Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 3 (17.1.1930)
- Date
- 1930-01-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 JÜDISCHE PRESSE Seite 5 NIIMINIIIIII um Tschechoslowakei Abermals wieder das Denunziantentum! -Patriotismus ist eine Pflicht, der jeder Staatsbürger gewissenhaft zu genügen hat. Auch der Jude. Ihm aber ist Patriotismus außerdem eine heilige Pflicht, •denn ihm ist er auch v 0 n R ei i g i 0 n s w e g e n geboten. 'Darunter wird natürlich nicht bloß ein gesetzliches Verhalten in allen Dingen des Staates und des Vaterlandes verstanden, sondern darüber hinaus eine hingebungsvolle Opferbereit- Schaft an ׳Gut und •Blut zur 'Förderung des iStaatswahles, eingegeben von aufrichtiger Liebe und ,Dankbarkeit gegen das Vaterland und all diejenigen, die es treu beschützen. Wir Juden erfüllen zu allen Zeiten unsere patriotischen Pflichten in allen Belangen nach ,bestem Wissen und Gewissen, mindestens in dem Ausmaß und mit der gleichen Gewissenhaftigkeit, wie cs unsere!Mitbürger anderer Glaubensgemeinschaften tun, einerlei, 0׳b unsere Vaterlandsliebe allgemein anerkannt wird oder nicht. Wir schätzen uns glücklich, in einem Staate, zu leben, in welchem die verfassungsmäßige und gesetzliche Gleichheit ■der Rechte und Pflichten aller Staatsbürger so weit in das •׳Bewußtsein aller redlich!Denkenden eingedrimgen ist, daß in der Oeffentlichkeit nur selten Stimmen laut werden, die sich ■erd reisten, den Patriotismus des Juden mit• anderen ,Maßstäben zu messen als •den des N׳ichfcjuden, und vom Juden andere (Beweise für ■seine Vaterlandsliebe zu verlangen, als sie von den anderen fMit'biirgerri gefordert oder erwartet werden. Wir können mit Genugtuung darauf hirnveisen, daß seit dem Bestände einer tschechoslowa- •kisehen Republik unsere Treue zum■ Vaterlandc von ׳verantwortungsbewnßten Lenkern unseres Staates niemals angezweifelt wurde. Wir können aber demgegenüber auch feststellen — und •das macht uns stolz auf den liberalen Geist unserer ׳Republik —, daß an •uns ebensowenig wie an die Angehörigen ■der anderen Konfessionen!jemals Anforderungeu gestellt wurden, ■die unseren aufrichtigen und selbstverständlichen Patriotismus in einen Gewissenskonflikt mit unserer Treue zur Religion •des Judentums und seinen Traditionen bringen könnten. Jede patriotische Tat oder Gefühlsäußerung, die im edlen Wollen über •das ,Maß •des gesetzlich Gebotenen hinansgeht, bleibt der inneren!Eingebimg eines jeden einzelnen Staatsbürgers überlassen. Dieses Vertrauen hat niemals getäuscht und hat sich ancrkanntermaßeri bei ■Juden׳ wie ׳bei Nichtjuden zum Wöhle des Staates •aufs -beste bewährt. Aus besonderen vaterländischen Anlässen tauchen allerlei gutgemeinte!Anregungen auf, durch welche einzeine Bevölkerungsschichten, •Gemeinschaften ׳und.׳ V-ereinigungen den freien Willen׳ oder •die Absicht kundgeben, ihrem Patriotismus gemeinsam Ausdruck zu geben. Der bevorstehende achtzigste!Geburtstag unseres innigslt verehrten Präsidenten i a s a r y k wird sicherlich einer dieser ׳Anlässe sein. Es wird •an Anregungeti der verschiedensten!Art nicht fehlen, wie größere und kleinere Gemeinschaften diesen Tag •im 'Sinne •eines opferbereiten Patriotismus aus f rei.c!Entschließung würdig begehen sollen. Auch wir Juden! als Glieder der jüdischen religiösen!Gemeinschaft werden