Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 6 (7.2.1930)
- Date
- 1930-02-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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UswIbot* tfplatai povoleo* rltdlt post * tele*rmlo♦ v jBratfslav« Cli. 41S72-II1-2®, Zenwngen vom Verleger verwniet Journal ex06dl• par )*editair JÜDISCHE PR ORGAR FÜR DIE INTERESSE■ DES ORTHODOXEN JUDEHTUWS Sidakilon n. Admlnsktritlun! Wien.!!.,Leopolds- 26 1Stiege, 1. Stock. ״*■ Tel. R 45-4-94. lachechoslöwAkel: Bratislava, Postfach 140. gnchdBt ~ RedkkUonaAchtaM: Aboanesnentsprela« 1 Oanarjährlgi Pßr Oesterreich S!6 Tncb*cboslowakel tschecb. K. 80, Einzelnummer ßst. Or. 50, das übrige Ausland 3 Dollar. reich 1 "PostsparkassenkontoNr. D-93614; Deutschland! Post• scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien! Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen! Postspk.-Amt Warschau Nr. 1S0409; Ungarn: Postspk.-Amt budapest Nr.50170; Schweiz! Postscheckk. Zürich VIII. 4117; tür die Tschechoslowakei: »Jüdlsche Presse", Bratislava, Postspla-AmtPrag Konto Nr. 53386 Nr. 6 Wien-Bratislava, 7. Februar 1930 .rnn כ׳ד דנא־פרעסבויג ט״ שבט 16. Jahrg. •aäimtö Unser Herausgeber Herr Rabbiner Dr. Joel P o 11 a k und seine verehrte Gattin ,wurden von einem schweren Schicksalsschlag betroffen. Ein blühendes, vielversprechendes Kind wurde ihnen im zarten Alter von 5V2 Jahren entrissen. Redaktion und Administration rufen ihnen ein tief gefühltes המקום ינחם אתכם z«. Redaktion, Mitarbeiter und A d m i n is t v a t i o n de r ״Jüdischen Press e“. Diese Nummer wird mit Erlaubnis des Rabbinates von. den Mitarbeitern in kleinerem Umfange heraus# gegeben. Fern Wirkung! Es ist seltsam. Zweimal suchten die Propheten I die Wege des Allmächtigen zu erklären, indem sie uns j das Bild der Fern Wirkung vor Augen führten. Zu einer 1 Zeit des schlimmsten Tiefstandes, als Israels Volk und J Reich in dem weltgeschichtlichen ■Ringen zwischen dem Nil and den Stromlanden zerrieben zu werden drohte, י da verwies der Prophet im Exil des Geistes die Trostbediirftigkeit seiner Zeitgenossen auf die Verheißung: ״Ich helfe dir aus der Ferne.“ Schon früher hatte ein anderer Prophet den suchenden Seelen, die in Sehnsucht mich der Liebe des Allmächtigen sich verzehrten, die Botschaft gebracht: ״Es läßt dein Gott dir sagen, ich liebe dich aus der Ferne.“ Vielleicht liegt in diesen Rätselworten die Linie der wirklich jüdischen Geschichtsauffassung. Wir anerkennen als gläubige Menschen für das Leben des einzelnen unbedingt, daß der Begriff ״Zufall“ aus unserer Daseinsgestalt auszuschließen ist, und daß es im Leben nur Zusammenhänge gibt, das heißt daß clev große Gedanke der Kausalität nicht nur als ein blinder Medianismus, sondern als das bewußte Wollen einer höheren Macht anzusprechen ist. Vielleicht ist dadurch der Siegeslauf des Chassidismus zu erklären, daß er diese Weltanschauung in das Bewußtsein auch der schlichtesten jüdischen Menschen eingefügt hat und daß er in seinem Zaddik den Menschen erblickt, der diesen Zusammenhängen nachspürt, sic erkennt und lehrt. Noch gewaltiger wirkt diese Erkenntnis, wenn man sie zur Norm der Becvertung der geschichtlichen Ereignisse wählt. Selten freilich ist es den Miterlebern zeitgcnössischcr Geschehnisse vergönnt, ihre letzten Aus- Wirkungen