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Jüdische Presse · 1931-03-20 · 12 (20.3.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
12 (20.3.1931)
Date
1931-03-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nov!nov6 ־.vfoiiifc povoleni riadit |k>sf a1 telegtaföv v Bratislave äis. 4157220*111־. DirPessaeh-Ferfrttmme^tflfyiJililHschen Presse״ erscheint Mittwoch, -,,,uMeB 1nm 1. April. ScWufl eer InsWalen'Annahme Montag, 30. März, bis Mittag z Journal expddiefpar l’^ditei/P« V.b.b. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration: Wien, II., Leopolds* gasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. A0#94־49־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redäktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonncnentiprclic ו Oarlajihrig ו Für Oeiterrelcb S S6 Vsckodioilowakel tichecb. IC. 80, Etrizelnoaimer Ost Gr. 50, du übrige ANiland 3 Dollar. i*-■ Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse*, Wien für Oesterreich! PostsparkassenkontoNr. D-93614; Deutschland: Post• Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.'Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Anu Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz! Post• scheckk. Zürich V1U. 4117; iüt die Tschechoslowakei: ,Jüdische Presse“, Bratislava. Pöstspk.-AtntPtag Konto Nf.53<86 j -• . ... ■■־■־ ־■■■’־ ••■״ : ■ ■ ■ Nr. 12' | Wien-Bratislava, 20. März 1931 .כ*ה וינא־שרעסבוינ ב׳;'0ן תרצ׳א 17. Jahrsfüdische Schule — jüdisches Leben. (Siehe ״Jüdische Presse“ Nr. io und 11.) Der Kampf um die jüdische Schule muß nach zwei Fronten geführt werden, und durchaus, nicht der leichtere Teil dieses Kampfes ist es, der nach der jüdischen Seite hin auszufechten ist. Denn wenn auch auf jüdischer, ja sogar auf recht positiv jüdisch, eingestellter Seite, zugegehen ־werden muß, daß unsere Argumentation richtig und die jüdische Schule nicht nur berechtigt, sondern sogar ' eine Lebcnsnotwimdigkeit ist, mangelt es dennoch nie an dem großen ,,Aber“, das solchem Zugeständnis anzuhaften pflegt. Und diesem ״Aber“ folgt dann gewöhnlich ein wohlgemeinter Her/cnserguß über die Notwendigkeit, das jüdische Kind schon in der Schule vor Abschließung zu bewahren, es rechtzeitig an den Umgang mit nichtjüdischen Kameraden zu gewöhnen und so dazu beizu־ tragen, daß Haß, Mißtrauen und Vorurteil schon in den Kinder Seelen der heranwacliscnden Generation ausge־ schaltet und allenfalls um den Preis der Aufgabe des schulfreien Sabbat oder geringerer hebräischer Kennt# nissc das hohe Ziel freierer und menschlicherer Stellung erkauft werde. Man übersieht dabei freilich, daß es bisher in Mcnschcnaltern nur in sehr.- ‘wenigen Ausnahmsfällen; gi^Utngejf.;i&t)!Aw־^hnha^tng^gWi^pffe»%fisJghqfl1>^jd^Ni_cht#ji| juden ihren " jüdischen Schulkameraden.׳. gegenüber.: zu erzielen, ja daß vielmehr erfahrungsgemäß in den höheren Klassen die ursprüngliche Kameradschaft einem immer bösartiger ־werdenden Abrücken Platz macht und jeden# falls‘das intellektuelle Opfer, das von der jüdischen Seite Gedenket der bei allen Ge• legenheiten! Wegen Unterstützungen, Stiftungen (ל׳רןקימת ) und Telegrammablösungsblanketten zugunsten der not# leidenden בחורים an unseren ישיביח wende man sich an die Vereinsleitung: Machsike JeschiwothsZentrale in Nove Zamky. Le&ensversichernngs - Gesellschaft ״PHÖNIX“ m Gegründet 1882 Gegründet 1882 lerildienmgsbestaBil Ende Jani 19)0 2450 Honen Sdillting Oaranllemlltel Ende 1929 .)00 Hillionen Sdilillng Prämiennnd Zlnseneinnahnien im Jahre 1929 ■ — ■ 1251/־ Millionen Sdillling [ Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polenjugoslawien, Bulgarien, Griecheniand, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten von vornherein gebracht Werden muß, einen zu hohen Preis darstellt für die recht fragwürdigen Erfolge einer• solchen ,,Verständigungspolitik“. Zu diesem großen ״Aber“ gesellt sich aber dann noch das kleinere,־das besagt, in der jüdischen Schule lerne das jüdische’ Kind’ weniger Disziplin kennen, lasse sich , mehr gehen und sei dann dem Lehen gegenüber viel hilfloser, als. nach besuch der allgemeinen Schule. Diese beiden Einwände‘ erweisen sich aber sofort als wenig stichhältig, wenn man' bedenkt, daß es für die Erziehung vor allem darauf'ankommt, den jungen Juden das!.eben innerhalb seiner׳■ Volksgemeinschaft zu lehren. Jedes Individuum gehört zunächst in die von der Natur gegebenen Kreise, die sich äuS Familie•,, Sippe, Volk und Staat allmählich zur großen Gemeinschaft der Menschheit erweitern. Das Kind muß also zunächst lern.cn, sich inner- . hall) der ihm am nächsten stellenden Gemeinschaft zu he־ wegen und ihre Güter an Religion, Kultur und Wissen in sich aufzunehmen, und nur'.derjenige junge Jude, der vorerst den Umgang mit Juden 'gelernt' hat, wird ganz von selbst, als fertiger lMamt ins ( beben - hi!!ausgestellt,'• ■ aiucln.im) Umgang•־ mit■־,MohääbeiV'daS ׳Richtige troffen. 