wissen, unserer großen Verehrung gegen ׳unser gefeiertes Staatsoberhaupt und unserer grenzenlosen!Dankbarkeit gegen •ihn für das mutige• Wort, das er aus ׳unbeugsamer •Wahrheits- und GerechtigkcitsMebe in den Zeiten ungerechter Verfolgung für uns einlegte, in besCheidcner, aber würdiger ׳Form Ausdruck zu verleihen. Wir werden ,jede Anregung, die in dieser!Beziehung an uns kommt, sympathisch ■aufnehmen und als Zeichen!patriotischer!Gesinnung wert •en, auch wenn Gefühlsrichtung, Geschmack oder irgend welche Erwägung ihre!Durchführung vielleicht ablehnen wird. Gefühlwelt und Ausdrucksform sind auch bei Juden ungleich und es wäre gerade aus diesem Anlaß am wenigsten zeitgemäß, es!hieße geradezu •dem liberalen Geiste Masaryks Gewalt antun, wollte man versuchen, nicht einen!jeden nach •seiner eigenen Fasson!Patriot sein zu lassen. Die Zionisten und jüdischen N a t i 0 n a- Listen in ׳unserer!Republik haben selbstverständlich *An- •spruch auf ■die gleiche liberale Beurteilung ׳ihres!patriotisehen Verhaltens, ■und ,kein Außenstehender ist ׳befugt, die •ihre Durchführung vielleicht ablehnen wird. Gefühlswelt des Herrn!Präsidenten Masaryk ihren Patriotismus :kundgeben wollen, oder •die Art, wie sie •dafür unter •ihren׳ eigenen Gesinnungsgenossen werben, einer!Kritik zu unterziehen. All das bleibt Ihre eigene ׳Sache, und wenn sich dabei etwa Meinungsverschiedenheiten zeigen, so mögen skr dieselben unter sich austragen. Sie beschlossen, den Geburtstag des 'Präsidenten zu benutzen, um für •einen!ihrer Parteifonds, den zionistischen sogenannten ״Natlonalfonds“ ,(Keren IKaljemeth!!Israel), eine großzügige Sammlung zu veranstalten und aus dem Ergebnis der Sammlung auf -den Namen des Präsidenten •einen Wald in Palästina anzupflanzen, der dann Eigentum eben dieses Parteifonds!bleiben soll. Ganz schön und löblich und •nach den Absichten und der Auffassung guter Zionisten und• jüdisch-nationaler Parteipolitiker sicherlich auch -eine durch- ■aus würdige und sinnvolle :Ehrung. ■Kein Mensch, ׳der außerhalb der zionistischen Partei steht oder den hierzulande grassierenden zionistisch - 'politischen Nationalismus von vornherein grundsätzlich ablehnt,!hätte ■ein (Recht, sich in diese *Sache einzumengen, und ■auch wir als Sprecherin der orthodoxen!jüdischen öffentlichen Meinung würden es ־»ach dem •Vorausgeschiclcten vorgezogen haben, diesmal unseren Standpunkt zit-riiekzuhalten und lieber bei einer anderen Gelegenheit gegen die große Täuschung Ver- Währung einzulegen, mit ■der unsere Zionisten immer wieder die ,Unterstützung ihrer Parteifonds mit der Be- Siedlung des alten, heiligen jüdischen Erez Jisroel verwechseln — wenn sich die!Agitatoren dieser Aktion auf den eigenen Kreis der Zionisten •und N a t i 0n a 1 is t c n zu beschränken verstände n. Die Landeskommission des zionistischen ״Nationalfonds“ hat sich aber in den!Kopf gesetzt, •die Aktion ln solcher Weise ■diirobzufiihren, ״daß“ — wie •sie!bekanntgibt — ״wirklich alle tschechoslowakischen Juden an ihr teilnehmen“. Sie soll in jedem «Ort •erstens bei der Kultusgemeinde, zweitens bei •den Vereinen und Institutionen sowie allen Einzel- Personen ditrchgeführt werden. Es sollen also nach der Weisung der Lamdeskommisstön nicht nur Zionisten, sondern auch -die orthodoxen Gemein •d -e n und׳ Vereine sowie!Institutionen, die auch orthodoxe