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Jüdische Presse · 1930-04-25 · 17 (25.4.1930) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
17 (25.4.1930)
Date
1930-04-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 1? JÜDISCHE PRESSE Seite 5 NORD DEUTSCHER J.IOYD ■%21/se Der schnellste Dienst der Welt Mit den Expreßdampfern ״BREMEN“ ״EUROPA“ ״COLUMBUS“ 51.656 t 51.656 1 32.354 t von Bremen nach New York Schnelldampferdienst nach Argentinien, Uruguay, Brasilien, Kanada und anderen Weltteilen Studienreisen nach U. S. A. Mittelmeer- und Nordlandsreisen Auskünfte erteilt ־ ' " ־ Lloyd Prag 11, Väclavskä nam. 60 (Palais Phönix) f Tschechoslowakei 3 ■__________ Rücksicht auf jüdische Feiertage. Aus der Ge« meinde Zarnovice wird ׳ uns mitgeteilt, daß dort während des Pessachfestes der Wochen mar kt mit Rücksicht auf die jüdische Kaufmannschaft ausnahms־־ weise nicht am Montag, sondern erst Dienstag abge» halten wurde. Dies ist lediglich dem Verdienste des Vizepräses der jüdischen Gemeinde, Herrn Isidor Weichherz, zuzuschreiben. Er ist es auch seinerzeit gewesen, der kein Opfer scheute, um den Beschluß der dortigen Behörde, den Wochenmarkt für Samstag fest» zusetzen, zu verhindern. Für diese edle, echt jüdische Be» miihung gebühren ihm allseitig Anerkennung und Dank. R. Matisjohu Hertzka s. 1. Aus Nove Zamky meldet man uns das Ableben des Herrn Matisjohu Hertzka s. 1. Er beteiligte sich seit 20 Jahren rege am orthodoxen Gemeindeleben und war Gründer und bis zuletzt Gabai der orthodoxen Chewra Kadischa. Er zeichnete sich durch aufrichtige Frömmigkeit aus und verpflanzte diese auch in das Herz seiner Kinder. Er verschied am letzten Pessachtage zum tiefen Schmerze der ganzen Gemeinde, die sich an seiner <ף,לןו mit Herrn Oberrabbiner Tiger mann an der Spitze vollzählig beteiligte. Die Chewra Kadischa wies ihm einen Ehren» platz an. Sein ältester Sohn sprach einige bewegte Ab# schiedswörte, worauf sein Schwiegersohn, Herr Leopold We.isz, und dessen Sohn Hilel den Verlust der Familie und des Judentums mit warmen Worten be» klagten. Zum Schlüsse hielt im Aufträge der Chewra Kadischa Herr Hermann L ö w y einen eindrucksvollen Hesped über den Verblichenen ,חנצב״ך Jubiläumsbericht des ״Malbisch Arumim“־ Vereins in Dun. Streda. Uns liegt der Jahresbericht für 1929 des Vereins ״Malbisch Arumim“ in Dun. Streda vor. Der Bericht präsentiert sich zugleich als Generalbericht über die ■Tätigkeit des Vereins in seinem ersten Jahrzehnt vom Jahre 1920 bis 1929. Der Verein bezweckt die Be» kleidung armer jüdischer Kinder in Dun. Streda und man kann sagen, daß sowohl die Leistungen ־ als die genaue und gewissenhafte Berichterstattung in jeder Beziehung mustergültig und nachahmenswert erscheinen. Einnah» men und Ausgaben im Berichtsjahre balanzieren mit tsch. K 57,627.54. Für Bekleidung bedürftiger Kinder wurden im vergangenen Jahre tsch. K 24.212 verausgabt. Die Bilanz für das Jahrzehnt weist den Betrag von tsch. K 230.896 auf, was für einen Wohltätigkeitsverein in seiner Provinzgemeinde sicherlich eine sehr respek» table Summe ist und den Beweis für die hingebungsvolle und ernste Arbeit seiner Leitung erbringt. In recht inter# essanter Weise bietet der Bericht eine genaue Liste der Mitglieder und Spender, aus dem sich auch ergibt, was jeder einzelne während eines Jahrzehnts von Jahr zu Jahr an Beiträgen und Spenden für den Verein ge# leistet hat. O liebe Hausfrau, gib stets acht, ״Cirine“ wird oft nachgemacht. Siehe Inserat 