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Jüdische Presse · 1930-11-21 · 46 (21.11.1930) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
46 (21.11.1930)
Date
1930-11-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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November rr ויכא־סרעסבורג א׳ כסלו תרצ״א 1930 16. Jahrs* Sieg der Aguda-Politik in Polen. ־ Vergangenen Sonntag’ haben in Polen die Sejmwahlen stattgefuiulen. Die Zionisten haben das agndistisehe Angebot betreffs einer gemeinsamen jüdischen Liste nicht angenommen. Wie die mmmehr bekannt gewordenen Resultate zeigen, brachte dieses Verhalten grobe Verluste für die gesamtjüdische Vertretung. Die Zionisten selbst haben jedoch den größten Schaden von ihrer Taktik gezogen. Sie konnten insgesamt nicht mehr als sieben Mandate erlangen, kehren also mit einem betrachtliehen Verlust in den Sejm zurück. Dagegen hat die von der Aguda eingeschlagene Richtung, die unter A b k c h r v o n a I I e r N a t i o n n l i t ii i e n p o I it i k trachtet, a u f d e r S e i t c cl e r R c g i e 1־ u n g s- Parteien die jüdischen Forderungen durchzusetzen, zu einem vollen Lrfolg geführt. Nach einer von orthodox-jüdischer Seite mit persönlicher Auf- Opferung geführten Agitationstätigkeit kann als Resultat verzeichnet werden, daß auf der Liste der Aguda in Warschau Oberrabbiner L e w i n, Rzeszow, dieser bewährte Parlamentarier, gewählt wurde. Somit hat die Aguda ihre parlamentarische Vertretung im Sejm wiedererobert. Außerdem erhält die Aguda von der Regicrungsliste drei Mandate und zwei für die mit der Aguda assoziierte Wirtschaftspartei. Insgesamt wird die Aguda also im Sejm über fünf Mandate verfügen, zu denen noch die kommenden Sonntag voraussichtlich in den Senat gelangenden Abgeordneten zu zählen sind. Bisher hatte die Aguda in Kongreß polen überhau pt kein Mandat besessen. Noch bedeutsamer als der absolute Gewinn an Mandaten ist aber der ungeheure Z u w a c h s a n S t i m m c n für die Aguda, dem ein ebenso großer Rückg'an g an zionistischen Stimmen gegenüberstcht. Es ist zu hoffen, daß dieser Erfolg der orthodox-jüdischen Politik in Polen nicht nur von einer Neubelebung und Besserung der innerjüdischen Situation begleitet sein, sondern auch der jüdischen BnnHHlHBHBlllinnillllilillBIHntülftfliBlllffllUlilllliinflllfHHBIIlHiilUMIllUUliaillBBIlUBUIHHBUlfläffl Lebensversicherung - Gesellschaft 1ווווווווווו!!ווווווווווו!!!!וו!!וו!ווווווו!וווווווווווווווווווו!וו!ו 1ווווווווווו!!ווווווווווו!!!!וו!!וו!ווווווו!וווווווווווווווווווו!וו!ו Gegründet 1882 Gegründet 1882 MftngsMnd Ende inni 1930 Z450 Millionen Slliing Garantiemitte! Ende 1929 . 300 Hiilionen Willing Prämienand Zinseneinnahnien 1 Jahre 1929 . 1Z5v3 Millionen Sdiilling Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten Gesamtlage ihren Stempel aufdrücken und damit auch der jüdischen Bevölkerung eine Erleichterung von den drückendsten Sorgen bringen wird. Tn Lodz erreichte der Agucla-Wirtschaftsblock mehr als 20.000 (15.000 bei den letzten Wahlen) Stimmen, ohne ein Mandat zu erlangen. In Warschau wurden für die Agudaliste 52.000 (24.000) Stimmen abgegeben. Palästina'Debatte im Unterhaus. Lloyd George für Erfüllung der Balfour-Deklaration. Montag, den 17. November, wurde im englischen Unterhaus die Debatte über die künftige Palästina- Politik der englischen Regierung durch eine Rede Lloyd G e o r g c s, unter dessen Ministerpräsidentschaft die ׳Balfour-Deklaration erlassen wurde, eröffnet. Er betonte zunächst, daß die Deklaration von allen drei Parteien genehmigt wurde und r.ls hochpolitische Aktion zuvor die Zustimmung der alliierten und assoziierten Mächte erhalten habe. Die Idee sei nicht die einer jüdischen Kolonie, sondern einer jüdischen nationalen Heimstätte gewesen. Die Deklaration sei eine Ehrenschuld der größten Nation der Welt und sie werde von dem Weißbuch völlig widerrufen. Nicht nur die Juden seien dieser Ansicht, sondern die Araber selbst. Man dürfe nicht vergessen, daß das Mandatsgebiet iu Palästina eine ganz andere Sache sei, als zum Beispiel das Mandatsgebiet Uganda oder das Mandat über irgend eine deutsche Kolonie. Der Bericht der Mandatskommission des Völkerbundes sei zum erstenmal ein Vorwurf gegen ein Land gewesen und es bleibt nicht anderes übrig, als entweder das Mandat dem Buchstaben und dem Geiste nach auszuführen oder dem Völkerbund zulückzugeben. Keinesfalls aber könne man es eigenmächtig ändern. Lloyd George kam dann auf die einzelnen Punkte des Weißbuches zu sprechen, das er als