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Jüdische Presse · 1931-03-13 · 11 (13.3.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
11 (13.3.1931)
Date
1931-03-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Novinovä vtfplatnö povo!en4 flödit post a telegrafov v Bratislave Sis. 41572=111*20. Zeitungen vom Verleger versendet« Journal expldie par I’4diteur. V.b.b. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES OR1HODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration: Wien, II., Leopolds־ gassc 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. A94־0־49־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag AboDDBmeDtiprelic 1 Oanzjlhrlgi Für Oeiterrelcb S 16 tschacboilowakcl tichecb. K. 80, Einzelnummer öst. Or. 50, dai Übrige Ausland 3 Dollar. Zahlungen auf Konto ״Jüdische Presse*, Wien für Oester* reich: Postsparkasse nkonto Nr. D-93614; Deutschland : Post* Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: ״Jüdische Presse״, Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Nr. 11 Wien-Bratislava, 13. März 1931 .ב*ה וינא־סרעסבומ כ׳ד אדר תרצ׳א 17. Jahrg. Konfessionelle Schale-jüdische Schale Die im Leitartikel der letzten Nummer der ״Jüdi־ .sehen Presse“ besprochenen Aeußcrungen des östcrreichi־ sehen Unterrichtsministers zur Schulfrage haben allcnt־ halben lebhaftes Echo ausgelöst und eine Organisation der Lehrerschaft fand es sogar für nötig, energisch gegen eine beabsichtigte Bevormundung der Schule durch die Geistlichkeit zu protestieren. Daß die Einführung der konfessionellen Schule in Oesterreich im Wege eines Konkordats zustande kommen soll, hat begreiflicher־ weise bei jedem Oesterreicher einen etwas üblen Bei־ geschmack, da die alte Konkordatsseh ule eben nicht bei allen Staatsbürgern im besten Andenken steht. Damals, vor 80 Jahren, bedeutete sic ja tatsächlich Unter־ Stellung des gesamten öffentlichen Schulwesens unter die kirchlichen Behörden einer, der Staatsreligion Aber ebenso wie es nicht dasselbe ist, wenn zwei dasselbe tun, kann es auch nicht gleichbedeutend sein, wenn in zwei voneinander grundverschiedenen Epochen dasselbe ge־ schieht. Heute, nach Menschenaltern segensreichster Geltung des Reichsvolksschulgesetzes und nach einem Jahrzehnt einer Schulreform, deren wohltuende Wirkung auf das Schulkind alle Eltern und.Erzieher ohne Unter־ schied der Partei anerkennen müssen, kann Konkordats־ schule nur mehr die Vermeidung von Härten bedeuten, die sich erfahrungsgemäß in der Praxis herausgebildet haben. Sie kann nur besagen, daß es im Geiste wahrer Liberalität und weitestgehender Gerechtigkeit den Eltern freigestellt sein muß, sich mit dem in der allgemeinen Volksschule gebotenen Ausmaße sittlich־religiöser Erzie־ hung zu begnügen oder etwa darüber hinausgehende An־ Sprüche zu stellen. Es soll also lediglich die praktische Möglichkeit. von Staats wegen gegeben werden, ein Kind entweder die allgemeinen Schulen ‘mit ihrem Minimum an religiöser Unterweisung oder eine konfessionelle Schule mit einem darüber hinausgehenden Programm besuchen zu lassen. Wenn also ganz allgemein die konfessionelle Schule, die wir meinen, nur der weitestgehenden individuellen Freiheit entsprechen und gerade im Sinne der Schulreform mit ihrem Ideal kindertümlicher und volksverwurzelter Erziehung jeden Zwang, von welcher Seite immer, ausschalten' soll, dann dürften wohl auch politisch oder sozial noch so freiheitlich empfindende Menschen in ihr kaum etwas Anstößiges erblicken. Ganz im Gegenteil wäre eine so verstandene fakultative konfessionelle Schule erst recht das höchste Ideal konsequenter Gewissensfreiheit und würde viel zur Entgiftung des öffentlichen Lebens beitragen ״— voraus־ gesetzt, daß die Praxis sich diesem Geiste der Duldung anbequemt und die Administrative der Legislative Ver־ standnis entgegenbringt. Aber selbst dann, wenn von christlichsozialer