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Jüdische Presse · 1931-04-24 · 16 (24.4.1931) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
16 (24.4.1931)
Date
1931-04-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr.!6 JÜDISCHE DRESSE ׳gründeten Weltanschauung restlos cingeschmolzen hat, daß eine solche' Persönlichkeit dem Idealfvpus des jüdi* sehen Menschen näher kommt, als ein יבוש-' dem die Weisheit der Welt vollkorhmcn fremd blieh. Allein wer wollte bezweifeln, daß die beiden hier nebeneinander gestellten großen Typen, die* Pole einer langen, unendlich differenzierten Reihe seelischer Vusprägungen darstellen, daß das Tdeal auch hier wie immer selten erreicht wird, und menschlicher Unvollkommenheit nur die eine Freiheit bleibt, das Erzieh u n g s ziel nach der einen oder anderen Richtung einzustel. m und sich mit r e 1a* tiven Erfolgen zufriedenzugeben?,“ Doch können wir, die wir aus E r f a h r u n g reden, nicht in allen Punkten dem bcipflichten, was S. 182 gewiß in edelster Ahsieht und in voller Aufrichtigkeit zur Entkräftung gewisser, gegen so manche Mängel der ״öst־ liehen .lesehiwahkultur“ erhobener Vorwürfe gesagt wird. Wir haben uns hierüber bereits im Frankfurter ״Israelit“, in unserem Leitartikel; ״E i n e geistige Renaissance d e r 1925) “ י^ייביח. Nr. 23) genügend ausgesprochen, so daß wir eine Wiederholung des dort Gesagten vermeiden wollen. Eben der sehr geehrte Verfasser, der, wie selten einer das Schrifttum des Meisters kennt, und der S. 207 mit vollem Recht behauptet: ״Das eben war das Große an S. R. Hirsch, daß er seine eigenen Ideen nicht als einen Abschluß, nicht als eine Abricgtlung von den Quellen betrachtete, sondern .sein L־׳bcn lang eben zu diesen Quellen zuriiekzufiihrt״ bcnnili't war und sieh selber einordnete in den Strom geistigen Lebens, der von Mosche Rahbenu zum letzten אחרון flutet“. — eben er wird es uns zugestehen miesen, dafl\ im Geiste des Meisters auch bei unbedingtem Festhalten an der östlichen "־ יש Kultur im großen ganzen, eher mach Anleitung der Neunzehn Briefe (S. 106 und 107, wbihit übrigens zu einem bedeutenden Feile auch die ‘ Ansicht eines ,(של־ חל und anderer Größen übereinstimmt) diese östliche "יש-Kultur nach gewissen Seiten hin vervollkommnet werden müßte, damit dem Vorwürfe, daß diese Kultur .nur einseitiger spitzfindiger juristischer Kasuistik diene, ■ die Spitze genommen werden könne. Wohl erwähnt Verfasser S. 183. daß doch die chassidisehc Gedankenwelt und, Mussor eine wertvolle ) Ergänzung zu dieser “:1®,•1Kultur bildet. Aber wohlver־ standen: eine allem Anscheine nach äußerliehe Ergänzung. Während die Methode des Meisters eine innerliche j|T$c hech o Gegen die Sonntagsruhe. Sonntag, den 19. April, fand im. Iurnsaale, dci oith. jüdischen Volksschule in B r a t i s 1 a v a .eine anonym ein־, berufene, sehr stark besuchte ״Protestversammlung“ sab», bäthalten'der Kaufleute und Gewerbetreibender in Ange* legenheit der Sonntagsruhe statt. Im besonderen ,war' die ׳ Versammlung von Handclsangcstellten der verschiedenen Branchen zahlreich besucht. Die Erregung der gesamten religionstrcuen Bevölkerung wegen der bevorstenenden .'..Einführung der allgemeinen und vollständigen Sonntags» rghe hält in außergewöhnlichem Maße an und es wurden auch in djeser Versammlung Stimmen laut, ־ die es, außer ,dem Protest nach außen, auch nach innen den Verant» wortliehen deutlich genug zeigten, wie sehr das Dasein des Judentums mit der' Sabbathut verknüpft sei. Nach der Stimmung, die in der Versammlung geherrscht hat, ist nunmehr vielleicht doch zu erwarten, daß alle die» j e .