Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 6 (6.2.1931)
- Date
- 1931-02-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jänner 1931• sprach Dr. Pinchas Kohn im großen Saale der Agudas Jisroel vor einem auserlesenen Publikum, über die neueste Situation in und lim Erez Jisroel. Er. führte aus: , , Seit defn Chorben habajis' war'die Situation nie so schleicht' wie jetzt. Nicht bloß wirtschaftlich, nicht bloß wegen der Hochflut .des Antisemitismus, sondern Vornehmlich deshalb, weil noch nie die Erwartungen und Hoffnungen im jüdischen Volke eine '/.solch.■, ungeheure Spannung ־ hervorgerufen‘4habCn:~Die״'Schuldfrage ist lin־. interessant; ob man sich.nün nach jüdischt^r;־■/öde^tfiejit#• jüdischer Seite wenden wollte. Notwendig ist jedoch, daß man ׳ klar ־ sehe und auch klar zu sprechen wage, selbst dann, wenn man Gefahr läuft, wie es Redner erst yor einigen Wochen im selben Lokale widerfuhr, nicht bloß mißverstanden, sondern auch mißbilligt zu werden. Es ist notwendig, die größte Nüchternheit an den Tag zu legen, und nur dann könne man seelisch die Schwere der Situation erfassen. Agudas Jisroel hat stets vor übertriebenen Hoffnungen gewarnt. Der Ernst der Situation erfordert es, einen .kleinen Ausflug in die Mandatspolitik überhaupt־ zu .machen, um daraus die Lehren für das Erez־־ J isroeLProblem zu ziehen. Was die Völker der Well; unter dem Titel ״Mandat“ geschaffen haben, ist gleichbedeutend mit der Absicht, ein Land, das bisher schlecht verwaltet wurde, so zu verwalten, daß die natürlichen• Kräfte; des; Landes zugunsten der Bewohner diesesvLahdes. sich '־ derart .entwickeln, daß sie möglichst rasch zu einer• Selbstver־ waltung kommen. Dieses ethische Motiv macht/es er# klärlich, daß das Mandat ׳auch von kurzer Dauer ist. Ein. lehrreiches Beispiel ist das Irakr-Problem. Dem Völkerbund liegt jetzt ein Antrag Englands vor, dem Irak die Selbstverwaltung zu geben.. Die •Form hiezu ist ein Antrag Englands, dem Irak Sitz und Stimme irrt Völkerbünde zu geben. Der Schleier ist zerrissen und der nackte Egoismus tritt offen zutage. E§ ist , ein kluger Staatsstreich Großbritanniens und die Sittlich# keit wird gleichbedeutend mit dem Kampf um Petroleumleider.' ־ ' ’ ' - ■ Das .Mandatsland Palästina war . eine Ausnahme. Denn zum Unterschied von den Mandatsländern, besteht hier die Aufgabe der Mandatarmacht nicht nur in der Versorgung der "Eingeborenen, sondern, sic hat auch die Pflicht, den in der ganzen Welt verstreuten Jp.den Ein# wanderungs־; und Existenzmöglichlceit zu geben, England w»U das ändern, damit Palästina wie die übrigen Mändatsländer behandelt werde. Die• Aufgabe des Man# dats ist es, tlas Land zu erziehen, damit cjic natürlichen Kräfte und Schätze des Landes nur den Eingeborenen zugute kommen, damit diese schließlich zur Selbstiin* digkeit erzogen werden. *• Palästina bedeutet eine Erweiterung. Redner hatte Gelegenheit, mit hervorragenden Nichtjuden zu sprechen, und man erkannte, daß bei Palästina ein gewisses Ittifaß# bares Etwas sei, das wegzuschaffen man sich unablässig bemühe. Die •Siegerstaaten konnten ursprünglich gar nicht daran denken, bloß die Schätze dem eigenen Lande nutzbar zu machen, und darin liegt der politische Wert von San Remo. Vor wenigen Tagen ereignete es sich, daß Weiz- mann, gelegentlich des Todqs des Vorkämpfers für. die Araber in Indien, seine zionistischen Freunde flehentlich bat, sie. mögen dessen Bruder ein Beileidstelegramm schicken. Seine Freunde Wollten nicht. Sie lehnen die Idee der Selbstverwaltung mit .solcher Entschiedenheit ab, daß diese neuerlich zur; Siedehitze gebracht werden , kann. . ־ In sämtlichen politischen Enunziationen Eng# ־ lands in bezug auf Palästinäy ist immer nur von den in ׳ Palästina־ L e b bn d e.h v'dlpf^Rede. •'; Eines •־ Tages kommt ״; märf 'an den Völkerbund wegen Selbstverwaltung und darum müssen die Juden unentwegt, darauf aufmerksam machen, daß der Vergleich mit dem Irak#Problem hinkt. Nicht bloß wegen der Anerkennung des Balfour#Gedan# kens und weil die Schätze in das .Land gebracht Worden sind und gebracht werden, die nie darinnen waren, ist der Parallelismus nicht gegeben. Kongresse werden es nicht machen. Nur das alte Stadlonus konnte es ermöglichen. Die jüdische Gesamtheit ist so arm geworden, daß man'nicht einmal von dem Purimgeschenk der 1500 Ein- Wanderungszertifikate