Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 24 (13.6.1930)
- Date
- 1930-06-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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*$piatsi povoien* riftdii post 1 taietrilov v Bratlsisve «Is. 4IB7MH-2I. Zernagen vom V«rl««r?•rtonlot joiraal •xptdf• par Todittsr. V.b.b. JÜDISCHE PRESS ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. «, Adffiin'i&irj'Jc’B: Wien,!?.,Leopold»־;ttcse 16, 1. Stiege. 1. Stock. ־־־ Tel. R 45*494־.!•55feccho־sk'!5־;ikeh Bratislava, Postfach 140. gmbeint jeden Freitag. — RedsfciianMchluB«: Mittwoch Mittag. &bunB&׳ftent&p?elas t Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei *Scheck K. 80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Asütand 3 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse", Wien für Oesterreich: PostspaikassenkontoNr. D-93614; Deutschland:Post• Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen! Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: ״Jüdische Presse", Bratislava, Postspk.־AmtPrag Konto Nr. 53386 Nr. 24 1 Wien-Bratislava, 13. Juni 1930 r^r\ ביה וינא־פרעסבורג י׳ז שיה 16. Jahrg. Die Beratungen der Dienstag den 3. Juni trat die Permanente Mandats־ kommission des Völkerbundes unter dem Vorsitz des italienischen Vertreters Marquis Teodoli zu ihrer außer־ ordentlichen, dien Palästinafragen gewidmeten Tagung zusammen. Außer dem von der englischen Regierung, wie bereits berichtet, vorgelegten Weißbuch stand ein von der Jewish Agency überreichtes Memorandum im Mittelpunkte der Tagung. Dieses Memorandum schildert die Entwicklung des jüdischen Nationalheimes im Jahre J929 und ist von einem Schreiben Dr. Weizmanns be־ gleitet, das betont, es könne ein National heim ohne Menschen und ohne Boden nicht geben. Ueber die zweite Sitzung der Mandatskommission wird offiziell mitgeteilt: . Die Kommission befaßte sich am 5. d. mit der Prüfung der Ereignisse, deren Schauplatz Palästina von September 1928 bis August 1929 gewesen war. Seitens der Mandatarmacht war der Unterstaats־ Sekretär für die Kolonien Dr. Drummond Shiels anwesend, dem der Chefsekretär des Oberkommissariats in Palä־ stina Herr Luke und die Herren Lloyd; und Clauson vom Colonial Office assistierten. Nach chronologischer Prüfung der Ereignisse und ihrer unmittelbaren Ursachen befaßte sich die Kommission mit dem Moment der Ver־ antwortung für die Unruhen im Herbst 1929 und deren tieferen Ursachen. Dr. Shiels gab der Kommission er־;gänzende Informationen und erwiderte auf seitens der Mitglieder der Kommission an ihn gestellte Fragen. Auch Luke erwiderte auf Fragen, die sich auf die Er־ eignisse in Palästina bezogen. Wie der JTA־Vertreter erfährt, hielt der Holländer van Rees eine längere Rede, in der er den Shaw־Bericht scharf kritisierte und auch Luke nicht schonte. —■ Shiels erklärte, die Juden im Auslande, die eine Einwanderung in weitem Maßstabe verlangen, ziehen nicht die Schwie־ rigkeiten in Betracht, mit denen die Mandatarmacht zu kämpfen hat. Unser Genfer Korrespondent schreibt uns: Das Ereignis des Tages ist die Erklärung von Dr. Drummond Shiels. Sie wird sehr viel kommentiert, die Verhandlungen der Mandatskommission selbst sind ja äußerst vertraulich. Doch hört man, daß die Atmosphäre etwas schwer ist und man meint, daß die Erklärung von Dr. Shiels eine Art Flucht in die Oeffentlichkeit dar־ stellt. Sie wirkte wie ein Keulenschlag. Man will daraus erkennen, daß eine neue Interpretation bevorsteht, welche der Balfour־Deklaratio11 den letzten Rest ihrer histori־ sehen Bedeutung nimmt. Ueber die Frage der Einwande־ rung dürfte erst zu reden sein, wenn der Simpsonsche Bericht vorliegt. Für den Bodenkauf dürfte vielleicht der Ausweg gefunden werden, daß nur der Besitzwechsel von Kleingütern nicht mehr möglich ist, hingegen die' Latifundien vielleicht doch erstanden werden können. Die Selbstverwaltung dürfte auf, dem Weg der Muni־; zipalvertretungen eingeleitet werden. Dieselben werden ein reiches Arbeitsfeld mit politischem Einschlag er־ halten. Sie werden auf dem Wege der Proportional־ wählen zusammengesetzt werden. Die Wahlkreis? geometrie ist ein schwieriges Problem für die Mandats־ macht. Die Vertreter der jüdischen Organisationen, die hier waren, verhielten sich äußerst reserviert, doch ge־ wann man aus der Unterhaltung mit ihnen Einblick in