Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 33 (15.8.1930)
- Date
- 1930-08-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Itottec?« vfp)tt*4 povoien* riwJlt peil « ttiaaratot « Bratislava 21t. 4I472-IH.2•. Z*itangen fern Vcrtsssr vsrMaist. Jaarnal «xptdls ptt MKm V.b.b. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Badaktion b. Administration! Wien, II.,Leopold«• taue 16, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel.R 45-4-S4. v'idwdioflowaketi Bratislava, PoiHacb 140. *ndielnt Jeden Freitag. — Redaktioaiichtau: Mittwoch Mittag. Abonntmentsprciic 1 Ganzjährig! Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei tichecb. K. 80, Einzelnummer öst Gr. 50, das übrige Anstand 3 Dollar. Zahlungen «ul Konto .Jüdische Presse", Wien für Oesterreich: Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland: Post• Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien : Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen! Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409: Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Post• scheckk. Zürich VUI. 4117; fUr die Tschechoslowakei: aJHdlsche Presse", Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Nr. 33 I Wien-Bratislava, 15. August 1930 .rin ב»ה וינא־סרעסבודג כ א אב 16. Jahrg. Was geschieht mit den rassischen Bichern? Ein Appell an unsere religiösen Führer. Der Prozeß gegen die ״Jüdische Presse“, über «Jen wir vorige Woche ausführlich berichtet haben, erweckte in allen Schichten der Wiener Judenheit lebhaften Widerhall. Das Schicksal der russischen Juden nimmt seit ihrer grauenhaften Verfolgung im Gefühlsleben eines jeden jüdischen Menschen einen solchen breiten Raum ein, daß alles, was im Zusammenhang mit diesen schwerbedrohten Glaubensgenossen geschieht, der teilnahmsvollsten Aufmerksamkeit weitester Kreise sicher ist. Und erst recht, wenn solche Tatsachen bekannt werden, wie diejenigen, welche dieser sensationelle Berichtigungsprozeß an den Tag gefördert hat. So־ wjetrußland, wo in den letzten zehn Jahren kein hebräisches Buch die Druckpresse verlassen konnte, Sowjetrußland, wohin in den lezten zehn Jahren nicht einmal ein harmloses Gebetbuch eingeführt werden durfte,' dieses Sowjetrußland exportiert auf einmal mit Hilfe seiner offiziellen H a n d e 1 s g e s e 11 s c ha f t e n waggonweise hebräische Bücher. Woher kommt auf einmal dieser Ueberfluß? Woher mögen diese Bücher stammen? Diese Frage beschäftigt jetzt alle anständigen Menschen, denen das Schicksal der russischen Juden nahegeht. Diese Sorge um das Schicksal der russischen Juden überbrückt alle Parteiunter־ schiede. Nicht nur die großen Wiener Tages- Zeitungen, wie ״Neue Freie Press e", ״Neue s Wiener Journa 1“, ״Reich spos t‘\ ״Ex11־ablat't“ u. a. mehr, brachten ausführliche Berichte über den Inhalt und Ausgang des Prozesses, sondern auch zionistische Blätter. Das Organ des Zionistenführers Robert Stricker, ״D i e Neue Welt“, ist mit großer Wärme für unseren Redakteur und mit überlegener Satire gegen den erbärmlichen Schacher der Sowjets mit R itualien eingetreten. Was Wunder! Das brennende Schamgefühl ob der Ungeheuerlichkeit, daß j u d e n mit heiligen hebräischen Büchern Handel treiben, .die Synagogen, Lehrhäusern und