Juden zu!Mitgliedern haben, zu Geldleistungen fiir den zionistisehen Parteifonds auf ge fordert werden, obgleich männiglieh bekannt :ist, daß nach dem ׳einstimmigen •und feierlichen Beschluß sämtlicher orthodoxen Rabbiner •in der Slowakei der Zionismus eine ״e m i n e n t e Gefahr fwr d as J u d e n t •11 rn u n d s e •i ne ■religiösen I n s t •i t ut i 0 n e n“ bedeutet und als ■eine ,,Bestrebung zum Abfall!von •der t r ad i t i om el 1 e n ׳Religion d׳er Väter“ betrachtet wird, und daß nach!jenem denkwür- •digen Beschluß ,,alle diejenigen, die •den Zionismus und ■Institutionen oder!Bestrebungen auf irgend eine Weise unterstützen oder fördern, sich :in! Gegensatz zum ihistorischen Judentum ■und seinen Grundlagen befinden“. Trotz alledem wären wir •einer öffentlichen!Kennzeichnung der zionistischen Propaganda unter orthodoxen Juden in •diesem Zeitpunkte aus dem Wege •gegangen. Die ortho- •doxen ״Gemeinden, ■Institutionen •und!Einzelpersonen“ wür- ■den wahrscheinlich auch ohne Hinweis in der Presse den zionistischen Agitatoren ״höflich, aber bestimmt“ bedeutet ■haben, daß eine Geldleistung an zionistische Fonds für orthodoxe Juden •r e 1 i g i ö s u n z u '1 ä s ■s i ■g 11׳ .n- •d• u nmöglich sei ׳und irgend eine andere!patriotische ,Kundgebung zu Ehren unseres greisen Präsidenten empfohlen ■haben, an •der ״wirklich alle tschechoslowakischen Juden“ teilnehmcn •könnten. Der Irrtum der ■zio׳nisfcisohe!n!Parteiagitatoren wäre ■damit erledigt und die weite, unüberbriiekbare Kluft zwischen nationalistisch-zionistischem und thoratreu-lhistorisohem Judentum wäre ,bei ■diesem Anlaß nicht an den Tag getreten. ,Es ■gibt aber!Zionisten, die sich mit der bloßen!Agitation für ihren׳ ׳Par.teifonds unter Benützung des Namens •des!Herrn!Präsidenten Masaryk durchaus nicht begnügen. 'Sie greifen, um ihren Zweck z!u erreichen, zu den •s chmu t zigst en und ehrlosesten Mitteln, die unter gesitteten Menschen •überhaupt denkbar sind, zu der verblümten oder •offenen■ Androlhung der politischen ■Denunzia tion gegen orthodoxe!Gemeinden und Einzel'personen für ■den Fall, •daß der Zionistischen Agitation nicht strikte׳ statt gegeben werden sollte. Diese niederträchtige Erpressung, ■dieser verdammenswerte Mißbrauch mit der großen Verehrung, die ausnahmslos alle Juden! dem ■glorienumschienenen ■Namen unseres Präsidenten T. IG. Masaryk zollen, ist es, woran kein anständiger :Mensch ohne Aus- ■druck tiefster Empörung Vorbeigehen kann. ׳Das muß öffentlich zur Sprache gebracht werden, damit etwaigen nicht genügend erfahrenen und •einschüchterungsfälhigen Verwaltern orthodoxer Gemeinden, nichtzionistischer iV׳er- ■eine und!Institutionen •und ebenso manchen orthodoxen Einzelpersonen vor dem Druck eines solchen elenden!Denunziantentums nicht ׳bange wird und sie sich unter Verkennung der erhabenen׳, edlen Intentionen unseres großen Präsidenten zur bestimmungswidrigen!Verwendung der ihnen anvertrauten orthodoxen finanziellen Mittel nicht verleiten lassen. Zum Beweise für unsere!Anklage brauchen wir uns nicht mehr auf genügsam bekannte, aber leicht umzu- ■deutende mündliche Aeußerungen der zionistischen Agitatoren allein zu berufen. Wir ׳bringen hier ■einen!Brief zu•m wörtlichen Abdruck,*) den die orthodoxe Gemeinde in Galanta vom dortigen Exponenten des Zionismus, dem ״Jüdischen Kulturbund“, und