Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 48 (13.12.1929)
- Date
- 1929-12-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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r Seite 6 JÜDISCHE PRESSE Nr. 48 Residenz-Atelier für moderne Photographie Wien, I. Fleischmarkt 1, Tel 79-2-80 Aufnahmen täglich von 9 bis 6 Uhr, an Sonntagen von 9 bis 6 Utt *HP HPWllliiUH uuuilllllim 1u!mumm »tum WIM ■mumiiuiiHim mmgiiw uw nuuunmi 1111 1nn1u1u»M1m1m mm um wi uuum um hihi ui iiiiuiimu&n Information der jüdischen ()Öffentlichkeit sei nun festgestellt: Es entspricht vor allem nicht den Tatsachen, daß Frau Weiner ■s. A. auch nur im entferntesten .,bemiissigt“ wurde, im Krankheitszustande den Unterricht zu versehen, geschweige denn sich ״zu Tode zu arbeiten“ und bis zur Vollendung ihrer Dicnstjahre oder — wie •sich die Artikelschrciherin ausdrückt — bis zum letzten Atemzuge in schwerstem Dienste, zu verharren. Wahr ist vielmehr, daß sowohl der Gemeinde- Vorstand als auch der ׳Schulstuhl zu wiederholten Malen und in sehonungsvollstcr Weise an den Gatten der Vorew.igten —der ebenfalls an unserer Schule wirkt — mit dem dringenden Ersuchen herantrat, um die Pensionierung seiner Gattin einzukommen, und hat sowohl der Gemeindevorstand als auch der Schulstuhl bei jeder gegebenen Gelegenheit kein Mittel unversucht lassen. Frau Weiner s. A. zur Versetzung in den Ruhestand zu bewegen. Alle diese Versuche und alle wohlgemeinten Ratschlage unsererseits scheiterten jedoch an dem ganz entschiedenen und unabänderlichen!Entschluß der Verewigten, den Schulunterricht auch weiter zu versehen, und verwahrten sich eben die Verewigte und deren Gatte auf das entschiedenste gegen die Pensionierung, mit dem gleichzeitigen!Hinweis auf die ärztlichen Gutachten von Spezialisten, deren Gutachten einstimmig dahin ging, daß der!Unterricht durch!Frau .Weiner weder fh rem gesundheitlichen Zustande noch dem Gesundheitszustande der ihr anvertrauten Kinder auch nur im geringsten zum Nachteile sein könne. So schwer es auch dem Gemeindevorstande und dem Schulstuhle fiel, die entschieden ablehnende Haitung der Verewigten zu ihrer Pensionierung zur Kenntnis zu nehmen, mußten sie es doch schon gelten lassen, da die zwangsweise Pensionierung dieser so überaus verdienstvollen!Lehrerin eine solch seelische Krankuug für sie bedeutet hätte, die sie keinesfalls verdiente, und übrigens bildeten die vorgelcgten ärztlichen Gutachten ein solch starkes und unwiderlegbares Argument, vor welchem sich jedermann beugen mußte. Im Gegensatz zu den Behauptungen der Verlasserin des Nachrufes sei weiters festgestellt, daß sowohl die Gemeindeleitung als auch •der Schulstuhl bei jeder Gelegenheit, da Frau Weiner «. A. um einen Kranken- Urlaub ausuchtc, ihr diesen stets in zuvorkommender Weise gewährte, und dürfte es genügen, darauf zu verweisen, daß Frau Weiner s. A. erst letzthin einen mehrmonatlichen Krankenurlaub erhielt — natürlich ohne daß wahrend dieser Zeit die besonderen Zuwendungen der •Gemeinde ihr auch nur im geringsten entzogen worden wären. Laut den ärztlichen Gutachten ist Frau Weiner s. A. auch nicht an dem •seit Jahren an ihr haftenden Leiden gestorben, sondern an einer Krankheit, die zur Winterszeit