dem Privatbesitz mit Gewalt abgenommen wurden, also geraubtes Gut sind, läßt alle anständigen Menschen und alle anständigen Zeitungen einheitlich für die Verwirkliehung des Verbotes des C11 o f e z C11 a i m einstehen, der den Ankauf dieser aus S o w j e t r u ß 1 a n d stammenden geraubten Bücher mit - einem schweren ״I s s u r" belegte. Dieser Issur ist erst durch den vorwöchigen Prozeß in das Bewußtsein der breiten jtidisehen Schichten gedrungen. Massenhaft kommen seither telephonische und schriftliche Anfragen au unsere Redaktion. Einfache, brave, jüdische Mensehen, die in der letzten Zeit diese aus Rußland stammenden Bücher, ohne über ihre Herkunft sich Gedanken zu machen, gekauft haben, fragen au, was sie mit diesen Büchern anfangen sollen. Selbstverständlich wollen sie dieselben fortab nicht mehr in ihrem Hause belassen. Einige kündigen uns an, daß sie diese geraubten Bücher Waisenhäusern oder Bibliotheken von Bote Midroschim oder Jeschiwoth schenken wollen. Diese vielen Anfragen geben uns die Veranlassung, an unsere religiösen Führer, an unsere Rabbiner, deu Appell zu richten, sich dieser verwickelten Angelegenheit anzun eh m eil. Tatsache ist, daß in Rußland jüdische Bücher massenhaft konfisziert wurden. Viele hunderte Lehrhäuser wurden . enteignet und ihre Bücherbestände wanderten in die Magazine der Sowjets. Die Sowjet-Handelsgesellschaften überschwemmen mit diesen Büchern alle amerikanischen und europäischen jüdischen Zentren. Dieser durch Raub und Greueltaten geschändeten Bücher bemächtigten sich Habsucht und Profitgier. Dur c h diesen u nmoralischen Hände 1 w i r d vor den Augen aller Völker ein C h i 11 u I Haschern verursacht. Da wäre es, so glauben wir, die Pflicht unserer verantwortlichen religiösen Führer, unserer Rabbiner, dafür zu sorgen, daß durch eine klare, Meinungsäußerung dem ratlosen Publiknm Weg und Rieht u n g gewiesen wird. Darf man diese Bücher, deren Provenienz mehr als zweifelhaft ist, dar! man diese heiligen Bücher, die aller Wahrscheinlichkeit nach geraubtes Gut sind, ankaufen? Darf ein Jude mit solchen Büchern Handel treiben? Darf durch Kauf und Verkauf dieser Bücher die Raub- und Habgier der Sowjets aufgestachelt und zu neuer Schließung von Lelirbäusern, zu neuen Konfiskationen von Bibliotheken ermutigt werden? Mit anderen Worten, gilt der Issur des Chofez Chaim und der Wilnaer Rabbinerkonferenz auch in unseren Gegenden oder nicht? Und zuletzt: Was soll mit-jenen Büchern geschehen, die von Privaten in gutem Glauben bereits erworben wurden? Darf man sie im Hause belassen oder ist vielmehr jeder verpflichtet, Vorkehrungen zu treffen, damit das gestohlene und geraubte Gut einst den rechtmäßigen Besitzern zu rückerstattet werden kann? Etwa durch Sammlung und Aufbewahrung dieser Bücher unter Kontrolle von Rabbinaten und Gemeinden? Ewig kann doch nicht Raub und Gewalttat in Sowjetrußland herrschen. Auf all diese Fragen erwartet der schlichte, einfache, fromme •Jude von seinem Rabbiner die Antwort. Wie dem aber immer sei, glauben wir, daß unsere religiösen Führer in diese wahrhaft chaotischen Verhältnisse Ordnung bringen müßten. Man erwartet von ihnen, daß sie in diese dunkle *Materie Klarheit bringen und einwandfrei feststellen ob hier ein