auch nur zu ahnen. Enorm hoch muß die Geistigkeit der Zeitgenossen der Propheten gewesen sein, wenn sie, umbrandet von der Flut des Hasses und Verachtung, fast verzweifelnd an der Liebe Gottes zu seinem Volke, durch alle düsteren Farben des Augenblickes hindurch die lichte Helle des Erlösungsmorgens zu schauen vermochten. Auch wir stehen vor unendlichen Rätseln. Der Grundzug unseres Volkswillens, uns selbst als Verküncler des Sieges der sittlichen Wahrheit unserer Thora zu erfassen, ist von so vielen Seiten bedroht, teils durch brutale Gewalt von außen, teils durch Verkennung von innen. Ein öder, beinahe perverser Mechanismus droht, sich der eigenen Seele und des Herzens zu bemächtigen. Die Weltkonstellation erscheint uns als der ungeeignetste Boden für die Entfaltung ethischer Momente. Nur die Erkenntnis, daß seit Jahrtausenden die ganze Geschichte der jüdischen Gemeinschaft auf Fei•!Wirkungen aufgebaut ist, wie so oft die in Blut und Tränen gestreute Saat erst nach Jahrhunderten aufging, vermag uns zu erhalten. Wir wollen den Geschehnissen atemlos lauschen, in allem Spuren der Liebe des Allmächtigen bemerken und wollen den Enkeln das Erbe ]unterlassen, daß wir diesem verheißungsvollen Ruf aus der Ferne willig unser Ohr geliehen haben. Wenn unsere Ahnen in cler Enge der Zeit sich zum Gebet geflüchtet haben, so war cs nicht bloß der sehnsuchtsvolle Blick in die Ferne, sondern vielmehr vielleicht cler ehrliche innere Bück in das eigene Ich, das heiße Ringen um die richtige Auffassung dessen, was geschah, bis zur sieghaften Erfassung des Tröstlichen auch in cler trübsten Stunde. Wir wollen hoffen, daß der beispiellose Kampf unserer Brüder und Schwestern iu Sowjetrußland dereinst sich in einer wunderbaren Fernwirkung löst, wenn man erst die Größe der Treue derjenigen erkannt hat, die — das ist der bitterste Vorwurf, den wir uns zu machen haben — fast ungeachtet von uns allen die Krone des Martyriums auf sich nehmen. Leider, leider war noch keine Epoche in cler jüdischen Geschichte, in der die Nahen, die Miterleber so wenig Verständnis clem Streben und dem Handeln entgegen gebracht haben, wie diesem Sturm gegen die Religion im Osten. Es ist bitter, aber es muß ausgesprochen werden, mehr als Resolution ist kaum geleistet worden. Und wenn in diesen Jahren diese armen Menschen am Pcssach nicht einmal das trockene Brot der Mazzoh haben, so sollte jeder Familienvater seinen Kindern beim Seder dies erzählen und vielleicht, auch dies durch eine Fern- Wirkung, in die Seele derselben die Fähigkeit zu einem größeren Verständnis zu pflanzen, als es die Eltern selbst besitzen. Wir wollten, cs käme ein Prophet, cler mit derselben Wirkung wie einst Jeremia zu diesen Helden käme und ihnen den Sinn ihres Lebens erschlösse in clem klar gegebenen und klar, erfaßten Wort: ״Siehe, ich helfe dir aus der Ferne.“ ־ P. K. * N a c 11 b e in e r k ung der R e d a k t i o n. Es wird uns nahegelegt, folgende Idee der jüdischen Oeffentlichkeit zu unterbreiten: Wenn jeder Haushalt plllllllllllllllllllll■■ I AGUDAS JISROEL WIEN | II» Leopoldsgasso 16 (Malzgasse 12a) =E =j= Am Montag den 10. Februar (12. Schwai) SS EEE um 1/*8 Uhr abends, findet imFestiaale des S ES Alten Raihauses,*I» Wippllngerstr. 8, ein SS | Massenmeeting | §H mit folgender Tagesordnung statt: SE §=§ Referenten: ss!