Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 7 (15.2.1930)
- Date
- 1930-02-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ftftvtaßti vfolitfit povolen4 riftdit post ielegrtfov T Brfltfftlava £1*. 41B72.m.2•. Zeitungen vom Verleger versendet. Joarnal exp4dl• per 1‘edlteir JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion 0. Administration! Wien, )!.,Leopolds- «sie 96, 1. Stiege, 1. Stock. - Tel. R 45-4-84.?icbecbosUwakelt Bratislava, Postfach 140. Srsehefnt Jeden Freitag. - Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Äboon81ncnt8pr8lse 1 Ganzjährig! Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei tschecb. K. 80, Einzelnummer öst. Or. 50, das übrige Aailand 3 Dollar. Zahlungen auf Konto ,Jüdische Presse״, Wien für Oesterreich: Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland: Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170;/Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; fUr die Tschechoslowakei־: ,Jüdische Presse״, Bratislava, Postspk,-AmtPrag Konto Nr.53386 Nr. 7 Wien-Bratislava, 15. Februar 1930 .rin וינא־פרעססדג ט ז שבגז m 16. Jahrs* Die große polnische Rabbinerkonferenz. (J. T. A.) In den letzten Tagen wurde iu Warschau eine Konferenz der jüdischen religiösen Führer aus ganz Polen abgehalten, der die weltberühmten Chassklim- Rabbis. wie ״Gerer Rebbe“, ״Alexandrer Rebbe“, ״Beizer Rebbe“, sowie zahlreiche beamtete Rabbiner der großen jüdischen Gemeinden Polens beiwohnten. Die Versammlung wurde geleitet von dem berühmten ״Chofez Chajim“, dem Verfasser mehrerer von der Orthodoxie in der ganzen Welt als autoritativ anerkannter religiösethischer Schriften. Eine Abordnung der Konferenz, bestehend aus dem ״Chofez Chajim“, dem ״Gerer Rebbe“, ״Beizer Rebbe“ und .,Alexandrer .Rebbe“, Senator Mendelsohn und dem ״Nassi“ des galizischen ״Kolel“ David Schreiber aus Borislaw begab sich zum Minister'des Innern Jusewsky. Der Minister begrüßte die Mitglieder der Delegation sehr ehrerbietig und empfing den Segen des Chofez Chajim, der wegen seines hohen Alters von seinem Enkel Rabbi Eliezer Kaplan gestützt werden mußte. Die Rabbiner ersuchten den Minister um Aufhebung der Zwangssonntagsn'ilic, die so schwer die jüdische Bevölkerung bedrückt, insbesondere die Sabbatbeobaclitei־, die’ gezwungen sind, zwei Tage der Woche zu feiern. Minister Jusewsky erklärte, er werde sieh bemühen, die Forderungen und Wünsche der Rabbiucrkouferenz zu erfüllen. Später begab sich die Konferenz /,um Kultusminister Czevwinsky und übermittelte ihm die Forderuugeu der Konferenz hinsichtlich einer Regelung der Rnbbinevnnsteliung, der Bildung eines religiösen Oberrates, des Inkrafttretens des neuen Cemeindegesetzes. der Qualifikation für Lehrer an den religiösen Schulen 11. a. m. Der greise Chofez Chajim sprach davon, daß er in dem für Polen unglücklichen Jahre 1863 mit großem Schmerze der Peinigung der unterlegenen Polen durch die Russen beiwohnen mußte; jetzt danke er dem Schöpfer, daß er Polen aus den Händen der zarischcn Unterdrückung befreit hat. Die übrigen Mitglieder der Delegation brachten weitere einschneidende Fragen der jüdischen Religion zur Sprache. Minister Czcrwinsky erklärte, er werde sich nach Kräften bemühen, die Wünsche der Rabbinerkonferenz zu erfüllen. Sodann stellte sich die Delegation auch dom Ministerpräsidenten Prof. Bartel vor, der die Rabbinen mit großer Ehrerbietung empfing und seiner Freude Ausdruck gab, so illustre Persönlichkeiten des Judentums bei sich zu sehen. Die Mitglieder der Abordnung hielten nacheinander Ansprachen an den Ministerpräsidenten und übergaben ihm schriftliche Materialien, in denen die Wünsche der Konferenz begründet wurden. Minister- Präsident Bartel versprach, alle von der Konferenz geäußerten Wünsche und gefaßten Entschlüsse einem eingehenden Sludium zu unterziehen und sie, soweit möglieh, zu erfüllen. Weber die Konferenz selbst ist zu berichten: Der Schwerpunkt der Arbeiten war in die Kommissionen verlegt. Es wurden Besclüsse betreffend die neue Verordnung