dem Nationalfondskommissär erhalten hat: Zidovsky kalturny sväz Zsidö kulture gylet Jüdischer Kulturbund Galanta. Galanta, am 31.!Dezember 1929. LöW.!Kultusgctneindevorstand der Galantaer aut. orth. isr. IKukusgemeinde! in Galanta. * ׳In der Anlage übersenden wir Ihnen׳ die Abschrift eines uns zugekommenen Zirkulars mit dem Ihöfl. Etsuchen, daß Sie als 1Kultusgemeindevorstand1 die •Aktion einleiten und einem günstigen Resultat entgegenführen wollen. Es handelt sich ln erster ,Reihe um die Huldigung fiir unseren Präsidenten, Herrn T.!G. Masaryk, es 51 an- •delt sich aber auch ■um eine jüdische Sache, da Erez Jisroel in erster Reihe dem orth. Judentum nahe zum 'Herzen steht, und endlich handelt es sich auch um •eine Angelegenheit, welche den Vorschriften des Schuichan AruChs unserer Ueberzeugung nach •nicht widerstößt, *) Sperrung und׳ Hervorhebung durch Fettdruck stammen von uns. I Die Forderung um Einleitung dieser schönen, Aktion 1 wurde zwar an uns gerichtet׳, wir sind uns aber be- I wußt!jener Animosität, mit welcher manche ■Kreise der Galantaer Orthodoxie unser selbstloses Tun und *Lassen beurteilen, und können wir daher die Verantwortung nicht übernehmen für ein ■ev ev. unpatriotisches Verhalten der hiesigen Kultusgemeinden und dafür, daß die für die Galantaer jtid. Kultusgemeinden, Institutionen und Gemeindemitglieder reservierten und dem Herrn Präsideuten zu überreichenden Albumbiätter entweder ganz leer oder der Würde der Person des Herrn Präsidenten und der Patriotenpflicht des Galantaer Judentums unzureichend ausfalien sollten. Diese Verantwortung überlassen wir dem Kultusgemeindevorsand.!Wir gehen also auch ,bei dieser großzügigen Aktion •einen separaten Weg und wird unser Verein nur itn Kreise seiner Mitglieder die Sammlung durchführen. Eine Anzahl von Bäumen haben wir bereits schon •anpflanzen lassen. Einer durch die IKultusgemeinden einzuleitenden!Aktion werden wir •uns nur •dann anschließen, wenn wir hiezu Ihrerseits ausdrücklich aufgefordert werden sollten.!Wir wollen hoffen, daß ,beide Kultusgem e i n d e n ihrer patriotischen Pflicht vollkommen nachkoramen werden, und zeichnen hochachtungsvoll Ocsidcr Stern m. p. Dr. P a 11 0 s Albert m. ■p. K. K. L.-Kommissär. Präses deslKulturvereines. *Keren!Kayemeth iLeisraef. Galanta. Dieser Brief sagt alles so unverhohlen heraus, daß jedes Wort einer Erklärung überflüssig ■ist. Er gibt zugleich einen recht eindeutigen Kommentar zu •dem Bericht in ■der letzten ■Nummer der ״Jüdischen Volkszeitung“ über eine ,Rede, die der Abgeordnete iDr. Reisz am S. Jänner auf einem!Bankett seiner ״Jüdischen Partei“ gehalten hat. Dort!heißt es: ״Zum ■Schlüsse macht Redner auf die große ,Aktion des Na t i on a 1 f o n d s zur •Pflanzung eines Masaryk- Waldes ,in Palästina zu Ehren seines'80.!Geburtstages aufmerksam. •Dies ist keine ■zionistische!Sache, sondern *Sache aller staatstreuen 'Bürger, die b eweisen wollen, daß sie gewillt •sind, u nseren großen Präsident e ri, ■der sich immer des Judentums angenommen hat, in der gebührend•en W eise zu eIh r en.