legitimer Handel die europäische und amerikanische Judenheit mit billigen Büchern aus Rußland . versorge oder ob in unserer Mitte, vor unseren Augen, mit unserei* stillen Duldung ein bedenkenloser Schacher, ein profitgieriger Handel getrieben wird mit heiligen Büchern, mit Sifreh Thora, die unseren schwergeprüften, von einer frevelhaften Macht gepeinigten Brüdern unter tausend Martern abgenommen wurden. P. «♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦'«♦♦♦♦«♦«♦♦«♦««♦««♦«««««««♦♦«««♦«♦«♦♦♦♦♦«♦«♦♦♦♦«♦♦«♦«♦««♦«♦««♦«♦♦♦♦♦«♦♦•♦««♦♦♦♦♦«♦«««ו Weltkongress der Schomre Schabbos. vom 24. bis 26. August Sabbat-Weltkongresses Das!Programm des Berlin stattfindenden folgendes:!Am Sonntag־, den 24. August 1930, vormittags 10 Uhr, Eröffnung des!Kongresses, a) Ansprache des Präsidenten Dozent Dr, Samuel Grünberg'־Be1׳Iin. b) Begrüßungen, c) ״Der Sa.bbatb als heiligende .Kraft in Israel“: Chief Rabbi des Freistaates Irland Dr. I.!Herzog, A. B. lit-Dublin: d) ״Wirtschaftspolitik und Wirtschaft«- praxis im Dienste des Sabbatschutzes“: R.-A. Dr. jur. Paal Sulzberger, Vizevor sitzend er des Welt Verbandes Schomre Schabbos, Berlin. 2. Sitzung. Sonntag nachmittags 16 Uhr. Konstituierung, Wald der!Kommissionen, a) ״Sabbath-Idee und Zeitgeist“: Rabbiner Dr. Ansbaoher-Wiesbaden. b) ״Zur Frage der Kalenderreform“: 1. Gcmeinderabbiner Dr. L. Rosenthal-iKöln. 2. Dr. T. Le!wenstein-Zürich, Generalsekretär des internationalen jüdischen Komitees betreffend Kalenderreform, c) ״Organisationstätigkeit der■ Schomre Schabbos in Holland“: iE. Ascher, Vorsitzender des Sabbatkomitees in Amsterdam. 3. Sitzung. Montag, den 25. ,August 1930, vormittags 9 Uhr. a) ״Die Fünf-Tage-Arbeitswoche als Lösung des Sabbatproblems“.• Reverend Dr. 3e1־nhard Drachmann, New York, Präsident der Jewish Sabbath Alliance of America. Diskussion,!b) ״Arbeiten und Aufgaben der Stellenvermittlung Schomre Schabbo!s in Deutschland“: Jakob Rosenheim-Frankfurt, Diskussion. xc) ״Sonntagsruhe, Kirchen- oder Sozialpolitik“: Stadtrepräeentant Desider Korein-iBudapest, Präsident der ungarischen Schomre - Schabbos - Landesorganisation. Diskussion (Tagung der Kommissionen.) 4. Sitzung.!Montag־ nachmittags!16 ־!Uhr. a) ,*Medizinische Bedeutung der!,ainif-Tage-Arbeitswoche“: Dr. med. Henri H. Keller-Now York. Diskussion, b) ״Sabbatnot und Sabbatschutz als Arbeitnehmerproblem“. Referent: ein Vertreter der sabbattreuen Arbeitnehmerschaft in Polen. Diskussion, c) ,Der Verßieherungsgedanke und seine Bedeutung für die Schomre- Schabbos-Organisation“: Direktor Richard Lichtheim- Berlin, d) ״Jugend und Sabbatprobleme“: E.A. Gcnachawsky, Journalist, Antwerpen. Diskussion. (Tagung dev Kommissionen.) 5. Sitzung. Dienstag, den 26. August, vormittags Bollinger-Eiskasten sind seit 1370 die besten Fabrik: Wien, XV., Staglgasse 10 (bei Mariahilferstr. 148) Tel. R-35-8-47 und R-30-5-38 Filiale: Wien, VII., Burggasse 17, Tel. B 32-3-80 So lange der Vorrat reicht. 20% Rabatt vom Originalpreis. Wissen gnädige Frau bereits f \ _ * gT * •_£t vom Räumungsverkauf in X^fthntCLT hDCllltt Perücken, Scheiteln, Trans- * formation etc. der bekannten '1״en יי Karntnerring 0 Verlangen gnädige Frau Gratis- Kunstwerkstäite (gegenüber Hotel Bristol) 1-4*172 Katalog und Preisliste