Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 15-16 (11.4.1930)
- Date
- 1930-04-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Aaviao▼* ,vfplatat povoleni fladit post a telagrafot ▼ Bratislava 21s. 41I72-IH-2I. ZaJtangen vom Varlctsr versandtet. Journal expddla par l'edltaar V. b. b. ■V. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Radaktlon n. Ad mini» 1 r *Hont Wien,!!.,Leopold!' »aiie 16, T. Stiege, 1. Stock. - Tel. R 45-4*84. Tschechoslowakei! Bratislava, Postfach 140. Itscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abonncmentsprelie 1 Ganzjährigi Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei tschecb. K. 80, Einzelnummer öst, Or. 50, das übrige Ausland 3 Dollar, Zahlungen auf Konto -,Jüdische Presse-, Wien für Oester• reich! Postsparka!ssnkonto Nr. D-93614; Deutschland: Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217.; Polen : Postspk.*Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: .Jüdische Presse“, Biatislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Nr. 15/16 Wien-Bratislava, 11. April 1930 rir [ב*ד! רנא-פרעסבויג י״ג גיס 16. Jahrg. 1 פסח s*^65ss<3s©©ß9©ß£ ©£9<3#ג6פג££ gsGuB Wir wünschen allen unseren freundlichen Lesern שמחת יו״ט Die Redaktion. Die nächste Nummer der ״JÜDISCHEN PRESSE“ erscheint am 25. April. לשנה הבאה בירושלים. Von Wolf Pappenheim. Kurzsichtig ist der Mensch in seinen Wünschen, ohnmächtig in seinem Tun. Viele Jahrzehnte hing hat die Judenheit der ganzen Welt nur ein glühendes Gebet zum Himmel entsendet: daß der Fluch der Zarenherrschaft von unseren Brüdern genommen werde. Der fluchwürdige Weltkrieg hat über die ganze Welt namenloses Unglück und die Erholung dieses Gebetes gebracht, was aber an Stelle der Zarenherrschaft kam, ist für unsere armen Brüder in Rußland unendlich grausamer. Wieviele der Pogromopfer in Palästina mögen wohl im Vorjahr gebetet haben, ״im kommenden Jahr in E1־ez Jisroel“, und dieser Wunsch ist erfüllt worden zu ihrem Verderben. Deshalb ist es ein alter Brauch in jisroel, am ראשהש׳ ZU wünschen, ״der Ewige erfülle deine Wünsche zum Gute n“. G-tt allein weiß, welcher Wunsch mit unserem Wolde identisch ist. .H'״ ׳״' '־־־• ־: Die fürchterlichen Ereignisse in Rußland müssen unser'jüdisches Herz aufriittel11,,dem Schicksal unserer Millionen Brüder daselbst unser• intensivstes Interesse und werktätige Hilfe zuzuwenden. Die Ereignisse in Palästina sollen die jüdische Welt überzeugen, daß G־tt, wenn er auch in seiner Langmut unsere unfrommen Brüder ungestört ohne Religion leben läßt, sieh nicht so weit erstreckt, s e i n Erez Jisroel dem religionslosen Heidentum ausliefern zu lassen. ״Wenn G-tt die Stadt nicht hütet, mühen sich die Erbauer ergebenst darum.‘' Lind so möge G-tt die •jüdisch(' Welt erleuchten, daß wir alle Erez jisroel im Geiste der Thauro v e r eint erbauen, dann wird unser Gebet am Pessach לשנה י יי * הבאה בירושלים» Gut e n s e i n. Geschichtliche Lehre der Hagada. Es gibt eine Ansicht, daß die Völkerschaften, die unter dem Namen 3 '«vis Begleitgruppen des aus Aegypten ziehenden Israel eingeführt werden, Wüstenkindei• arabischen Ursprungs gewesen wären. Das wäre denn also die erste geschichtliche Beziehung zwischen Juden und Arabern. Zwar schweigt in den Nächten der Betreuung, in den Tagen des Festes jede politische Sorge, aber es wäre etwas Wunderbares, wenn die in diesen Stunden ge־ wonnene Anschauung so stark wäre, daß sie Richtschnur für die allgemeine jüdische Politik bilden könnte. Araber also schlossen sich dem jüdischen Volke an. Was mag in der Seele dieser Mitgänger vorgegangen sein? Vielleicht waren auch sie in Aegypten versklavt ge־ wesen, vielleicht war die Epoche des Auszuges in Aegyp־ ten so etwas Aehnliches wie eine aus den Verhältnissen geborene Proklamation vom Selbstbestimmungsrecht der Völker. Und da wählten die Araber den Weg zu den Juden, vielleicht, weil sie das Ueberirdische, das über dem Geschick dieser Menschheitsgruppe waltete, be־ griffen, vielleicht auch, weil sie die ganze Größe dieser Gruppe, in die Freiheit zu ziehen, um dieser überirdischen Macht zu dienen, ahnten. Genug dem, Araber zogen mit den Juden — das ist das erste Signum des Auftretens von Arabern in der Geschichte. Lohnt es sich nicht, darüber ein •wenig nach־ zudenken, heute, in einer Zeit, da so viel von historischen Ansprüchen geredet wird, auch an Pcssach, auch in den Nächten der Betreuung darüber nachzudenken? Wissen wir doch daß diese Betreuung für ewige Dauer ver־ heißungsmäßige Dauer hat. Araber zogen mit den Juden! Und heute? Heute sind