Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 1 (2.1.1931)
- Date
- 1931-01-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2629891-2630389-2630390--3807-2635860- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JahresberkhG.. für das Schuljahr 1898. 7 * faLiMIffMK IMNAtai' ttnd Freunden unseres seif M Jahren bestehenden Vereines den Rechnungsabschluß pro 1898 vor... . , schließt auch dieser Reehnünisäüsweis Mit einem Defizit ab* da es uns tiicht gelungen ist, dcft uusCfer Gönner und Wohltäter tim ein bedeutendes zu erweitern* 7 der großen materiellen Schwierigkeiten streben wir, nachdem die Volksschule durch die V* Klasse ergänzt wurde, die Angliederung einer dreiklassigeh Bürgerschule an, um unser Werk Zti einem Abschluß zu bringen, welches eine Generation heranzubilden berufen ist, der das teure Vermacht* nis von Jahrtausenden, unser heiliges Schrifttum, zur weiteren Ueberlieferung anvertraut werden kann. Mit lebhaftem Bedauern und aufrichtigem Schmerz müssen wir konstatieren, daß eine solche Institution, die einzige dieser Art in Oesterreich, welche seit fünf Dezennien eine wahrhaft humane und Segensreiche Wirksamkeit entfaltet, eine Anstalt, aus welcher mehr als 10,000 Schüler hervorgegangert sind, mit Schwierigkeiten materieller Natur zu kam pfen hat. Die Ausbildung und Erhaltung der seit zwei Jahren an unserer Schule bestehenden V. Klasse hat uns besonders große Opfer auferlegt, wir können aber mit aufrichtiger Freude deren sowie der ganzen Schule günstige Erfolge konstatieren. (Vom Vorstand ist Herr Heinrich Berger mit Rücksicht auf sein Alter und seine angegriffene Gesundheit zttrüdkg etreten.) Vorstand: . Qberrabbiner Dr. Güclemann, Präses acl honores; Doc. Dr. Jos. Grünfelcl, Vice-Präses; Dr. Gustav Kohn, Kassaverwalter; Markus Bondi; Direktor D. Simon; David Kohn; Sigmund Kauders; Dr. Maxim. Steiner. Lehrkörper: Leopold Pollak, Ed. Deutsch, Wilh. Heller, Rud. Kohn, Jakob Kohn, Ign. Löw, A. Friedmann, Gerson Langberg. Der Jahresbericht für das Schuljahr 1900 dankt der Frau Mathilde von Gutmann für die anläßlich des AMeBens ihres Gatten Dr. Ludwig Ritter v. Gutmann der Schule gewidmeten K 20.000. Auch das Vereinsmitgliecl Josef Bruckner hat dem Verein K 3000 testiert. Der Bericht fährt fort: ״Die 1m Vorjahr begonnene Ausspeisung der Schulkinder im eigenen Hause hat sich als segensreiche Institution bewährt. Mehr als 50 Kinder genießen die Wohltat des Mittagstisches im Schulhause und bringen die Zeit von 12 bis 2 Uhr im gutgeheizten Lehrzimmer zu, während sie in früheren Jahren bei Wind und Wetter in die Volksküche gehen und dort oft lange warten mußten, bis an sie die Reihe kam.“ Der Vorstand bestand aus: Oberrabbiner Dr. Moritz Güclemann als Präses ad honores, Marcus Boncli, Präses, Dr. Josef Grünfeld, Vizepräses, Dr. Gustav Kohn, Vizepräses und Kassier, Direktor Simon, Dr. Maxim. Steiner, Siegmund Kauders, Bernhard Hofbauer, Dr. Alfred Berger und David Kohn als Schriftführer. ׳ Aus der Schulchronik ist herv.orzuheben, daß während der Ferien ein Teil der rumänischen Auswanderer im Schulhause untergebracht war״ daß vom Verein ״Ferienheim“ 35 Schüler der Anstalt in die Ferienkolonie entsendet wurden und als Allshilfslehrer Julius Muschel und Wilhelm Braun angestellt wurden. Der Jahresbericht für das Schuljahr 1902 hebt hervor, daß durch die neuerliche Pensionierung einer Lehrkraft, Anstellung neuer Lehrkräfte und Beförderung jüngerer Lehrer clem Vereine neue Lasten erwachsen sind. Ferner erwähnt cler Bericht eine Erhöhung der Subvention der Kulfusgemeinde auf K 7000 und betont, daß die Talmucl-Thora-Schule die einzige in der Monarchie ist, welche