Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 35 (29.8.1930)
- Date
- 1930-08-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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'Haviütfcvt vfiHettt povolw( rifiAt pott « ttteitttit * »rttlrii*• »«. 4U72-ffi-2». Z41tnzen vom V«rl«e«r venwiatov Janmal •xptdl• p*r 1‘edltBtJ V. b. b. ORGAN PNU DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. ^«dikilon n. Administration: Wien, I!.,Leopold!• SBiie Id, i. Stiege, 1. Stock. — Tel.R45*4*M. /«ehcchoelovrtkeli Bnitislftvft, Pottfach 140. gtachelnt laden Freitag. —־ Redaktfomichiaii: Mittwoch Mittag. ÄboansntenUprelie 1 Oanzjlhrigi Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei tichecb. K. 80, Einzelnummer öst. Or. 50, das übrige &a6tand 3 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse“, Wien für Oesterreich: Postsparkassenkonto Nr. D-S3614; Deutschland: Post* Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: .Jüdische Presse“, Bratislava, Postspk.־Amt Prag Konto Nr. 53386 Nr. 35 Wien-Bratislava, 29. August 1930 .rin!ד,' אלול כ׳ד׳ וינא־פרעסבורג 16. Jahrg. 9 Der erste Weltkongreß der Schomre Schabbos. Nach kaum zweijährigem Bestände des Weltver־ bandes für Sabbatschutz Schomrc Schabbos ist es ge# lungen, Vertreter der ganzen jüdischen Welt zum 1. Sab# bat#Weltkongrcß in Berlin zu vereinigen. Seit vielen Wochen steht die deutsche Judenheit insbesondere im Zeichen der Vorbereitung des Berliner Kongresses, der am 24. August vormittags in der Singakademie in Berlin seinen grandiosen Auftakt hatte. Etwa 250 Delegierte der jüdischen Gemeinden, Gemeindeverbände und Organisa# tionen aus aller Welt haben sich in Berlin eingefunden. Die Staatsbehörden, die schon seit längen* Zeit auf die Bestrebungen des Weltverbandes für Sabbatschutz auf# merksam geworden sind und dieselben mit Interesse ver# folgen, haben dieses Interesse anläßlich der Kundgebung in besonders eindringlicher Weise an den Tag gelegt. Die Roichsregierung, die Preußische Staatsregievung, die Stadt Berlin und verschiedene sozialpolitische Gremien hatten ihren besonderen Vertreter zur Tagung entsandt. Besonders imposant war der Eindruck, der von den hervorragend־ sten geistigen Führern der zeitgenössischen Judenheit ge# weckt worden ist. s Der stellvertretende Vorsitzende des Weltver־ bandes, Herr R. Dr. S 111 z b e r g e r, eröffnetc die Tagung und erteilte sofort dem Präsidenten des Verbandes, Herrn Seminardozent Dr. S. G r ii n b c r g, das Wort zu einer Begrüßungsansprache. Der Redner begrüßte die Delegierten, die Ehrengäste, die Pressevertreter und das in einer ungeheuren Fülle erschienene Berliner Publikum. In knappen Strichen legte er die Entstehungsgeschichte des Verbandes dar, der in unserer Zeit die dringende Aufgabe zu lösen habe, den Sabbat zu retten und sich sozialwirtschaftlicher Hilfsmittel auf diesem Wege be־ dienen müsse. Der Kongreß sei eine Arbeitskund# g e b u n g des geeinten positiven Judentums. Er werde über verschiedene wirtschaftliche Projekte und Pläne der Abhilfe zu beraten und ,zu beschließen haben. Daneben komme ihm zu, aus dem Gefühle der Solidarität heraus die Möglichkeit der' Sabbatheiligung für alle Juden zu erstreben. Der Redner wandte sich dann zur Darstellung des Sonntagsruhegesetzes und richtete einen Appell an alle Kulturnationen, die sozialen Bestimmungen der Sonntagsruhe in einer Weise auszugestalten, die der be# sondernne Situation der Judenheit gerecht werde. Vom Sabbat in Erez Israel erwartet der Redner, daß er mustergültig werde für die ganze Diaspora. An das mit außerordentlicher Wärme aufgenommene Referat schloß sich die Begrüßungsansprache von Herrn Legationsrat Prof. Dr. Sobernhcim im Namen der Reichsregie־ rung, der Preußischen