Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 25 (20.6.1930)
- Date
- 1930-06-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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& puvuieflft rlsdl! post a i#le»r*!o? v Bratislava all, 4IS72-1H-2«. Zaitanzeii vom Varlezar varaanÄat. Jaarnal «xpddi• Dar redltair V. b. b. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. .^«dRktloa tu Admlaia trat Ion: Wie», 15.,Leopold!- casie 86, 1. Stiege. 1. Stock. — Tel. R 458־4־*. f3*h«5hoalo^akel1 Bratislava, Postfach 140. Siidhelni jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. ^bounsmentspfeiss 1 Ganzjährig! Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei tschecb. K. 80, Sütizeincmrner öst. Gr. 50, das übrige &88I3nd 3 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse", Wien für Oesterreich : Postsparka:8>nkonto Nr. D-93614; Deutschland: Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen : Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.60170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: ,Jüdische Presse", Biatlslava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Nr. 25 Wien-Bratislava, 20. Juni 1930 r״!n ני״ תא־־פרעסבות כ״ר סיון 16. Jahrg. Der gedeckte jüdische Festtisch. Ausstellung im . Dr. Krüger-Heim. Anläßlich des Abschlusses des ersten rituellen Kochkurses hat die Leitung des Dr. K1־iigev-Heime3 eine Ausstellung verunstaltet. Die Hauptattraktion dieser Ausstellung war ״Der gedeckte jüdische Festtisch“. Die Leitung der Ausstellung hat keine Mühe gescheut, um in künstlerischer Vollendung der OeFfentlichkeit zu zeigen, wie der jüdische Tisch in verschiedenen lculturhistorisehen Perioden, in verschiedener sozialer Lage an den jüdischen Hauptfesten gedeckt war. ״Die Ghettostube“ zeigte uns, wie etwa in Wien im XVI1. Jahrhundert der Sabbattisch des jüdischen Ghettoinwohners gedeckt war. Im Gegensatz zu diesem düsteren Bilde strahlt der Salon der Baronin Fanni Ahronstein, wie sie während des Wiener Kongresses ihre hohen Gäste empfängt. Dann folgen an wunderbar geschmückten Tischen: der ״Sabbat“, ״Pessach“, ״Schebuoth“, ״Purim“, und das ״Laubhüttenfest“. Wenn;nun an diesen Tischen vorbeizieht,-da bekommt man die richtige Vorstellung von der gewaltigen ehtischen Kraft, die dem jüdischen Tische innewohnt. Das waren nicht Tische, an denen man die leiblichen Genüsse befriedigt hat, sondern, wie es im Propheten heißt, das waren Tische, die vor dem Allmächtigen G-tt stehen. Nicht minder interessant waren die Nebenausstellungen. Die Mädchen-Volks- und Hauptschule hat entzückende Kinderarbeiten ausgestellt, die ihrer Handfertigkeit alle Ehre machen. Ebenso die Darbietungen der Gewerbeschule für Weißnähen und Kleidermachen. Der dritte Jahrgang dieser Gewerbeschule fertigt Kleider für die Kundschaft an. Die Kleidungsstücke, die hier ausgestellt wurden, waren formliehe Gedichte, die die vollendete Kunst angehender jüdischer Schneiderinnen besingen. Die Arbeiten des Kunstgewerbekurses haben ebenfalls großen Beifall gefunden. Das jüdische Wien horchte auf. Die Ausstellung hat gezeigt, daß im Dr. Krüger-Heim ernste, produktive jüdische Arbeit geleistet wird, daß hier eine neue jvidisehe weibliche Generation heranwächst, wissend, künstlerisch geschult, gewerbetüchtig, und was für uns das wichtigste, gut jüdisch. Presseempfang. Mittwoch abends fand im Dr. Krüger-Heim ein P r e s s e e m p f a n g statt, den die Heimleitung zu Ehren der auswärtigen und inländischen Journalisten veranstaltet hat. Mit innerer Anteilnahme haben die Vertreter der Presse den Hauptteil der!Ausstellung, den ״G e deckten jüdischen F e :s 11 i s c h“, betrachtet. Die historische Treue der Ghettostube aus dem Jahre 1650 wie des Salons der Baronin!Arnstein haben tiefen Eindruck auf alle hinterlassen.!Nicht minder schön ist der von!Frau Samuel!Glückselig arrangierte Sed er tisch, alles was an und um diesen Tisch war, stammt aus den jüdischen Kunstschätzen des als Kunsthändler berühmten Samuel Glückselig. Reizend war der von ■Frau!Dir. F riedmann und Frau Alex a n d 1• owitsc 11 geschmückte S c 11 e b 11 o t h t i s c 11, der von!Frau 1N e 11 r a t h und C z 11 