Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 9 (28.2.1930)
- Date
- 1930-02-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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־ Nr. 9 JÜDISCHE PRESSE Seite 5 das Recht, staatsgiltige Zeugnisse ausstellen zu dürfen, gnädigst zu crthcilcn, wobei um die Ehre der Schule zu sichern, und von vornherein jeden Unterschleif unmöglich zu machen, unter Einem geziemend gebeten wird. Eine hohe k. k. n.־ö. Statthalterei möge sich bewogen finden auszusprechen, daß diese Zeugnisse von einem der Vor־ steiler, der Klassenlehrer, dann dem dirigierenden Ober־ lehret• mit unterzuzeichnen sei, überdies auf Grundlage des Klassenbuches, welches bei der öffentlichen Prüfung vorliegt, diese Zeugnisse von dem jeweiligen Vicar der k. k. Schuloberauf.sicht controllirt werden mögen. Der Vorstand der Talmud־Thora־SchuIe. H. Berger m. p. Anton Bing m. p. Josef Fleischmann m. p. .1. Friedländer m. p. Carl Austerlitz m. p. Aeußermig des Schulrats Prausek. Die Gründe, welche der Vorstand der hiesige״! Tahnud-Thora־:Sohulc dafür geltend macht, daß dieser Lehranstalt das!Recht der Ausstellung öffentlicher Zeugnisso erteilt werde, sind nach meinem ׳•Dafürhalten sehr beachtenswert. Zu diesen möchte ich noch andere ■hinzufügen׳. Schon zur Zeit des Ministeriums Thun war die hohe Regierung bemüht, die ׳Wiener;Israelitische!Kultusgemeinde zur Gründung ■israelitischer Konfessionssohukm ׳ zu veranlassen: diese!Bemühung scheiterte jedoch an dem Widerstande der genannten ,KuHusgemcinde. Dieses -!!alte zu Folge, daß wegen der raschen Zunähme der israelitischen Bevölkerung Wiens hier zahlreiche Israeli :•'•sehe Privatsduilen entstanden, welche nicht immer auf ganz soliden Grundlagen ׳beruhen, und daß von der großen 1Menge ■der aus der mosaischen Religion m prüfenden Privatschüler namhafte!Pn'ifnugstaxen erwuchsen, welche, wie man• mir sagt, nur teilweise den prüfenden Rabbinern zugewendet werden, sonst aber iri :größerem Betrage der israelitischen Ktiltushasse zustatten kommen. Anstatt daß mm die Israelitische Kuhusgcmeiude fiir die Erhaltung israelitischer Konfessionsschulen Opfer gebracht hätte, hat sich dieselbe durch Au frechterl1al׳t ung des betreffenden ,Verhältnisses eine Art von •Privilegium und eine gute Eiiikomtnenquelle geschaffen. Ich hörte von mehreren Israeliten bereits darüber Klage führen, daß ihnen ■die iti Rede stehende!Priiftmgslaxe sehr drückend erscheint. Die Wiener Talmud-Thora-Schule, welche bis auf heute eine Armen schule* ist•, mußte nun fiir ihre Zöglinge eine doppelte Taxe, tmd zwar an die ■Israelitische!Kultusgemeinde fiir ■die Prüfung :aus ■der mosaischen Religion und an die k. k. flVIusterhau.ptschule fiir die Prüfung aus den weltlichen iLeihrgegeiiständen, entrichten, und ■cs ist leicht erklärlich, daß ■der Verein, welcher diese )Schule erhält, in seinem und im ׳Interesse der Schüler •dieser Ansta.lt danach ■strebt, durch Erlangung des OcffcuMiehkehsrechtes bzw. des Rechtes der Ausstellung staatsgültiger Zeugnisse von der!Entrichtung!