Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1930-05-16 · 20 (16.5.1930) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
20 (16.5.1930)
Date
1930-05-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2629891-2630341-2630360--3630-2635661
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Hftvlurr* ^p(1M povolen4 rtadtt pett a tetoiritei v Brattalav• O*. 4117240-2*. mm Zadtnxea vom V«rl«c«r veratnlaU . Journal •xp4dlo par l‘6dlt§«r<.! V.b.b. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. ttadftktlon a. Admiaiitraiiotit Wien, )!.,Leopold«• gMie 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. R 45-4-94. Tieheehoslowftkelt Bratislava, Postfach 140. Hfichelot Jeden Freitag. — Redaktioniichlni«: Mittwoch Mittag. Abonnementsprelse 1 Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei tichecb. K. 80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Aniland 3 Dollar. Zahlungen auf Konto ,Jüdische Presse*, Wien fflr Oester• reich: PostsparkafgenkontoNr. D-93614; Deutschland :Post• Scheckkonto Berlin Nr. 12261D; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.*Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspir.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Post• scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: .Jfidische Presse*, Bratislava, Postspk.-AmtPrag Konto Nr. 53386 Nr. 20 Wien-Bratislava, 16. Mai 1930 ■nn נ׳ה וינא־פרעסבורג י״ח אייר 16. Jahrg• Simpson und — die Bibel. Die Episoden jagen einander. Erst die atemlose Spannung gegenüber der Shaw-Kommission und ihrem Berichte, jetzt die Reise des Experten Simpson. Was wird er sagen und was wird er bringen? Neue Spannung — neue Erwartung. Man kann diese Entwicklung von einem doppelten Standpunkt aus betrachten. Zunächst nüchtern, realpolitisch. Man kann es ja heute kaum begreifen, daß es im werdenden Zionismus Zeiten gab, in welchen man im wörtlichen Sinne des Wortes vergaß, daß Palästina ein bewohntes Land ist, daß es Araber gibt. Nun, heute weiß man es und man weiß auch, daß im Getriebe einer an allen vier Enden der Erde interessierten Welt- Politik die Araber mehr bedeuten als die Juden. Wie England diese Rechnung ins Kalkül einstellt, weiß man auch. Die arabische Presse ist mit' der Mission Simpsons im großen und ganzen einverstanden. Es scheint, daß Palästina der Schauplatz radikalsten Nationalismus werden wird. Tatsache ist, daß die Araber heuzutage die Juden nicht einmal mehr als Verhandlungspartner sehen wollen. Ob das nun die Folge zeitigt, daß die in Bombay ausgestellte Rechnung in Jerusalem präsentiert und bezahlt wird, ob merkantile und politische Interessen, die in dem Worte Suezkanal kulniinieren, die Richtschnur geben, ist ganz einerlei. Simpson hat die A u f n a h m s f ä h i g k e i t des Bodens zu untersuchen und daß ein Vorschlag* auf freie Einwanderung das Resultat sein wird, dürfte billigerweise bezweifelt werden. - Aber es gibt noch einen anderen Standpunkt, der sich merkwürdigerweise auch auf den Punkt Aufnahmsfähagkeit bezieht. Ein seltsames Zusammentreffen. Als die Entsendung Simpsons bekannt wurde, da ־ schickte man sich an, in den Synagogen Israels die Meinung der Thora, das Wort, das G-tt über die Aufnahmsfähigkeit des Landes zu sagen hat, zu lesen und zu hören. Wir wissen — und das klingt so entsetzlich unmodern und ist es auch wie die ganze Verheißung —, daß Erez Jisroel die Reinheit, die G־ttergebenheit, die Thoratreue seiner jüdischen Bewohner verlangt, wie die Thora die ganze Aufnahmsfähigkeit des Landes nur lediglich nach diesem einen Punkte bemißt. Ein Bild von fast dämonischer Tragik, ein Land, eine Scholle, die sich eruptiv aufbäumt gegen die G-ttfrenule ihrer jüdischen Bewohner. Auch das hat man vergessen. Man sieht die Parallele. Beide Vergeßlichkeiten gipfeln in der Frage nach der Aufnahmsfähigkeit des Landes. Darf man daran erinnern? Erinnern die thoratreuen Kreise? P. K. * Die Persönlichkeit des Palästina- Sonderkommissärs Sir John Simpson. (J. T. A.) Auf eine Frage von Colonel Howard Bury/ dem bekannten Antizionisten, im Unterhaus, ob der Premierminister irgend ein Statement über die seitens der Regierung im Zusammenhang mit dem Bericht der Palästina־Untersuchungskommission geplante Aktion geben könne, und ob eine Sitzung des Unterhauses zur Erörterung des Berichtes in Aussicht genommen sei, er* widerte, an Stelle des abwesenden Premierministers Mac Donald, der Schatz־Staatssekretär Herr Philip Snowden: Ich bin nicht in der Lage, über eine Aktion der Regierung im Zusammenhang mit dem Bericht der Palä# ßtinadJntersuchungskommission eine umfassende Er# klärung abzxtgcbcn. 