רו i g e n, denen praktische, z ä h e, b e s o n n e n c u n d a u s s e h I i e ß 1 i e h a u f d .1 s große Ziel ge» richtete Arbeit f ü r di e S ab b a 11 r e u e in d e r g e s a m ten j ii d i s e h e n B e v ö 1 k e r u n g des La n» des am Herzen liegt, sieh der seit Jahren mit be» geistertem Tatendrang auf der Wacht stehenden Schomre־ Schabbos־Landeszentrale der Agudas Jisroel z u r M i t» a r b e i t a n s e h 1 i e ß e n und nicht etwa durch konter* minierende abenteuerliche Neugründungen von Landes» verbänden u. dgl. ihre Aktionsfähigkeit schwächen oder gar lahmlegen werden. Am Vorstandstisch der Versammlung saßen die Herren Gemeindevizepräses Heinrich Kahler, Ge» mcindevorstcher Isidor E n g e 1, Dr. Julius R e i ß, ,Abge* , ordnetet־ der ״Jüdischen Partei“ im Parlament, und Ge» mcindereprüsentant Dr. Bein B e e r. Den Vorsitz führte Herr ls. Engel, der die Versammlung mit einer An» spräche eröffnete, in der er die auch in unserer Zeitung erwähnte Anklage, die orth. Gemeindeleitung und die von ihr den Gemeindemitgliedern zur Wahl aufgenötigten Ver» trete!־ der ״Jüdischen Partei“ in Stadtrat und Parlament hätten in all den Jahren, da zur Verhütung der Sonntags» ruhe mit Aussicht auf Erfolg gearbeitet werden konnte, und selbst dann noch, als man schon wußte, daß Gefahr im Verzüge sei, den sabbathaltenden Gemeindemitgliedern gegenüber ihre Pflicht nicht getan, scharf pointiert zurück» zuweisen versuchte. Dagegen schloß er sieh vollinhaltlich den Anklagen an, die gegen die Untätigkeit ״unseres Abgeordneten Dr. Reiß" — wie er sieh ausdriiekte — in dieser Sache gerichtet werden, und ermahnte ihn zu größerer Aktivität in der Zukunft. Selbstverständlich fehlten neben den Unsehuldsbeteuerungen auch nicht An» griffe gegen diejenigen, die zur Gründung eines neuen . Landesverbandes“ nach seinen Plänen ihre Zustimmung •nicht geben. Das Referat hielt Herr Kahler. Auch er be» sehäftigte sich in gleicher Weise wie der Vorsitzende, neben bewegten Worten für die Heiligkeit und die Größe des Sabbatgedankens, in der Hauptsache mit den Vor» würfen, die ״in einer Zeitung und auch anderwärts“ gegen die jetzige Gemeindeleitung — im Gegensatz zu den er־ folreiehen Bemühungen der früheren — laut wurden, und beteuerte nicht ganz ohne Eindruck, daß er zu jeder Zeit;gleich dem früheren Gemeindevorstand in ״ständigem und innigem Einvernehmen mit der orthodoxen Landeskanzlei“ unter Einsatz seiner ganzen Kraft überall, wo er Gelegen» heit dazu hatte, für die Erhaltung des Status quo in der .Sonntagsruhefrage tätig war. Für den katastrophalen Miß» erfolg seien nicht er und die Gemeindeleitung, sondern auch nach seiner Ansicht nur Dr. Reiß und die Leute verantwortlich, die, seitdem sie der Gemeindeieitung nicht mehr angehören, jede Tat und jede Verantwortung von sich abwälzen. Er halte die Sache noch nicht für verloren, :nur dürfe man nicht die Beibehaltung des jetzigen Zu» geistige Durchdringung des dem Scheine nach ״starren“ Gesetzcsstüdiums und — Erfüllens wünscht und bewirkt. Auch können wir zu unserem Leidwesen keinesfalls das mild verzeihende Lächeln akzeptieren, womit S 184 der Verfasser selbst dem ״radikalen Bruch mit West» curopa und seinem ח עם ר*א ~*D als der notwendigen Vor» bedingung für den Zug nach dem Osten und für das er» sehnte Volljudentum“ begegnet. Denn wir wissen leider allzugut aus