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Jüdische Presse · 1930-04-25 · 17 (25.4.1930) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
17 (25.4.1930)
Date
1930-04-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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UftytMTt rfpUtnt povoleo* rladit £0*1 » t«la*ral01 ▼ Braililavi if*. 41i72-HI-2i. Zfltanzen vom Varlsiar verMnfot. Journal •xptdia par l'edltiir V. b. b. \ ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JIIDENTUWS. äadaktton u. Administration! Wien,!!.,Leopolds■ liise ao, i. stiege, 1. Stock. — Tel. R 454-94־.?achechoBlowtkeli Bratislava, Postfach 140, finsheint laden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. &bomnmetrtsprel5e ו Ganzjährig ו Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei tichecb. K. 80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Äasland 3 Dollar. Zahlungen auf Konto ,JQdische Presse", Wien für Oesterreich! Postsparkass;nkonto Nr. D-93614; Deutschland! Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien! Postspk.*Amt Zagreb Nr. 40217; Polen! Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409: Ungarn! Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz! Post• scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei! ״Jüdische Presse", Bratislava, Postspk. •Amt Prag Konto Nr.'53386 Nr. 17 Wien-Bratislava, 25. April 1930!כ*ה רנא־פרעםבויג כ״ז גיסן תו״ 16. Jahrs• Bemerkungen zum Bericht der inqniry commission. Es ist noch gar nicht so lange her, da hat sich die Welt bemüht, über die sogenannte Kriegsschuldfrage sich den Kopf zu zerbrechen; seitdem haben allerdings die Kriegs s c h u 1 d c n-fragen die Welt viel mehr in Atem gehalten. So ähnlich mutet uns der Bericht der Inquiry commission an. In der Frage nach dem Schuldigen an den Augustaufständen bemühten sich die Herren Kon־!־ missäre ernstlich, die sagen wir einmal offiziellen Stellen der beiden in Frage kommenden Seiten — Juden und Araber — fast von jeder Verantwortlichkeit freizu־ sprechen. Gänzlich ist dies der Fall in bezug auf die offiziellen Stellen der Mandatarmacht. Es bleibt also übrig, daß einzelne Menschen den Ausbruch der U־״ ruhen veranlaßt haben. Schlußresultat: non liquet (cs bleibt unklar), und wem es gefällt, der mag auch nach dem Bericht die Diskussion über diese Frage ins Um endliche fortsetzen. Wir nehmen davon Abstand. Eine viel ernstere Betrachtung verdienen die Vorschläge, welche die Kommissionen an ihre Wahrnehmungen knüpfen. Hier ist zunächst in bezug auf die Einwande־ rung ein sehr ernster Vorwurf erhoben, des Inhalts, daß diejenige Stelle, die tatsächlich mit der Auswahl der Eim wanderungslustigen betraut war, die Jüdische Arbeiter* zentrale in Palästina, sich bei dieser Tätigkeit hauptsacli* lieh von politischen Motiven leiten ließ. Es ist aber nicht klar gesagt, ob die Folgen dieser Auswahl sich mehr auf ökonomischem oder politischem Gebiete aus* wirken. Das Resultat ist und bleibt Vorschlag auf Be* schränkung der Einwanderung und tatsächlich hat ja auch ziemlich prompt die Mandatarmacht Bestimmungen erlassen, welche diese Beschränkung ziemlich klar zum Ausdruck bringen, wie sie in anderer Stelle dieser Nun!