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Jüdische Presse · 1930-03-07 · 10 (7.3.1930) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
10 (7.3.1930)
Date
1930-03-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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ItriMTi rf platt* povotea* rladlt patt a tel«*r*lot ▼ BrttisUv• »I. 41172-01-2•. Z^wnxftB von V«rl«x«r veriraitt Jotunsl «xptdi• pur l*«dit•« JÜDISCHE PRES OPGAM FÜR DIE jlTERESSEH DES ORIRrDOHR JUDENTUMS V.kfc ftidaktlon n. Admla ilratiun. Wien, JL,Leopoldsgälte 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. R 4594־4־. fichechotUmtkeli Bratislava, Postfach 140. Bracheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abonnementsprclse 1 Üsnzjährigi Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei tichecb. K. 80, Einzelnummer öst. Or. 50, dts fibrige Aniland 3 Dollar. Zahruogen auf Konto .Jüdische Presse*, Wien für Oesterreicht Postspatkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland: Post- Scheckkonto Betfin Nr. 122619; Jugoslawien! Postspk.-Amt Zagreb Nt. 40217: Polen: Postspk.-Ami Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; tflr die Tschechoslowakei: »JAdische Presse*. Biatistava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53^86 Nr. 10 Wien-Bratislava, 7. März 1930 .rin נ׳ד, ויגא־פרעסבוי־נ ד אדר 16. Jahrg. Binaiioiialismus. Von Rabbiner Dr. P. Kohn. Noulr weiß ma1׳\ ■ukhlt, was ,die •l׳tw!öry coitmiission berichten wird und welche Foteerimigeu aas ihren Herichten gezogen werden. Immerhin scbeiimt aas Aeußenmgen des!Herrn D.r, W.e/:!z!1r.am1 •der ׳Scblniiß 1sctz.0«en werden zu■ dürfen, daß an die ,Erriehtiirmg einer parlamemba rischen Re׳g־i׳crtu1gsform in •Palästina vorerst nicht .ne da 0111 ׳wird. Den׳!! der Präsident׳ der Zionistischen Organisation 1würde als tüchtiger Politiker sich nicht mit solcher Schärfe gegen die Idee des Parlarneales wenden, wenn er •nicht überzeugt wäre, daß die Idee jetzt nicht■ real!- siert werden soll. Es ist wahrscheinlich vergebene Mühe, .sich darüber den Kopf zu z erb rechen, was denn min sonst werden so!.!. Es -situ!' folgende 'Möglichkeiten ge־׳ geben: Mali kann auf englischer Seite sich zur Fortseltaalmg der!MiüfiländCktalur uutodbließen׳, denn ■das ■ist ja eiigenilMcih Inn wosenilicben d«er ieit.zigie Zi111st;a1nd, der die Rahe und Sicherheit des Landes auf die Sicht'ba-r'keit der Bajonette und Luftschiffe stützt. Man ikann, and das dürfte vielleicht auch gleichzeitig erfolgen, das ini Mandatslbieg.riiflf liegende Er׳z1i׳clutin!g.sw׳cirik!so f׳ortseftee11,!daß ina-n zunächst die kommunale Selbstverwaltung ■stärkt und den Bereich ihrer!Aufgaben erweitert. Das heißt •also, das Stadfparlamenf wird ,Parlamentär,Ische Schule. fEs ist ■ dabei ■freilich ,nicht zu unigehein, daß mm in die Kommune Politik hiu׳e:ir1getrage11 wird. Ailei!n das -ist nichts Neues, den•!! das Stadtparlanient (Irijah) in Jerusalem ist ja eine politische Körperschaft, ־in deren Wahllkörper sich dieseihen ■politischen Parteien und ■politischen Momente treffen und kreuzen, •die auch das ganze Land erfüllen׳. Vorläufig ist Jerusalem der einzige Ort mit einer ausgesprochen gemischten Bevölkerung, denn die Verhältm'sse in Jaffa—Tcl-Awiw sind nach dieser ׳Richtung noch nicht ,geklärt. Alle anderen Kommunen sind entweder fast‘ ganz jüdisch oder fast ganz arabisch.. So könnte,, wenn der englischen Regierung der oben bezeichnet e Weg geeignet erscheint■ Jerusalem ein Schulbeispiel werden für die Entwicklung des Landes. ׳Bei der Tiehandlunig der Dinge in Jerusalem müßten und würden sieh die möglichen Linien der Behandlung zeigen, welche die Frage erfährt, für die man ,heutautage das Sahlagwort: ,,Biuatioivalismus“!geprägt hat•. Gewiß kann darin der Anfang einer ganz neuen staatrechtliehen Konstruikfion liegen. Um ■dem Schl'agwort verstand-!!chcre• Fassung zu geiben, miißlte miau! follarnmcihen!,!was der Unterschied ist, ob in einem politisch-geographisch umgrenzten Gebiet zwei Nationen ■mit- oder ■neben- על פסח SPEZIAL U e b e r a I i erhältlich! Gelb, geschmeidiges Pflanzenfett! 