Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1930-02-28 · 9 (28.2.1930) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
9 (28.2.1930)
Date
1930-02-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2629891-2630341-2630350--3556-2635571
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

:uüEiiuiiiiiiiuiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiimiiui ■ @*tvt«•▼* vtfplatn* povolen* rladlt post teleirtlot t Bratlslavc CI*. 41172-11121־. Zalntnsen vom Verleisr verssaicii Journal »xpÄdl• par }‘edJt#1r 0R6AK FÜR PIE INTERESSER RES RRTHßDßlEER JlfßERTURIS m m ßcdxktlon u. Adinln-gtraiiun! Wien, 51.,Leopolds-;aste 26, 1. Stiege, t. Stock. ״ Tel. R 45-4-94. Tschechoslowakei 1 Bratislava, Postfach 140, äracbelnt |eden FrelUg. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Äb0HߣDReßt3preis8 .־ Gsnxjihrigi Für Oesterreich S 16 Tsehechoslüsr&feei tschech. K. 80, Einzelnummer öst, Or. 50, das übrige &u3!5nd 3 Dollar. Zahlungen auf Konto ״Jüdische Presse■, Wien für Oesterreich: Postsparkassenkonto Nr. D-936I4; Deutschland: Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen : Postspk.-Amt Warschau Nr. 1S0409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Post- . scheckk. Zürich VIII. 4117; tür die Tschechoslowakei: ״Jfldische Presse“, Biatisiava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 ‘ Nr. 9 Wien-Bratislava, 28. Februar 193® r'-r ב*״ וינא־סיעסס״ינ ל׳ שבט 16. Jahrs• Das Schwert von außen - die Angst von innen. Aus der russischen Hölle. Als der sterbende Moses mit prophetischem Blick die Weiten der Zeiten durclimaß •und, was er erschaute, seinem Volk singend verkündete, da sprach er auch von einer Zeit, in der von außen das Schwert, von innen die Augst wüten wird. Erklärend setzen unsere Weisen hinzu, daß darin der Gipfel- Punkt einer verzweifelten Situation geschildert sei. Und Aehnliehes hören wir heute aus dem Osten. Den ׳Maximen des Staates, welche in jedem Versuch religiöser Belehrung und Unterweisung einen Angriff gegen den Staat selbst erblicken, fallen nunmehr die Rabbinen zum Opfer. Mau hat sie •besteuert in einer Höhe, die unerschwinglich erscheint, und nun weist man sie aus ihren Wohnungen. Sie kampieren mit Frauen und׳ zarten Kindern auf der Straße, ,denn niemand —Fund das ist die Angst von innen —, und mag ihm das Herz noch so warm schlagen, und •mögen ihm die Tränen noch so heiß strömen, niemand wagt es die Ausgestoßeueii aufzunehmeu. Unsere Feder vermag es hier nicht wiederzugeben, welche grausamen Szenen sich dabei abspieien. Wir halten es nun für vollkommen verfehlt, mit Protestresolutionen oder irgend welchen internatioualen Aktionen zu arbeiten. Da diese Dinge alle in das politische Gebiet hinüberzielen, wirken sie verbitterud und bleiben deshalb zwecklos. ,Es gibt unseres Erachtens nur einen Weg, das• ist der Weg zum Herzen, das ist der Weg des Mitleids. Und da fragen wir, wo ׳bleiben die Frauen, wo bleiben die Mütter? Wenn es eine große Frau gäbe, die mit den Müttern der ausgestoßenen Kinder ׳fühlt, sie müßte ihr Leben daran setzen, um fühlende Frauen und Mütter zu einen, sie müßte und würde das richtige Wort finden, um das Herz derer zu erweichen, welche glauben, im Interesse des ■Staates ,das Mitleid ämimmiimumimimmumiiimiimiiimiiimiummirmE Wien, L, Concordiaplatz Nr. 5 J In־ und ausländische E Seidenstoffe f und Samte! En gros En detail | l gegenwärtiger u. ehemaliger | Heimschützlinge,Dr.Krüger- ׳Heim (fr. Elisabeth-Heim) 1 u r ■wiiiuiu yyiiiuiiuuiiiuiyniiy rSS Wien, II., Malzgasse 7 TR!gS Sabbathaltende fördert die Sabbathaltenden! CWissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, Scheiteln, Transformation etc. der bekannten Kunstwerkstätte