4 ־■’.r:J Der »inder jüdischen •ScHüley in '־einer von׳ tüchtigen } .Pädagogen geleiteten, zielbewußt auf das jüdische Leben steuernden Schule erzogene jüdische Mensch wird vor ז allem jenem bewußten Sichgchcnlasscn den Garaus i machen,־ das als schlimmste: Kxilscrschcinung gerade den 1 Typus von Juden auszeiehnet,; der nur auf Korrektheit .’ und ■;;Sicherheit im Verkehr mit Nichtjuden eingestellt ist. Ein'lja'us 'echt jüdischer Schule, .hervorgehender ־ Mensch wireft!licht auf den jüdischen Mitmenschen von oben hcrabsehen, sondern die natürliche Einstellung zu allen Erscheinungen der Umwelt neben seinem Wissen als wertvollstes Produkt seiner Charakterbildung ins Leben mitnehmen. Zu solchem Erziehungswerk bedarf es aber vor allem befähigter jüdischer Pädagogen. Nun fehlt cs zwar an diesen keineswegs, aber Ausbau und Festigung des jüdischen Schulwerkes werden auch da größeren Bedarf zeitigen und darin berührt sich die Forderung nach der jüdischen Schule aufs innigste mit dem jüdischen Leben. Es braucht ja nicht erst dargestellt werden, wie ver# zweifelt die Lage der jüdischen Intellektuellen ist •und wie Hunderten, die sich mit Begeisterung dem Lehrberuf widmen würden, als Juden jede Aussicht in diesem Fache benommen ist. Nicht einmal innerhalb der Prozentnorm ist Berücksichtigung jüdischer *Lehrer zu ■erwarten, und so selten wagt es noch ein Jude, sich diesem Berufe zu# zuwehden, daß es bereits schwer geworden ist, einen qualifizierten jüdischen LehrcT zu finden, wenn einmal doch ein solcher gesucht wird; Mit Einführung der fakul# tativen konfessionellen Schule würde sich das mit einem Schlage ändern und damit auch eine wohltuende Erlcichte# rung'der Not des geistigen Proletariats 1m Judentum ein# treten. Die jüdische Schule hätte so also auch einen gewisserntaßen übertragenen Wirkungskreis, indem sie helfen müßte, die Not des •jüdischen geistigen Arbeiters zu dämmen. Außerdem würde sie aber vielleicht auch Fein Butter! Auf Brot gestrichen V ח r 7. ח o I ׳ c h! R he u m a? Nehmen Sie den Menth o 1־ Franzbranntwein AL PA Durch Massagen mit dem Alpa erzielen Sic große Linderung. Die schmerzenden Kör# pcrstellen brauchen! natitrlichq Erwär! mung; diese wird Ihnen durch den er# '&M ,‘■•י? t tfveiehteni ,.b.ers s e^r e.n; , Blutkreislauf zuteil. Alpa—Ihre Gesundheit! dazu beitragen, daß einmal!ein wirkliches jüdisches; Gewissen im jüdischen Leben sich gelten(!, mache. Man wäre ja fast versucht, die Fälle anzuprangern,, in denen hervorragende Angehörige der Wiener Ortho# doxie — und es können auch Namen genannt werden —ץ Hakenkreuzler anstellen und ruhig zusehen, wie jüdische! Familien zugrunde gehen, weil es für sie keine Stellen ׳ gibt. Gewöhnlich erfährt man dann erst aus der Gerichts'# saalrubrik der Tagesblätter von solchen Fällen. Die Er# ziehung in der ־ jüdischen Schule, wie wir sie uns vor# stellen, müßte auch in dieser Hinsicht das jüdische Leben anders, verantwortungsbewußter gestalten, und so ist dfe jüdische Schule nicht nur!ein wichtiges Korrelat des jitdi#. sehen Lebens in geistiger, kultureller und religiöser Hin:# sicht, sondern auch rein materiell und sozial ein Postulat', : das immer tvieder aufgestellt werden muß, wenn diesem; jüdische!.eben in seinen am meisten exponierten Schieb- ‘ ten gesunden soll. M'. Professor Dr. Max Eisler 50 נ״י Jahre alt• Dieser Tage feierte der bekannte Professor für Kunstgeschichte an der Wiener Universität Dr. Max Eisler seinen fünfzigsten Geburtstag. Die Tagcsblätter benützen den Anlaß, ihn als bedeutenden Kunsthistoriker, als Förderer der Werkbundarbeit und Interpreten des Städtebaues zu würdigen. Uns bleibt es daher nur noch Vorbehalten, des religiösen Juden und tatkräftigen Frcun# des aller religiösen, namentlich der charitativen Institutionen des Judentums, bei diesem Anlässe zu gedenken. Unsere Leser Avisscn, daß Max Eisler überall dort mit seinem ganzen Herzen zu finden ist, wo es gilt, jüdische Not zu lindern, und daß er auch der Talmud#Thora#Schule und ihrer Altsspeisung seine schätzensiverte Arbeitskraft unermüdlich zur Verfügung stellt. Das religiöse Judentum Wiens erwartet, ebenso wie die Kunstkenner der ganzen Welt, noch viel von Max Eisler.und Aviinscht ihm und sich selbst, daß er noch lange, lange Jahre (in echt jüdi# scher Weise sagen Avir עד מאה ועשרים שנה in unge# schwächtcr Gesundheit seinen Idealen zu dienen vermöge. Was bietet die führende Weltfiima mar Wien I, Kärntnerring 6 (gegenüber Hotel Bristol) 1. Modernste und individuellste Ausführung. 2. Tadellosen, mustergültigen Sitz. 3. Nur erste Qualität in Material und Arbeit zu mäßigen Preisen. 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