Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 31 (1.8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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vfpiftte« povolea« rladit patt t«i*ir*to* 3 8r*H*l«v« £11. 4I872-M-2I, äL«)t»ngtD vom Verleg•! verteiltet. Jetrnti •xp4di• Pft! i‘edite»f V. b. b. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUIHS. * 2 Aktion n. Administration! Wien, )!.,Leopolds• Sö, 1. Stiege, 1. Stock. - Tel. R 45-4-9*. ״scbechoBlowskeh Bratislava, Postfach 140, ׳j?s<ac!nt Jaden Freitag, — Redaktionsschluss: ' Mittwoch Mittag. ÄboöasKasBtsprelse! Ganzjährig ו Für Oesterreich S 16?ichächoslowakel tschecb. K. 80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Äailand 3 Dollar. Zahlungen auf Konto ״Jüdische*Presse", Wien für Oesterreich < Postsparkarsenkonto Nr. D-93614; Deutschland t Poet- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien t Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Aint Warschau Nr. 190409;. Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweizt Post• scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei t ״Jü* dische Presse“, Bratislava, Postspk.-AmtPrag Konto Nr.63388 Nr. 31 Wien-Bratislava, 1. August 1930 .»"*ב!ה וינא־פיעסבורג ז, אב תד 16. Jahrg. Oberrabbiner Jesaia Silberstein זצ״ל. Der Waitzner Gaon. Innerhalb Jahresfrist hat der orthodoxe Rabbiner* Stand in Ungarn drei seiner wcltbefühmten Koryphäen verloren. Nach Oberrabbiner Koppel Reich * Budapest sank. Rabbi Simon. Grünfeld*BüdszentmihaIy ins Grab und nun ging auch Jesaia Silberstein, der Waitzner Gaon, im Alt'cr von 73 Jahren zu seinen Almen ein. Rabbi Jesaia Silberstein wurde als Sohn des be* rühmten Rabbi David Löh Silberstein, des Vorfasscrs von ״Schewile David“, in Senta geboren. Als Kind lebte er mit seinem Vater, einige Jahre hindurch ' in Jerusalem. Wiederum nach Ungarn zurückgekchrt, besuchte er die Jeschiwoth in Munkacs, Beregszasz und Ungvar. Nach Wahl seines Vaters als Rabbiner der orthodoxen Ge* meinde in Waitzen iibersiedelte Rabbi Jesaia ebenfalls dorthin und betätigte sich als Kaufmann. Auch als solcher beschäftigte er sich hauptsächlich mit Thoralernen. Die Leitung der immer größer werdenden Jeschiwah über* nahm er schon zu Lebzeiten seines Vaters, nach dessen Ableben er im Alter von 27 Jahren als Nachfolger in der Oberrabbinerwürde gewählt wurde. Fortab widmete Rabbi Jesaia Silberstein' all seine geistigen Kräfte und seinen vielbewunderten Scharfsinn mit unermüdlichem Fleiß dem ThoraStudium und bald figurierte er unter den Talmud* großen des Landes. Seine tiefe und schlichte Frömmig* keit, sein gerader und aufrechter Charakter, gepaart mit profundem Thorawissen, machten ihn zur Autorität ersten Ranges,, die mit ihrem vollen Gewicht in der Zentral* leitung der ungarischen Orthodoxie, wo Rabbi Jesaia ein entscheidendes Wort hatte, zum Ausdruck kam. Ein Jahr vor dem Weltkrieg erschienen nach früheren kleineren talmudischen Arbeiten, zwei Teile seines großen halachischen Hauptwerkes auf den'Rambam, ״Maasej lemclach" genannt. Weitere Fortsetzungen sind druckreif im Manuskript zurückgeblieben, da der Ver* fasscr, von einem schweren Leiden befallen, sie nicht mehr dem Druck übergeben konnte. Unter seiner energi* sehen und zielbewußten Leitung errang seine Gemeinde große Bedeutung. Wie fast alle ungarischen orthodoxen Gemeinden, hat auch die Waitzner Gemeinde in den Nach* kriegsjahren eine Entwicklung nach chassidischer Rieh* lung hin mitgemacht. Die Anhänger dieser Richtung haben in Rabbi Jesaia Silberstein nicht nur den großen Gaon, sondern auch den wundertätigen Kabbala*Beflissenen Chassid verehrt. Die ungeteilte Liebe