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Jüdische Presse · 1929-12-20 · 49 (20.12.1929) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
49 (20.12.1929)
Date
1929-12-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE PRESSE Nr. 49 Residenz- Atelier rar moderne Photographie Wien, I. Fleischmarkt 1, Tel.7980״2״ Aufnahmen täglich von 9 bis 6 Uhr. an Sonntagen von 9 bis 6 Ul r . s)[!1 zu informierBn 1B1 Wahrheit entdeckender Verstand eruierte gar ׳bald, daß der größte Mangel des litauischen!Systems in der Gedan-kenJosigkeit bestand, mit der die Mi׳zwos geübt wurden, und doch ist ■ja der Geist jüdischer Lebensheiligung der geschworene!Feind aller Gedankenlosigkeit. Er fand es schnell heraus, daß die tiefe, werbestarke!Wahrheit des Chassidismus eben darin bestand, daß sie dem g-ttgewollten Thorainhalte und der g-ttbeabsichtigten Thoraerziehung gemäß die kleinste, unscheinbarste Tätigkeit gedankenvoll vollbracht wissen will und überall und immer!jede Gelegenheit ergreift, die ewigen Wahrheiten, die ■die Grundlage und •das Höhenziel unseres Seins und Sollens!bilden■, immer wach ,in uns zu halten, um durch unsere Gcfülhls- und Gedankenweit unsere ,Handlungen zu idealisieren und unserer ׳sittlichen Bestimmung immer näherzurücken■. Eine vollkommene Synthese litauischer und!polnischer Lichtseiten war der Ghatham Sofer und die Erziehung zu-, dieser Synthese war ׳Ziel und Zweck der von ihm :begründeten Jeschiwa zu Preßburg. ■Und wenn wir!heute rückblickend uns fragen, wie der große Wurf ihm gelungen, so ׳brauchen wir nur an die vor einigen Monaten getagte!Kenessio Gedaulo zu denken, in deren ׳Rahmen wir mit Stolz und Freude die Größen Litauens und ■die ■Koryphäen Polens Schulter an Schulter für die Einheitsfront ׳der Weltorthodoxie in vollendeter Harmonie eintreten sahen. ׳Der ׳berühmte Sohn Frankfurts, Herr Jakob Rosenheim. hat in seiner Schlußrede!mit herzbezwingender Beredsamkeit auf dieses Wunder hingewiesen. Er erblickte in der majestätischen Agudaidee das Vehikel zu diesem Wunder.!Nun •denn, das Vehikel׳ ■mag die Agudaidee wohl gewesen sein, ■aber ׳der höchste Faktor dieses Wunders ist und bleibt der größte Sohn Frankfurts: der Ghatham Sofer. Seinem Wirken, seinem Geiste, seiner Jeschiwa und den ihr entströmten Geistesfürsten ■der iüdisahen Gesamtheit!ist ׳es zu danken, daß ׳die fürchterlichen Gegensätze iiberbrückt, ausgeglichen, tja in einer ׳beispielgebenden, weithinleuchtenden Synthese harmonisch aufgelöst und homogen vereinigt wurden.!In der!Herstellung dieser auf die ganze Welt ®ich erstreckenden Einheitsfront aller Gesetzestreuen, in der Schaffung der Vor'bedingungen, der seelischen Atmosphäre zur Gründung von Agudas Jisroel sehe ich das größte und fortdauerndste Verdienst ■der vom Ghatham Sofer ins Leben gerufenen Jeschiwa. Darum finde ich es sehr stilgemäß, daß gerade anläßlich der!Kenessio Gedaulo, an diesem Triurophfeste der Agudas Jisroel, der!Beschluß zur Abhaltung des Gedenktages ■der Preßburger Jeschiwa gefaßt wurde, denn von den Strahlen des Agudas-Jisroef-lGlanzes fällt ■ein großer Reflex auf die Preßburger Jeschiwa zurück. Viele Größen mögen .die Väter oder Geburtshelfer der Aguda gewesen sein, die Preßburger Jeschiwa war aber ■die Mutter, die durch ihren Begründer und ihre Jünger erstrebte und bewirkte und durch drei Generationen ׳mühevoller und selbstloser Arbeit erreichte Ausgleichung der ■verschiedenen Geistesrichtungen und gegenseitiges Verständnis ■und Wert- Schätzung bereiteten den Boden vor, aus dem die schönste Golusblume: die Agudas Jisroel, empor schoß, um ׳sich zu einem immer mächtiger sich entfaltenden Rosemstock zu entwickeln, der :als Symbol Israels ״wie die Rosen ■unter den Dornen“ ewig bestehen wird. Möge auch ׳der Preßburger ■Jesöhiwo'h und ihrer Bedeutung ,im -Juden fotme solch ■ewiges Leben beschieden sein, ■damit sich an ihr, ■der!Mutter von Agudas Jisroel, das Psalmwort erfülle: Em habbonim simecho! Sie erzielen nach dem Rasieren eine gründliche Desinfektion, ■wenn ■Sie die ,Infektionsbazillen ׳mit Franzibranint'Wein ,Alpa“ vernichten. Vom Sdioiiire Thora-Verein in Trnava. Aus Trnava berichtet man uns: Der Schomre Tliora-Verein bezog ein neues Vereinslokal, das ihm trotz dem Mangel an geeigneten Räumlidilceiten in den Gemeindeliäusern vom Gemeindevorstand in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt wurde. Das neue Vereinsheim wurde im engen Kreise der Mitglieder eingeweiht, wir hatten aber die Freude, Se. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Ungar in unserer Mitte zu begrüßen. Nach der Begrüßung durch den Vereinspräses Herrn Bela Beck und dem Anschlägen der Mesusoli ergriff der ehrwürdige Gast das Wort zu der Festrede. Er schilderte die Lage der orthodoxen Jugend im allgemeinen und forderte die Vereinsmitglieder auf, das neue Vereinslokal, besonders aber die Schiurim, die unter Leitung des Herrn Rabbiners Simon Schreibe 1־ stehen, fleißig־ zu besuchen und die Lehren, die sie hier empfangen, in ihrem ganzen Lebensxvandel zur Geltung zu bringen. Auch Herr Rabbiner Schreiber hielt darauf eine sdiöne, begeistert aufgenommene Rede. Am 16. November wurde die G e 11 e r a 1 v e 1• s a m m 1 u 11 g des Vereines abgehalten. Nach den Eröffnungsformalitäten erstattete Präses Herr Bela Beck den Rechenschaftsbcridit. Aus ihm ist der zahlreidie Besuch der allabendlidien Sdiiurim — dank dem Herrn Vereinsrabbiner Schreibe r, der cs versteht, die Zuhörer an sich zu fesseln — besonders hervorzuheben. Junge Leute, die tagsüber ia ihrem Berufe tätig sind, versammeln sidi am Abend, um dem Worte der Thora zu lauschen. Audi der Gemorosdiinr ist gut besudit. Allsabbatlich wird die Scudoli Sdielisdiis gemeinsam gemütlich veranstaltet. Das Vcreinslolcal steht den Mitgliedern jederzeit offen, wo sie die freie Zeit im Freundeskreise gesellig verbringen. Die Neuwahl ergab folgendes Resultat: Bela Bede (Präses), Herrn. Weisz (Vizepräsident und Kontrollor), Eugen Deutsdi (Kassier), Alfred Adler (Sekretär), Otto Langer (Schriftführer), Eugen Maityn (2. K011trollor), Armin Deutsdi (Bibliothekar), ferner Sidney Fahn, Alfred Weisz, Siegm. Katzburg, Alexander Koth, Alex. Adler, Samu Stern, Jenö Veit und Max Meisel. Möge die Tätigkeit der Vereinsleitung audi in der nädisten Arbeitsperiode reche fruchtbar sein! Zuschriften an die Redaktion. Löbliche Redaktion 1 Bitte hüflidxst um Entschuldigung, daß ich mir erlaube, Sie iiöflidist zu ersuchen, in Ihrem gesdiätzten Blatte meinen folgenden Zeilen gütigst Raum geben zu wollen. Es handelt sich um eine sehr widitige Augelegenheit, ׳die für das Judentum allseitig von größtem Interesse ist. Idi habe nämlich in der jüngsten Nummer der in KoSice erscheinenden Zeitung ״Jüdische Tradition“ gelesen, daß die שוחטים in unserem Lande sich organisieren wollen mit der Tendenz, ihre allgemeine Lage sowohl moralisch als auch materiell zu regeln. Wie idi midi informieren ließ, beabsiditigen sie nicht — wie einst — ihre Herrsdiaft zu verstärken; im Gegenteil, sie wollen ihr Reditsverhäitnis zu den hochwürdigen רבנים הגאונים שליט״א wie audi zu den geehrten Gemeinden על פי התורה regeln. Sie wollen würdige, makellose