־ mer wiedergegeben sind. Auch hierbei möchten wir unsererseits die Untersuchung der Schuldfrage aus*' schalten. Wir haben in früheren Jahren oft genuS darauf hingewiesen, daß es tatsächlich ein Uebelstaud war, daß die Angehörigen einer Organisation in bezug auf die Einwanderung sich in Vorzug befanden. Für uns bleibt zu untersuchen, wie weit die Vorschläge der *Im quiry commission sich mit dem Mandate oder zuminde* stens mit der ChurclyllsErklärung von 1922 decken. Jeden־ falls war unter der Wirksamkeit der Churchill־£rklärung die gewaltige Immigration von 192526־ möglich, während sie nach den Vorschlägen der Inquiry commission nicht mehr möglich ist. Doch nicht nur in diesem Punkt dürfte für die Mandatarmacht eine Veranlassung gegeben sein, eine neue Interpretation des Mandates zu geben. Aller־ dings die extreme Forderung, daß die Mandatarmacht das Mandat als erfüllt betrachten und infolgedessen Palästina die Selbstverwaltung geben solle, ist nicht aus־ driicklich gesagt. Wenn man allerdings Ziffer 49 und ebenso Ziffer 54 und 55 zwischen den Zeilen zu lesen versteht, so heißt das eigentlich, daß die Kommission der englischen Regierung empfiehlt, eine vorwiegend aus Nicht־Palästinensern bestehende Organisation (Zio־ nistenorganisation) von jeder politischen Ingerenz aus־ zuschüeßen, daß anderseits die Palästinenser selbst mit einem größeren Maße von Selbstregierung■ ausgestattet werden sollen. Die Situation ist also sehr ernst, denn wenn in Ziffer 55 die englische Regierung aufgefordert wird, aufs neue ihre Stellungnahme zu Ziffer 4 des Man־ dates klarzustellen, so ist gar nicht abzusehen, wie eine neue Interpretation noch irgendwie mit der ursprüng* liehen Absicht des Mandates harmonisiert we'rden kann. Schließlich scheinen die Ereignisse allen Erwägungen vorauszugehen; wenn die Kommission. ihre einzige Hoff־ nung auf ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen Arabern und Juden setzt, so hat sie sicher den Nagel auf den Kopf getroffen. Allerdings verlangt der Bericht, daß dieses Verständnis sich zunächst in praktischen Fragen auswirke, während selbst Henry Snell, der Ver־ treter der Arbeiterpartei in der Kommission, in seinem Minoritätsvotum sagt, daß auch auf ideologischem Ge־ biet eine Annäherung notwendig ist. Wie immer es auch sei, der Bericht der Kommis־ sion drängt auf Klärung. Es wäre der Sache außer־ ordentlich dienlich, wenn man von jeder Schönfärberei Abstand nimmt und feststellt, daß diese Kommission eine fast vollkommene Aenderung der bestehenden Ver־ hältnisse auf politischem und ökonomischem Gebiete ver# langt. Je deutlicher dies ins Bewußtsein dringt, desto energischer wird in jedem einzelnen Juden seine Verant־ Wörtlichkeit für das ganze palästinensische Problem wach werden und sich betätigen. P. K. Die Empfehlungen der Palästina- Untersuchungs-Kommission. Fortsetzung aus dem Berichte. Die Zionistische Organisation nicht berechtigt, an der Führung Palästinas teilzunehmen. Wir empfehlen, daß die Regierung Sr. Majestät das im Jahre 1922 gemachte Statement neu bestätigen solle, laut welchem die .der Zionistischen Organisation durch das Mandat zugewiesene Sondcrposition diese nicht dazu berechtigt, in irgend einem Grade an der Führung Palästinas teilzuhaben. Wir empfehlen der Regierung Sr. Majestät,, die Möglichkeit zu prüfen, ־irgend eine präzise •Definition der Bedeutung von Artikel 4 des .Palästina-Mandates niederzulegen. In einer Atmosphäre,!in der rassischer Antagonismus und gegenseitiger Verdacht allgemein sind und die durch die tragischen Ereignisse vom August 1929 hoch mehr vergiftet worden ist, mag es in diesem Augenblick müßig erscheinen, . auszusprechen, daß weder für den Erfolg jüdischer• Kolonisation in Palästina noch für die friedliche und fortschrittliche Ent- Wicklung des arabischen Volkes Aussicht vorhanden ist, Solange nicht Zusammenarbeit zwischen' den beiden Rassen, Ausgleichung ihrer Differenzen und Eliminierung־ der Verdachtsursachen bewirkt worden sind. Die Aussichten gemeinsamer Bestrebungen auf irgend einem ,Gebiet ,politischer Tätigkeit sind nicht ermutigend. Die Ereignisse vom August 1929 körtuen nicht leicht vergessen werden. Zusammenarbeit in Wirtschaftliehen Angelegenheiten kann jedoch möglich sein und ist das Mittel, durch das die ausgleichenden Vorteile jüdischer Siedlung . dein arabischen Volke dargetan werden können. Das Wohl einer ganzen Gemeinschaft .macht es erforderlich, daß die jüdischen ׳Führer sich SPEZIAL הער כשר Gelb, geschmeidi- U eb a r a II ges Pflanzenfett! erhältlich! 