Gebrauch, machen kann, da keine Organisation über die Mittel für die UÜbersiedlung sowie . für die Garantie, welche für den Fall von Arbeitslosigkeit zu übernehmen sei, verfügt.. Auch die Chaluka war: nie so schlecht daran. In der Beschränkung liegt die Meisterschaft und es ist Aufgabe der thoratreuen' Judenh'eit, den jetzt vofhan# denen Jischuw so zu stärken, daß aus Erez Jisroel das Land der Thora werde. . In dieses traurige . Bild tritt ein erfreuliches Zeichen, wenn man den ’ neuesten Bericht von Mr. Strickland wegen des Niederganges der Fellachen, auf־־ merksam studiert. Er stellt fest, daß die Fellachen im großen und ganzen zuviel' besitzen. Deshalb fallen sic in vv ucnerernanae, wo sie 40 ■)U rrozent Zinsen zahlen, um schließlich und endlich einen Teil ihrer Ländereien an Juden zu verkaufen.;׳־' . Die , Mandatsmacht wird 'bezüglich des Boden# .kaufes nette Bestimmungen, zu'.■treffen haben. Die Juden werden' aber kein Gold . zum Bodenkauf haben. Es ist aber auch zu erwarten, daß gewisse Erleichterungen' für die Einwanderungendes Mittelstandes •gegeben werdert. Ma.n wird! auch mit weniger Kapital .einwandern können. Auch für Bachurim — so hofft .der Redtier auf Grund seiner Unterredung mit dem Unterstaats.s^kr^är heraus# gehört zu haben — werden Einwanderungs#. und, Auferjthaltsmöglichkeiten unter den entsprechenden Klauseln gegeben werden. Und wieder einmä'l Ire g t “Ce r Schlüssel für Gedeih und Z u 1< ü n'f t::f d-*e's Landes bei den N e s s i i m K o 11 e 1 i m. ' '• ־ Es rächt sich jetzt furchtbar, daß nun seit 30. Jahren gegen die Chaluka in maßlos häßlicher Weise gekämpft wird und selbst die, die sich von Unrecht frei wähnen, nicht ganz objektiv sind. Es liegt in der Hand der Nessiim, künftighin für die Bachurim zu sorgen,־ daß sie dort bleiben können und die Thora im Lande be# festigen helfen. Jeder Groschen für die Büchse Rabbi M'eir Baal Haness ist ein Baustein für das jüdische Palästina im Geiste der Ueberlieferung. Es ist Aufgabe der Agudas Jisroel, die Nessiim wachzurufen, . damit sie das Gebot der .Stunde erkennen. V' Zusämmenfassend wiederholt der Redner, es müsse verhindert werden, daß das Mandatsland mit dem Irak in eine Parallele gestellt werde. Der Redner betont/ daß er mit dem Weißbuch dem Sinne nach einverstanden sei. Der Legislative Council ist der ״gang־ barste Weg, doch man muß bedenken, daß 60 Pro# zent der Juden in Palästina keine Palästinenser geweden sind, und das kommt bei den Wahlen ganz besonders zum Ausdruck. Man müßte jetzt allen in Palästina wohnenden Juden raten, Palästinenser zu werden, wenn es auch nicht ohne Bedenken ist. Das ist das Geheimnis der englischen Politik.. . ,!.-• Der große Sijum. Thoths u.täauphcRu&föirJtnaSen, (' '־. , Wie in der ganzen jüdischen Welt, würd'e; auch in Wien am Abend des בשבט V'tfi der DPp des ךף ל/יומי gefeiert. Itn Festsaäle der Jugendgruppe drängte sich eine bewegte Menge zu dieser, Feier. Viele Besucher konnten keinen Einlaß mehr finden. Die. geniale Idee dä» Lubliner רבי שליט״א ׳ um die ganze Judenschaft auf dem Erdenrund ein geistiges Band zu knüpfen durch das gemeinsame Lernen .des gleiches Blattes und ■ das gemeinsame Beenden des תלמיד ככלי, fand außer# ordentlichen Anklang. In allen Ländern, wo •gläubige Juden wohnen, ,bildeten sich Gemeinschaften zu diesem Zwecke. Die Jugendgruppe der Agudas Jisroel hat zu Beginn eine solche Gemeinschaft gebildet, die unter der eifrigen , Leitung des Rabbi Jakob Teitelbaum . gründlich durchlernte. ' . Die echte ,שמחת של מצור . wurde durch §ks Auslernen der letzten כת א BÖ und mit Beginn #>• ersten eingeleitet. Der Obmann der Jugendgruppe, Ch|un Herzog, begrüßte die Anwesenden und, entwickelte Lin mit vielen ־' ד21רי תלך ח'gewürzten Ausführungen ijie hohe Bedeutung des ח י ל מ י Lernens, dessen grüp’d# liehe Kenntnis den Lebensnerv des jüdischen Volkes bildet. Er würdigte in wärmsten ״Tönen das tiiiivbrgänig״ י;...;■׳;■ :י/.':■׳■■•'•■•‘,■.■ ■•'..:■.■f•| . Was bietet die führende Wdtfirma jifilll* feeaeniiher Mo'tdt m 52 1, Modernste und individuellste Ausführung, 2, T^eUesen, niji^t^rgülligen Sitz. l 3, ^eQualit|lb in M|fe|i^l nn^Arl^iPzui Die Firma OTHMAR SCHIFF l?gt allergrößten \Vert darauf, jede j|u|g^ t|^r^a Um|t|nden luf^^n?^|^ijlS ' $>et?en Sie sich dal\e», bevor Sin eine PerllcHe haelen, in iblfuh ureigensten Interesse. mit:de*11Fi?1n&, צ '׳ f