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Jüdische Presse · 1930-08-22 · 34 (22.8.1930) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
34 (22.8.1930)
Date
1930-08-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. ׳U Die MtiM Memlmiat In Keinem falle flie leiaBlwofflma MM 11« Hasdims im Unnnncepteile md es ist Safte net lern, siüi 10 Intonnieteo Residenz •Atelier n!־ moderne Photogranhle ן Betii-Mob LehreiTnnenbildantisansialt, Wen, II., MaEzg. 71 Betii-JaaRob LeliTeiTnnen&ildnnosansiait. Wien, llM Mg. 7 (Dr.־K1 üger־Heim) Beginn des I. Jahrganges nach || den Herbstfeiertagen §§ Internat — Halbinternat — gj Externat Mäßige Preise §! Aufnahmezahl beschränkt, daher j§ rechtzeitige Anmeldungen §§ lahmen, macht jede geistige Betätigung unmöglich. Eine;Anzahl junger. Leute ist eifrig damit beschäftigt, samt# liehe Mobilien, die sich in ihrem Besitze und augenblick# lieh in Greifnähe befinden, insofern diese nicht zur Kleidung gehören, in Verwahrung zu bringen. Jetzt setzen si6 sich in Bewegung. Nach einigen hundert Schritten ertönt der mahnende Ruf: ״Halt, Erüwl" Da gibt es ein hastiges Binden. Auf jede denkbare Weise sucht man sich vor dem ״Issur Hozooh“ zu schützen. (Viele fühlen sich nämlich des Taschentuches bedürftig.) Aber was ist denn los? Freund Juda Kaiser hat sich wieder einmal aufgeregt. Zum Glück ist es diesmal keine politische Debatte, welche sein Blut in Wallung bringt. Einer der Kollegen hatte das erwähnte Tüchlein um den Hals gewickelt und er meinte, dies wäre nur in Groß־ vaters Zeiten ein ״Derech Malbüsch" gewesen. Es gelang aber ihn bald zu beruhigen, und so ging es nun ohne Störung wejter. Nach langem Herumstreiten über den zu beschreib tenden Weg gelangten wir (denn ich wollte ja auch nicht fehlen) doch zum Ziel. Ein beschatteter Rasenfleck am Bergabhang, mit schönem Ausblick auf eine mächtige Wiese, wo eine muntere Kii^derschar fröhlich, seinem Spiele lebt. Ihr Geschrei dringt hinauf bis zur Bergspitze. Nun macht man1 sich’s bequem, wirft Sakko und Kragen ab und möchte einen Vortrag hören. Dieser wird durch einige gelungene Maggidus־Stücke ersetzt. Es ist so gut. Wer hätte denn die Geduld, hier einen Vortrag anzu־ hören? Das jugendliche Gemüt sucht aber nach anderen Mitteln, sich vollauf auswirken zu können. Die bekannte Melodie des ״Uzü Ezoh...“ ist es, welche den besonderen Reiz hat. Diese wird auch sogleich angestimrat. Mit kriif־ tigen Tönen schallt’s und klingt’s in die Ferne. Hallt vor den Ohren der unweit lagernden Jugendlichen der gegneri־ sehen Seite, die verdutzt dreinschauen. Haben wir richtig gehört? Die Klänge der Melodie dringen jetzt von der Ferne her. Immer deutlicher und deutlicher werden die vertrauten Töne hörbar. ״Uzü Ezoh... Ki imonu kel..Wer ist das eigentlich? Bald erheitern sich aber die verblüfften Gesichter. Am unteren Ende des Abhanges werden die jüngsten Agudisten sicht־ bar. Sie hatten auch am Rasen gespielt, nun haben sie aber die ״AsGruppe“ entdeckt und dan ging es ohne vor־ herige Beratung schnurstracks dahin. Die Kinder sind voller Wohlbehagen und lustig oben angelangt und lassen sich in der Fortsetzung ihrer unterbrochenen Unterhaltung gar nicht stören. ״Oh, wenn mich dieser Durst nicht quälte!" ruft Freund Josef. ״Ich möchte auch meinen Gaumen benetzen", meint Salomo. ״Wir sind vom ,Batzenhäusel‘ gar nicht entfernt“, läßt sich jetzt Simcha vernehmen. ״Gehen wir dorthin“, lautet der Antrag Daniels. Dieser wird auch ein־ stimmig angenommen. Alles springt auf die Beine. ״Hikowzü, Hikowzii!" — ertönt es jetzt aus vielen Kehlen. Es rottet sich ein gemischter (Männer und Kinder) Chor zusammen und recht und schlecht wird die Hymne abgefertigt. (Armer Jossele Rosenblatt. Hat es sicher nicht so gemeint.) Im ״Batzenhäusel“ ist nach langem Hin und Her der erwünschte Kredit erlangt. Man wartet ein wenig und das Bier ist schon da. Auch die Kinder haben sich zu einem Tisch — rings um den mutigen Freund Moses, denn es gehört wahrlich Mut dazu, sich inmitten solcher Wild־ fange zu setzen — gesetzt. Ein Höllenlärm, was für Krawall die da machen. Jeder will neben dem Herrn Moses Schwarz sitzen. Jetzt hat jeder sein gelbes oder rotes Sodawasser geschluckt und schreit wie im Rausche nach dem Genuß von einem Liter Branntwein. Zum Schlüsse machen sie aber alles gut. In Reih’ und Glied marschieren sie jetzt, chassidische Weisen singend, der Stadt zu. Die zurückgebliebenen ״A־Gruppler“ tauschen noch einige Gedanken über die Sidro auf und folgen dem Bei־ spiele der Jüngsten. *־ Moses Schwarz sagt aber beim Abschiede seinem Freunde Abraham Lewy: ״Der gemeinsame Spaziergang wird nächsten Schabbos s. G. w. wiederholt ..." G. L ö w. 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