Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 22 (30.5.1930)
- Date
- 1930-05-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Estinnen vom. Varleter ▼er*«n#«t, tftarail •ipÄdJ• per 1‘editiir - V.b.b. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Administration! Wien,!!.,Leopoldscane 16, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel.R 45-4-94. Tschechoslowakei! Bratislava, Postfach 140. ■ncheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abonnementspreiie 1 Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei tichecb. K. 80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Ausland 3 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse“, Wien für Oesterreich: Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland: Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; lür die Tschechoslowakei: ״Jüdische Presse“, Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Nr. 22 Wien-Bratislava, 30. Mai 1930 .rin ב*ה וינא-פרעסבורג ג פיון 16. Jahrg. Zu לבועות ■ Unter den Rahmenerzählungen, die sich um die Tatsache der Offenbarung ranken, befindet sich ein zum gewaltigen Ernst zwingender Bericht. Nicht unvorbereitet traten Abrahams Enkel an den Berg Sinai; sie waren befragt worden, ob sie die Thora empfangen wollten. Und nicht sie allein; an alle Völker der Erde war dieselbe Frage ergangen. Diese lehnten rund־ weg ab, sie wollten die Beengung nicht, welche ein Thoraabfall ihrem Sinnenleben, ihrer Leidenschaft, ihrer Politik brachte. Auch Israel zögerte. Da ließ sie G־tt erschauen, wie derselbe Berg, von dessen Gipfel aus später die Stimme aus der Ewigkeit an sie kam, sich über sie wölbte. Nun wählet, hieß es, die Stimme von oben oder das Grab unter dieser Wölbung. Da erst gelobten sie sich G־tt und seinem Worte. Wenn aus uralten Zeiten die Mahnung zu uns dringt, es solle jeder sich so erschauen, als stünde er heute am Fuße des Berges Sinai, so ist auch dieser Augen־ blick der Wahl zwischen Himmel und Erde in dem Be־ reich dieser Erinnerungen und ihrer Seelengestaltung mit inbegriffen. Nicht nur die Begeisterung ob der Tatsache selbst, sondern viel mehr die aus dem sich selbst abge־ rungenen Entschluß, aus der inneren Stellungnahme zur Tatsache erzeugte Begeisterung ist das Wesentliche. Denn die Alternative, die in der oben wiedergegebenen Er zählung spricht, ist eine fortdauernde, wiederholt sich in jedem Augenblick. An alle Völker der Erde erging die Frage. Die geistige Fähigkeit zum Erfassen der Thora ist allen Menschen angeboren. Ist doch in allen Menschen ein Suchen nach dem Unendlichen. Heute, ungefähr 3500 Jahre nach der Offenbarung, lehrt uns ja ein Blick auf das Wirken der Menschen und Völker, wie trotz des Neins der Völker trotzdem sich mehr oder minder deutlich ge־ prägte Spuren der Sinaistunde Israels sich auf den Wegen fast a.ller Völker finden. Lange, lange verharrten sie bei ihrem Nein. Sie wollten die Maximen ihres Handelns nicht von außen empfangen; lange, lange lehnten sie es ab, in sich ein Ebenbild der Ewigkeit zu erblicken, vielmehr formten sie die Götzen als Abbild ihres eigenen Ich Aus diesem Ich die .Richtschnur für ihr Tun und Lassen abzuleiten, das wollten sich die Völker der Erde nicht nehmen lassen. Hemmungen ihres Willens, Bindungen ihres Tuns, das wiesen sie zurück. Da wandte sich der Ewige an Israel. Ganz klares Bild sollten sie empfangen. Auch sie zögerten, so, wie es noch heute in jedem Menschen aufs neue kämpft und ringt. Gewiß, es ist ein stolzes Gewölbe, diese Erde. Es שרמז כשר (תחת השגחת הרב ח ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr, Ehrwürden Herrn Oberrabbiner JesaiaFfirst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! iail Blairascheins Verelnlgte MargarinejhI fiullertabrikeo BB___ ’ ־־■ _׳ ■ ־•. ‘ •_•_ Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, }Scheiteln, Trans-; formation etc. der bekannten Kunstwerkstätte wohnt sich gut in ihrem Schatten. Reizvolle Rätsel gib‘ sie ihren Kindern, und der Geist, der gewaltige Geist