unzähligen Erfahrungen, wie dieser Bruch einer Generation bei den Kindern oder Kindeskindern, in denen die Lüsternheit nach den Kulturgütern der Umwelt wieder erwacht, zu einem Bruche mit diesem Prinzipe in gerade umgekehrtem Sinne führt: Wollten die Eltern ס ת ץ ד ה h וו e ר״א . so ■wollen d a n n die Kinder o tl c r Kindeskinder י) יירה ארץ h n e ריירה Die bitteren Erfahrungen des Geschlechtes vor dem Auf» treten Hirschs und scinev Genossen sollten zu denken gehen! Der Meister sprach cs einmal aus: Wer an die frische Luft nicht gewohnt ist, der bekommt am Icich» tosten den Schnupfen! Schön und richtig ist, was auf S. 189 und 190 über den Gegensatz in der rcligiös־sittlichen Entwicklung der Menschheit und des jüdischen Volkes gesagt wird: ״(Jeher der Geschichte der Menschheit schwebt das Ideal der unendlichen Kräften t f a 11 u n g als scheinbarer Selbstzweck.“ ״Ganz im Gegensätze dazu ist das jüdische Volk mit der Uebcnuihme des עול מלכי ש׳ niit der Uebec* nähme der תרע מצות »Bindung dem vorbehaltlosen Ein» gehen in dieses allgemeine Ideal der Kraftcntfaltung durchaus entzogen und dafür völlig in den Dienst des vorgedachten Zieles dieser Kraftentfaltung, der G»ttes» Herrschaft, gestellt worden.“ Dies sind bloß einzelne herrliche Laute aus dom Widerhall jüdischer Geschiehtsphilosophic, wie sic in den ersten der Neunzehn Briefe entwickelt, und hier von un» screm Verfasser in solch ergreifender und einleuchtender individueller Färbung •wiedergegeben werden, daß man sie naehlesen möge, um einen vollen Begriff von der glänzenden stilistischen Gestaltungskraft des Autors zu ge» winnen ... 13. Als würdigen Abschluß der Ersten Abteilung enthält der Aufsatz: ״F 1־ a n.z Rosen zweig und die Orthodo x i c“ eine klare Darstellung der traditionellen Anschauung über Sinn und Bedeutung' der mussorctischen Intaktheit des Bibeltextes im Gegensatz zur philologisch# kritischen Betrachtung desselben ... ■BiBnaHnanaaanHBH.oinaBBaMiaamBaaBBaH■■■^ slow a k e iHj Standes verlangen. Man müsse vielmehr andere Wege gehen, für die Sabbathaltenden Ausnahmebestimmungen fordern und gegen den Standpunkt der Regierung in dieser Frage energisch protestieren. In der Debatte zu den beiden Reden sprach als erster Herr.Singcr, CheF der Firma ״Lana“, außerordentlich 'eindrucksvoll. Mit. klaren und ungekünstelten ,Worten deckte eiy. in logischer Beweis», führung die Hohlheit und diq. praktische Verkehrtheit der Politik mit einer ״Jüdischen Partei“’auf, hielt Dr. Reiß die Nutzlosigkeit und Unfruchtbarkeit seiner pariamen» tarischcn Reden vor und forcierte eine kluge und ehrliche politische Gemeinsamkeit mit den Parteien, deren Ziele denen der meisten Juden am nächsten stehen. Unter all» gemeiner Spannung verlas er einen Brief des Abgeordneten L i s k a, worin er sich zur Bekämpfung der Sonntagsruhe gern zur Verfügung stellt. Darauf ergriff Herr Abge» ordneter Dr. R e i ß .das Wort zu seiner Rechtfertigung und legte ebenfalls ein Bekenntnis zur Erhabenheit der jiidi» sehen Religion und des Sabbats ah, von der er in all seinem Tun durchdrungen sei. Er sei im Parlament der autorisierte ״Vertreter des Judentums“ und richte sein politisches uncl parlamentarisches Verhalten danach ein. Der Mißerfolg in der Sonntagsruhe sei nicht seine Schuld. Er sei von einem Erfolg überzeugt, wenn man nunmehr den Weg befolgen werde, den man hier heute beschließen wolle. Entschiedene Forderungen von Ausnahmsgesetzen werden gehört werden. Er werde dann auch mit Erfolg