über Anstellung von Rabbinern, den für Rabbineranwärter. geforderten Zensus an allgemeiner Bildung — wobei die Rabbiner nur die Forderung nach Beheri- •schling der polnischen Sprache in Wort und Schrift konzedieren wollen — gefaßt. Die 'Versammlung sprach sieh einstimmig gegen den Plan aus, eine Kommission von 25 Rabbinern einzusetzen, die allein das Recht haben soll, ״Smichah“ (Rabbinerzeugnis) zu erteilen; es müsse שומז כשי (תחת השגחת הרב ד ישעי סורסט שיסשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! ...1 וווווו■ו■liזוwןMווי■■B^B^aa^^^^^^ Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, Scheiteln, Transformation etc. der bekannten Kunstwerkstätte das Prinzip bestehen bleiben, daß das Kultusministerium sich in innere Angelegenheiten der Rabbinate nicht einznmischcn habe. Das neue Gemeindegcsetz müsse so gestaltet werden, daß eine Schmälerung ries religiösen Charakters nicht Platz greife. Das in einigen Monaten in Kraft tretende Gesetz.,wonach die ״Melamdim“ (Leiter und Lehrer der ״Chedarim“) und die Lehrer an den Taimud-Tlumi-Sehulen über ein bestimmtes Maß ullgemeiner Bildung verfügen müssen, wurde als unberechtigt und schädigend bezeichnet: es wurde darauf Jii »gewiesen, daß hoi Inkrafttreten des Gesetzes eine sehr große Zahl jüdischer religiöser Lehrer brotlos würde und zahlreiche Chedarim wegen Lehrermangels schließen müßten. Einstimmig wurde beschlossen, einen religiösen Oberrat für ganz Polen zu gründen, in dem alle Richtungen ver- "treten sein sollen. Offizielle Mitteilung über die Verwendung des Palästina-Notfonds. Jeder, der es verstellt, offizielle Berichte zu lesen, wird aus nachstehender Verlautbarung mit tiefem Befremden vernelimen, wie die Opfergaben mitleidsvoller, guter Menschen zugunsten der Aufruhropfer in Erez Israel verwaltet und verwendet werden. D. Red. (J. T. A.) Line offizielle Mitteilung des Londoner Komitees des Palestiuc Emergency Eiind (Palästina-Notfoncls) besagt: In den letzten Monaten haben' sich die Mitglieder des Londonei־ Komitees des Palestiuc Emergency Eiiiul eingehend mit Vorschlägen über die Verwendung der Gelder des Fonds befaßt; die Vorschläge wurden voii dem aas den Herren Rothenberg׳, Hextet־ und Kisch hestehenden Sonderkomitee in 'Palästina unterbreitet, das zur Verwaltung des Fonds eingesetzt wurde und als die vollziehende Autorität in Palästina zu betrachten ist. Das Londoner Komitee stand in ständigem Kontakt mit den Mitgliedern des Pnlestine Emergency Lund in New York: sein Lcitpriuzip war, daß alle ihm zur, Erwägung unterbreiteten Pläne.nur Hilfe zum "Wiederaufbau zum Gegenstand haben müsse. Es ist derzeit noch nicht möglich, den vollständigen Plan für Zuwendungen aus dem Notfonds bckaimtzugeben, vorläufig hat das 'Londoner Komitee in Uebereinstimmung mit dem Komitee in New York die folgenden Zuwendungen definitiv gutgeheißen: I, Konstruktive und Not-Hilfe 130.000 Pfund; 2. Wiederaufbau der Kolonien Klar Uriali, Hulda, Hartuff, Beer Tuwiah, Moza, Kalandiah 65.000 Pfund; 3. Safed 25.000 Pfund; 4. Konsolidierung der wirtschaftlichen Lago in Haifa und in Jerusalem, insbesondere in Verbindung mit Wolmba »projekten, 50.000 Pfund; 5. Straßen, Telephon, Einfriedungen, Zentralbauten, Bodenkauf usw., Kredite für Handel und Industrie (um Kaufleuteil und Hündlern, die durch die jüngsten Unruhen und den nachfolgenden Boykott geschädigt wurden, durch Darlehen zu verhelfen, daß sie ihre frühere Position wiedereilnngen) 109.500 Pfund. Erörtert wurde die Frage der Entschädigung und individuellen Wiederaufriclitung als Ergänzung der von der Regierung geleisteten Entschädigung; es wurde aber von einer Beschlußfassung bis zum Zeitpunkt des Ab- Schlusses der Verhandlungen mit der Regierung abgesehen. Das Komitee wartet noch immer auf definitive Vorschläge bezüglich Hebrons; cs hofft, bald einen diesbezüglichen Beschluß mitteilen zu können. Die Arbeit in Palästina schreitet friedlich vorwärts. Die Herren Hoofien, M0111 und Goldwater, die die jüdischen Finanzinstitutionell repräsentieren, beraten