1In einem Teil des Berichtes ist an* >' ■geregt worden, einen Sonderbeamten zu ernennen, der Palästina in einer zeitweiligen Mission besuchen solle, um in gemeinsamer Beratung mit dem High Commis* sioner Bericht über die wichtigen Fragen der Land* Umsiedlung, Einwanderung und Entwicklung des Landes zu erstatten. Ich freue mich, mitteilen zu können, daß •Sir John Hcrpe Simpson, der sehr hohe Qualifikationen für eine solche Mission besitzt, sich bereit erklärt hat, •den Auftrag zu übernehmen•, er reiste am 7. Mai •nach Palästina :äh. Die Besprechungen mit der arabischen 1 Delegation über ׳.verschiedene in dein Bericht der ’Palä# | Aul äuutiaBve ' des Herrn Z. £L W a!0 hsma n 11, der i.tai jAuftrag der (Federation af Jewish!Relief Organi- .satiou :in London am Wien •weilt,!hat am Sonntag, den 11. d. ■eine •Sitzung in der Kultusgcmeinde :stattgefünden, •an der namhafte ־.Persönlichkeiten •der verschiedenen Gruppen des jüdischen Wien teilgenommen halben. Es wurde!besd1.jos.seu, ein größeres!Komitee zu!gründen, das in nächster Eeit im Rahmen der obgenannten!Federation in Wien!eme •Spaiial-Aktion für die ״•deklassierten“ Juden in Rußland durchführen soll. Es ist zu erwarten, «daß ■clas jüdische 'Wien dem ׳Appell des Komitees, das im Namen von eineinhalb Millionen notleidenden Juden bittet, wärmstes :Interesse entgegenbringen wird. Eine 'ähnliche Aktion gedenkt Herr Wachs mann in der Tschechoslowakei, Ungarn und Jugoslawien ׳durchznfiiihr.en. . lEs :ist .gelungen, mit der Sowjetregierung ein TUebereinkommen ,zu treffen, nach!welchem die Federnition vollkommene •Aktionsfreiheit ■für dire Hilfstätigkeit in Sowjetrußland .besitzt und hei einem Aufwand von :20.000 Pfrund Sterling dieselbe Summe von ׳der Sowjetregierung zu beanspruchen hat. Sie unterhält alle mögliehen Aaas.talten in diesem!Laude, sie hat ■außerdem.auch •hei •cle,r furdatbaren wirtschaftlichen Katastrophe in stinaVUntersuchungskommission zur Sprache gebrachten Angelegenheiten schreiten fort. Es werden sich im nor* malen Lauf der Beratungen hier noch Gelegenheiten zur Erörterung dieses Themas ergeben. Auf die zweite Frage von Colonel Howard Büry, ob der Minister der Meinung־ sei, daß die verschiedenen in dem Bericht enthaltenen Empfehlungen nicht werden durchgeführt, sondern von Sir John Hope Simpson neu in Untersuchung gezogen werden, erwiderte Snowden: Nein, Sir John Hope Simpsons Mission ist auf die Fragen der Bodenansiedlung, Einwanderung und Landes# entwicklung beschränkt. Polen helfend eingegriffen. Wahrend bisher der Löwenanteil der Einkommensquellen dieser Federation lediglieh aus England floß, wendet sie sich jetzt auch an die• Juden in anderen Ländern. Für jeden Juden, der sich überhaupt für jüdische• Dinge interessiert, dürfte es überflüssig sein, auch nur in ralien!Umrissen ein •Bild der Lage in Sowjetrußland' zu geben. Wir glauben, nichts kann erschütternder wirken, als der monotone Akkord, der sich durch alle Hilfe־ rufe aus Sowjet durchsetzt und der da lautet: Wir haingern! Es sind ungefähr 2 Millionen Menschen, die ,jdeklassiert‘ sind, d. h. .sie haben kein Anrecht auf die den Inhabern der sogenannten roten Karte zustehende Kation an Brot und Lebensmitteln ׳zu normalen Preisen.. Vielmehr müssen sie •das Notwendigste auf Schleichwegen zu Wucherpreisen erstehen. ‘ Wir möchten in diesem Zusammenhang־ nur von (lex physischen Not sprechen, denn!wenn wir an der der ,sehr instruktiven Berichte •der Federation auch noch ein Bild der seelischen Not zeichnen wollten,־ so würde uns schlechthin das Wort versagen. . 4ber cl־V Jüdische Volk sollte seine Märtyrer wenigstens nicht verhungern lassen. Denn, es sind Helden NORD OEUTSCHfR ILOYD 1 /./d 5821/30 Der schnellste Dienst der Welt Mit den Expreßdampfern ״BREMEN" ״EUROPA" ״C0LUM8US" 51.656 t 51.656 t 32.354 t von Bremen nach New York Schnelldampferdienst nach Argentinien, Uruguay, Brasilien, Kanada und anderen Weltteilen Studienreisen nach U. S. A. Mittelmeer- und Nordlandsreisen Auskünfte erteilt llogf Prag II, Vdclavskö nam. 60 (Palais Phönix) Fflr die ״deklassierten“ rnssiseben Joden mm Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, Scheiteln, Transformation etc. der bekannten Kunstwerkstätte Oth O ן •££S° lan8e der Vorrat reicht.| OChlJt 20°j0 Rabatt vom Originalpreis.] Wien I, Kärntnerring 6 Verlangen gnädige Frau Oralis-1 (gegenüber Hotel Bristol) S-I&2 Katalog und Preisliste

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.