Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 19 (9.5.1930)
- Date
- 1930-05-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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«8Tf«ßT* vfpleta* povolen* riadit pest a leleiralo•» Zalnmxen vom Verlexar verMnCet. Journal expldi• par l'oditaar v Bratislava Cis. 41172-111-2•. ORfäAH rUR DIE INTERESSE■ DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. fifdaktionn. Administration( Wies,!!.,Leopolds•?*sie 26, 1. Stiege, 1; Stock. - Tel. R 45-4.*9־ ״eehechoalowekeii Bratislava, Postfach 1*0. Scheint laden Freitag. — Redaktionsschluss: -י■ Mittwoch Mittag.! Ganzjährig 1 Für Oesterreich 5 16 Taehectalowakel iicbecb. K. 80, Einzelnmaatner öst. Gr. 50, das übrige instand 3 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse״, Wien für Oesterreich! Postsparkars.-nkontoNr. D-93614; Deutschland! Post* Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien! Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen! Poslspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz! Post* scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei! ,Jüdische Presse“, Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr.53386 Nr. 19 Wien-Bratislava, 9. Mai 1930 rin גיד, וינא־פרעסבורג י״א אייר 16. Jahrs. Die Frage des Parlamentarismus in Palästina. Wenn man die Verhandlungen der Mandutskommission genau verfolgt, und zwar nicht nur die auf Paüistinu bezüglichen, so muH man zu der Erkenntnis kommen, daß in gewissen Grenzen eine Selbstverwaltung des Mandatslandcs wohl im Bereich der Möglichkeiten liegt, die im Mandate selbst beschlossen sind. Das zu wissen, ist wichtig. Denn es ist anzunehmen, daß die Frage der parlamentarischen Umgestaltung nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden wird, und da ist es notwendig, zu erkennen, daß eine Bezugnahme auf das Mandat kein Argument ist, weder dafür noch dagegen. Wir haben in diesem Organ schon öfters dargelegt, daß das Endziel jedes Mandatsverhiiltuisses die Selbstverwaltung ist. Die Mandatarmaclit, unter Umständen der Völkerbund, hat zu entscheiden, wann der Zeitpunkt gekommen ist, und in welchen Formen, oder sagen wir richtiger Etappen, die Selbstverwaltung zu etablieren ist. Ganz objektiv muH es dabei eine große Rolle spielen, ob nun wirklich die Bewohner des Mandatslandes die Selbstverwaltung wollen, und ob es andererseits absolut 'ein Abklatsch des europäischen Parlamentarismus sein soll. Soweit uns die Geschichte der Parlamente bekannt ist, ist man nirgends mit beiden Füßen unmittelbar in ein extrem demokratisches Gefüge der parlamentarischen Konstruktion hincingcsprungcu. Man kann nun wohl behaupten, im Prinzip sind sämtliche Bewohner Palästinas ebenso für die Selbstverwaltung wic'gegen die Radikali־ sierung derselben. Das gilt sicher auch von den Arabern. Immerhin hat sich während der Dauer des Mandates eine bedeutende Verschiebung gezeigt; während das Mandat sich in gewissen Punkten auch auf Nichtbewohncr des Landes bezieht, und zwar auf alle Juden der Welt, die sich für das Nationalheim interessieren, wurde im Laufe der Verhandlungen durch Herbert Samuel den. Arabern ein Angebot gemacht, das gleichfalls auch Nichtbewohnern des Landes in den Bereich des Interessements gezogen hat. Das ist der Avesentliche Sinn des unter dem Namen ״Arab Agency“ bekannten Vor- Schlages. Die Araber haben es damals abgelehnt, haben a׳)e:• unterdessen ihre Stellung insofern geändert, als sie ׳atsüchlich die ganze arabische Weit und darüber hinaus die moslemische Welt zu Eidcshellcrn h?.,angezogen haben. Es ist also jetzt ein vollkommener Paralleisnnis vorhanden. Juden und Araber allüberall auf der Welt sind teils aus nationalen, teils aus