Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 7 (13.2.1931)
- Date
- 1931-02-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Von leitender agudistischer Seite. Wie aus clcm in unserem Blatte. bereits veröffent# ' lichten offiziellen Kommunique hervorgeht, ist* in der am 20.' Jänner ,stattgehabten Sitzung zunächst doch noch ein*! mal ■über-die Frage diskutiert worden, ob eine Möglichkeit für die Erfüllung der von der K. G. gestellten Bedingun# gen zum Eintritt in die Agency vorhanden ist. An sich war ־ dazu gar keift Anlaß mehr gegeben, nachdem der Vor#! sitzende .des ■Administrativ#Komitces der Agency, Herr Felix -Warbürg, sowohl schriftlich als mündlich nur noch von der Frage einer Kooperation gesprochen . und damit die Möglichkeit einer Erfüllung jener Bedingungen eigent־;lieh bereits negiert hatte. Daß das Ergebnis der Verhandlungen über die Frage •des Eintritts besonders ermutigend wäre, wird man bei . objektiver Beurteilung nicht behaupten können. Denn wenn auch'eine Ausschaltung des Kulturwerkes, insbe« sondere des •:־Schul Werkes aus dem Aufgäbenkreis der ״^-,tVgency und "der Uebergang dieses Sc'Kqlvv^rkesV'iauf'i' die Kneses Israel in der letzten Zeit häufiger diskutiert wor־ den ist, so , würde eine Erleichterung im Sirine einer Zii# sammenarbeit zwischen Agudo und Agency durch eine solche organisatorische Maßnahme nur dann gegeben sein, wenn die Agency auch an der Finanzierung der Kultur־ aufgaben in keiner Weise teilnähme. Das aber ist insbe# sondere angesichts, der geringen Geneigtheit der palästi# nensischcn Bevölkerung zum Steuerzahlen im 'höchsten Grade unwahrscheinlich. Schon aus diesem Grunde er# übrigt sich die Erörterung der Frage, ob und welche Garantien dafür geschaffen werden könnten, daß nach einer Beschränkung der Agency־Kompetenz auf Wirtschaft# liehe und politische Aufgaben bei der Lösung der ersteren die Wahrung des Religionsgesetzes wirklich gesichert ist.; Wir halten uns deshalb für verpflichtet, die öffentliche Meinung vor irgend wejehem Optimismus hinsichtlich eines Erfolges der Verhandlungen über den Eintritt der Agudo in die Agency zu warnen. Auf der anderen Seite können die namentlich in der agudistischen Jugend weit verbreiteten Befürchtungen, daß die Agudo durch eine Zusammenarbeit mit zionistischen Instanzen in der Rein# heit ihrer Prinzipien und der Entschiedenheit ihrer religio# sen Stellungnahme Not leiden könnte, in keiner Weise als aktuell bezeichnet werden. ״ Ln zweiten Abschnitt der Berliner Verhandlungen ist über die Möglichkeit eines Zusammenwirkens von Agudo und Agency auf politischem Gebiete gesprochen worden. Dieses Zusammenwirken hat sich in den letzten eineinhalb Jahren insbesondere in Erez Jisroel selbst, wie allgemein bekannt, wiederholt vollzogen, soweit die politi# sehe Leitung der Agudas Jisroel mit Zustimmung der rabbinischen Führer eine solche Zusammenarbeit ange# sichts der krisenhaften politischen Lage als geboten be# trachtete. Sie wäre also durchaus kein Novum« Um so merkwürdiger erscheint es uns, daß die Vertreter der Agency in der Berliner Verhandlung offenbar in einer etwas gereizten Stimmung sieh befanden, weil die Leitung der Agudo es für nötig erachtet hatte, durch ein־ der Oejffentlichke.it inzwischen übergebenes äusfüHrlicHes Memorandum der englischen Regierung ihre Steilung# nähme zur gegenwärtigen Lage mitzuteilen:. Zu einer so!