß die gesamte Zuhörerschaft seinen Ausführungen verständnisvoll gefolgt war. Der Vorsitzende sagte ihm dafür Dank im Namen aller Versammelten. im Bürger,haus, wie im Palast Ist ״Cirime“ allzeit ein Ueber Gast. Siche Imserat. Entlassung wegen des Sabbats. In den nächsten Tagen gelangt iuHust — wie kurpathorussische Blätter berichten — ein Zivilprozeß zur gerichtlichen Austraguug, in welchem der Sabbat eine Rollo spielt. ׳Ein ehemaliger Jeschiwu-Schüler wurde vom Direktor der Slovensku Banka in Bratislava, Dr, Igor Mako v i c k y, für die Huster Filiale dieser Bank angcstellt. Der junge Manu stellte zur ßeclingaiug, ׳daß er am Sabbat nicht arbeiten solle. Der Direktor ging in liberaler Weise auf diese Bedingung ein, um so eher, als in Ilust die kaufmännisehe Klientel der Bank fast ausschließlich aus subhathalteuden Juden besteht. Dem Leiter der Huster Filiale paßte aber ein sabbathaltender Beamter uieht recht. Er suchte nach Vorwänden, um ihn wieder loszuwerden. Schließlich stellte er auch die Auszahlung־ seines Gehaltes ein und entließ ihn ohne Kündigung mit der ,Begründung, daß er für einen!Beamten, der am Sabbat nicht arbeite, keine Verwendung־ habe. Der Beamte klagte darauf die Bank auf Zahlung seines rückständigen Gelulltes in' der Höhe von Kc 9000.—. Man sieht dem Ausgang des Prozesses auch schon deshalb mit aligemeinem Interesse entgegen, weil es sehr merkwürdig erscheint, daß eine Bankfiliale, die ihre Existenz auf ihre Geschäftsverbindung־ mit sabbathaltenden Juden gründet, subbatlialteude Angestellte unter ihren Beamten nicht dulden will.