Staatsregierung und der Stadt Berlin. Der Vertreter der Reichsbehörden sicherte den Bestrebungen des Weltverbandes wohlwollendste Be# achtung von seiten der Regierung zu. Er hob insbe# sondere die Nationen verbindende Kraft der Idee hervor, in deren Zeichen sich die markanten Persönlichkeiten zusammengefunden . haben. Die Ehrung des Kongresses durch den Vertreter der Reichs־ und Staatsbehörden fand stürmischen Beifall. Begrünungen der großen jürfisclien Verbünde. Herr James Goldschmidt spricht im Namen des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Er sagt die tätige Mitarbeit dieser im jüdischen Leben so maßgeblichen Körperschaften in vollem Umfange zu. Dieses Bekenntnis der größten jüdischen Gemeinde Mitteleuropas zur Sabbat־Idee wird stürmisch applau# diert. Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer übermittelt die Grüße der israelitischen Synagogengemeinde Adass Jisroel zu Berlin, des Preußischen Landesverbandes ge# setzestreuer Synagogengemeinden und des Bundes gesetzestreuer jüdischer Gemeinden Deutschlands, Sitz Halberstadt. Rabbiner Dr. U n n «־Mannheim bekennt sich namens des traditionell gesetzestreuen Rabbiner־ verbandes, des Oberrates der Israeliten in Baden, des hessischen Gemcindeverbandes und anderer süddeutscher jüdischer Organisationen zu den Grundlagen und dem Arbeitsprogramm des Schomre Schabbos־Verbandes. Desgleichen Rabbiner Dr. Ansbacher für den orthodoxen Rabbiner־Verband. Rabbiner Dr. Max Wiener־Berlin spricht namens des sozialen Ausschusses des allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes und für den liberalen Rabbinerverband und legt iitsbesondere iiir diesen ein mit großer Bewegung und stürmischem Applaus auf־ genommenes Bekenntnis des liberalen Judentums zur Idee und Verwirklichung des Sabbat ab. Hier ist das Zeichen, in dem sich die zerstreuten Geister des jüdischen Volkes zum Wiederaufbau jüdischen Lebens und jüdischer Zukunft zusainmenzufindeii haben. Herr Hertz begrüßt namens der jüdischen Gemcindeverbände Bayerns und Württembergs und der Kultusgemeinde München, Alfred Leviy namens des Gemeindeverbandes von Schleswig־. Holstein und der Hansastädte. Rabbiner M e i r Berlin, mit einer großen Ovation empfangen, begrüßt in hebräi־ scher Ansprache den Kongreß namens der Zionistischen Exekutive, der zionistischen Föderation Misrachi und des Waad Leumi in Jerusalem. Er bezeichnet die tätige Teschubah als Grundbedingung zum Wiederaufbau jüdischen Lebens und wünscht die Einheit von Binjan Haarez und Binjan Kidusch Haschabath. Jacob Rosen־ h e i m־Frankfurt a. M., Präsident der Agudas Jisroel־ Weltorganisation, spricht, ebenfalls stürmisch applaudiert, die Glückwünsche seines Verbandes zur Gründung einer speziellen Sabbat־Schutzorganisation aus und stellt die in jahrelanger Vorarbeit gesammelten Materialien und Verbindungen der Agudas Jisroel dem neuen Verbände zur Verfügung. Er sieht in diesem Verbände die natur־ gegebene Grundlage für die Ge.samtorganisation des jüdisches Volkes im Zeichen des Sabbat als seines Leitsternes. Herr B aumi n g e r stell* namens der Kultusgemeinde Wien deren Sabbatschutz־Apparat zur Verfügung und schildert im einzelnen die bereits in Wien Zu Rosch-Haschanah wünschen Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Kunden, Gästen u. Bekannten כתייבד, וחתימה טיבה in der SS Sie ersparen Mühe, Porto und Zeitaufwand! II., Kleine Pfarrgasse 1 Das Inserat laut nebenstehendem Muster kostet einschließlich aller Steuern nur $ S.-resp. KC 25.- Bestellungen sind zu richten: Für die Slowakei an die Adresse: ״J üdische Presse“, Bratislava, Turnergasse 14 Für Wien , ,Jüdische Presse“, Wien II, Leopoldsgasse 26 ^——oo———————————— 1 Radioaktivste Therme der Welt, 1060 Meter ü. d. M, ■'־%:' Kurhotel Bristol streng כשר H Thermalbäder, fließ. Wasser, Heizung, Gesellschafts• |f H raum. Billige Kuren im September. (Minjan §j H im Hause.) Zimmer von S 5.