und unterstützen das Komitee des Emergency Fund in Palästina in der Ge/wähnmg von Darlehen an jene mit Handel und lndustrie sich befassenden Juden, die entweder direkt unter den Unruhen oder durch den den Unruhen gefolgten Boykott gelitten haben. Es besteht der Plan, den Wiederaufbau von Sal'ed nach doppelter Richtung zu vollziehen: In der Altstadt wird ein jüdisches Hundeisviertel erbaut, auf freiem Gelände außerhalb der überfüllten Stadt w7i1־d ein neues Wohnviertel errichtet wunden. Es wird erwartet, daß Ende Februar alle Hilfs- Zentren in Palästina werden schließen können,; mit Ausnähme vielleicht der Hilfeleistung an die Hebron- Juden, die wohl noch weiter andauern wTird. Der Kampf gegen die Religion in Rußland (J. T. A.) Die Regierimgskommission für Berufs- Umschichtung der Juden ״Komzet“ hat das Angebot der Föderation der jüdischen Hilfsvereine Englands, sieh mit einer Summe von jährlich 100.000 Dollar an dem jüdischen Aufbauwerk in Rußland zu beteiligen, zurückgewiesen. Kornzet veröffentlicht hierüber eine Mittei- Iniig, in der es wörtlich heißt: ״fm Hinblick darauf, daß an der Spitze der eng- Iisch-jiiclischon Ililfs-Föderation der Londoner Chief Rabbi Dr. Hertz steht, der durch seine schimpfliche Hetze gegen Sowjetrußland bekannt ist, und ג veil die Hilfsarbeit dieser Föderation zu Antisow■jetpropugundu. ausgenutzt werden kann, beschließt ,,Kornzet“, seine Unterschrift unter ein Abkommen mit dieser Loderntion abzulclmen.“ Die Stellungnahme von Kornzet gegen Chief Rabbi Dr. Hertz ist dadurch zu erklären, daß der Chief Rabbi gemeinsam mit den führenden Geistlichen dev Christliehen Kirchen in England einen Aufruf unterschrieben hat, in welchem die Verfolgungen der Religion in Rußlancl in scharfen Worten verurteilt werden. Kampfruf des Papstes gegen die russische Kirchen- Politik. (J. T. A.) lAipst Pius XL hat mit einem Schreiben an den Generalvikar Kardinal Basilio Pompilj. das soeben der ״Osservatore Romano“ veröffentlicht, den seit langem in Aussicht genommenen Kampf gegen die Unterdrückung der Kirche durch die Sowjetregierung offiziell eröffnet. Durch diesen Brief trennt der Heilige Stuhl die Fäden, die bisher zwischen der römischen Kurie und der Sowjetunion liefen, mit einem scharfen Schnitt, nachdem alle bisherigen Versuche, Zwischenlösungen herbeizuführen, vollkommen mißlungen sind. Der Papst sagt den offenen Kampf gegen das boisehewikischc Regime auf russischem Boden an. Dies verschürft nach der Meinung des ״Berliner Tageblatts“ die Verfolgung nicht nur gegen die noch verbliebenen wenigen katholischen Gemeinden und Priester, sondern gegen alle religiösen Bekenntnisse auf russischem Boden, gleichgültig, ob es sich um orthodoxe Juden, evangelische Christen oder Mohammedaner handelt. Notschrei aus Sowjetrußland Von einer offiziellen jüdischen Stelle ist uns die Abschrift eines soeben aus Rußland eiugetroffenen Briefes übergeben worden. Wir bringen aus dem JnliaMe einige Stellen. ,,Au unsere lieben und teueren Brüder! Wir wissen, daß Ihr alle Juden liebet und wir wissen, daß Ihr Mitgefühl (im Original Jesurän) mit uns habet. Deshalb, liebe und heilige Brüder, wundert cs uns, daß Ihr über uns schweigt. Es bat den Anschein, daß Ihr nichts von uns wißt. Entschuldigt mic-h, daß ich solches sage: Ich, der ich in Städten und Städtchen herumfahre. Wehe, wehe, wehe, liebe und teure Brüder! Mau quält unsere Juden. Wer spricht, er Will Gott dienen, den quält man zu Tode. Nein! Der Tod ist viel geringer als die Leiden der russischen Juden. Ein Jude darf nichts tun. Man will einem Arbeitsin e u sc11׳ e.n solange kein Stückchen Brot geben, als er am Schabbes nicht arbeitet, und er muß unterschreiben —• fern sei cs von uns — daß er an Gott nicht glaubt. Er Mir ÄS Wien, II., Malzgasse 7 f U r Sabbathalfende fördert die Sabbathaltenden! Oth mar So lange der Vorrat reicht. 20°\0 Rabatt vom Originalpreis. Wien 1, Kärntnerring 6 Verlangen gnädige Frau Gratis- (gegenüber Hotel Bristol) Katalog und Preisliste 01000031010202013102