den Ver» such machen können, die sozialdemokratische Partei in dieser Frage umzustimmen. Zum Schlüsse wies Herr Dok» tor Beer in einer juridischen Auseinandersetzung die Verfassungswidrigkeit der Sonntagsruheverordnung nach, die auch der anderen Motive entbehre, die sonst Gesetzen zugrunde liegen. Eine solche evidente Verletzung ihrer Rechte brauchen sieh die Juden nicht gefallen hissen. Er empfahl eine scharfe Protestresolution zur Annahme, die dann auch ohne Widerspruch einstimmig akzeptiert wurde. Damit schloß die Versammlung.;! Von irgendwelchen Maßnahmen zur praktischen Hilfe für die kleinen Kaufleute und Handwerker, die in» ־folge der Sonntagsruhe — wenn sie, entgegen den Hoff» nungen der Antragsteller und trotz des ״neuen Weges“ der Protestresolutionen, dennoch Tatsache werden sollte — ruiniert würden, war auch in dieser Versammlung nicht die Rede. Auch hielt man es offenbar nicht für nötig, vor den zahlreich Versammelten der Sehom1־e*Schabhos* Zentrale der Agudas Jisroel und ihrer kostenlosen Stellen» Vermittlung für sabbathaltendo Arbeitnehmer auch nur Erwähnung zu tun. Zur Frage der Sonntagsruhe erfahren wir noch, daß sieh das /1t'ä s i d i u m d e 1־ o r t h o d o x en K o n f e s» sion in q e r S lo w a k e i Dienstag nach Prag begab, um vor Erscheinen der Verordnung noch einmal alle Möglich» keiten einer Erleichterung den, entscheidenden Stellen zur Berücksichtigung zu unterbreiten. Sind Sie . geistig oder körperlich ermüdet? Massiei-ou Sic Hiroal Körper! Dies’geschieht am erfolgreichsteu mit lilivwjxiüiiiik’in Franzbranntwein ״Alpu“. Fine solche iVlassagiN verbessert den Blutkreislauf, stärkt die ׳Muskeln und erfrischt die Nerven. Beraten Sie sich mit Ihrem Arzte iij)^r die Art der Massage. Goldene Itychzeit. Herr I. M. K ö n 1 g upd Frau in 5 a 1 a n. V. feierten am vergangenen Rosch־Chodcsch Ijjar ihr goldenes Hochzeitsfest. Das Jubelpaar wurde aus diesem Anlasse seitens der Gemeindemitglieder mit herz» liehen Glückwünschen bedacht. Die Gemeinde hat in einem von Oberrabbiner Sfr aß er und Gemeindepräses Menezcl unterfertigten Schreiben den Jubilar — der bereits seit einem halben Jahrhundert in allen führenden Stellen der Gemeinde wirkte und Jahrzehnte hindurch für die religiöse Erziehung der Jugend und Erbauung der Erwachsenen n I C5 bind bie geistig oder körperlich ermüdet? Massieren Sie, über tirzflichen Rat, Ihren Körper tüchtig mit Menthol-Franzbranntwein A L P A Dieser verbessert den Blutkreislauf, stärkt die Muskeln und erfrischt die Nerven. Sehiurim vertrug und heute noch an der Spitze der (Jhewra Kadischa steht — in Würdigung seiner Verdienste gratu» licrt. Seine Kinder stifteten aus diesem Anlässe der Synagoge ein Porcuchcs. ה׳ יאריך ימי׳ ושניתי׳ בנעימים. Die Jahrzeitfeier in Nitra. Zu unserem vorwöehigen Bericht ־ über die vor» bereitete Gedenkfeier der Ägudas־Jisroel»Jugendorganisa» tion anläßlich der ersten Jahrzeit des unvergeßlichen Nitraer Oberrabbiners Rabbi Aron Katz ז צ"ל tragen wir noch nach, daß im Programm der Nitraer Jugend» gruppe auch ein Sijum vorgesehen ist. Alle Gruppen und Einzelpersonen, die an dem Sijum teilzunehmen gedenken, werden gebeten, dies unter Angabe der Teilnchmcrzahl ehestens an die A g u d a s 1. ־ i s 1־ o e 1 ־ J u g e h d gruppe in Nitra, per Adresse des Herrn Wilhelm Stark, Masarykova 26, zu melden. O liehe HnusV’rau, gib stets acht, ״Ciiinc“ wird oft nachgcmacht! (Siehe I nserat.) ■ ' Die Jahrzeitifeier in Nove Mesto n. V• Die ■Mitteilung