100 Prozent Fettgehalt תחת השגחת הרב הבאר ר׳ ישעי• פידסט. שיפשוהל Cail BlaHieiiK Vereinigte Margarineaal Bntlerfabrilen telichkcit Yvnhrz«nehme?1', ,״If JBSHSSSLA Weise hu eine bessere Verständigung zwischen dei beiden Rassen zu wirken. Es will scheinen, daß bishei wenig Anstrengungen nach dieser Richtung hin gemach und״iÄJV?‘ '™,1י'״ <M fische Ei״wa״d"״״ N1״vj! r ד Untcnielnnuugen dem Laude' große! '1fe14 ]Y?bc£’ a״ clem cJas arabische Voll faden ih-' wTu S<JFJ1°■ .IieS* so, daß während di< Juden fm •Wohltaten, die sie dem Lande als Ganzen 4VnW״lfl'eCn — lmd J״it Recht — dir VnWm-ln ve״-e Pankbarke1t für die ihnen erwachsender Voitei e zeigen, da sie das Gefühl haben, daß dies( Jie mMbiJjte״י8 ״ i'"1Se־ ״" P0Ii״k *׳«>״ <«< eh,, P?fi'lr"Fsc,1,<:11 u,ld modemitlMhe» Fahrer« lieg! *}io unmißverständlich klar ist: Sit sollten es allen ihren Anhängern und allen ihren kSnbl'׳״Ce,11 klarmachen, daß sie sowohl als Koliektnitat wie als Einzelpersonen Unordnung und Ge- W^iM-nilßbjve:0״״ ■״d wenn von jüdische/ Seite eil Ycrs״c1 gemacht wird, in der Landwirt• rin״ f a e1' 1״ a11dcre״ wirtschaftlichen Tätigkeiten mii den Arabern zusammenzuarbeiten, wird es: den arabi■ sehen 1 uhrerit obliegen, ■ als Erwiderung auf diese! \ersuch zu zeigen, daß sie es aufrichtig meinten, als sic T?ir״.Y,S-rd״S bclüe1!?lta1s «hlegten, daß sie sich jüdischer Idtj^eiten in Palästina nicht widersetzen, wo dies( A011 Nutzen für Angehörige ihrer eigenen Rasse sind. Ar ו Es k:ar1״ keinem Zweifel unterliegen, daß -.die Morde und anderen verbrecherischen Akte vom letzter August, für die keine Worte der Verurteilung zii streiu sind, für einige Zeit die Hoffnüng auf eine allgemein( Beilegung der Differenzen zwischen den beiden Völker! hiiiausgesclioben haben. Doch ist, wie die׳ .verantwortliehen i!ihrer beider Rassen sieh vergegenwärtigen!1/1( es auch ihren .Anhängern klarmachen sollten, ohne Zu■ sammeimrbeit 1m Geiste gegenseitiger Toleranz wenit lloUniing, daß die Aspirationen jedes der beiden Vül■ ker verwirklicht werden können, Die Vorbehalte des Herrn Snell. Das A!•heute rparteim itgil ie!d der Palästina-Untersuchu 11gsk0i1 nun 1 ss 1 o 11 fügte dein allgemeinen Bericht der Komm J1.ss1an.smitgilede 1' d i c f o 11g e n d e n Vorbehalte Iniizii: Obwohl ich den vorstehenden Bericht unterzeichnet habe, kann!ich mich!nicht mit einigen der Kritiken und Konklusionen, die er enthält, einverstandeil eiklciren, und ich möchte e,s über jeden Zweifel klarlegen, daß ,meine Unterschrift unter dein Bericht keine Uelberemstlimnuing mit der allgemeinen Stellung meiner Kollegen zum Palästiiia-TToblem bedeutet. Die Politik der Errichtung des Jüdischen Nationallheims in diesem Lande hat zweifellos komplizierte Fragen in rassischer wie in wirtschaftlicher Beziehung a u׳f׳geworfen, aber ich bin überzeugt, daß diese ׳Fragen weder außerordentlich noch unlösbar ,sind, und ־ich glaube, daß viele der unmittelbaren Ursachen zu den Unruhen am letzten August eher zeitweiligen als fundamentalen; f| Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, Scheiteln, Transformation etc. der bekannten fCunstwerkstätte Wien 1, Kärntnerring 6 (gegenüber Hotel Bristol) S-4^3-62 So lange der Vorrat reicht, 20\ Rabatt vom Originalpr eis. Verlangen gnädige Frau Gratis• Katalog und Preisliste

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