und Verehrung seiner Gemeinde zeigte sich auch in der Respektierung seines letzten Willens, indem man seinen zweiten Sohn, Rabbi David Löw, der seit einigen Jahren als Dajan in Waitzen gewirkt hat, einstimmig zu seinem Nachfolger wählte. Die Bestattung fand Dienstag, den 26. Tamus, unten ungeheurer Beteiligung aus nah und fern statt. Mehr als fünfzig Rabbiner waren anwesend, von denen aber nur ein Teil Hespedim halten konnte, da mit der einbrechenden Dunkelheit der Erde übergeben werden mußte, was von dem Waitzner Gaon sterblich war. תנצב״ה BolliogerTiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik:Wien, XV., staglgasse 10 (bei Mariahilferstr. 148) Tel. R-35-8-47 und R-30-5-38 Filiale: Wien, VII., Burggasse 17, Tel. B 32-3-80 Die Vorgänge Hilfsaktion für die Borsaer Opfer. BeKufs Linderung der unbeschreiblichen Not der Borsaer Abbrändler, die ohne Obdach und ohne Brot dastehen, hat sich ein Komitee gebildet, an dessen Spitze die Oberrabbiner der Sigheter Gemeimlen, Salmen Leb Teitelbauni und Dr. S. Danzig, stehen. Die Zahl der Opfer beträgt mehr als 2000 Seelen. Spenden an das Hilfskomitee sind an die Adresse ״Volksbank fiir Kleinkredite A.-G.“ in Sighet-Maramures zu richten. Kommunique des Ministerrates. Ueber die unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Maniu stattgefundene Sitzung des Ministerrates, der sich mit der Beschlußfassung über Maßnahmen im Zusammen* bang mit den antisemitischen Exzessen in Rumänien beschäftigte, wurde folgendes offizielles Kommunique verbreitet: Dev heute am 23. Juli zusammengetretene Minister* rat nahm die Ausführungen des Innenministers Vaida über die letzten Vorfälle antisemitischen־ Charakters ent* gegen und ordnete die strengsten Maßnahmen gegen die Ruhestörer an. Es werden Strafen verhängt und das Mar* zescu־Gesetz (ein Ausnahmegesetz gegen Aufruhr und aufrührerische Propaganda) voll und ganz in Anwendung gebracht werden. Die Regierung wird cs für keinen Fall dulden, daß solche Ereignisse noch Vorkommen. Die Ruhe und Ordnung müssen um jeden Preis aufrechterhalten werden, dies mögen alle wissen, die die Machinationen gewisser Drahtzieher ausnützen wollen. Ueber die Einzelheiten der gefaßten Beschlüsse erfährt die Jüdische Telegraphen*Agentur, daß be* schlossen wurde, von den in Borscha wegen antisemiti* scher Terrorakte Inhaftierten, den verhafteten Priester und' dessen Frau in Haft zu belassen, wahrend die zu* gleich mit ihnen verhafteten Bauern freigelassen werden sollen. Nach einer offiziellen Kundmachung des Justiz* ministeriums hat der Justizminister an die Staatsanwälte der Provinz telegraphische Instruktionen ergehen lassen, schärfste Maßnahmen gegen die Ruhestörer und die Regierungsbeamten, die an den Unruhen beteiligt waren, zu ergreifen. Die Behörden sind entschlossen, Kriegsrecht durch königliche Verordnung zu verhängen, falls sich die LebensversiGbernngs - Gesellschaft ( Lebensversicherungs - Gesellschaft *W mf ** ** I i!lll!llllilllllll!!ll!lll!llllll₪l!llll!ll!llll!lllllllllllllllll ו1וווווווווווווווווווווווווווווווווווווו!ווווווווווו1וו!וו!ו!ווווווו! | Gegründet 1882 Gegründet 1882 I Versidieniagsliestaml Ende Juni 1930 2450 Millionen SMlliog f Garanflemltlel Ende 1929 ■ ■ ■ 300 Millionen Schilling f Men- und Zinseneinnatunen I 10 Jahre 1929 . 