— an. 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In von der Versammlung in andächtiger Stille angehörten Ausführungen legt Rabbiner S e g a 1 0־ witsch aus Danzig namens des heute zum Schweigen verurteilten und um seine jüdische Existenz ringenden russischen Judentums ein Bekenntnis zur Kollektivarbeit für Sabbath־ schütz ab. Rabbiner Dr. D rach mann aus New York legt im einzelnen dar, daß die dem amerikanischen Judentum in Europa fast immer ausgestellte schlechte Note be־» ziiglich seiner Treue zur jüdischen Tradition unberechtigt und daß die Liebe zum Judentum und vseiner Zukunft, sich ausdrückend in der Treue zum Sabbath, höchst lebendig sei. Amerika fordere geradezu von dem alten, jüdischen Kulturelement, daß es die Brücke bilde zur alten religiösen Kultur der Mutter Europa. Chief Rabbi Dr. H e r t z o g aus Dublin (Irland) hält nunmehr sein Referat über ״Der Sabbath als heiligende Kraft in Israel”. (Die ausgezeichneten Referate des Kongresses wie die Berichte über seinen weiteren Verlauf bringen wir in unserer nächsten Nummer.) Ueber die Vorgänge hinter den Kulissen — vom agudistischen Gesichtspunkte aus gesehen — berichtet unser A. ־ S f. ־ Sonderkorespond ent aus Berlin wie folgt: Der Sabbatkongreß. Vom 24. bis 26. August tagte in Berlin der seit Jahren initiierte Sabbatkongreß. Schon an der Zusammen־ Stellung und viel mehr noch an der gesamten Einstellung war zu erkennen, daß der Misrachi hier den Ver־ such wagt, die Heiligkeit des Sabbats1 zu einem Politikum zu machen. Agudas Jisroel ging selbstverständlicher־ und vornehmerweise von der Voraus־ Setzung aus, daß man nichts unversucht' lassen darf, um einer so wichtigen Angelegenheit, wie dem Sabbatproblem, irgendwie zum Erfolg zu verhelf en. Sie konnte sich daher als Organisation nicht anschließen, gab aber die Parole aus, daß es jedem ihrer Mitglieder freisteht, nach eigenem Gutdünken zu handeln. Jakob Rosenheim, Dr. Lew enstein, Stadt־ repräsentant Dezsö Korein, J. B. Eckermann hielten ausgezeichnete Referate. Trotzdem der Kongreß im Anschluß an die Wiener MisrachLTagung und vor Be־ ginn der Berliner Je\vish־Agency#Konferenz tagte, trotz־ dem alle Anstrengungen gemacht wurden, um alles, was irgendwie dem Zionismus nahestand, zu mobilisieren, waren unter den 200 ״Delegierten“ 25 Prozent Agu־ d i s t e n erschienen. Sie waren bereit, im Interesse des Zieles bis zur höchsten Selbstverleugnung zu gehen. Nachdem Meier Berlin und Farbstein bei der Eröff־ nung ihre großen Reden gehalten hatten, Waren sie von der Bildfläche verschwunden-, um Dr. Grünberg, der per־ sönlich viel für den Sabbat übrig zu haben scheint und in entsprechender Umgehung mancherlei Gutes zu schaffen geeignet wäre, agieren zu lassen. Es wurden Präsidium, Permanenz־, Statuten־ und andere Kommissionen ernant, wobei bloß die Sozialpäd־ agogische Kommission entsprechend mit Vertretern der streng observanten Orthodoxie beschickt wurde, weil ihr© Beschlüsse für den Kongreß absolut unwichtig sind. Um wieder nichts unversucht, zu lassen, bemühten sich mehrere Agudisten, die Kommissionen irgendwie durch Kooptation ergänzen zu lassen, es wurden sogar Zusagen gemacht, ein־ zelne Persönlichkeiten im nachhinein einzuladen, doch es blieb bei der Zusage. Wer sich nicht direkt hineindrängte — was bei der überaus mangelhaften Organisation aller־ dings leicht war — blieb nach wie vor angeschlossen. Das Substrat der Besprechungen war vornehmlich Fünftagewoche und Kalenderreform. Da die So lange der Vorrat reicht. 20°\0 Rabatt vom Originalpreis. Verlangen gnädige Frau Gratis- Katalog und Preisliste