alljährlich ihre Opfer fordert und die auch die »Stärksten fällt, wenn der unerforschliche göttliche Ratschluß es so besiegelt. -xv״. u 11׳ •1 ״ a 11 e r "Ke 1 n Opfer i h r e r!P f 11 c h t, auch kein O p f e r ihres Beruf!es 11 n d am allerwenigsten ei n O p f e r u n s e r e r!N a c h l ä s ■s i g «k e i t. Was die weiteren Ausführungen der Verfasserin des Nachrufes anbelangt, sei festgestcllt, daß die Gemcinde über den staatlich ergänzten gesetzlichen Gehalt hinaus der Schule alljährlich weitere hunderttausend Kronen zuführt, und dient dieser Betrag eben dazu, die wirtschaftliche Lage unserer Lehrer und Lehrerinnen — ihren Berufskollegen an den staatlichen Schulen gegenüber —- besser zu gestalten und das jüdisch-kulturelle Niveau unserer Schulen zu heben. Betreffs der jüdisch-kulturellen Zustände in 1111scv.er Schule sei endlich bemerkt, daß sowohl die kompetenten staatlichen!Behörden als auch das ehrw. Rabbi na t über das jüdisch-kulturelle Niveau unserer Schule sich zu wiederholten ■Malen nur lohend und befriedigend ausgesprochen haben. Der Gemeindcvorstand und Schulstuhl der Orth. Isr. Kultusgemeinde in Bratislava. R i c .111 i g s t e I 111 n g. Bezugnehmend auf die am 6. Dezember in der ״Jüdischen Presse“ unter dem Titel ״Eiu Opfer' ihrer Pflicht und unserer Nachlässigkeit“ erschienene ■Notiz sieht sich der gefertigte Lehrkörper veranlaßt, im Interesse der ־Sachlichkeit wie auch der Reputation unserer Gemeinde festzustcllen, daß die in dieser Notiz erbrachten (Behauptungen auf vollständiger Unkenntnis der obwaltenden Umstände beruhen. Es muß vielmehr mit Nachdruck betont und rühmlichst hervorgehoben werden, daß unsere Gemeindeleituug ihren Lehrkräften gegenüber jederzeit und in jeder Lage •mitfü]11e11d und in humaner Weise vorgeht. Was wieder die auf unsere Schulverhältnisse sich beziehende Bemerkung betrifft, müssen wir jede unbefugte!Einmengung aufs entschiedenste zurückweisen und!vollen wir nur noch bemerken, daß die amtlichen kompetenten Faktoren sich über unser Schulwesen stets mit vollster Anerkennung äußerten. Im ■Namen des Lehrkörpers der orth. isr. ATdksschuleii W i l h ׳e 1 in K o 11 n, Direktor. Gedenkfeier für Frau Elsa Weiner s. A. Der 1Lehrkörper und die Schülerschaft der orth. israelitischen Volksschule widmete am 9. d. M. seinem ■unvergeßlichen!Mitglied weiland Frau Elsa Fuchs-Wein er im (Rahmen einer Gedenkfeier einen warmen Nachruf. Von dem unsagbaren Schmerz aufs tiefste erschüttert, ergriff Direktor!Wilhelm Ko'hn ׳das Wort uh׳d schilderte in ergreifender Weise ■den edlen Sinn, die ׳vornehmen Berzensqiialitäten und die beispiellose 1Gewissenhaftigkeit der so früh entrissenen! Kollegin. ׳Ihre treue Anhänglichkeit den!Kollegen, ihr gütiges, sanftes ׳Wesen den anvertrauten!Zöglingen gegenüber, ihr nachahmenswertes Wirken auf dem!Gebiete der Wohltätigkeit und; ihre religiöse Gesinnung sicherten ihr allseitige Liebe, Verehrung und Wertschätzung. Gleichzeitig!beschloß der!Lehrkörper die (Gründung einer■ ״!Elsa- Wfjner-Stiftung“. Der 1Lehrkörtper der orth. israelitischen Volksschule will hiedurch dem edlen Wirken dieser idealen Lehrerin $p bleibendes Penk,mal petzen. Orth, Jugendyerein ״Bne Emunim“ in Kosicq. Am 10. Ghbsc'hwan fand im orth. Jugendverein ,jBaie (Emunijh“ die Jahresschlußsitzung statt, bei welcher ein sehr erfreu-. lieber Tätigkeitsbericht erstattet wurde. Zu den all abendliehen. Gemora Schiuriin erscheinen zahlreiche Teilnehmer. Die Vorträge in ח1מש רש״י und 1 מוסרSr. ■Ehrw. des Herrn Obcrrabbiners S. Brach dienen zur Fortentwicklung des Vereines mit besonderer Wirkung; Die!von Vcrcinsmitgliedern am Schabbosnachmittag geleiteten ־Maggidus-, ge- Schichthöhen und wissenschaftlichen Vorträge 'bringen dem Verein einen großen Aufschwung. Vor vier Monaten gründete der Verein eine B-Gruppc von 14- bis 18jährigen Kindern, welche während •des Tages in Geschäften augestellt sind. ■Die• allabendlichen, von Balcbatim geleiteten Schümm, an welchen durchschnittlich zirka 40 Kinder sich beteiligen, sind von überaus großer erzieherischer Wir- •kttng. ׳Int allgemeinen erfreut sich der Verein eines großen Ansehens, so daß viele jüngere 'Leute, welche bisher dem Thorageist fernstanden, nunmehr regelmäßig zu den Vereinsvorträgen kommen, sich den •Vereitispflic'hten unterwerfen und so dem jüdischen Geiste nähcrkoinmcii. Fs ist zu erhoffen, daß dem bei der Jugend herrschenden 'Uebel durch weitere aufmerksame und sorgfältige ,Arbeit abgeholten wird, damit die hiesige •Heranwachsende!Generation einigermaßen dem orthodoxen Geiste und der Liebe zur תור הה סרושה erhalten und nähergebracht wird. Das!Referat wurde mit großem!Beifall zur Kenntnis genommen. Ant 14. Gheschwan wurde für die durch Auslosung vakant gewordenen vier Vorstands- und sechs Repräscutautensitzc eine Ersatzwahl vorgenommen, welche folgendes ■Resultat ergab: Präses: Nandor Ehrlich: Viizepräses: Leopold Rosenbltifh: Kontrollor: Nikolaus Neumanu: Schriftführer: La- •dislaus Schwekl; ׳Repräsentanten: ■Eugen Edelmann,!Ignaz Klein, •Marcell׳ Frankel, Heinrich Willncr, ■Aron ׳Hochhäuser und ilgnaz Weiß. Annullierung der Wahlen in der Prager Kuitusgemeinde. Die jüngst stattgefundenen Wahlen in der Prager jüdischen Knltusgemeinde haben in diese sonst leblose Gemeinde eine größere Erregung gebracht, als man vermuten konnte. Wie uns berichtet wird, hielt die Gemeiiulercpräsentnnz a-m 7. Dezember eine Sitzung ab, in dev über die Verifizierung der Wahlen beraten wurde. Der Berichterstatter führte eine ganze Reihe nach gewiesener Mißbräuche an, deren Feststellung die Ungültigkeit der Wahlen zur Folge haben muß. Es kam dabei zu heftigen Auftritten und beleidigenden Zurufen zwischen tschechischen Assimilanten, Zionisten und Demokraten. Audi die Zuhörerschaft mischte sich erregt in die Debatte ein. Schließlich wurde beschlossen, N e uw a 11 leu auszusclir e i b c n, vorausgesetzt, daß sich clie Parteien nicht vorher auf eine gemeinsame Liste einigen. Siegfried Heß Erna Baß Wien II. V erlobte מיצש״ק תולמח J. U. Dr., Kaufmann, 36 Jahre alt, Israelit, sucht E^infieirat in großes Unternehmen. Beherrscht Deutsch,- Tschechisch, Englisch, Französisch, ist repräsentabel und allseitig ver? siert. Zuschriften unter ״Einheirat Dr." an die Verwais tung dieses Blattes. MäniMoM WIEN, l.y Seltenstetteng. 2 Tel. U-28-1-2S XI.,Zentralfriedhof, neben d. 1. Tor, Tel*U-l8-0«85 Möbelkäufer, Brautpaare, Achtung! 30 Prozent billiger! 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