Seite der Kampf um die konfessionelle Schule nicht in solchem Geiste und in solcher Absicht geführt werden sollte, ja sogar wenn unter Umständen dieser Kampf aufgegeben oder zurückgestellt würde, auch dann müßte von jüdischer Seite ohne Unterlaß für die jüdische Schule cingetreten werden. Es wäre immerhin ganz gut denkbar, daß die christlichen Konfessionen mit dem Religionsunterricht der allgemeinen Volksschule ihr Auslangen finden. Im kulturellen Aufbau von Lehrplan und Lehrziel ent# sprechen diese Schulen ja um so gewisser auch den An־ forderungen christlicher und nationaler Erziehung, als sie ganz selbstverständlich auf das Leben und die Gepflogen־ heiten der Bevölkerungsmajorität eingestellt sind. Es er־ übrigt sich, den christlichen Schüler am Sonntag vom Schulbesuch zu befreien, da die Schulen ohnedies an Sonntagen und christlichen Feiertagen geschlossen sind, und — gleichgültig ob aus nationabkulturellen oder reli־ giösen Motiven — spielen Feste, Sitten, Gebräuche. Erin־ ncrungen und Uebcrliefcrungen aus dem christlich־ germanischen Kulturkrcise neben den realen Fächern auch in der allgemeinen Schule die Hauptrolle. Das jüdische Kind nun erfährt in dieser Sehule außer in der Religions־ stunde, die naturgemäß auf einer Art von Nebengelcise einherlaufen muß, nicht nur nichts von den religiösen, geistigen und volkstümlichen Gütern seines eigenen Kulturkreises, sondern wird sogar mehr oder weniger durch Beeinflussung mit wesensfremden Ideen und Vor־ Stellungen in eine Zwangslage der Halbheit und Unent־ sehiedenheit gebracht, oder, söferne cs vom Eltcrnhause her jüdische Güter in sich trägt, diesen entfremdet. Nun soll gewiß nicht behauptet werden, daß die in der allgemeinen Schule dem Kinde vermittelten Kultur־ güter der Umwelt dem jüdischen Kinde etwa schaden. Nein, auch das jüdische Kind soll diese Umwelt kennen und alles, was schön, wahr und groß an ihr ist, sogar lieben und schätzen lernen, aber es soll sieh der n a t ü r־ liehen Distanz immer bewußt sein und vor allem die eigene, die jüdische Note in-seinem Leben zu finden 0edendkee;מחזיהי ישיבות legenheiten! Wegen Unterstützungen, Stiftungen (לןימח pö>) und ,Tclegrammablösungsblanketten zugunsten der not־ leidenden □בחורי an unseren ישיבית wende man sich an die Vereinsleitung: Machsike JeschiwothsZentrale in Nove Zämky. Lebensversicherangs - Gesellschaft ״PHÖNIX“ lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Gegründet 1882 Gegründet 1882 Verildtenrngsbettaml Ernte Juni 1930 2150 Millionen SAilling GntWfflil Ende 1929 . 300 Millionen SAilling PMen-1d2in!eneM1en im Jahre 1929 . 125V3 Millionen SAilling Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische \ | Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, | i Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechen- § | land, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten ן flllllllllllllllllllllllllllllllllllinillllllllllllllllllllllllllllllllllinilllllllir.. und zu pflegen wissen. Religionsunterricht allein kann dieses Gegengewicht nie und nimmer hcrstellcn und sei er auch noch so gut und ideal. Wenn vielleicht auch jede andere Religion erlernt werden kann, die jüdische kann es nicht. Judentum ist nicht bloßes Religionssystem und kann nicht rein gedäehtnismäßig erlernt werden, J u d e n־ t u m rn u ß e r lebt u n d e r a r beit e t. e r f ahrc n u n d g e ü b t w e r d e וו und dazu kann neben dem jüdischen Eltcrnhause nur die jüdische Schule die not־ wendige Anleitung geben. Wir haben also als Juden ein noch bedeutend höheres Interesse an der jüdischen als alle nichtjüdischen Konservativen an der konfessionellen Schule, und es ergibt sich aus vielen unwiderleglichen Tat־ saehen heraus zwingend der Schluß, daß jeder Jude, der cs mit der Pflege und Erhaltung des Judentums ernst meint, möge er sonst auch auf die nationale oder die soziale, auf die