eine eigene Schulküche besitzt, aus der täglich 50 Kinder und oft mehr den Miffagsfisch erhalten. Sie versorgt ihre Kinder mit Schuhen und warmen Winterkleidern. Im abgelaufenen Söhuljahr wurde die Schule von 232 Schülern besucht, von denen 68 Prozent Schulrequisifen, 28 Prozent Kleider und Schuhe und 30 Prozent den Mittagstisch erhielten. Lehrer: 1. Klasse: Rud. Kohn; 2. Klasse Eman. Liiftschitz; 3. Klasse: Leopold Pollak, Aron Friedmann; 4. Julius Muschel; Oberlehrer Ign. LöwHebr.; 5. Oberlehrer Jakob Kohn; Wilh! Braun, Hebr.; Turnen: Leopold Richter; Gesang: Julius Muschel; Talmud: Unterstufe Aron Friedmanti, Oberstufe Adolf Kohn. Wilh. Heller wurde mit Schluß des Schuljahres 190.102־ in den Ruhestand versetzt. Der Jahresbericht für das Schuljahr 1903 verzeichnet den Tod des pensionierten Lehrers Heller. In die Mittelschule traten in diesem Jahre zwölf Schüler ein. Schulgeld zahlten 22 Schüler (8,3 Prozent). Der Lehrkörper weist nur Franz Löw neu auf, der in der vierten Klasse Hebräisch unterrichtete. Von Beginn des Schuljahres 1903-04 angefangen versahen die Herren Dr. Reininger und Doktor Bondi unentgeltlich die Funktion von Schulärzten. Jahresbericht für das Schuljahr 1904. Die zunehmende Verarmung der jüdischen Bevölkerung, der stete Zuzug aus Galizien — unsere Schule zählt 72 Prozent polnische Kinder — sind die Ursachen, daß sich die Zahl jener Kinder mehrt, welche die Wohltaten der Schule sowohl in ethischer als auch in physischer Beziehung — was die Ausspöisung und Bekleidung betrifft — genießen,• während die Zahl der Schulgeld entrichtenden Kinder sehr herabgegangen ist. Herr Ignaz Löw, der frühere verdiente Oberlehrer und nachmalige Religionslehrer, feierte am 27. Juni seinen 70. Geburtstag, aus welchem Anlaß ein Schulfest stattfand, bei clem dem geehrten Jubilar von seiten des Vorstandes und vielen anderen Seiten die gebührende Anerkennung und Aus" Zeichnung zuteil wurde. Herr I. Löw trat mit Schluß cles Schuljahres 1903-04 in den wohlverdienten Ruhestand, erhielt aber die ehrenvolle Mission, den Religionsunterricht zu überwachen, und wurde ihm das Amt eines Oberlehrers für das Hebräische übertragen. Jahresbericht für das Schuljahr 1905. Der Rechenschaftsbericht für das abgelaufene Jahr 1905 schließt leider wieder mit einem Defizit. Unser Budget wächst, die Gehälter und Pensionen, die Lehrmittel, Ausspeisung und Bekleidung armer Schulkinder, die Ausgaben für die Erhaltung־ des Schulhauses legen uns große Lasten auf. Die Zahl der Mitglieder hat wohl im letzen Jahr einen Zuwachs erfahren, aber wir sind durch die Schulbehörde gezwungen, ein neues Schulhaus zu errichten, da das alte den modernen hygienischen Anforderungen nicht genügt. Jahresbericht für das Schuljahr 1906. Lehrer Leopold Pollak ist im besten Mjannesalter, nach elfjährigem Wirken an cler Schule, gestorben. Der Vorstand ist nach diesem Jahresbericht durch Salomon Simons Eintritt verstärkt, sonst unverändert. Aus der 5. Klasse traten ein: In das Gymnasium 10, in die Realschule 5, in die Handelsschule 2> in die Jeschiwah 2, in die Bürgerschule 19 Schüler. Von 252 Schülern sind geboren: in Wien 129, in Niederösterreich l»in Mähren 1, in Schlesien 1, ‘׳tu Galizien 80, in der Bukowina 9, in. Ungarn 26, Ausland 5.; . Es wohnten: iü\ 1. Bezirk 4, im 2. Bezirk 203, inv 20, Bezirk 45. Am Beginn des Schuljahres 19056־ mußte über Auftrag der Schulbehörde wegen ungenügender Rftülhyerhältnisse die Zahl der Schüler in allen Klassen herabgesetzt werden, Es blieben 202 Schüler.; Afeü müg§traten. ist׳ ׳der Lehrer der 1. Klasse, Gotthold Friedländer,; sonst ist der Lehrkörper unverändert. י■ •■־־..