von der bevorstehenden Feier in N׳o־v 6 M e־s t o n. ׳ V:״anläßlich des hundertsten «fahrzcit» tages des Rabbi David D e u t s e h ך"ל hat allgemeines Interesse geweckt. Wie uns berichtet wird, trifft inan in Nove Mesto alle. Vorbereitungen, damit auchauswärtige HM* טולוירי in .großer Zahl am 22. Siwan ohne ■allzu großen Kostenaufwand zum Grabe des großen Geistesfürsten der Thora pilgern können. Die Eisenbahndirektion wurde ■er# sucht, aus diesem Anlasse die Fahrt nach Nove Me.s.to zu ermäßigten Preisen zu bewilligen. Kranke Frauen erfahren durch den Gebrauchdes natürlichen ״Franz-Josef“-Bitterwassers ungehinderte, leichte Dnnncntlecrung, womit oft eine außerordentlich wohltuende Rückwirkung auf die erkrankten Organe verbunden ist. Schöpfer klassischer Lehrbücher i für Frauenkrankheiten schreiben, daß die günstigen Whklingen des Franz-Josef-Wassers auch durch ihre U11tc;rsuchungan bestätigt seien. Das ״Frnnz-Josef“־ßitt(ü־- wasser ist in Apotheken, Drogerien und ■MineralwasSerlinndliingon erhältlich. " ׳*'■’ v ר j'i Mißhelligkeiten’bei der Beerdigung eines Rabbiners‘,’! In Komarno, wie in manchen änderen Ge>1i16in(lan, besteht noch eine gemeinsame Chewra Kadischa,!'cfie sowohl bei der älteren neologen als auch bei der jüngeren orthodoxen Gemeinde ihre Chesed»soheI־Emes*Dienste;tut. Diese Gemeinsamkeit beruht auf ’ der..Voraussetzung, daß vor den Toren der Ewigkeit und der Majestät des Todes jedes Bestreben nach Neuerungen haltzumachen hat und auch die ncologc Gemeinde sich damit einverstanden •er» klärt oder damit abfindet, daß der ganze Akt der Toten» Bestattung — von —ביציאת נשם ־ zum Kadischgebet ‘— ausschließlich nach den Angaben der Chewra Kadischa im Sinne der altgeheiligten Vorschriften und Gebräuche ge» leitet wird. Das fordern nicht nur die Mitglieder der orthodoxen Gemeinde, sondern auch alle noch ein wenig konservativen Mitglieder der neologen Gemeinde, Trotz» dem geschehen manchmal Dinge, die vom orthodoxen Teil der gemeinsamen Chewra Kadischa derart empörend empfunden werden, daß er sieh ernstlich mit der Grün» düng eine!' separaten, von-Reformanwandlungen der nee» logen Gemeinde ganz unabhängigen Chewra KaRisehu beschäftigen muß. Ein solcher Fall ereignete, sich vor einigen Tagen, wie uns berichtet wird, auch in, Komarno. Dort verstarb der greise Rabbiner der neologen Gemeinde, Rabbiner Mör Krauß. Er gehörte zu den älteren Rah» binern, die noch תלמידי חכמים waren, und für ihre.Person und, sofern sie befragt wurden, auch für die Gemeinde» einrichtungen jedem Abirren von den Vorschriften des Sehulehan Arueh abhold waren. Er hatte es auch manch» mal sehr schwer, den Wünschen der unreligipsen Ge* meindegewaltigen Widerstand zu leisten. Das muß auch vom orthodoxen Standpunkt, der die Neologie unter allen Umständen ablehnt, lobend anerkannt werden. Die Chewra Kadischa traf auch alle Vorbereitungen, um den Heimgegangenen nach altem Ritus in seinem Sinne gebührend zu ehren. Da kam aber der Gemeindevorsteher dazwischen; er schob die Chewra an die Wand und ord* nete für den konservativ gesinnten Rabbiner ein ״Leichen* begängnis“ ganz nach den Zeremonien der christlichen Sitte an, wie sie heute selbst von e.\trem#neologen Ge* meinden schon gemieden werden, Die ״Leiche“ wurde im Tempel ״aufgebahrt“, man defilierte dort an׳ dem Sarge vorbei, während statt des üblichen ״Lernens“ eine festlich gekleidete Ehrenwache feierlich Dienst leistete. Subrabbiner

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