c z k a arrangierte H reif a gViA'b e n dJT i s c h dokumentierte die Kunst jüdischer Hausfrauen, die noch verstehen den Sabbat zu elireu. Originell ist der von Frau David ß c 111 c s i nge r und F rau Paula P appe n 11 e i m gedeckte P u r i in- T i s c h. Ein Tisch mit jüdischen S p e z i a 1 g e r i c 11 ten zeigt uns alle Nationalspeisen des jüdischen Tisches vom Scholeth bis zum Borscht; als \Vegweiser dienten liier die ^geschickten Verse der Frau Goldschmidt. An diesem Tisch fand auch Aufstellung ein Fladenkuchen aus der Küche des Czortkower Rebben. In dem großen Ausstellungssaale fand auch cineSukkah Aufstellung, die, von Herrn ßmetaim errichtet, von den Schülerinnen der!Mädchenschule kunstvoll geschmückt und von Frau Dr. Stein prachtvoll gedeckt, den Abschluß dieses Teiles der Ausstellung bildete. Am!Buffet haben Frau Dr. F 1 e s c 11 und Frau!Sophie Pappen hei in die Kostproben aus den Speisen verabfolgt, die in der Kochschule aus dem Anlasse der Ausstellung verfertigt wurden. Die Festbrote (ßarehes) wurden von der Fa. Lederer und Kohn zur Verfügung gestellt. Der wunderbare Eindruck steigerte"sich noch, als die Vertreter der Presse die herzigen Arbeiten ׳und Zeichnungen der Volksu n d II a u p t s C 11 u 1 k l a s s e 11 zu Gesicht bekamen. Die Arbeiten der Gewerbeschule stellen das beste dar, was an Wiener Gewerbeschulen geleistet wird. Auch die Kleider der Arbeitsgemeinschaft haben besonders auf die Damen, Journalisten und Modeberichterstatter der Wiener Zeitungen ausgezeichneten Eindruck gemacht. Die feierliche Eröffnung•. Donnerstag vormittags •fand im Beisein des Präsidiuuis der israelitischen Kultusgemcinde und Vertreter der Behörden die feierliche Eröffnung der Aus- Stellung statt. Herr und Frau Obei medizinalrat Doktor Krüger begrüßten die Anwesenden, unter denen man den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde' Prof. Dr. Pick, Vizepräsidenten Dr. Jakob Ornstein und Dr. Josef Löwenherz, die Kultusvorstelier Wolf Pappenheim, Kom.-Rat Markus, ferner Reg.-Rat Doktor Adler, Amtsvorstand Emil Engel, Wilhelm Freistadt, Inspektor ■Ochler, Jugendreferentin Frl. Rosa Schwarz, ferner Frau Regina lUllmann, die bewährte Fördererin unserer Fraucnfürsorge auf allen Gebieten, die Gc- Werbeinspektoren des Handelsministeriums, Frau Rabb. Dr. Hoffmann, Frankfurt a. M., Frau Mellissa Schlesinger, Hofrat Dr, S. Frankfurter, bemerkte. Mit Entzücken haben die Gäste die einzelnen Gegenstände der Aus- Stellung־ betrachtet. Auf Veranlassung des Präsidiums der Kultusgemeinde wird die Ausstellung noch über Samstag und Sonntag geöffnet bleiben, damit die Schuljugend nach dem Jugendg-ttesdienst Samstag nachmittag Gelegenheit bekommt, die Ausstellung zu besichtigen. Noch Donnerstag vormittags haben Herr und Frau .Oberrabbiner Fürst die Ausstellung besichtigt und dieser!Besuch des religiösen Oberhauptes der Wiener Orthodoxie hat auf die Hcimleitung, die in den letzten Monaten die rituelle Führung der Anstalt im orthodoxen Sinne gestaltete, einen tiefen Eindruck gemacht. Schon in diesem vorläufigen Bericht kann festgestellt werden, daß es eine glückliche Idee war, diese Ausstellung, die für das Dr. Krüger-Heim einen vollen und glänzenden Erfolg bedeutet, zu veranstalten.!Die Wiener jüdische Bevölkerung, welche die .Ausstellung massenhaft besichtigt, gewinnt liier Einblick in die wunderbare Arbeit, die in dieser Zentralanstalt für Mädchenerziehung und Fortbildung, für die Heranbildung der weiblichen Jugend geleistet wird. Töch tererzi ehun! Die Erziehung unserer Töchter zu jüdischen Frauen und Müttern wird ein Problem, an dem selbst die Trägsten unter den Gedankenträgen in .unseren Tagen nicht mehr achtlos Vorbeigehen können. Diese Frage berührt die zarteste und intimste Sorge aller wahrhaftig jüdischen Eltern; sie wird auch nicht mehr unterdrückt werden können, bis sie nicht eine Lösung gefunden hat, die von den mannigfachen Ursachen der allgemeinen Beunruhigung wegen der jüdischen Seele der Frauen und Töchter nicht mindestens die wichtigsten aus der Welt schafft. Es gibt allerdings auch jetzt noch jüdische Menschen — sie sind zuweilen auch bei uns in der Slowakei