12572 Millionen Sdiilllog Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten In Rumänien. geltenden Gesetze zur Herstellung und Erhaltung von Ruhe und Ordnung als nicht ausreichend erweisen sollten. - Codreanu verhaftet. (J. T. A.) Die rumänische Re* gierung hat sich nunmehr entschlossen, ernste Maßnahmen gegen den Führer der ״Eisernen Garde“, Zelea Codreanu, zu unternehmen. Codreanu gilt als Anstifter der letzten hauptsächlich antisemitischen Ausschreitungen und ist auch in die Attentatsaffähre gegen den Staatssekretär Angelescu verwickelt. Codreanu, der bereits vor einigen Tagen vom. Untersuchungsrichter vernommen worden ist, war über die ihm drohende Gefahr unterrichtet und vor zwei Tagen spurlos aus Bukarest verschwunden. Die Polizei erließ nun einen Steckbrief, und es gelang, Codreanu heute Morgen in Jassy zu ermitteln und fest* zunehmen. Er wird nach Bukarest transportiert und dort .wegen seiner aufreizenden Tätigkeit vor Gericht gestellt werden. In Bukarest werden noch anderweitige Ver* haftungen vorgenommen, 'namentlich in antisemitischen Studentenkreisen, wo neue Attentate gegen Politiker und Journalisten, besonders gegen die Chefredakteure der Zeitungen ״Adeverul“ und ״Lupta", geplant worden waren. Aus der Bukowina wird gemeldet, daß die dortigen Juden die Behörden zu ihrem Schutz um Entsendung stärkerer Gendarmerieaufgebote ersucht haben. Neue drohende Flugblätter der ״Eisernen Garde“. (J. T. A.) Die Verteilung antisemitischer Flugblätter in (len Straßen Bukarests, auf Bahnstationen -und Halte* •'stellen •anderer Verkehrsmittel wird fortgesetzt. In. den Straßen Bukarests erschienen neue Anschläge der anti* semitischen ״Eisernen Garde“, worin diese Organisation ihre Solidarität mit dem Anghelescu*Attenf.äter Beza erklärt. Die gleichen Anschläge enthalten Drohungen gegen die Redakteure jener Zeitungen, die gegen die Anti* semiten und Exzedenten scharfe Maßnahmen verlangt haben, besonders gfegen die Redakteure der Zeitungen ״Adeverul“, ״Dimincatza“ und ״Lupta“. Hat Kabinettschef Täzlaoanu den Antisemiten Vorschub geleistet? Wiener Blättermeldungen zufolge ist der Kabinetts* chef im Innenministerium, Gheorghe Tazlaoanu, der im Zusammenhang mit dem Attentatsversuch auf den Unter* Staatssekretär Anghelescu verhört werden sollte, unauf* findbar. ־ Tazlaoanu stehe unter dem Verdacht, Be* Ziehungen zu der antisemitischsfaschistischen Terror* Gruppe zu unterhalten, da er in der Vergangenheit häufig die Arretierung antisemitischer Agitatoren, besonders der bekannten Antisemitenführer Danila und Totu, dadurch verhindert haben soll, daß er die Angeschuldigten in den Räumen des Innenministeriums selbst verborgen gehalten habe. Im Gegensatz zu dieser Version wird am gleichen Tage aus Bukarest gemeldet: Während der Einvernahme Corneliu Zelea Codreanus durch den Untersuchungs* richter brachte dieser den Kabinettschef des Innen* ministers Gheorghe Tazlaoanu in Zusammenhang mit der Attentatsaffäre. Der Untersuchungsrichter lud daraufhin Tazlaoanu zur Einvernahme vor. Dieser erklärte dem Untersuchungsrichter, daß er mit der Affäre nichts zu tun habe. ״Dimineatza“ stellt in diesem Zusammenhang fest, daß nach ihren präzisen Informationen Tazlaoanu nur zu den antisemitischen Organisationen rege Beziehungen unterhalte. Caderes Mission in der Bukowina beendet. (J. T. A.) Der Generalsekretär des Innenministeriums Victor Cadere, der von der Regierung in die Bukowina entsendet wurde, um eine Enquete über die Situation dortselbst zu veranstalten, traf am 24. Juli in Bukarest ein und erstattete den Mitgliedern der Regierung einen genauen Bericht über seine gemachten Feststellungen, wobei er auch kon* krete Vorschläge zur Behebung der Krise vorlegte. (Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygassa 11 Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, ־Scheiteln, Transformation etc. der bekannten Kunstwerkstätte Oth mar So lange der Vorrat reicht. 20\ Rabatt vom Originalpreis. 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