1 Jüdischer Frauen verein in Neresnica. In Neresnica (Podk. Rus) wurde vergangenen Chol hatnoed ein Frauenverein gegründet. Der Zweck dieses Vereines ist, Arme und Kranke zu unterstützen. Es sind bereits 80 Mitglieder beigetreten. Es ist zu er» warten, daß dieser. Verein Großes leisten wird, und es wäre zu wünschen, daß die ganze Gemeinde sich dem» selben anschließt. Um die Gründung hat sich Frau M. Petenyi, Gattin des hiesigen Gemeindepräses, sehr Gegen rote Hände Sluffprlttgen Der Saut unb unfööne Sautfatbe aettoenb«! man m beften bte Mmeeig*®e(ße, fettfreie Creme I<eodor, tuetöje beit Sättbeu mb bemßefidjt jene matte 2Bei&eaerIeiI)t, WeberoomeJjmen Dame enuUnfdji ift. Gin befonberer S80tteil liegt auch barln, bafo biefe matte Greine rounbetuoll lüblenb bei 3u<frei3 ber Saut ®Itfl unb gfeidBeitfg eine ooraüglicfje Unterlage für?}über ift. 2>er nafy ballige Duft bieferGreme gleidjt einem taufrifö gepflUdten fjtßblings» ftrauf} non ®eil&en, aJlalgfödäjen unb ®lieber, ohne Jenen berüajtigten 3Jtof<i)Usgetudj, oen bie oorneljme SBelt oerabfdjeut. —!preis ber JEube Kd. 8.—. Sölrifam unferfifltjt burd) fieobor«GbeI*Seife, KÖ. 5.— baa eiöcL — 3n allen CblorobonFSJertaufsltellen 8u Ijaben. W NEU ERÖFFNET Streng orth. כשר BAD ISCHL 9 FAMILIEN-PENSION ERSTEN RANGES, BÄDER IM HAUS OROSSER SCHATTIGER GARTEN, VORZÜOL. RESTAURANT Auch Diätküche / Mäßige Preise / Kulanteste Bedienung PENSION JUPITER // BES. B. LEBOVITS Lindauslraße 18, Tel.l60/lv schwesterhaus ERÖFFNUNG AM IB. MAI PENSION STERN, ABBAZ1A verdient gemacht, die auch einstimmig als Leiterin des Vereines gewählt wurde. R. Dawid Esra Hisch s. 1. Aus G a 1 a n t a berichtet man uns: Am 12. Nissan verschied hier nach langem .schweren Leiden im Alter von 73 Jahren der allgemein beliebte und sympathische R. Dawid Esra Hirsch s. 1״ Sohn des הרב תאה הצדיק Rabbi Aba Chija Hirsch . זצ׳יל Der Verblichene war allgemein bekannt und ge# achtet. Er hatte für jeden ein liebes Wort und lebte in den Fußstapfen seines großen Vaters ן״צל, Er erzog auch seine Kinder in diesem Sinne und verheiratete seine Töchter alle־ an בני תורה» Sein jüngster Schwiegersohn ist Rabbiner M. Gross in Sarkod. Bei seiner הלןו׳ hielten sein Schwiegersohn, Herr Abraham Kohn aus Nitra, und sein Neffe, Herr Isidor S u s s m a n n aus Galanta, ergreifende Hespedim. In dem Heimgegangenen be» trauern Herr Rabbiner D. Wessely in Bratislava-und Herr Menki Kali sch in Galanta ihren Schwagei^^iH Das unbeständige Frühlingswetter birgt viele Ge# fahren für die Gesundheit in sich. Massage mit Alpa# Franzbranntwein schützt vor Verkühlungen, erfrischt und stärkt. Beachten Sie den OriginabPlomben* Verschluß. Aus dem Leserkreis. Von einem prominenten Führer der Aguda er» halten wir folgende Zuschrift: ־ ״Die Stimme“ vom 10. April bringt folgende Notiz: ״Zyrus Adler hat an die Aguda eine Aufforderung ge» richtet, daß diese in der Westmauerfrage auf jüdischer Seite mittun solle. Die Aguda hat abgelehnt. Hoffentlich wird sie nicht auf katholischer oder muselmännischer Seite in dieser Frage sein.