־ chcn Gereiztheit lag ein objektiver Anlaß nicht vor. Denn es ist doch nicht mehr als. selbstverständlich״ daß Agudas Jisroel als selbständige und ipt einem prinzipiellen weit# anschaulichen Gegensatz züni Zionismus stehende Orga# ' nisation. verpflichtet ist, ihre Wünsche und Anschauungen in einem für die Gestaltung; der Palästina#P01itik ent# scheidenden Augenblicke in die Waagschale zu werfen. Es muß vollkommen dem eigenen Verantwortungsbewußt# sein der agudistischen Leitung überlassen bleiben, inwies ,fern und wieweit sie bei derartigen Schritten darauf Rücksicht nimmt, daß die politischen Verhandlungen, der Agency mit der Regierung in den Punkten des gemein# samen jüdischen Interesses nicht gefährdet werden. Das ist denn auch bei der Ueberreichung des Memorandums und bei den im Anschluß daran geführten persönlichen Verhandlungen sowohl hinsichtlich des Zeitpunktes als des Inhaltes dieser Verhandlungen•' in weitgehendem Maße r geschehen: ־־ , . . - .; ׳ ־ . Wenn non die Vertreter der :.Agency in den Berliner Verhandlungen den lebhaften Wunsch äußerten, die Agudas Jisroel möge sich in außenpolitischer Hinsicht Bindungen auf erlegen lassen, so ist dieses Verlangen von den agudistischen Vertretern — wie wir im Gegensatz zu einem irreführenden Bericht des Warschauer ״Moment“ mit ',Nachdruck betonen möchten -— in aller Entschieden# heit abgelehnt worden. '; Was die Kommission (und zwar nur die Kommis# sion, ohne daß bisher eine Zustimmung der politischen Leitung der Agudo erfolgt wäre) konzedierte, war lediglich die Uebernahmc der Verpflichtung, daß Agudas Jisroel im Hinblick auf die noch immer schwierige politische Lage bis auf weiteres keine selbständigen außenpolitischen Aktionen unterhehfnen werde, ohne vorher den loyalen Versuch gemacht zu haben, mit der Agency sich auf eine einheitliche politische Linie zu einigen. Gelingt ein solcher Versuch nicht, so ist auch nach Ansicht der Berliner Kommission einschließlich der: die Agency vertretenden Mitglieder die politische Exekutive der Agudo selbstver# ‘ stündlich frei, nach ihren! Gutdünken selbständig vor# zugehen. Es wird weite Kreise innerhalb der Agudo geben, die selbst ejne solche konditionale Bindung, eben weil sie eine Bindung ist und in entscheidenden Momenten recht gefährlich werden kann, ablehnen. Die Leitung hat, wie gesagt, hiezu noch nicht Stellung genommen. Bei der Er# wägung der ganzen Situation muß bedacht werden; daß 796£fcs ■a.lßauph(Au&ßirjwaSen, auch auf rein politischen! Gebiet, wo scheinbar religiöse Momente kaum in Frage kommen, die Agency, bzw. die zionistische Organisation (man kann zwischen beiden kaum einen Unterschied machen) sich hinsichtlich der Richtung-und des Inhaltes ihrer Politik in einem recht labilen Gleichgewichtszustand befindet. Es läge gär nicht außerhalb des Bereiches der Möglichkeit, daß auf dem Stuhle ,Weizmanns morgen Jabotinsky sitzt, und daß es unter Umstünden die Pflicht der Agudo sein könnte, eihe Weizmannsche Politik gegen die Agency und gegen die zionistische Organisation zu treiben. Wir haben uns angesichts der irreführenden Mit# teilung in der Presse für verpflichtet gehalten, diese er« läuternden Bemerkungen zu dem Ergebnis der Berliner Verhandlungen, insbesondere zur Aufklärung der agudi« stischen Kreise zu veröffentlichen. Aus der Aguda-Bewegung iu der Bukowina. Sonntag, clen 25. Jänner, fand in. Czernowitz die Landeskonferenz