verbannen zu müssen. Sie müßte den •Weg finden, auf dem mau zeigt, daß auch Menschlichkeit die Grundlage des Staates sein kann. Sie müßte den Machthabern des Ostens zeigen, daß gerade ihre Ideale auf diesem Wege rascher ihrer Erfüllung zugeführt werden. Dieser Aufruf ergeht an alle Frauen, an alle Mütter, 0 h n e Unterschied des Glaubens und des Standes. P. K. Offizielle Mitteilung über die Minsker Rabbiiierverliaftungen. (j. T. A.) Das offizielle Organ der Sowjetregierung ״Iswcstija“ teilt mit, die Rabbiner und Gemeindcfiihrci־ in Minsk seien nicht als religiöse Führer verhaftet worden. sondern darum, weil sie geheime Beziehungen konterrevolutionärer Natur mit dem Auslände unterhalten hüben. Der Protesttumult der ausländischen Presse wegen dev Verhaftungen in Minsk, fährt die. Zeitung fort, sei nichts anderes als ein Glied in der Kette des antisowjetistischen Kampfes, den das Ausland gegen die Sowjetunion führt. Wie der JTA-Vertreter erfährt, werden die verhafteten Rabbiner und Gemeindcfiihrci־ in kurzem unter der Beschuldigung, antisowjetistische Informationen nach dem Ausland gesandt zu haben, vor Gericht gestellt worden. Auf ein solches Vergehen stellt schwere Strafe. Wilna, 21. Februar. ' (J. T. A.) In einem Teil der polnischen und der ausländischen Presse waren Alarmnacliriclitcu verbreitet, wonach das Wilna er Rabbinat die Nachricht erhalten hätte, daß die in^ Minsk verhafteten Rabbiner und Gemeindeführer zum Tode verurteilt worden wären. Das Rabbinat erklärt nun, eine solche Nachrieht nicht erhalten zu haben. Ein Schritt Borahs in Moskau. Der Vorsitzende des Außennusschusses des Senats, Borah, Imt an den stellvertretenden russischen Kommissär für auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, ohne vorherige Befragung der Washingtoner Regierung ein Telegramm gerichtet, in den! er um Auskunft über die angeblich bevorstehende Hinrichtung ,von sechs Rabhinein in Minsk wegen gcgenrevolutionärer Tätigkeit ersucht. Borall, der ein leidenschaftlicher Vorkämpfer der Anerkennung Sowjetrußlands durch Amerika ist, machte Litwinow in dem Telegramm auf die Erregung aufmerksam, welche die Nachricht in Amerika hervorgerufen hat, und bat um Uebermittlung von amtlichem Material über das ciugeleitote Gerichtsverfahren. Die Antwort Ljtwinows. Borali ■hat!bereits von Litwinow eine Antwort erhalten, ׳dcnziiJolge aIHe verhafteten Rabbiner mit Ausnahme von ׳dreien •au׳r ׳freien Fuß gesetzt worden sind und daß kein Grund bestehe, die Befürchtung zu •hegen, daß gegen die noch in Haft befindlichen Rabbiner ein Todesurteil ausgesprochen werde. Die Rabbinerverluiftungcn in Minsk. (J. T. A.) Dem Vertreter der jüdischen Telegraphon-Agentur in Moskau ist es gelungen, mit einer ungesehenen und zuverlässigen Persönlichkeit in Minsk telephonisch in Verbindung zu treten und von derselben Auskünfte über die Lage der verhafteten Rabbiner und Gemeindeführer zu erlangen. Die Minsker Persönlichkeit gab der Verwunderung Ausdruck, daß im Auslande Gerüchte Uber bevorstehende oder bereits ausgesprochcne Todesurteile gegen die verhafteten Rabbiner entstellen konnten, wo doch in Minsk selbst niemand rnit einer solchen Eventualität rechnet. Richtig ist, daß die Behandlung der Gefangenen in den letzten Tagen eine mildere geworden ist, den Verwandten der Gefangenen wird erlaubt, sie im Gefängnis zu besuchen und mit ihnen zu sprechen. Es wird mit Bestimmtheit erwartet, daß mindestens Oberrabbiner Gl uskin und Rabbiner Kopelowitsch noch in dieser Woche aus dev Haft entlassen werden würden. Ein hoher Beamter der Sowjetregierung» erklärte dem JTA-Vertreter, die im Ausland verbreitet gewese¬ Othmar Schiff Wien I, Kärntnerring 6 (gegenüber Hotel