109 Prozent Feftgg$foa8t תחת השנחת הרב הנאוי ר ישעי ©יי סט. שיסשיהל einander leben. Der Unterschied springt■ in die Augen. Bei dem Miteinander versucht man das Gebiet der gemein,samen Interessen und der Betätigung derselben mögliehst zu erweitern. Das Interesse des Ganzen über wiegt das 'Interesse des Bi'nzclnort. ■Bei dem Neben ein and er nimmt man im besten Falle das gemeinsame Wohnen in einem politisch-geographisch umgrenizten Gebiet als etwas Gegebenes hin, wünscht aber auf jedem anderen Gebiet möglichst wenig Gemeinsames, •mul fast zwangsläufig wird die Frage aufgeworfen, welche Nation die herrsehende!ist;, das heißt ׳mit anderem Worten: auch der Bina׳tr!c׳n!alismU1s wind! ■sclh&Mch, wenn, •miän dien. iBclgralff!jeder Phrase entkleidet, zu einer •fast nur numerisch zu lösenden Frage der Majorität. Der , Journalismus, der sich s!einer Verantwortlichkeit bewußtist, muß sich vor Phrasen hüten. Man müßte sich bei dieser Gelegenheit einmal vor Augen führen, was denn eigentlich das Wort vom Selbstbcstimnmnigsrecht der Völker : bedeutet und ■warum der Wille hieran cs niemals zu einer absoluten Durchführung brachte. G׳e!ht man tiefer in den ganzen Komplex dieser Dinge ein, so erkennt man •den Versuch •zur Aufhebung einer ganzen Gedainkenrichtu.ng, die bis ■zum Jahre 1914 die Welt beherrschte. Gewiß gab es schon damals Nationaiitätenprobleme und Versuche zur Lösung derselben. Aber selbst dort, wo die Forderung ,bis •zum Versuch einer Loslösung vom bisherigen!Staatsgebilde gediehen war, dachte mau nur wiederum an •die 'Konstruktion eines ■neuen Staates, in• dem gleichfalls ׳der bestimmeinde Faktor die Majorität sein soll. Es war also dieser Gedanke •eine Art Idol geworden. Wie denn wäre nun ehre ־■andere Konstruktion möglich? Die!Idee des Selbstbestimmungsrechtes •der Völker — wir nehmen biebeii den ,güten, Willen aller Beteiligten an — scheiterte an den׳ segemmden allg»emelin׳en Staatsu'0!t׳\ve1:;digke1i.te!'. Da war 1!u!d ■isf u.׳c!twendig, daß an ■Stellte des •bisher als!G.rumdfaige ld!c!s ‘Stafeitsllcberis arifigefaßteil Momenlts (eiben; •das gomeiiusanto Wlclhli bcii einem!p-cli.’־ lischgecgraizhii'sch utmigrcimzfen Geibtet) .irgend! c׳t>wa׳s dudcrcs als besti mimendes Moment ׳des Staat,siehe ns gesetzt wird, wenn anders der |Bju'a1!ioual:is11m1s clünen Stimm haben soll. Man muß zunächst scheiden, .aber ernstlich sch'di'den ,zwischen solchen Aufgaben ׳und Zielen׳, die allen; Bew׳ohneru• des Staaislcbens ,gemeinsam sind', und solchen■, die als Soudeiiinteresscm ,der •einzelnen Gruppen •(lies: ׳Natiionen) in Erscheinung ׳treten■. In׳ das Gebiet der Sonder- Infiere,sseh sli׳n:d KultuTbestrebunigen!zu jveravel'sen. Zu erleidigen sind! ׳diese Aufgaben •von •den Gruppen, hier aber könnte sich der Maudafsibegr/iifif grandios a׳uswachsen׳ und scger-spelich׳!gestalten. Er ׳is.t |ja raum einmal! etwas Gegebeiires, etwas, :hinter dem die iWeltmächbe siteben׳ und ■gegen das ■gesunde■ Rea!lp׳c$(liik •n׳iciht anhämpft. Eiin Beispiel ׳für viele: Dlie {Mia1:-d!aia;nmac׳hf führt den Schulzwang ,elm Sc׳hnlen zu!errichten, Schüler! zu «!111 erhallten, isit Sache der Gruppen. Die Mandaitanmiaehtglibt ein! alKgeimeines Wissensziel; wi׳e■ i:'׳m Rahlmen Ihrer jKiuiltuilbiestretuingen dlie einzeluen Gpupipetii׳ diies'es ,er׳r!eiic!h׳e11, also Lehrplan, ,Lehrkraft, Lehrbetrieb und ■A'ulfsicht ides