-'•■■:י• - ,. ־ T ^-Inspektion der Schule durch den Lähdes-Sauitätsinspktär, der das Schulhäus für seinenZweck niehi geeignet fand. Der niederösterreichisehe liahdßssßhülrat hat deshalb angeorduet, daß׳ die in einem eht&prhehenderen Gebäude nntergebraeht werde1׳; (Fertsetipg folgt.) ־ ' '; ' ־•; Tschechoslowakei Iiv. E.totxi ■ —jn ■יי׳■׳־■ II Man achte auf die gesetzlich 11 I I ■■11 geschlitzt Marke und Name ־ Sthu 1s Fabrik und Büro: Wien, XIV., ßraunhirschengasse 3 Telephon R-33-1-87. Tschechoslowakei ^WIIIBIIIIIIIINinillllllllllllNIIIIIIHIINmiHIIIMIMIIIIIIIIMIffllHIIIIBIlilllllllllllllllinilllllinillllllllNIIIIIlliallir Um die Religiosität unserer Frauen und Töchter. Oft schon wat an dieser Stelle die Rede von den .besonderen.^|ichtcnj. jl ie der-^esamten tho.ratreuen Judenheitgpserer Tage aus den geistigen Und moralischen Weltkrisen der Gegenwart in drhöhtem: Maß erwtfhhsen Sind und immer iieü erwacHsienl Neben der theortischen und.praktischen Notwehdigkeit der organisatorischen Züsainttienfassuhg i üer Kräfte aller fhoratreuen Einzelnen zu einer lebendigen und lebensfähigen Gesamtheit steht unsereä Erachtens an der Spitze dieser neüdii, aber unabw6islichen Aufgaben die zielbewußte Sorge für die Erhalt un g un d S t ä r kung einer klar erkannten re 1 i g iösen Welt- und Lebensansehauung im Her zeit unserer Frauen und Töchter nach den Gruucl- Sätzen, wie sie sich aus clenr von allen maßgebenden גדולי התורה והיראה unserer Zeit gutgeheißeneu Programm per Agüclas Jisroel mit gebieterischer Bestimmtheit ergeben. Die Wege, die zur; Erreichung dieses heiligen. Zieles, nämlich der Er- Ziehung Unserer Frauen und Schwestern zu bewußten Pflegerinnen und Forterhalterinnen. des traditionell-jüdisbhen thoragemäßen. Frauen- und MuttCridealSj wie es seit der Offenbarung am Sinaij' biS ftfli den heutigen Tag von Millionen י ם צדקניות W נ repräsentiert wurde, beschritten Werden sollen, nlÖ|ien iiaedt den gesellschaftlichen, Hvirtschaftlichen uWd küttbreÜen Verhältnissen in den einzelnen Ländern Verschieden sein. Die Maßnähmen zur Verwirklichung dieses wie jedes anderen thorabelebten realen Strebens müßten sich sogar — wo das Religionsgesetz selbst nicht anders bestimmt — mit vorbedachter, peinlicher Gewissenhaftigkeit zu jeder Zeit und an jedem Orte nach den Verhältnissen, richten und günstige und ungünstige Potenzen und Möglichkeiten in Rechnung ziehen. Eins nur müßte außerhalb jeder Frage und jeder Erwägung stehen: die Tätigkeit für das als richtig und als notwendig erkannte Ziel.•׳Handelt es sich aber, wie in dem Falle der Töchtererziehung und der Religiosität unserer Frauen, um eine zeitgeborene und zeitgebotene Aufgabe, deren Nichtachtung oder Vernachlässigung nach menschlichem Ermessen — wenn nicht Wunder geschehen — den geistigen Ruin des traditionellen jüdischen Lebens zur Folge haben müßte, so bedeutet die Untätigkeit auf diesem Gebiete unter allen Umständen schlechterdings ein schweres Vergehen gegen die vitalsten Interessen des Judentums in seiner Gesamtheit. Ich gehe sicher nicht fehl, wenn ich behaupte, daß die gesamte orthodoxe Judenheit in der Slowakei und Podkarpatska Rus (um nicht mißverstanden mu werden, betone ich ausdrücklich, daß ich uuter ״orthodoxe Juden“ nicht die an orthodoxe Gemeinden steuerzahlenden, sondern immer gesinnungsgemäß thoratreue Juden verstehe!) wohl kaum über eine Sache so einhellig einig ist, wie darüber, daß der gegenwärtige Zu* stund der TöcJitererziehuug in den weitesten ortho-׳ doxeu Kreisen ganze Generationen jüdischer Mütter geistig und religiös gefährde und auf das dringendste reparaturbedürftig sei. Derngegenfr- 5348484853485353485323484853