§ Markis Hornstein, Obmann des Partelrates: ES H Erez JEsroefl. g gl Präsident Rabb. Dr. Pinohas Kohn: 5| ES Thema Vorbehalten. ׳ ü| |H Rabbiner Moses Blech: |jj| 1 Jüdische Erziehung. I |H Juden, erscheinet in Massen! §§!!H Gäste, auch Damen, willkommen 1 ||§ Üj Schwat 5690. SEE m Wien, pe5ruar!930. Der Vorstand. ü§ ו U r r-43-5-40 Wien, IL, Malzgasse 7 ^§555 Sabbafhaltende fördert die Sabbathaltenden! . ....״juAwui vvcuiyuiciis sein Bedarfsquantum nimmt und die dadurch ersparte Summe dem guten Zwecke zur Verfügung stellt, so könnte Erkleckliches geleistet werden. Im Aufträge cler Aguda ist die Keren-IIathora-Zentrale (Bankkonto: Zentral- Europäische Länderbank, Wien, Expositur, L, Franz- Josefs-Kai) bereit, Gaben entgegenzunehmen, ihren Zwecken zuzufii Irren und Öffentlich zu quittieren. Weshalb zur Unterstützung der Pogromgeschädigten in Palästina kein Geld da ist. Die Araberpogrome in Erez Jisroel und ihre Folgen (Boykottierung der jüdischen Kaufleuie, ]:Tändler und Handwerker durch die Araber, Verteuerung der Lebensmittel usw.) haben außer dem Verlust an zahlreichen Menschenleben auch in wirtschaftlicher Beziehung hauptsächlich die städtische arme jüdische Bevölkerung schwer getroffen. Die kleinen Leute sind in ihrer Bedräugnis genötigt, bei zionistischen und autlereu Banken gegen gar nicht niedrige Zinsen Darlehen aufzunehmen, um sich für clen Augenblick über Wasser halten zu können. Aus den Mitteln der großen Hillsaktion, die auf die Nachricht über die Metzeleien in Amerika und in allen Ländern eingeleitet wurde uud bei der sich jüdisches Mitgefühl so großartig bewährt hat, werden diesen Geschädigten, weil sie sich nun einmal der Sympathien der zionistischen Verteiler nicht erfreuen, weder Unterstützungen in entsprechendem Maße noch zinsfreie Darlehen bewilligt. Es fragt sicli nun, wo sind und wem kommen die reichen j Spenden zugute, die allenthalben ausschließlich zur sofortigen Hilfeleistung an die notleidende palästinensische jüdische Bevölkerung und keineswegs zum Zwecke der Deponierung in zionistisehen Banken geleistet wurden? Die gesamte jüdische Welt und namentlich jeder Spender hat ein Recht darauf, darüber Aufklärung zu fordern. Diese Forderung wird um so dringender, als ein bekannter zionistischer Publizist, Dr. Wolf gang W e i s 1, der während der ganzen Zeit in Palästina weilte und, wie erinnerlich, auch selber bei den Aufständen schwer verletzt wurde, schon am 22. Dezember in einem Artikel in der ״Neueii Freien Press e“ hierüber ungemein peinliche Enthüllungen machte. Er schrieb über die Zurückhaltung der Hilfsgelder wärtlieh folgendes: ״Der Boykott ist eine außerordentlich schwere Belastungsprobe der jüdischen Wirtschaft Palästinas in einem politisch kritischen Augenblick, die diese aber ohne fremde Hilfe bestanden hat. Wohl kamen die Juden der ganzen Welt durch eine außerordentlich schnelle Hilfsaktion dem palästinensischen Judentum wirtschaftlich zu Hilfe: rund achtzehn Mi 1- Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in KJtnmar Perücken, Scheiteln, Trans- . formation etc. der bekannten ^1en ’ Karntnernng 6 Kunstwerkstätte (gegenüber Hotel Bristol) Othmar Schiff Telephon U-4J-3-62 So lange der Vorrat reicht. 20\ Rabatt vom Originalpreis. Verlangen gnädige Frau Gratis- Katalog und Preisliste!!P@!?"