}euer Taxen ׳befreit zu werden. So wie das ׳Wiener fürsterzbisohöfliche Konsistorium, •so glaube auch ich, und zwar gestützt auf ׳Autopsie ׳(ich habe die Talmud-Thora-Schule im Monat September v׳. J. inspiziert) die!Bitte des Talmud-Thora-Vcreines auf •das wärmste unterstützen zu sollen. Hiezu bestimmen mich na chi01 g en de G r ii 11 de: 1. Würde damit eine öffentliche israelitische Volksschule geschaffen, welche, wenn auch nicht der Israelitisehen Kultusgemeiiide, ׳so wenigstens einem behördlich anerkannten israelitischen ׳Kultusverein ׳ihr!Dasein verdankt. 2. Würde durch diese Schule den ärmeren ׳israeilitischen 'Knaben der Unterricht leichter zugänglich ge- ׳macht werden. 3. Käme der Talmud -Th or a 4V er ei 11 in •die Lage, fiir clie Verbesserung der äußeren ׳Verhältnisse seiner Schule mehr zu tun. 4. Würde •dadurch der Taxbezug der Wiener Israe- ]Rischen 'Kultusgemeinde im •Interesse der Schule einen Stoß erleiden und es könnte ׳damit der Keim■ zur Begründüng׳ öffentlicher israelitischer Schulen auf Kosten der Ku'ltusgemeindc gelegt werden. Was den mosaischen ReligionsiiUiterricht anbelaiigf, so glaube ich■ hier ׳insbesondere ihenvorihe'ben zu müssen, daß der ׳Rabbiner bei ׳den Israeliten׳ nicht!jene Stellung in der Schule einnimmt wie der Pfarrer ■in der ,katholischen Scluüe, daß sein ׳Amt nicht notwendigerweise' auch die Stelle als Religionslehrer in der Sehnde involviert!und ׳daß als Religionslehrer in den Schulen auch Nichtrabbiner fuaigioreu können und in der Regel zu fun׳gic׳T0n pflegen. Auch an der Wiener Talmud-Thora-Schule haben die weltlichen Lehrer •den mosaischen )Religionsunterricht und den hebräischen ׳Sprachunterricht erteilt, und es beweist das dem Gesuch des Ta im u d -Th 0 ra -Vereines angeschlossene Zeugnis des Rabbmats, daß sie in dieser ׳Beziehung den an sie gestellten Anforderungen auf das beste entsprochen haben. •Was die Leistungen der Wiener Talmud-Thora- Schule, wie ich solche bei meiner •letzten ilnsptzierung wahrgenommeii!habe, anbelangt, so kann ich selbe im ganzen als recht ׳befriedigend, teilweise als recht lobenswert bezeichnen. ',Die Lehrer haben dabei bewiesen, •daß sie ihrem Amte mit anerkenmtngswürdigem!Eifer obliegen und daß sie mit den gegenwärtigen!Fortschritten des Unterrichtes ׳vertraut sind. 'Die genannte Schule besitzt auch bloß einige der notwendigsten Lehrmittel, .man versprach mir jedoch, in dieser Beziehung sobald als möglich das Tunlichste zu leisten. Am wenigsten hat mich die Lokalität der Talmud- Thora-Schule befriedigt. Diese leidet au mehreren Gebrechen, deren Beseitigung wünschenswert wäre. loh ׳habe die Vorstände des Talmud-Thora-Veraines auf diese Gebrechen aufmerksam gemacht und erhielt auch in •dieser ׳Beziehung befriedigende Zusagen. Mit Rücksicht auf die bezeichnten!Verhältnisse erlaube ich mir daher den ,Antrag, die hohe ik. k. Statthalter ei geruhe bei dem hohen 'Ministerium darauf anzuraten, daß der 7'aImud-T110rn-Vereinsschu 1 e ■i!1 Wien •das Recht zur Ausstellung staatsgiiltiger Zeugnisse!