“ Man ist wohl gewohnt, Nachrichten der zionisti» sehen Presse, ganz besonders aber der ״Stimme“, über Agudadinge oder Agudaleute mit mehr als Vorsicht auf# zunehmen und lohnt es kaum, ist auch wegen der großen Zahl von Verleumdungen und falschen Mitteilungen nicht gut möglich, alles zu dementieren; in diesem Fälle aber muß doch angenagelt werden, daß diese Notiz von An» fang bis zu Ende erfunden ist. Weder hat Zyrus Adler eine solche Aufforderung an die Aguda gerichtet noch war demzufolge eine Ablehnung möglich. Was die höhni» sehe Nachbemerkung der ״Stimme“ betrifft, so ist sie wohl die letzte Stelle, von der wir uns über die Haltung jüdischer Juden in jüdischen Dingen beraten lassen. * משום הסר ממך עקשות פה ולזות שפתים ר דחק ממר משלי ד׳ כ״ד)) vornehmlich aber, um dem großen ‘,ייחילול-השם Halt zu gebieten, fühle ich mich bemüßigt, vbr der breiten Oeffentlichkeit zu erklären, daß nicht die geringste Be# Ziehung zwischen der im Umlauf sich befindenden Schmähschrift in der Angelegenheit der Soproner "חזקה""Frage und mir besteht ,ich vielmehr diese ganz entschieden mißbillige und schärfstens verurteile. Wohl verfechte ich nach wie vor das ״חזקה״" Recht, aber nur im Sinne der ״פוסקיס״ . die dasselbe als ״Jeruschoh"recht nicht nur für Kinder, sondern auch für Kindeskinder kodifizieren. Ich muß es, gelinde gesagt, als unfair bezeichnen, daß versucht wird, auf diese entwürdigende Weise dem Urteil des demnächst zusammentretenden ״בית דיף dem die Entscheidung Vorbehalten bleibt, vorzugreifen und dasselbe beeinflussen zu wollen. יורא בן א״אמירה״ג מנחם זצ״ל לבית גיו״ר. Sie schützen Ihre Gesundheit, wenn Sie nur ein» wandfreies Wasser trinken. Mattoni’s Gießhübler ist ein bewährtes Heil» und Tafelwasser von Weltruf. allen entgegengesetzten Tendenzen unserer Zeit ver# knüpft, daß der gebildete Laie sich in ihren Problemen ohne zuverlässigen Führer nicht mehr zurechtfindet. Tausendfach schwieriger wird jedoch diese Erziehungs* arbeit für den gesetzestreuen Juden, der in seiner Zeit und mit seiner Zeit lebt und in ihr seine Lebensaufgabe ernst nimmt. Wie soll er seine Lebens» richtung verfolgen, ohne auf Irrwege zu geraten, wenn alle diese Probleme seiner ״Außenwelt“ auf ihn mit ihren Forderungen einwirken und seine ״Innenwelt“ verwirrend beeinflussen? Da gilt es: aufpassen! Dazu״verhilft uns ganz vorzüglich das vorliegende ״Lesebuch“. Eine Reihe auserlesener Meister der Erziehung des gegen# wärtigen Deutschland ergreifen das Wort zu״ irgend einem der ״Erziehungsprobleme der Gegenwart“, jeder vom Gesichtspunkte seiner Weltanschauung und seiner pädagogischen Zielrichtung. Wir lernen aus dieser inter» essanten Auswahl die Tendenzen der modernen Er# Ziehung in ihrer Mannigfaltigkeit kennen und werden da» durch gar manchem wohlklingenden erzieherischen Schlagwort gegenüber — behutsam. Das Werk bildet einen Band der Sammlung ״Bücher der Bildung“, die der Verlag Albert Langen, München, zum Preise von 3 M. für den in Leinen geschmackvoll gebundenen Band her» ausgibt. B. Kozenn Atlas. Bearbeitet von Dv. Heinrich Giittenbevger und Dr. Hermann Leiter. 50. Auflage. Wien, 1929. Die neueste Auflage des uns noch aus der seligen Gymnasiastenzeit wohlvertrauten Kozenn ist, von Hofrat Dr. Güttenber.ger und Dr. Leiter bearbeitet, soeben erschienen. Diese Bearbeitung, die eine kongeniale Eraeuerung des alten Werkes genannt werden kann, becücksiditigt nicht nur die politischen Veränderungen der Nachkriegszeit, sondern stellt auch insofern eine durchgreifende Modernisierung dar, als für Vergleichs zwecke beispielsweise die JCarte vou Salzburg viermal wiedergegeben ist und die neuesten Forschungsreisen in Karten der Polargebiete ihren Niederschlag gefunden haben. Andererseits sind eine Reihe von Kartenbeigaben, die sich in der Unterrichtspraxis vielleicht als minderwichtig erwiesen, weggelassen, wodurch der ״Kozenn“, ׳der sonst immer das gewichtigste Lehrbuoh war, handlicher