den Ernst der Situation, ln bezug auf die Klagemauer־ frage herrscht Einstimmigkeit,#aß es eine rein religiöse Mandatskommission. Frage ist und als solche auch behandelt werden mufL Die Kommission ist unterwegs nach Palästina. Sit&ung der politischen Kommission der Jewish Agency am 23. Juni in London. (J. T. A.) Die Exekutive der Jewish Agency^ hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden der politischen Kommission der Agency, Lord Meldiett, eine «inile rordentliche Sitzung des Ständigen Subkomitees für politische Angelegenheiten der Jewish Agency fair Montag, den 23. Juni nach London ein,berufen. Tn dieser Sitzung werden alle im Zusammenhang mit der politisehen Lage in Palästina stehenden Fragen zur Erövterung gelangen. König Carol II. gegen den Antisemitismus. König: Carol empfing am JL Juni über 50 Vertretcr der auswärtigen Presse. Er wurde von jüdischen Journalisten gebeten, sich über die Judenfrage zu äußern. Was die jüdische Frage, betrifft, sagte der König: ״Es stimmt mich traurig, daß man diesbezüglich Fragen an mich richtet, da ich daraus ersehe, daß man unser Land nicht genügend kennt. Der Rumäne ist ein nuhiger Mensch, die antisemitische Fraktion findet weder von seiten der Regierung noch von seiten des rumänischen Volkes Unterstützung.“ Ueber ״Beth Jacob‘6 in London. ‘:1 Im Herzen des vornehmen Westens Londons, im Hause von Lady Spielmann, fand in Anwesen־ heit einer großen Schar der auserlesensten Mit־ glieder der englischen jüdischen Gesellschaft ein Abend für das Erziehungswerk ״Beth Jacob“ statt. Miss Netty Adler, eine der führenden Damen der englischen Gesell־ schuft führte den Vorsitz und entbot Frl. Dr. Judith Rosenbaum auch im Namen der Präsidentin des Jüdischen Frauenbundes, Lady Herbert Samuel, den herz־ liebsten Willkommengruß. Dann hielt Frl. D r. Rosen־ bäum zunächst in englischer Sprache ein in atemloser Spannung aufgenommencs Referat über die Erziehung^־ arbeit, die unter dem Namen von ״Betli Jacob" viele Zehnlausende jüdische Mädchen ergriffen hat.’ Chief Rabbi Dr. Hertz ergriff nachher das Wort, um in ein# dringlicher Rede die hohe Bedeutung der Bcth Jacob- Arbeit zu unterstreichen. Die Ausführungen von Haham Dr. Gast er, der nach dem Reichsrabbiner zu Worte kam, bewegten •sich in der gleichen Linie. In Anlehnung an das Wort der jüdischen Weisen, daß um der frommen Frauen wegen Israel einst aus Aegypten erlöst wurde, drückt er die Hoffnung aus, daß;auch die Gegenwart durch die Arbeit am jüdischen Mädchen einer hesseren.'Sjjjk Zukunft entgegengeführt werde. Auch Mister Herbert^ M. Adler und Mister Ernest Schiff richteten einen warmen Appell an die Versammlung und nach ihnen Mister Harry Goodman, der aus seiner persönlichen Erfahrung heraus, den Segen der Beth Jacob־ Arbeit in den östlichen Ländern schilderte, und insbe־ sondere der polnischen Regierung dankte, die durch den Botschafter an dem Abend vertreten war; für das Inter־ esse, das sie von Anfang an bewiesen hat. Der Herr Ge־ sandte selbst richtete einige warme Worte an die Anwesenden und gab seiner Freude Ausdruck, daß die Judenheit Englands in inniger Verbundenheit mit diesem wichtigen Erziehungswerk seines Heimatlandes stehe und beglückwünschte alle Führer und Helfer zu den bisherigen Erfolgen, mit denen er sich innig verbunden fühle. Die Ausstellungen im Dr. Krüger-Heim am 19. und 20. d. M., die in der Zeit von 10 bis 19 Uhr zugänglich sind, umfassen, wie bereits angekündigt, außer der Hauptausstellung ״Der gedeckte jüdische F e s 11 i s c h" noch eine Ausstellung von Schüler« arbeiten der Frauengewerbeschule für Weiß־ nähen und Kleidermachen, von Handfertigkeiten NORD DEUTSCHER LLOYD :-5821/50 Der schnellste Dienst der Welt Mit den Expreßdampfern ״Bim“ ״EUROPA“ ״COLOMBOS“ 51.656 t 51.656 t 32.354 t vosi Bremer» nach New York Schnelidartipferdiensi nach Argentinien, Uruguay, Brasilien, Kanada und anderen Weltteilen Studienreisen nach U. S. A. Mittelmeer- und Nordlandsreisen Auskünfte erteilt Llggl Prag II, VaclavskÄ nam. 60 (Palais PhSnix) Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, Scheiteln, Transformation etc. der bekannten Wien I, Kärntnerring 6 Kunstwerkstätte (gegenüber Hotel Bristol) Othmar Schiff Telephon U-41-362 So lange der Vorrat reicht. 20% Rabatt vom Originalpreis. Verlangen gnädige Frau Gratis- Katalog und Preisliste