(sowohl bezüglich •des Religions- •und hebräischen!Unterrichtes als auch bezüglich der übrigen 'Lehrgegenstände) ׳unter der Voraussetzung erteilt werde, daß dieser Verein für entsprechendere Schul- ■Iükalitäten und fiir ׳die Vermehrung der Lehrmittel Sorge trage und daß derselbe bt Beziehung auf die Einrichtung der Hauptschule alle bezüglich solcher Lehranstalten bestehenden Vorschriften beachten werde. Uebrigens wäre in dem betreffenden Dekret zur Vermeidung von Mißverständnissen oder Mißbräuchen ausdrücklich zu bemerken, daß das der Talmud-Thora-Schule erteilte Ocffentliohkei't.sreeht keineswegs auch die Berechtigung •involviert, Privatschüler zu prüfen und ihnen Zeugnisse auszustellen. Schließlich glaube ich!hier nicht unerwähnt lassen zu dürfen, daß der (Begründer des Talmud-Thora-׳Vereines, Hofwcohsler Ignaz 'Deutsch, vor einigen •Wochen bei mir erschienen ist, um mich über die vorliegende Angelegen-, heit zu befragen, daß er sein Befremden aussprach, van' der in Rede stehenden Bitte des Talmud-Thora-(V er ein es nichts zu wissen, und der Erwartung Ausdruck gab,־ dle; hohe k. ׳k. Statthalterei werde über die Talmud-Thora- Schule ohno seine Ingerenz keine!Bescliliisse fassen. Nachdem jedoch ׳aus den Akten hervorgeht, daß Deutsch von.' der Vorstandschaft des Talmud-Thora-Vereities zurück-׳־ getreten ist, und da mir auch einige ׳Mitglieder des Talmud- Thora-Vereinsvorstandes versicherten, daß der Genannte mit dem Verein nichts mehr •gemein habe, so glaube ich, hier auf sein bezeichnctes Ansinnen nicht weiter reflekt.iercn zu sollen. Am 12. Oktober 1867. P r a u sek m. •p. I Tschechoslow a Jk e 1 I •51 ® Der 7. März in den orihod. Gemeinden, Am 21. Schwat hielt die VerwaMnugskommission der orth. jiici, .Konfession in der Slowakei eine Sitzung •ab. Ais ersten Punkt der Tagesordnung ■beschäftigte sie sich mit der Feier des S0. G e b 11 r t•s t a׳g es de s H e r r u P r ä, s i; d e 11 1 e 11 M a s a r y k 1 n d e 11 «!1׳•t 11 0 d 0 א c!1 G e•ni e in d e 11. Ueber Antrag des Präses Herrn Oberrabbiner Webe r wurde unter Hinweis auf den Erlaß des Referates fiir Schulwesen Nr. 9803/׳IV vom 11. Februar 1930 einstimmig ׳beschlossen, daß am 7. März d. J. in allen orthodoxen Gemeiiidetenrpelii nach einheitlichem ׳Programm F e ■s •t g -11 e s d1 i ■c 11 s t e amt? feierlichem Gepräge zu veranstalten sind. •Bei diesem G־ttesd;ienstc sind die üblichen Psalmen und außerdem vor ׳dein geöffneten Thoraschraiik ■das •eigens für diese Feier verfaßte und vom ehrw. Rabbinerkomitee genehmigte F e s t g e b e t zu rezitieren. Tunlichst •sind die hohen Verdienste des Herrn Präsidenten Masaryk um d.i׳e menschliche Gesittung und Gerechtigkeit, um das Vaterland und seine friedliche Entwicklung sowie seine ganze erhabene Persönlichkeit in einer ■Festrede von der Kanzel herab zu würdigen und rm Anschluß daran ist den Gemeinden die treue und opferbereite Liebe zu׳m Vaterland als staatsbürgerliche und zugleich religiöse Pflicht ans Herz zu ■legen■. Sämtliche Schulkinder sind ׳zu diesem Fcsrg-ttesdiensl •in Begleitung ihrer Lehrer in die Synagoge zu führen. Die Feier schließt mit dem Gesang der!tschechoslowakischen Nation a/l 11; y11 '111 )׳ e. Zu ■diesem feierlichen G-ttcsdicnst sind ׳sämtliche Bchürdeii des Ortes ehizuladen. Die ■alljährlich sonst am 7. Adar (diesmal der 7. März), S'tattfindenden Trauerg-ttesdienstc und Gedachtn׳isr׳edet1 über die Verstorbenen des Jahres, sind mit Rücksicht auf das ■patriotische Freudenfest in diesem Jahre ausnahmsweise entweder am 6. Adar so abznhalten״ daß sie spätestens 5 Uhr nachmittags beendet ■werden, oder auf den darauffolgenden Sonntag zu verlegen. Außerdem wurde beschlossen, den Aufruf des vorbereitenden