Lehrbetriebes,'■׳bleibt׳ Sache der Gruppen. Allleiin ׳dites!und aßlies ׳andere!ließe ׳sich reg׳e!ln: warum sich täuschen: Die leiiinzig brennende 'Frage, sei es ׳in Palästina,, sei ׳es!bei! jjedem anderen (Biuiationalismms,!ist dti.e Frage •■der iBinwanidenung oder, tgan,z naclkt ta!usgeidrücikt, die Frage■ •des Stär׳kev׳er׳bälltmiss,es ׳d!er G׳nu׳ppen. liier stoßen׳ siiclh׳, spez:ileil!l111 ׳ Paläsfina, ,hart die Dinge׳ in! Raum. Jedem arideren binatichiailen Versuch 'kö׳ntn׳t׳e ■man getrost dii-e ma;t׳ürieilte Zunahme d,e׳r Memscihen als. 1G׳r׳u!nd1־ läge• der ,Erwägungen gelben,!in Palästina aber verlangt •das Mandat, ■daß über die ״aliirtiche Zunahme biiiaus eine tutme rische E׳tärhun׳g der einen ,Gruppe! begünstigt wind. Und der wiikhche Inhalt aJiler arabischen Proteste wendet׳ sich gegen diesen.!Piiiulki. W׳e GaetVc, ׳der ■Mandl.iitstcxt, ,kcnnlt trinr eine• Fcschränikuiivg 1de׳r Finwaudicrnng, ,für dlie eigentöi'clt dem ersten Anschieln ■mach nur wirtsebaf.tJich-p-01ittiseihe Er- Wägungen maßtg«e!be1xl׳ sind. •Er besagt׳ uälmf.lich, daß freite E!i׳nv, amte rung mir 6h Maßgabe der Aufn.a1hms!fähngkei!t des Landes ,gefördert w•erden soll. Nun wirkt jedernnu!in׳ zugestehen, daß diese ,.•AuirinahnrsSählgkteiH“ nur Sinn hat in hezag auf die Itmüiw irfsd1a#li׳c׳he Betälßguuig־, (d'aß Mfc!׳ ,tuber eigentiliich u.n!heschnii!nlkt, Itst iu h׳e!zug (auf fandustr'ieile• Betätigung. (,Vgll. Belgien.) Wen׳!!• mau unter Vernachlässigung aller r'dee’i'eu Momente mir wirtsd!1af#׳che Rücksichten gelten lasse.״ wclüiie, so pniißtc mau einen genuiner»• Starrd׳a־r׳d• 0׳f life für i׳a!ndi\vi'r(sd1׳aif.1ii:i׳c׳l1e Kolo misten fesfsetzen nu'd ■eßne׳ Rc!ia!־'׳.׳on selrafifen •zwischen d׳c׳m.!vorhandenen ׳Boden und der ,Zahl der l׳a!!idi\virtsc.I׳!aft׳.'i׳c׳hen E!11׳)\v1ain!d!er11ng. Es hätte aber kernen Srltwv (rein \vfr׳t׳schaftiHch gesprochen), die Zahl der Menschen mi beschrä'nken, die sich in Palästina!'nitiiistrielil eder;harideßsmäßi'g betätigen wollen. Das miißlte• die primäre־ Basis s׳eiin, ,auf Grund dereir ma,u ,m!ii den Arabern■ .verhandelt.! Wir .sind üb׳e׳rzieiU’g|t', >dla׳ß, wieiwr es einigermaJIen ge- :׳!!!.,׳gen ißt, 'in ,׳die ׳Biuiwandieuiugsfrage. eßne gewisse StebßMtät׳ zu■ hrfingen, f׳;s driiwi■ Aeidhiter sei׳!! wird, ׳sich über 'alle anderen Fragen des binatloua/km Aufbaues zu einigen. Versichern Sie bei der ״Phönix66 — Lebensversicberimgs-A. G. Von der Zentrale der Agudas Jisroel werden wir verständigt, daß die Agudas jisroel mit der bekannte« Lebeiisversiclierungsgesellselialt ״Phönix" einen Begünstigungsvertrag abgeschlossen Iiat. Wer daher sein eigenes Alter oder die Zukunft seiner Familie Sickerstellen will, möge sich an unsere Vertragsgesellschaft wenden. Nähere Auskünfte erteilt das Sekretariat der Agudas Jisroel, II., Leopoldsgasse 16 (Telephon R-40-0-80), oder man wende sieh direkt an die Filialen des ״Phönix“ in VII״ Zieglergasse 22 (B-31-2-49) oder 1״ .Kärntner- Straße 28 (R-27-4-85). Berufen Sie sich bitte auf die Agudas Jisroel, es liegt in Ihrem Interesse. Bei unserer Vertragsgesellschnft wurden im Jahre 1929 132.680 neue Versicherungsverträge abgeschlossen, hievon "6 Prozent im Auslände. 5nöiejüötsc^e Schule IboCks ii.töauipkcäu&fiifjföiafiest, :dc/un mitOßenlßdi //. fflaCzgasse. <6 Heue ipracbschuBe Montag den 3. März 1930 wurde die neue, vom Wiener Stadtschulrat konzessionierte Schule für die englische und französische Sprache für weibliche Personen im ״Dr. Kr(iger-Hein1". Wien. II., Malzgassc 7, Tel. R-^-ö-dO (10 bis 12 Uhr und 3 bis 5 Uhr), eröffnet. Kurse für Anfänger und Vorgeschrittene, an Nachmittagen und Abenden. Spczieile Kinderkurse. Ernrotite, erstklassige Lelircritinen. 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