religiöse oder die cthiseh־moralische Seite des Judentums den Hauptton legen, helfen muß, dem jüdischen Kinde seine, die jüdische Schule zu erringen. MT■ Fünfundzwanzig Jahre ״Einheit“. Sonntag, den 8. März, feierte die ״Einheit“ in ihren• Lokalitäten den 25. Jahrestag ihrer Gründung. Bei dieser Feier waren das Bundesministeriuni für soziale Verwal# tung, die sozialen Abteilungen der Polizeibehörde und des magistratischen Bezirksamtes Leopoldstadt, die israeli־ tische Kultusgemeinde, die Israelitische Allianz, die Agu־ das Jisroel, die Adas Jisroel und noch viele andere jüdische Korporationen vertreten. Nachdem Oberkantor Müller mit Chor die Feier cingelcitet hatte, begrüßte der Vorsitzende Moritz Felsenburg im Namen des Vorstandes der ״Einheit“ die Fcstversammlung. Er sah in dem zahl־ reichen Erscheinen einen Beweis der Sympathie für die segensreiche Tätigkeit dieser Institution. Er gedachte vor allem des verstorbenen Präsidenten Herrn Bernhard Hof־ bauet’ sei. Ang., der sieh unvergängliche Verdienste um die ״Einheit“ erworben hat, und dessen Name für immer mit dieser Institution verbunden bleiben wird. Er ge־ dachte ferner des vor kurzem licimgegangenen Regie־ rungsrates Dr. Salotnon Krenberger sei. Ang., welcher durch 25 Jahre das Ehrenamt eines I. Schriftführers der ״Einheit“ bekleidete. Er gedachte auch dankbarst samt־ lieber Gründer, Vorstandsmitglieder, Förderer und Gönner, die inzwischen in ein besseres Jenseits ־abberufen wurden, und dankte allen Förderern und Freunden der ״Einheit“, welche durch ihre tatkräftige Unterstützung den Bestand und die Leistungsfähigkeit der jubilierenden Institution gefördert haben. Er dankte ferner allen Per׳־ sönlichkciten für die in liebenswürdiger Weise für. die Festschrift gelieferten literarischen Beiträge. Hierauf ergriff Herr Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang das Wort. Er war erfreut darüber, daß die ״Einheit“ ihn mit der ehrenden Aufgabe betraut habe, böi ihrer Jubiläumsfeier die Festrede zu halten, um so mehr freute er sich darüber, daß er auch zugegen war, als die Speisehallen der ״Einheit“ vor 25 Jahren in feierlicher Weise eröffnet worden sind. Er sei kein Freund von Fest» reden, bei denen es in der Regel an Uebertreibungen nicht fehlt. Die Feier der ״Einheit“ sei eine schlichte und da wolle auch er ganz schlichte Worte gebrauchen. Im Wochenabschnitte der vergangenen Woche ist die Stelle enthalten, daß Moses den Allmächtigen gebeten habe, er möge sieh ihm zeigen, da er das Angesicht des Allmäch» tigen sehen möchte. Darauf antwortete der Allmächtige: Mich kennenlernen kann kein Sterblicher, aber ich werde all meine Güte, meine Langmut, mein Erbarmen an diif vorbeiziehen lassen. — Jene Eigenschaften, welche die G־ttheit auszeichnen, und welche die Menschen nach» ahmen sollen. Die ״Einheit“, ׳ welche die Hungernden speist, beweist gleichfalls Teilnahme, Opferbereitschaft, Güte und Erbarmen gegen die Mitmenschen, Und der Erfolg ihres menschenfreundlichen Wirkens ist ein dop» pelter, da sie nicht nur in körperlicher Beziehung den Hunger stillt, sondern weil sie durch ihren streng rituellen Charakter dem gesetzestreuen Juden die Beruhigung gibt* daß er beim Essen nicht in Konflikt komme mit seiner religiösen Ueberzeugung. Sie befriedigt also nicht nur den hungernden Leib, sondern auch die jüdische Seele de# Was bietet die führende Weltfirma mar Wien I, Kärntnerring 6 (gegenüber Hotel Bristol) m amen- L Modernste und individuellste Ausführung. 2. Tadellosen, mustergültigen Sitz. 3, Nur erste Qualität in Material und Arbeit zu mäßigen Preisen. Die Firma QTHMAR SCHIFF legt allergrößten Wert darauf, jede Kunde unter allen Umständen zufriedenzustellen. Setzen Sie sich daher, bevor Sio eine PerUcke kaufen, in Ihrem ureigensten Interesse mit der Firma othmar schif ** in Verbindung I

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