Landeskomitees zur E r r i c h 111 n g ■eines jüdischen Genosun g s 11 e i m s 111 de r T a t r a auf den Namen des P r ä s־ i d e 11׳ t e 11 Masaryk in jeder Beziehung zu unterstützen. Die orthodoxe jüdische Konfession in der Slowakei legt Wert darauf, daß alle ihre Gemeinde n, V e r e i ■ni g 11 n g e n, :111 s t •i t u t i 0- 11 cn und E i 11 z e 1111 i t g 1 i e d e r ■je nach ׳ihrer Leistlingsj fähigke.it an diesem Werke teil nehmen. Sijjum und Jahresversammlung der Schass-Chewra in Kosice. Aus Kosice •meldet man uns: Am יום א, פ׳ יתרו ■hielt die hiesige Chass-Chewra einen S׳i׳j!1׳m auf מם׳ פסחים verbunden mit der •Jahresversammlung und ■der ,Neuwahl, ab. (Das ׳Fest gestaltete sich imposant. Nach ׳dem Mlschagebet ergriff der!Präsident Herr Simon 'S ch a r m ann das Wort und hielt den üblichen חדרן Darauf beendigte unser ehrwürdiger Herr Oberrabbiner Saul Brach •die מסכת und hielt eine •großangclegte Gharifus- ׳lind (Magidus- ׳Rede mit gewöhnter Geistesschärfe׳. Nach dem ׳!yiaariw wurde das Fest bei Tisch fortgesetzt. Es sprachen da ׳die Herren Rabbiner •P a c k,!Rabbiner J u n g r e i s z, Samuel Sch w a r z und ׳andere. Verschiedene שירים ותשבחות folgten ■dann bis Mitternacht in fröhlicher Stimmung׳. Sijum-Feier in Ungarisch-Brod. Wir erhielten aus Ungarisch-Brod den nachfolgenden Bericht: :Seit der Tätigkeit des 1Verwaltungsaussohusses pulsiert hier ein ganz anderes jüdisches Leben. Endlich, nach sechzigjährigem!Kampfe, haben wir ■es durchgesetzt, daß die Gemeinde einen verläßlichen שוחט ובודק ומ״ץ in der Person des Herrn ׳Isak Gelb, früheren Kultusbeamten in Rateisdorf bei Bratislava, aufgenommen hat. Dieser •Herr Gelb trägt täglich Gemoroh für Erwachsene und Junge ׳vor, so daß endlich ein Süjum über מסבת שבת abgehalten wurde. Die Sijum-Feier wurde von Frau!Rosa Beck, Gattin des Herrn!Ignaz!Beck, und von Frau Irma ( U o ck, Gattin •des Herrn Artur Bock, sowie von den Herren Philipp G l ii c k ׳und;Markus S ch ö 1t mit Speisen!versorgt. Herr ׳Gelb faßte seine Rede derart zusammen, daß er den׳ Anfang der מסבתה mit der!Mitte und dein Schluß zu-, sammeufügte. Wir hörten auch schöne Thoraworte vom Obmann!Herrn!Ignaz Beck •sowie den ,Herren Artur B 0 c •k, ׳Marek!S c h ö 11 und zum Schlüsse vorn 'Alters-!Präsidenten!Herrn Jakob 'S. Schön, der es ׳besonders versteht, durch seine feurigen, zündenden Reden!Herz uiid .Gemüt fiir das Judentum zu begeistern. ׳Die 1K 0 s• c 11׳ c ׳ ־1׳f!1 e 1׳ sch.fr •alg e ist gleichfalls' bestens geregelt, weil zwei Schächter auf die Schlachtbrücke gehen, sich ■gegenseitig untorsiiitzeu und iri den Fleischbänken ■die strengste Auf sicht obwaltet.!Es ■ist dies das hauptsächliche Verdienst ■unseres Obmannes der Verwaltuiiigskommissiou und Gemeinderates der Stadt Un׳ga׳risc׳h-Brod, Herrn ׳Max Fuchs•, der, obwohl ׳selber nicht fromm, die Parole ausgegeben hat, ׳daß!jeder •unter seinem Regime nach seiner Fasson selig werden ׳kann. 1So hoffen wir, ■daß ■unsere altehrwürdige ,Gemeinde wieder die Thora zu •ihrem alten 1Glanze ׳bringen wird. Talmud Thora-Verein in Kosice. Der Talmud Thoraverein in Kosice hielt eine Ge- 11׳e׳ralvers׳a11rau!u11׳g ab, •in der beschlossen wurde, demnächst im Rahmen einer סעודת eine Aktion zur Gewinmimg ■neuer Mitglieder und Aufbringung der finanzitelle־n' Mittel zu veranstalten, damit der Verein den stetig!steigen-; den Bedürfnissen entsprechen kann. Bemerkenswerte Brismiloh-Feier in Dun. Streda. Aus Dun. Streda wird uns berichtet: Am 26. Schwat fand in unserer Gemeinde ein Brismiloh statt, der aus dem Rahmen einer privaten Fa׳־ milienfeier heraustrat und deswegen wohl verdient, öffenjt־ lieh verzeichnet zu werden. Unser ehrw. Herr Oberrabbiner Hillel Weinberge!