religit?:׳ea Gründen &n Palästina interessiert. Natürlich kann ein parlamentarisches System nur auf den tatsächlich bestehenden Verhältnissen im lande selbst aufgebaut werden. Diese geben das. Bild einer jüdischen Minorität. Es frag* sieh nun, ob in weiser und cllkommcn gerechter Auslegung des Gedankens vorn Schutz der Minoritäten ein derartiger Aufbau der Selbstverwaltung möglich ist, der mit dem Sinn der Balfour-Deklaration nicht kollidiert. Wir haben schon früher einmal (vergl. Artikel ״Bi- Nationalismus Nr. 10) die Möglichkeit ventiliert, in einer durchgreifenden Erweiterung der kommunalen Selbstvcrwa'ltung die Einwohnerschaft zur parlamentarischen Selbstverwaltung zu erziehen. In neuester Zeit ist ein anderes Projekt aufgetaucht, innerhalb Palästinas einen geschlossenen jüdischen Sicdlungsbezirk zu schaffen mul diesem, sowie dem übrigen Teil Palästinas je ein gcserviertes Parlament zu geben .. und die gemeinsamen Interessen etwa nach dem Delegationssystem, selbstvcrst'.udlich unter dem Gouvernement der Mandatsmacht, steil auswirken zu lassen. Dann hätte sich eben nach diesem Vorschlag der Binatiomilismus zu dem Zweiländersystem mit der Personalunion in dem High Coimnissiouer entwickelt. Wir halten diesen Weg für ungangbar. Wie sieht es denn nun in der Tat aus? Es hat sich als immöglich erreu, daß die Mandatarmacht die Entwicklung des Nationalheimes positiv ausgiebig fördert. Die Förderung in ideeller und materieller Hinsicht liegt ganz auf den Schultern der Judenheit. Die extreme arabische Forden1!ig zielt auf eine. Verhinderung der jüdischen Eut- Faltung in Palästina ab, es ist natürlich unmöglich, daß im Zeichen des Mandates die Mandatarmaclit darauf eingehen kann. Es ist aber ebenso unmöglich, daß sic, ganz abgesehen von außenpolitischen Gründen, die nun einmal vorhandene Majorität nicht irgendwie bcriieksichtigt. ,Und wenn auch momentan die arabische Delegation, wie es scheint, die Verhandlungen mit jüdischen Kreisen gnaz ablchnt, weil sie die ideologischen Auseinander- Setzungen vorgängig erledigt •wissen will, so betrachten wir auch das nur für vorübergehend. Es ׳wäre für beide Teile besser, wenn sic einen gemeinsamen Vorschlag der Mandatsmacht und durch diese dem Völkerbund unterbreiten könnten, d. h. wenn die Gestaltung der VerhnUuisse. in Palästina als Produkt freiwilliger Ent- Schließungen denn unter dem Druck unwirtlicher Verhii.ltnis.se erfolgen würde. Das wäre für Juden und Araber von gleichem Segen. P. K. Jewish Agency und Agudas Jisroel. Vom Geschäftsausschuß der Agudas Jisroel-Welt- Organisation wird der Jüdischen Telegraphen-Agentur ■uutgetcilt: Die politische. Exekutive der Agudas Jisroel hat die von der Kenessio Gedaulo im September 1929 zur Jewish Agency-Fragc gefaßte Resolution dem Vorsitzenden der Jewish Agency, Mr. Felix Warburg, seinerzeit zur Kenntnis übermittelt. In der Resolution war bekanntlich ausgesprochen und begründet, daß Agudas Jisroel auf Grund der Entscheidung des Rabbinischen 5 Rates den Beitritt zur Agency nur dann ins Auge fassen könne, wenn diese auf jede Finanzierung kultureller Aufgaben, die angesichts der weltanschaulichen Gegensätze nicht gemeinsam bearbeitet werden können, verzichtet. Mr. Felix Warburg hat nunmehr der Exekutive der MSW 5n öiejiiöisdje JJdmk fyofös-u.?ßaupb(&ulkßrXna/>est, ■und ffläddai mdOjfenißMatsrecfil י //. Ukdzgasse. 