“ Es gibt zahlreiche Zionisten, ,hier und anderwärts, •denen Zionismus in ihrer •Unkenntnis des wahren!, (hlstorisehen •Judentums ■ein reines, ׳hohes!jüdisches!Ideal ist und die in •ihrer Entfremdung von allen religiösen!Wahrheiten des Judentums nur im!Nationaljudentum die Möglichkeit der AufreChterhaltung ihrer Beziehungen zum jüdischen Volk erblicken. Diese Menschen tun uns leid; sie sind vom besten ■Willen beseelt und haben mit dem Zionismus, denen׳ ,jüdischer Nationalismus ,und Palästina politisches Geschäft sind, nichts gemein. 'Ihr guter Wille bleibt!ihr Schutzengel und wird sie mit des ,Allmächtigen Hilfe einmal, •über den Zionismus hinweg, •zu unserem alten Judentum •zurückdrängen. Wir sind dessen sicher, daß Zionisten dieser Kategorie bei ,all ihrem •einstweiligen!Widerstreben ■gegen das orthodoxe Judentum mit uns einig ■sind in der •entschiedenen Zurückweisung ■des ״patriotischen“ Denunziaintentuims ■in •ihren Reihen, das ■wir!heute abermals brandmarken •mußten. C i v 1 s Ju daeu s. Erklärung. Zu der ,in Nummer 47 der ״Jüdischen Presse“ anläßlieh des schweren ,Schidksalsschlages, der mich betroffen hat, veröffentlichten Aufsatzes mit der Ueberschrift ״•Ein Opfer ihres Berufes usw“ sehe ich mich ■jetzt nach Ablauf ,der שלשים veranlaßt, ■eine. Erklärung vor der Oeffentiiohkeit abzugeben, wie ,ich sie bereits am 12.!Dezember zu Händen des löblichen Vorstandes unserer Gemeinde gelangen ließ.!Die!Mitteilungen׳ der Schreiberin jenes Aufsatzes über ■die Angelegenheit •der Pensionierung, des Verhältnisses zur Gemeiindeleitamg ■und׳ die unmittelbare Todesursache beruhen durchwegs :auf unrichtigen ׳Informationen. Der GemeindeVorstand (h׳a׳t der teuren Verblichenen im •Gegenteil stets größtes Entgegenkommen und Wohhvolten bekundet, ׳Ich ergreife diese Gelegenheit, um ihm sowie allen lieben!Kollegen׳ und Bekannten, die mir aus diesem ׳traurigen Anlässe. Teilnahme erwiesen ‘haben׳, ,meinen und mein׳er!Kinder herzlichen Dank •auszusprechen.!Bratislava, 12. Tewes• 5690 (12. Jänner 1930), ■'Martin WlefneT. Hermann Reclmitz .ר׳ צבי ע ״ ה. Vorige Woche verschied in Bratislava der dort allseits als □רא ושל geachtete und geschätzte Herr Hermann Rechnitz ע ״ ה infolge einer schweren Operation im Alter von 50 Jahren. Er entstammte einer alten, geachteten Preßburger iüidisehen Familie. Unter •sehr großer Beteiligung aller Kreise der Preßburger Judenschaft wurde er Donnerstag nachmittags zu Grabe getragen, beweint van seiner gramgebeugten Gattin תחי׳ und seinen vier Kindern נ״ י# die er hinterließ.!Es sprachen an seiner Bahre die Herren Rabbiner Donath, Kali sch und Unsdorfer. Eine Feier der Myjavaer Gemeinde. Unsere Gemeinde hatte vergangenen שבק חניכה im kleinen beseheidenen Rahmen eine schön improvisierte Feier. Der allgemein verehrte und geliebte Präses unserer Gemeinde Herr Simon Weisz vollendete an diesem Tage sein siebzigstes Lebensjahr in vollkommener geistiger und körperlicher Frische. Diese Feier versetzte uns alle in die freudigste Erregung. Vom frühen Morgen bis spät in die Nacht hinein war ein frohes Gewoge von Gratulanten in den Gassen unseres Ortes zu sehen. Eine große Deputation, gebildet von den Vorstandsmitgliedern und Repräsentanten der Gemeinde, denen sich auch viele Gemeindeangehörige angeschlossen hatten, geführt von Suche einen בחיר ח״ח ייר״ש, tüchtigen Buch« halter, für meine Tochter, intelligent, schön, gut und häuslich erzogen, nebst schöner Mitgift. Der« selbe wird in meinem größeren Unternehmen als Buchhalter mit fixem Gehalt angestellt. Unter ״Glückliche Zukunft“ an die Bratislavaer Admini« stration.