der Menschen, müht sich ab, ihr ihre Geheimnisse abzu lauschen, es lauscht das Kind dem Herzschlag der Mutter, und des Rätsels Deutungen gestalten sich zu technischer־: Errungenschaften. Tief ins Innere der Erde wühlt sich der Mensch, bis er seinen Traum erfüllt zu sehen glaubt, sich und sein ganzes Ich, sich und sein ganzes Herz der Scholle angeglichen zu haben. Dieses Bild der von der Erde aufgesogenen Menschen zeigte G־tt dem jüdischer Volke, bevor es sein G־ttesvolk zu werden sich cntschlie ßcn sollte. Den ganzen Ablauf des Menschenlebens soll־ ten sie überblicken, sollten erfahren, wie auch der stob zeste Geist wohl in diesem Forschen an der Erde seine Befriedigung finden konnte, was diese Erde, hineingepreßt in des Menschen Leib, seinem Gemiite und ebenso seinem gewaltigen, erdumspannenden und menschenzermalmenden Schritt bieten kann. Es kann sich, so hieß es, tatsächlich das ganze Menschenleben bis zum — Grabe, bis zum völligen Aufgehen in diesen Furchen abspielen mit schein־ bar gewaltiger Entfaltung des Geistes, mit scheinbar er־ schlitternden Siegeserscheinungen dieses Ringens. Nur eines werdet ihr unter dieser Wölbung nie erfahren, nie erleben, das ist der Weg zum Guten, der das Grab sprengt, das ist der Weg des Menschen zur Erde, der ihn von der Erdenschwere befreit. Gewiß, es wird dieser Weg auch manches versagen, was euch lockt und reizt und reißt — darum wählt. Und Israel wählte, und jeder Jude ist aufs neue tagtäglich vor diese Wahl gestellt, insbesondere am myiDtfi?■ Feste. Und jedesmal ist diese Wahl bedeutsam für Erde und Menschen. ״ P. K. Eine Beth Mob-Lehrerinneniiildimgsanstalt in Wien. Religiöse Aufbauarbeit im Dr. Krüger-Heim. Die Wiener thoratreue Judeuheit und mit ihr die Orthodoxie der ganzen Welt wird die Botscliaft von der Gründling־ einer Beth Jakob- L e 11 r e r i n זו e n b i 1 d u n g s a n s t a 11 in Wien mit inniger Freude, vernehmen. Das Schehuothfest, die Wiederkehr des Sinaitages, an. dem der g-ttiiehe Ruf an Beth Jakob, an die jüdische Frau, erging, das Schicksal der Thora auf Erden mitzubestimmen, wird für uns alle in diesem Jahre mit Rücksicht Die Wiener ZentralanstaJt wird mit einem I n t e r 11 a t verknüpft und beide Institutionen sollen in dem D r. K r ii g e r -He i m untergebracht werden, wo sie den Abschluß der 'Umwandlung dieses althewährten Heimes in eine Zentralanstalt für Erziehung und Fortbildung jüdischer Mädchen bilden. Der große, aus zwei Gebäuden bestehende und auf drei Straßen sich erstreckende Komplex des Dr. Krüger- Heimes mm. KÜt **ssr auf diese Neugründung einen neuen sinnigen lnhalt bekommen. Dem ungeahnten Aufstieg, den die Beth Jakob- Bewegung in den jüngsten 10 Jahren in Osteuropa genommen hat, entsprechend, soll durch die Lehrerinnenbildungsanstalt in Wien die Ausbreitung und Befestigung der Bewegung auch in Mittel- und Westeuropa gesichert werden. Während die in Krakau befindliche Beth Jakob-Lehrerinnenbildungsanstalt den Nachwuchs an geeigneten Lehrerinnen für die Schulen in Osteurop a, vornehmlich für Polen heranbilden soll, wird die in Gründung befindliche Wiener Lehrerinnenbildungsanstalt geeignete Lehrkräfte für Mitteleuropa heranziehen. ל Die ״Jüdische Presse" hat bereits in ihrer Nummer 48 vom 13, Dezember 1929 das Ue'bereinkomme 11 mitgeteilt, das Obermedizinalrat Dr. S. Krüger, der Gründer und Präsident des Dr. Krüger-Heimes, mit Rabbiner Dr. Joel Pol- I a k behufs Umbildung des Dr. Krüger-Heimes, das seit 30 Jahren auf sozial philanthropischem Gebiete so segensreich gewirkt hat, zu einer im reifgiösen Geiste wirkenden Erziehungsanstalt für Mädchen abgeschlossen hat. Dieses im Herbst vorigen Jahres getroffene Uebereinkommen hat sich außerordentlich günstig ausgewirkt, so daß zurzeit im D1*. Krüger-Heim nebst einer v i e rs Massigen M ä cl ch e,n v o 1 k s s c h 111 e eine lan8e der Vorrat reicht, mar 2O°\0 Rabatt vom Originalpreis. Wien I, Kärntnerring 6 Verlangen gnädige Frau Gratis- (gegenüber Hotel Bristol) v^i-162 Katalog und Preisliste