einseitiges Dokument, feindlich dem Geist des Mandats, bczeichnete. Die Regierung versuche den Juden die Kolonisierung Palästinas unmöglich zu machen. Nach einer Darstellung der großartigen jüdischen Leistungen in Palästina setzte Lloyd George seine Angriffe gegen die Regierung fort. Man könne die Tatsaolie, daß sie nichts für die Araber getan habe, nicht gegen die Juden ausbeuten. Es sei eine b 1 ö d s i n n i g e Politik, zu behaupten: Wir können nichts für die Araber tun, also hindern wir die Juden, etwas für sie zu tun. Lloyd George erklärte zum Schluß, daß e.in Fehlsclvlag der englischen Politik in Palästina das Vertrauen in die Gabe Englands untergraben müsse, ein W c 11 r e. i c 11 zu regieren. Sliiels sorgt für die Araber. (Shiels operierte in seiner Antwort zunächst mit den bekannten Phrasen von Aut'rechthaltung des Mandats, wobei er zu bemerken vergaß, daß die Be- Stimmungen des Mandats nicht allein darin bestehen, daß England Palästina behalte. Die Behauptung, daß die Regierung das jüdische Nationalheim in seiner gegenwärtigen Form zu kristalli- 6ie1־en suche, Imt nicht den Schatten einer Begründung. Es ist beabsichtigt, mittels einer von der britischen Regierung garantierten Anleihe einen FoncR von zweieinhalb Millionen Pfund Sterling zu gründen, mit Hilfe dessen auf dem Boden Palästinas ungefähr zehntausend Familien angesiedelt werden sollen. Shiels erklärte weiter, der Zweicinhalbmillioncnfonds sei vor allem für Araber bestimmt, denen ihr Grundbesitz enteignet worden ist. Der Ueberschuß des Fonds werde für die Ansiedlung von Juden und Arabern zur Verfügung stehen. Abgesehen von Handarbeitern, sei für die anderen Bevölkerungsschichten der Juden, die Einwanderung niemals gesperrt gewesen. Shiels betonte, er sei überzeugt, daß alle britisehen Regierungen für die Entwicklung des jüdischen Nationalheims alle Unterstützungen gewähren werden, die mit den gleichfalls heiligen Verpflichtungen gegenüber der anderen Seite vereinbar seien. Ucbrigens seien sich die klügsten u n d v e 1׳ s t ä n d i g s t e n Führer (?) der Zionisten darüber klar, daß ohne eine zufriedengcstclltc arabische Bevölkerung ein voller Erfolg des jüdischen Nationalhcims nicht zu gewährleisten sei und daß alles, was die Regierung tun werde, um ihre Mandatspflicht gegenüber den Arabern zu erfüllen, zum Erfolg der jüdischen Nalionalstätte beitragen werde. Hernach ergriff MucDonald das Wort. Premierminister MaeDonald sprach seine volle Anerkennung für die von den jüdischen Kolonisten zur landwirtschaftlichen Entwicklung Palästinas' entfaltete Tätigkeit aus und bemerkte, die Regierung sei gegenwärtig in Beratungen mit Vertretern der zionistischen Bewegung begriffen und wolle in entsprechender Weise auch mit den Arabern Fühlung nehmen. Die Regierung werde ihr Mandat nach beiden Richtungen hin ausüben und sich mit aller Kraft bemühen, die Entwicklung Palästinas in einer Weise zu fördern, daß die Eintracht zwischen Juden und Arabern immer enger werde. Ankündigung eines neuen Statements über Palästina.!Das Büro des englischen Ministerpräsidenten in Downingstrect hat nachstehendes Kommunique herausgegeben: •Mit Rücksicht darauf, daß bezüglich der Vereinbarkeit einzelner Airsätze des Weißbuches mit gewissen Artikeln des Palästina-Mandats Zweifel laut geworden sind und andere Absätze des Weißbuches Anlaß zu Mißverständnissen gegeben haben, hat die Regierung Sr. Majestät Vertreter der Jewisli Agency zu einer Beratung über die betreff enden Gegenstände eingeladen. Da die am Mandat interessierten Parteien von dem lebhaften Wunsche beseelt sind, daß die korrekte Interpretation und unparteiische Anwendung־ der Besümmurigen des Mandats gesichert werde, bestellt begründete Hoffnung, daß nach Veröffentlichung eines neuen Statements über diese Fragen bezüglich aller strittigen Punkte eine Einigung erreicht werden wird. Rituelle Kochkurse vom Stadtschulrate konzessioniert Wien, II., Malzgasse 7, Tel. A«48-0-77 (Or. KRÜGER-HEIM) Was bietet die führende Weltfirma in Othmar Schiff Dm^eii; Wien I, Kärntnerring 6? (gegenüber Hotel Bristol) 1 1/1 * 1. Modernste und individuellste Ausführung. 2. Tadellosen, mustergültigen Sitz. 3. Nur erste Qualität in Material und Arbeit zu mäßigen Preisen. Die Firma OTHMAR SCHIFF legt allergrößten Wert darauf, jede Kunde unter allen Umständen zufriedenzustellen. Setzen Sie sich daher, bevor Sie eine Perücke kauten, in Ihrem ureigensten Interesse vait der Firm3 OTHMAR SCHIFF in Verbindaag!

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