anzutreffen —, die immer noch nicht sehen und nicht hören wollen, was sich vor ihnen mit dramatischer Tragik abspielt. Sie sind immer noch von dem beseligenden Glauben erfüllt, in der besten aller Zeiten zu leben, in der das orthodoxe Judentum blüht und gedeiht und Triumphe über Triumphe feiert, auch ohne daß man zu seiner Förderung den Finger zu rühren brauchte. Diese Menschen sind natürlich auch mit dem Stand der Mädclienerziehung sehr zufrieden und werden — wie immer, wenn neue starke Taten im Interesse der Orthodoxie gefordert werden — aus dem Füllhorn ihres selbstgefälligen, weniger beglückenden als bequemen Optimismus vielleicht sogar allerlei Beweise dafür herausholen, claß ein jedes ernste Beginnen zur Hebung und Stärkung der religiösen Gesinnung unserer Frauen und Töchter als Respektlosigkeit gegen die Großen aus der Zeit unserer unmittelbaren Vorfahren anzurechnen sei, die es auf diesem Gebiet nicht für 110twendig hielten, alle Fragen für alle Zukunft im voraus zu lösen und die Kastanien für ihre ausgezeichneten, gesinnungsstarken Nachfahren unter übermenschlichen Opfern aus dem Feuer zu holen. Heute soll nicht versucht werden, sie eines Besseren zu belehren und zu zeigen, wie schwer sich all diejenigen am traditionstreuen Judentum versündigen, die — ganz egal ob aus Gleichgültigkeit oder aus g 1• u 11 d s ä t z 1 i c h e in שב ואל תעשה den inneren und äußeren Widersachern des orthodoxen Judentums das systematische Vernichtungswerk an der jungen Generation so sehr erleichtern und dadurch auch unbeabsichtigt und yngewollt ומדיחים ,Verden. Was heute gesagt werden soll, richtet sich nicht an sie, sondern an die vielen tausend aus tiefster Seele besorgten Väter und Mütter, die schon wissen, daß nur positive^ schleunige Taten, klar überlegte und reife erzieherische Maßnahmen der orthocloxen Gemeinschaften die drohende Vernichtung der kommenden Generation ח " T ב ע verhüten könnten. Ihre Aufmerksamkeit soll auf ein Unternehmen gelenkt werden, das im Hauptteil der Schowuosnummer der ״Jüdischen Presse“ angekündigt war und das bei Schaffang der richtigen Voraussetzungen auch für die jüdische Töehtererziehung in der Slowakei und Karapthorußland den Beginn einer Wendung zum Besseren bedeuten könnte. Da war offiziell gemeldet, daß zu Beginn des ■ nächsten Schuljahres im Rahmen der Zentralanstalt für Erziehung und Fortbildung, jüdischer Mädchen im Dr. K1־üger-I-Ieim in Wien eine ״L e h r e r i n n e n b i 1d u 11 g s a n s t a 11 für B e 111 - J a k o b - S c h u 1 e 11“ unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse in Oesterreich und den Sukzessionsstaaten eröffnet werden soll. Da es in der Slowakei, Ungarn und den anderen ehemaligen ungarischen Landesgebieten Beth-Jakob- Schulen derzeit noch nicht gibt und überdies die Struktur der bisherigen,• an sich vorzüglichen Beth-Jakob- Schulen in Polen unseren Verhältnissen und Bedarfnissen nicht ganz angemessen ist, soll von vornherein gesagt werden, daß es sich bei diesem wichtigen Unternehmen um nichts Geringeres als um die Gründung einer Anstalt zur Heranbildung orthodoxer weiblicher Lehrkräfte für die thoratreue religiöse Erziehung jüdischer Mädchen in Oesterreich, der Slowakei, Ungarn, Transsylvanien und Jugoslawien handelt. Es ist also — um allen Mißverständnissen vorzubeugen — nicht etwa von ׳1״eligiösen Lehrerinnen“ oder von einer jüdischen Lehrerinuenpräparandie für staatliche oder staatlich anerkannte Volksschulen die Rede, sondern ausschließlich von beruflichen R e 1 i g i o n s 1 e h r c 1־ i n 11 e 11, deren Aufgabe darin bestehen wird, in vorhandenen oder eigens zu errichtenden Schulen oder Kursen ihren schulschulentwachsenen Schiid a s W i s s e n u 11 d d i e 1 n d m e 111 o d i s c 11 e r S c 11 uzu Bundesgenossen von Volksverführern, von ם pflichtigen oder auch schon lerinnen die L e 11 r e 11, ,1 מסית Kenntnisse auf G Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, Scheiteln, Transformation etc. der bekannten Wien I, Kärmnerring 6 Kunstwerkstätte (gegenüber Hotel Bristol) So lange der Vorrat reicht. 2O°\0 Rabatt vom Originalpreis. Verlangen gnädige Frau Gratis- Katalog und Preisliste