und möglicherweise auch leiohter faßlich wurde. Alles in allem paßt nun auch der neue ״Kozenn“ viel besser in den Rahmen cles neuen Lehrgebäudes, das auch in der Mittelschule dem Grundsatz חניך לנער על 5י דרכו ■gerecht zu werden sucht. L. M. Theodor Valentiner: Kant und seine Lehre, eine Einführung in die kritische Philosophie (Verlag Philipp Reclam, Leipzig). Es fehlt nicht an vortrefflichen Werken, die Kants Leben und Schaffen ausführlich schildern. Aber es fehlte bisher eine knappe, kurze Darstellung, die das uns Heutigen Wesentliche verständlich macht. Die Unrast der Zeit erlaubt es selten, dicke Bücher durchzuarbeiten. Kurz muß alles sein und dabei soll es doch in die Tiefe führen, Wir veVlangen nach Lebensproblemen, um mit ihnen zu ringen, wir wollen Kant kennenlernen, um im Ringen mit diesem Eckstein der Philosophie zu eigener Weltanschauung zu gelangen. Valentiner, der durch die Herausgabe der Kritik der reinen Vernunft bewiesen hat, daß er Kant an der Quelle geschöpft und ergründet hat, befriedigt endlich mit seiner Einführung das Bedürfnis des moder# nen Lesers, das Bedürfnis des Suchenden. Die kleine Schrift ist ein Schlüssel zu Kants Werk selbst. Wer ver» zweifelt von Kant kommt, wer die Hoffnung, ihn zu ver# stehen, aufgegeben hat, versuche es mit diesem Führer und — der Weg ist ihm geebnet. N O TI Z E N. Die bedeutende orientalische Antiquariatsbuch» handlung Paul Geuthner, 13, Rue Jacob, Paris VI, gibt die regelmäßig erscheinenden Nouveüutes .Orientalist.es heraus, die vor allem über die im fran» zösischen Sprachgebiet 'herausgekommenen örientalisti» sehen Neuerscheinungen orientieren. Die ״E p h e m 6 r i» des O r i e n t ä I i s t e s“ dieser Buchhandlung berichten allmonatlich über die Veränderungen in dem bedeutenden orientalischen Antiquariat der Firma. — Der Katalog 589 ״Sfemitica»Hamitica“ von Carl W. Hierse» mann, Leipzig, Königstraße 29, enthält fast 3000 Nummern über das Gesamtgebiet des vorderen Orients, darunter auch zahlreiche besonders wertvolle Stücke der hebräischen Literatur. Wir erwähnen: Ein Sefer Hanhagat Haehajim des Moseh de,Baruch Altnosnino, Text in La» dino, Einleitung und Register in Hebräisch, Saloniki 1564 (seltene Erstausgabe), eine Venediger Ausgabe aus dem Jahr 1523 der hebräischen Grammatik Mikne Abram von Abram de Balmes, eine spanische handschriftliche Uebersetzung des Chisuk Emuna von Isaak ben Abraham (Troki), die im Jahre 1654, also ungefähr 30 Jahre vor der ersten gedruckten Ausgabe niedergeschrieben wurde. Die genannte Buchhandlung hat auch als Prachtwerk die Darmstädter Pessach»Hagada in zwei Bänden (Text und Tafelbild) herausgebracht. Sehr reichhaltig sind die Antiquariatskataloge von Markert & Petters, Leipzig C. 1, Seeburgstraße Nr. 53. Katalog 18 enthält 1350 Nummern über das Gebiet der assyrisch*babyIonischen Sprache und Kultur. Katalog 11 umfaßt 3000 Nummern über die Gebiete: Palästina, biblische und rabbinische Literatur, hebräische Sprache, Geschichte der Juden, Judenfrage. Die bibliographisch sehr sorgfältig gearbeiteten ״Litteraires Or i e n t a 1 e s“ der bekannte!! Anti* quariatsbuchhandlung Otto Harrassowifcz, Leip* zig, erscheinen vierteljährlich und verzeichnen alle Neu* erscheinungen auf dem Gesamtgebiet der Orientalistik des In» und Auslandes. Der Bezugspreis, von nur M. 5 pro Jahr (4 Hefte) erscheint angesichts dieses vorzüglichen bibliographischen Hilfsmittels sehr niedrig. 31064941

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