• feierte den Brismiloh seines Klm des. Mit der ״Gevatterschaft“ beehrte er Herrn Rabbiner’ Anton Katz. Bei der Mahlzeit, an der fast die ganze Ge־: meinde teilnahm, sprach auf Wunsch des Herrn Oberrajb־ biners als Erster der Gevatter Herr Rabbiner Katz. Er dankte zunächst dem Herrn Oberrabbiner herzlich für die Ehrung und wandte sich sodann mit bewegten Worten, die alle Anwesenden zu Tränen rührten, an die Gemeinde, indem er sie inniglich bat, seinem Beispiele zu folgen und dem seit Jahren diese angesehene Gemeinde ruinie־ renden Gemeindestreit nunmehr ein Ende zu bereiten. Er versöhne sich aufrichtig e־n Herzens mit dem.Herrn Oberrabbiner und wolle sich mit ihm gemeinsam bemühen, den. Kampf vollständig zu liquidieren und dieganze Gemeinde dazu bewegen, wie seit Jahrhunderten wieder in friedlicher Arbeit eine brüderliche Gemeinschaft für תירה ויראת ך׳ zu werden. Diese Worte und ihre fried־ liehe Absicht übten auf alle Erschienenen einen ungeahnt tiefen, Eindruck aus und gaben auch für die nachfol־ enden Reden den Ton an. Herr Oberrabbiner Wein* erger war derart bewegt, daß er seine Gäste bitten’ mußte, ihn von einer Ansprache zu entheben. Es sprachen aber in gleichem Sinne sein Schwager Herr Rab־ biner M. Preßburger aus Papa־ und die Herren Mord־ chaj Grünbaum, Simon Frey und Arnold Stern uncF begrüßten freudig die emporsteigenden ersten Strahlen des Friedens unter den sich befehdenden Parteien in der Ge־ meinde. Die Fortführung dieses unseligen Haders, der alle moralischen und materiellen Kräfte der Gemeinde bereits erschöpfte und beide Parteien bis aufs äußerste ermüdete, habe jetzt, nachdem beide Rabbiner einander die Friedens־ hand geboten haben, für die Gemeindemitgll0«’• der erst recht jeden Sinn und jeden Zweck verloren. Auch die Mitglieder beider Partien wollen ihrem Friedenswillen nachgeben und einander entgegen־ kommen, damit in Zukunft auf gesicherter und widerstandsfähiger Basis Frieden und Ein־ tracht in der Gemeinde herrsche. Mit diesen Aeußerungen ist eine friedliche Stimmung in die Dun. Stre־ daer Gemeinde eingezogen. (Anmerkung: Es wäre u. E. nur zu wünschen, daß in diesem günstigen Augenblick außen־ stehende, an dem Streite unbeteiligte und vertrauenswür־ dige orthodoxe Männer den Friedenswillen und die m. G. H. endlich erwachte Friedensstimmung ausnützen und, ׳ ohne sich Illusionen h i n z u g c b e n,, m i t n ü c h־ ternem Sinn und klarem Verständnis für die Distanz zwischen dem von beiden ein־ ander gegenüberstehenden Parteien Er.־ strebten und Erreichbaren, den beiden Rabbi־ nern zu Hilfe eilen, um einen erträglichen Frieden in Dun. Streda herzustellen. Die Gesamtheit des orthodoxen Juden־ tums in der Slowakei hat — abgesehen von der Schwä־ : chung einer früher sehr leistungsfähigen orthodoxen Gß־• meinde — durch den Hader um das Rabbinatsamt in