Bristol) £&£% k neu Gerüchte, daß in Minsk Rabbiner zum Tode voiv urteilt und sogar bereits!ungerichtet worden seien, seiop durch Provokateure in Warschau verbreitet worden: es handle’, sich um eine ebenso lächerliche Legende wie die von Rigaer Provokateuren vor einer Woche verbreitete, daß ,500 Seeoffiziere in Rußland erschossen worden seien; Amerikanische Proteste gegen die Religions- Verfolgung in Rußland. (J. T. A). Die Leitung des American Jewish C011-. giess veröffentlicht eine Protesterklärung gegen die Unterdrückung der Religion in ‘Sowjetrußlancl und fordert die amerikanische Judcnhcit auf, sich mit allen anderen Glaubensgemeinschaften in der Bemühung zu vereinigen, ״dem — sonderbar genug im Namen der sozialen Gerechtigkeit — fortgesetzt geübten schweren Unrecht ein Ende zu bereiten“. \ Das American Committee on Religions Rights and Minorities hat an den Präsidenten floove.1־, das Staats■! Departement, und das Stantskomitee für auswärtige Aligclegcnhciten, sowie an dessen Vorsitzenden Senator Borah das Ersuchen gewichtet, der Sowjetregierung did Anerkennung zu verweigern, so lange die Religionsver-: folgung andauert. Gebete in den am er i kan ischen Synagogen. (J. T. A.) Der Sonderausschuß des amerikanischen Syuagogcnrates trat kürzlich zu einer Sitzung ■zusammen und faßte eine Resolution, in der gegen die Unterdrüekung der Religion in Sowjetrußlancl nachdrücklich protestiert wird. Es wurde beschlossen.' daß am Sabbateingang, 7. März, in allen amerikanischen Synagogen־ Gebete lim Abwendung der religiösen Verfolgung in Rußland gesprochen werden. Der Synagogenrat repräsentiert die Union •orthof do.\er jüdischer Kongregationen Amerikas, den Rubbini,- scheu Rat, die Union orthodoxer Kongregationen,, chic Union amerikanischer jüdischer Kongregationen, die Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner, die Unitecl Synagogne of America, die Rabbinical Assemblv und düs Jüdische Theologische Seminar. ’ ■. Jüdische Gemeinden und Rabbiner weiden vondev Außenwelt abgeselmiften. Moskau, 2t. Februar. (J. T. A.) jüdische Gemeinden, Synagogen, Rabbiner und religiöse Funktionäre des Kreises Kiew werden gemäß einem Beschlüsse des Veibamles der Postbeamten in Kiew keinerlei Vorhin d\vngdp> nut der Außenwelt mehr unterhalten können. Briefe, Telegramme und Geldanweisungen, die an die Gemeinden, Rabbiner lisw. gelangen oder von diesen abgeschickt werden, bleiben von jetzt ab unerledigt. Alle Briefträger der Stadt und des Kreises Kiew sind angewiesen, Via religiöse Anstalten oder Beamte adressierte Briefe unct andere Sendungen mit dem Stempel ״Boykott“ zu Versehen und an den Absender zurückgehen zu lassen. D?e Ffd}rcr c^er Jüdischen Gemeinde in Kiew haben sieb; erbötig gemacht, das Dreifache der normalem Posttarife zu leisten, wenn der Boykott aufgehoben wird; ihr Er-, suchen wurde zurückgewiesen. . ־. Laut Beschluß der Gewerkschaft der Elektriker wurde allen Synagogen, Rabbinern und religiösen Funk־, tionären in Kiew und in den Städten des Kiewcr Kreise*» die Lieferung elektrischen Lichtes gesperrt. ‘ Die Moskauer große Synagoge beschlagnahmt. 1 Moskau, 21. Februar. (J. T. A.) Der Moskauer Stadtsowjet richtete an die Moskauer jüdische Gemeinde die offizielle Aufforderung, binnen 14 Tagen die' Großg Chorsynagoge dem Arbeiterklub der Fabrik ״Sichel nncjl Hammer“ zu übergeben. Die Führer der Moskauer Ob- שרפו? X'lElEEtl'WO & כשי . (תחת השגחת הרב ד ישעי סורסט שיסשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jlsroel) Ueberall erhältlich! So lange der Vorrat reicht. I 20% Rabatt vom Originalpreis. I Verlangen gnädige Frau Gratisi Katalog und Preisliste■ -- ■

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.