finstere Mächte am Werk, um sich zwischen diese beiden Menschheitsgruppen zu drängen. Muß das gedul־ clet werden? Es könnte so leicht anders sein. Es brauchte nur das Ueberirdische, G־ttliche, Pcssachmäßige besser er־ kannt werden. Vor allen Dingen bei den Juden selbst. Denn die Mahnung der Hagada, es sei eines jeden Pflicht, sein Innenleben so zu gestalten, als wäre er selbst aus Aegypten gezogen, gilt nicht nur der Er־ innerung, sondern auch der Einstellung zur Gegenwart. Wann immer die Gesamtheit Israels aktiv in Erschei־ liung trat, sie erreichte ihr Ziel, wenn es identisch war mit dem Ziel des Auszugs, der Indienststellung eines ganzen Volkes in die Ideale seines Volkstums. An dieser Wahrheit die Dinge der Gegenwart zu messen, ist Sinn der historischen Rckronstruktion, wie sie Elagada ver־ langt, ist einziger Sinn des Schlußrufes von leschonoh habooh. Dem Wege der Araber zu den. Juden am 15. Nissan des Auszuges müßte ein Weg der Juden mit den Arabern in der außerordentlich schwierigen Situation des Augen־ blicks entsprechen. Jeder weiß das und nur wenige wagen es zu sagen. Eine Dajcnu Note wird das Kennzeichen des Weges Israels durch seine Geschichte der Gegenwart sein. Mögen die Verantwortlichen es so fügen, daß Text und Melodie dieses!Jedes zu ihrem Rechte kommen. P. K. Pessach Mizrajim — Pessach Leossid. Aus den Tiefenunsagbarer Marter, aus den Tiefen bitterster Enttäuschung blickt Israel zu seinem Gott empor. Die Erinnerung an die ägyptisehe Knechtschaft wird am heurigen Pessaelifeste nicht nur durch die Symbole des Sederabends, soneiern auch durch Ereignisse der lebendigen Gegenwart wachgerufen, die nach einem geheimnisvollen Gesetz der Serie überall auf das jüdische Volk zur Zeit einstürmen. Da ist zunächst das große sowjetrussisehe S k l a v e n h a u s, in welchem Abertausende unserer Brüder in hoffnungslosem Harren auf die Erlösung־ hinschmachten. Wenn Pharao vor Jahrtausenden clas jüdische Volk durch die Fronarbeit der Männer treffen wollte, so vernichten die Lebenskraft unserer jüdischen Brüder in Rußland die dortigen Machthaber durch die raffinierte Marter einer erzwungenen Untätigkeit, der die breiten Schichten gewerbe- und handeltreibender Juden של פסח כשר SPEZIAL Gelb, geschmeidi- 7\/״י U e b e r a I I ges Pflanzenfett! erhältlich! 100 Prozent Fettgehalt חחף השגחת הרב הבאר ר ישזר׳ פירסט. שיפשיהל Carl Blaimscbeltu Vereinigte Margarine- und ßuttertabriken durch die Kollektivi^ierung der Produktion ausgeliefert sind. Die. modernen Pharaonen in Rußland haben es nicht mehr nötig־, die jüdischen neugeborenen Knaben ins Wasser zu werfen, sie entreißen diese Kinder ihren Eltern, indem ־ihnen der lebenspendende Born der Thora und jüdischer Tradition entzogen wird. Auch ohne ״das Brot des Elends“, dessen Beschaffung unseren Brüdern in Rußland in die,sein Jahre fast unmöglich gemacht wurde, werden in Rußland die Qualen der ägyptischen Unterdrückung lebendig. Und je finsterer die russische Nacht über den Seelen der schwer bedrückten russisehen Juden sich zusammcnballt, um so größer wird ihr Glaube an G-tt sein, je ähnlicher die heutigen Zustände jenen in Mizrajim sind, um so inniger werden unsere Brüder in Rußland und mit ihnen all ihre mitfühlenden Brüder und Schwestern auf dem ganzen Erdenrund ihre Blicke zu G-tt erheben und ihre Hoffnung auf die baldige Erlösung setzen, die auch in Mizrajim rascher kam, als alle Berech״ 1נ ungen es vermuten ließen. Heuer noch Sklaven, das nächste Jalrr schon freie Menschen, die ihrem G-tt frei im Geiste unserer ewigen Lehre dienen dürfen. Die düsteren Schatten bitterster .Enttäuschung' senken sich bleiern auf das Gemüt des jüdischen Menschen, wenn er heute an Palästina denkt. Das schwere Ringen, das nun mehr als zehn Jahre um die Wiedergewinnung Erez Israels als jüdische Heimstätte dauerte, wird nach menschlichem Ermessen immer aussichtsloser. Der nationalen Begeisterung der jungen jüdischen Generation setzt das immer stärker sich regende nationale Erwachen der Araber unerwartete und fast unüberwindliche Schranken. Die nationale Emanzipation der von Kultur hoch nicht angekränkelten arabischen Stämme wird mächtig genährt und gestützt durch die siegreichen nationalen Kämpfe in Aegypten und. fmm.—.’1"■"י” ... Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, Scheiteln, Trans־ formation ete. der bekannten Kunstwerkstätte Othmar Schiff Wien I, Kärntnerring 6 (gegenüber Hotel Bristol) v-41-3-62 So lange der Vorrat reicht. 20°\0 Rabatt vom Originalpreis. Verlangen gnädige Frau Gratis- Katalog und Preisliste 1/ ■