שוחטים heranbilden lassen, das öfters vorkommende השנה נבדל ausmerzen, die Aufsicht der רבני□ הגאונים שליט״א vorsdiärfen und vergrößern und schließlich ihre matcrielle Lage, die meistens in den kleineren Gemeinden und besonders in den Dörfern sehr bedauernswert und kläglidi ist, verbessern. Da idi stets für das ־ שחיטהWesen großes Interesse hegte, idi öfters die großen Mängel und Unregel־ mäßigkeiten auf diesem Gebiete mitnngesehen habe, so finde idi diese Organisation mit obiger Tendenz für sehr angezeigt, ja sogar sein* dringend. Demzufolge erlaube idi mir hiemit, das Augenmerk der hodiwiirdigen רבנים הגאונים שליט״א wie audi das der hodigechrten בעלי בתים שי׳ itn ganzen Lande auf diese Bewegung zu lenken, besonderes, da in Ungarn und Polen solche Organisationen mit Hilfe der dortigen רבני□ הגא1׳ שליט'א sich bereits konstituierten. Auch in!Rumänien ist eine große Bewegung im Zuge, eine solche Organisation zu konstituieren. Mögen daher die hochwürdigen רבנים הגאונים שליט״א*!! erster Reihe ihre שוחטים dazu animieren, dieser Bewegung sich anzusdiließen. Sie mögen ferner die Absiditen dieser Bewegung kontrollieren, ihnen den Auftrag geben, ihre Statuten den hodiwiirdigen בם* רבנים הגאוני□ שליט״א Wege der löblidien Landeskanzlei vorzulegen, um selbe zu prüfen und zu vervollkommnen, damit in Zukunft Unregelmäßigk eiten in keiner Weise Vorkommen können. Sdבließlid1 ist diese Angelegenheit einer der größten Grundpfeiler im jiidisdien Leben. Es ist somit sehr dringend, die moralisdבen und materiellen Verhältnisse der שוחטים gründlidi zu heilen. Idi hoffe auf dieses Thema noch detaillierter zurüdezukommen, in der Voraussetzung, daß diese Bewegung in allen Kreisen großes Interesse hervorrufen wird, und verbleibe mit vorzüglidier Hodiaditung ה ק׳ ישראל מנחם ברוין אכדק״ק כרעזאיויץ וליסיאן יע״א Nachbemerkung der Redaktion: Wir veröffentlichen die Einsendung des liodigesdiätzten Einsenders mit dem Bemerken, daß unseres Eraditens vor der Beratung und der öffentliehen Diskussion über die Zweckmäßigkeit einer solchen Sonderorganisation der Sdioditim sowohl von den ehrw. Rabbinern ajs audi von den Gemeinden, in erster Reihe aber von den Schochtim selbst, in den Läneiern, wo solche Organisationen schon bestehen, festgestellt werden müßte, ob sie ihren Zwecken tatsächlich dienen, und vor allen Dingen, ob die Organisierung geeignet ist, den Schoditim in den Zwerggemeinden moralisch und finanziell zu helfen. J. U. Dr., 36 Jahre alt, Isr., sucht Einheirat in Kanzlei. Beherrscht Deutsch, Tschechisch, Englisch, Französisch, ist repräsentabel, hochfeiner gediegener Charakter, ist allseitig versiert. Zuschriften unter ״R e 1 i g i ö s“ an die Verwaltung dieses Blattes. Suche für meinen Schwager, Kaufmann36 ,׳ Jahre, alt, ledig, 20.000 tsch. >K ׳Barlkapital, streng orthodox, יורע ספר passende Einheirat. Unter 256■״“ an die ׳Bratislavaer Ad׳m. In streng religiöses Haus wird Schülerin oder solides junges Mädchen in Pension genommen. Gefällige Zuschriften unter ״Gemütliches Heim“ an die Wiener Administration dieses Blattes. Jüdisches Mädchen aus gutem Hause sucht Stelle als Stütze der Hausfrau oder auch zu Kindern. 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An Wochentagen Morgengebet: 6.40 Uhr, Minchah 4 Uhr. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Redakteur: Dr. Joel Poilak, Wien, II., Leopoldsgasse 26.— Für die Tschechoslowakei; Heinrich Schwarz, Bratislava.— Druck: Druckerei# und Verlags־A.*G. Ig. Steinmann, Wien* IX., Universitätsstraße 6—8.

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