des religiösen Jugendverbandes ״Zeirei Agudas .Isroei“ in der Bukowina statt. Zu dieser Konfe# renz wurde von der Zentrale der bekannte Agudah# Führer Herr Wolf Jacobsoh'n delegiert. Die Initiatoren der Ägüda#Bewegung ji! der BuköSvipa benützten die Gelegenheit dieses Besuches,, prn eine breite 'Ägitdä# ' Propaganda zu entfalten. : - Sonntag, den 25. Jänner, um 11 Uhr .vormittägs, rief zun! erstenmal in diesem Lande die Aguda־Orgühisatiön in Czernowitz die religiösen Juden dieser Stadt zu einer öffentlichen ' M a s senversam rii 1 u n g Zusammen. Diesem Rufe waren etwa 2 00 0 Juden gefolgt, unter ihnen auch die Elite der Czernowitzer jüdischen Gesell- Schaft. Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden der Czernowitzer ״ Aguda«Organisation, Hern! Isac Sonnen־ schein, eröffnet. Er erteilte .dem Vertreter der ״Zeiret Agudas Isroei“ das Wort, welcher die Gäste, u. a. Herrn Wölf 'Jacobsohn aus Hamburg, Rabb. Bäruch Hager, Gotmani, Sohn des Wiznitzer Rebbe, Räbb. M. Fried# man, Sohn des Boianer Rebbe, Kultuspräsident Dr. Karl Gutherz, gew. Deputierten Dr. Benno Strauchcr, Stadfr'at D1\ Zloczöwer und sämtliche orthodoxen KPltusräte der Czernowitzer Kultusgemeinde ׳ begrüßte. Nachher ergriff Herr W. Jacobsohn das Wort zu einer fast zweistündigen .mit großen! Beifall aufgenommenen Rede, in welcher er das Ziel und die Grundbegriffe 'der- A; J. erläuterte. Seine Ausführungen machten einen ungeheuren Eindruck. Es wurde sofort ein ״Beth־Jacob“#Kömitee gegründet, welches sich zur Aufgabe machte,׳ für das Sommer# Semester eine Beth־Jacob־Schule in Czernowitz ins Leben zu rufen. Es sprächen ferner Rabb. Hager, Cöstiriähi, Dr. Strauche!•, Dr. Schulsohn u. a. Die Versammlung wurde in begeisterter Stimmung riiit dem bekannten ,;Hikowzul“«Lied geschlossen. Herr Jacbbsohn besuchte noch die Provinzstädte Wiznitz und Siret, wo es ihm gelang, Schritte zur Gründung von B.«J.#Schulen eip» zuleiten. . \ Im allgemeinen kann gesagt werden, daß endlich auch in der Bukowina der wahre. .Agudä־Geist einge« drangen ist. ' ' Sonntag, den 25. Jänner, um 3 Uhr nachmittags wurde, im Sitzungssaal der israelitischen Kultüsgemejnde Czernowitz die Jugendkonferenz der ״Z. A. J.“, Bukowina, eröffnet. Zur selben sind mehr als iöo jugendliche Delegierte aus der ganzen Provinz, aus Cluj und Oradea# Mare, erschienen. Von den zählreichen Gästen sind p, a. besonders hervorzuheben Herr Wolf Jacobsohn, Rabbiner Katz aus Czernowitz, Rabbiner Häger aus Cotzmann, Kultuspräsident Dr. Karl Gutherz, sämtliche orthodoxen Kultusräte;der israelitischen Kultusgemeinde Czernowitz, Herr Josef Stern, Siret, die Herren Leibovici. pnd Äpter aus Gurahumora u, ä, Die Konferenz wurde,; von dem Präsidenten der ״Z. A. J.“, Czernowitz, Hejrrn ,Eisig Münster» eröffnet. Er begrüßte die Vertreter aller'fugend# gruppen und Delegierten sowie die Gäste und beantragte, zum Vorsitzenden Herrn Josef Stern aus Siret, den ersten Weis bieiet die führende mar Wien I, Kärntnerring 6 (gegenüber Hotel Bristol) L Modernste und individpeirsle Ausführung, 2, Tadellosen, mustergültigen §lt*. \ 3, Nur erste Qualität In Material und Arbeit zii mäßigen Preisen: Die Firma OTHMAR $SHIf F/tegt aliergrdßten Wert darauf, jede Kunde unter aUeh Dinstäuden zufriedenzustelleiJi ״; : Setaeäi'|ie:Ä% %&r* ' ilf ׳ «in? PertHKe ,Kivteiii, in Ihrem ureigensteh.Infefessr mit, äeriFirma OTHMAtf SCHIF/ InVerbindangl