16 _, - Agudas Jisroel unter dem I. April milgeteilt, daß er eine Kommission ernannt habe, um mit Vertretern der Agudas Jisroel .,einen Plan auszuarbeiten, innerhalb dessen Agudas Jisroel in der Lage sein könnte, mit der Jewish Agency zu kooperieren“. Zu Mitgliedern dieser Kommission hat Mr. Warburg folgende Herren ernannt: Rabbiner Dr. Leo Bacck in Berlin, Rechtsanwalt Dr. Aron Barth in Berlin, Hcschcl Farbstein in Warschau, Dr. Morris Hextcr in London und Leo Motzkin in Paris. Von seiten der Agudas Jisroel wird für die •Verhandlungen ebenfalls eine fünfgliedrige Kommission ernennt werden, deren Zusammensetzung noch nicht feststellt. Verhandlungen mit der Agudas Jisroel über deren Eintritt in die Jewish Agency. (J. T. A.) Die Zeitung ״Der Jude“, Organ der polnisehen Agudas jisroel, teilt mit, daß der Vorsitzende des Administrative Committee der Jewish Agency eine Kommission zur Führung der Verhandlungen, mit der Leitung der Weltorganisation Agudas Jisroel über den Eintritt der Agudas in die Jewish Agency ernannt hat. Mitglieder der Kommission sind laut dieser Quelle dev Führer des Misrachi in Polen und Vorsitzender der Warschauer jüdischen Gemeinde Sejmdeputierter Farbstein, der Präsident des deutschen Rabbinerverbandes Dr. Leo Bacck, das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Dr. Morris B. Hcxter, der Vorsitzende des Aktionskomitees der Zionistischen Weltorganisation Leo Motzkin und das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Lazarus Barth. Wie ,,Der Jude“ zu wissen glaubt, ist es zwischen .'dieser Kommission und der Leitung der Agildas Jisroel noch zu keiner Verständigung gekommen. Sir John Simpson in einer besonderen Mission nach Palästina. (J. T. A.) Der Staatssekretär für die Kolonien Lord Paßl'ield (früher Sidney Webb) hat Sir John Hope Simpson, der früher längere Zeit im indischen Zivildienst tätig war, mit einem zeitweiligen Auftrag fiir Palästina betraut; Sir John Simpson wird mit dem High Commissioncr für Palästina Besprechungen pflegen und der britischen Regierung über Fragen wie Bodenbesiedlung, Einwanderung und allgemeine Entwicklung des Landes Bericht erstatten. Sir John Hope Simpson hat sicli bereits Anfang dieser Woche nach Palästina begeben. Sir John Hope Simpson, der heute 62 Jahre alt ist, war 1922 bis 1924 liberales Parlamentsmitglied für Tannton. Vorher war er viele Jahre, I8S9 bis 1916, in der Zollverwaltung Indiens, anfangs als Friedensrichter und später als oberster Verwaliungsbeamter, tätig, auch war er Chief Coimnissiouer der Andaman und Nicobar Islands. _ Muttertag. Der /;weite Sonntag im Mai wird in Wien als Muttertag• begangen. Nach dem Wunsche der Schöpferin dieser Idee, Frau 'Mariaaine Hainiseh, sollen die Mütter an diesem Tag besonders geehrt werden. Alle Kinder sollten sich bemühen, zumindest einen Tag im Jahre allen Mütternangenehm und lieblich zu gestalten. Sicherlich ein wunderschöner Gedanke. Wir orthodoxe Juden können uns dessenungeachtet nicht besonders für einen Muttertag begeistern. Verlangt doch unsere heilige Religion von uns, Vater und Mutter, allezeit zu ehren und zu ehrfürchten. Wir erachten es für bedenklich, diese in den zehn Geboten vo,!,geschriebene Liebe und Verehrung nur auf die Mutter und nur auf einen Tag zu konzentrieren. A!uch glauben wir, daß der Muttertag ein Symptom des Niederganges der Mütter bedeutet. Das Jahrhundert des Kindes, wie man unser Jahrhundert mit Vorliebe bezeichnet, bedeutet — in die gemeine Sprache übersetzt —, daß die wenigen Kinder, die noch auf die Welt kommen, besonders sorgsam betreut und erzogen werden müssen, je weniger der Kinder werden, um so mehr werden die Kinder in Wert und Wertscliätzung steigen. D a ׳s V e 11 ־s c 1h w i 11 d e 11 des Kindes a u s d e m Familienleben be d eu- Wissen gnädige Frau bereits A . O I *££S° lange der Vorrat reichtl vom Räumungsverkauf in 20\ Rabatt vom Originaler eis.i Perücken, Scheiteln, Transformation etc. der bekannten W1en Karntnerring 0 Verlangen gnädige Frau Gratis- KunsiwerkstÜtte (gegenüber Hotel Bristol) &41?£62 Katalog und Preisliste