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Jüdische Presse · 1929-11-29 · 45-46 (29.11.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
45-46 (29.11.1929)
Date
1929-11-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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PtfrtTl vhtiM potoImiI rtadti um! a MaaraRe« x BratMava Mk 4197MU4I. ' EeRtagea vom Verleger vatataM ־ Jotrael •xp4die mt redluagj f.Lfc JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE IRTFRE86EG DES ORTHODOXER JUDENTUMS fcadaktioaa. Admi&iurauuai Wien, U.-Leopuidi■!tue S6, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. R 45-4*94. ticfcecboilowakei! BraUtlm, Poittacb 140. Bvcekelnt jeden Freitag. — Redektfoniichlnn: Mittwnrh Mittag. Ebonncnenliprclici OangilHrlgt Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei tichecb. K 8), Einzelnummer 6sL Gr. 5ü, das torlge Mailand 3 Dollar. Zahlungen au! Konto .Jua.sch« Presse*, Wien Hu Uiiltr* rclen 1 Poatsparkassenkonto Nt. u•! ät>l4; Deutschland! Post*, scneckkonto Beilm Nr. 12261h; Jugoslawien! Host-pk.-Amt Zagreb Nt. 40217; Polen t PosUpk.-Ami Warschau Ni. IMM09; Ungarn! H0stapk.»Ami Budapest Nr.60170; Schweiz! Postseheckk. Zürich VIII. 4117; 10! die Tachechosl wakel! .Jü• «Hache Pteaee*. Rratta ava. Poar«pk.•^וntPtag Konto Nr.5>3■48 Nr. 4546־ | Wien-Bratislava, 29. November 1929 r-n ביד וינא־סיעסבוינ ב״ו חשון 15. Jahrg. Das friedlose Palästina. Vor einigen Wochen der Dolchstoß gegen den bekannten palästinensischen Arzt Dr. Abraham Ticho und mm die Revolverschüsse gegen den; Che׳{ des Justizdepartements der Pailästinaregierung, Oberstaatsanwalt Nonhand Bendw.ich, bekanntlich der einzige hohe jüdische Regierungsbeamte Palästinas, charakterisieren die gegenwärtigen Zustände in Palästina. Die britische Untersucbungskomrnission arbeitet seit einigen Wochen eifrig im Lande, verhört und untersucht, and jedemann weiß, daß das Ergebnis dieser Untersuchungen nicht so sehr von den ermittelten Tatsachen als von einer allgemeinen politischen Erwägung der britischen Staatsräson abhängen wird. Sowohl Araber wie Juden benützen diese gewitterschwangere Zeit, um sich Vorteile bei der bevorstehenden Entscheidung zu sichern. Die Forderungen der Araber sind allgemein bekannt; sie wollen sich mit der. Balfour- ■Deklaration nicht abfinden und bringen!religiöse und natiöhäle Bedenken vor, um den Juden jedes Recht auf die Schaffting einer über kolonisatorische. Möglichkeiten hinausgehenden־ nationalen Heimstätte abzusprechen. Es tritt von Tag zu Tag klarer .hervor, daß die Prokiamlerung von weitgehenden staatspolitischen Aspirationen und Piä- «en. die .durch die. Balfour-Deklaration,- das Mandat und ‘; sind, ,auch', die. philanthr ־die ■ van •, jeder:■ '־^plöi^safiQn' gefährdet..'•Dte Araber ■befipden sich in dem Zustande der 'nationalen Emanzipation; und übertreiben in dieser gereizten seelischen Verfassung die Ereignisse gar furchtbar. Das laute Beten vor ■der Klagemauer erscheint ihnen heute als ein G e s c h r:e i nach , E r 0 b e ru ns* der mohammedanischen Heiligtümer, die friedliche Arbeit der Kolonisten als ein Unterfangen,; die autochthone Bevölkeruhg aus dem Lande zu verdrängen. Angesichts dieser gefahrvolien . Situation ist es von eminenter Be* deutung, welchen Weg die jüdische Politik einscblagen Wird. Es herrscht ,diesbezüglich eine heillose Verwirrung, fl.ih ד bedenklicher Mangel an ernsten Versuchen, in der Stunde der Not eine e i n h e Dt 1 f c h e j üd i s c he Li nie zu ‘schaffen, Jh J e ru saie m selbst, im Brennpunkte der Ereignisse,; ,kommt' es zu offener Auseinandersetzung zwischen dem Kanzler der hebräischen. Universität, Doktor I; ׳ L. Mag n e s, und dem Leiter des Jüdischen Nationalfonds, Mi N. \U s s'i s c h k i n. Kanzler Magnes gab an- )äßiich. der Eföffhu'ng. des• neuen Semesters einen Ueberjjiick••' über die Lage •In Palästina und meinte, daß. ״wenn der einzige Weg der Errichtung des jüdischen Nationalheims über die Bajonette eines gewissen Reiches führt, so lohnt unser ganzes Unternehmen nicht der Mühe und es wäre besser,, wenn unser' ewiges Volk,! das manches so mächtige Reich überdauert hat, seine Seele mit .Geduld wappnet lind hoffend,, planend und arbeitend ausharrt.“ In seiner weiteten. R&te;führte Dr. Magnes ungefähr aus;! Die Universität.eröffnet ihre Vorlesungen.in diesem. .‘Semester untertraurigen Umständen,; Die Ordnung ist :noch nicht wiecferhergestellt. noch hat man nicht die Gewißheit, .ob die -Regierung ' in der1 Lage ist. jene Schritte zu ergreifen, die geeignet sind, die täglich sich •wiederholenden Angriffe auf Leben' und Eigentum der diidischen: Gemeinschaft von Jerusalem und außerhalb ,zu •verhindern'.’. Ich'fi»bi? die Verantwortung für die Wiedereröffnuiig der Universität übernommen auf Grand der Versicherungen des Oberkbmmissärs und des Polizeikommandanten. *faß : sie für den Schlitz des Beamten- Stabes, des Lehrkörpers und, d,er .Studenten sorgen werden. Ich bin nach der Züricher Tagung des Kuratoriunis der, Hebräischen Universität night nach Amerika gegangen.־ Weil ich, nicht ■Geilder für die Universität ver- ׳ langen ■konnte. ־ nachdem' d;i;eser schreckliche Aufruhr in lerusaiem ׳ und im Lande ׳zugelassen wurde. Ich war nicht ,’in der Lage, Menschen zu Beitragsleistungen zu überreden, ohne' selbst;;gesehen zu ,haben, ob. die Verhältnisse eine׳ .wls׳sen׳schaf׳tliche Tätigkeit möglich machen, ob wir unsere Häuser werden verlassen können, ohne zu fürchten, daß wir, erdolcht werden, ob wir werden zur Universität gehen können, ohne zu fürchten, aus dem Hinterhalt. erschossen zu werden. War doch ■die Hadassah-Klinik in Hebron eines der ersten Ziele des Angriffes, ich fragte mich; Erwartet unser Laboratoriuni ein gleiches Schicksal? Bis auf den heutigen Tag wartet die Universität, wartet die ganze iüdhclie Gemeinschaft vergeblich auf eine Antwort auf diese elementare Frage. Bis fetzt ist weder von der Regierung eine angemesene noch von den arabischen Führern überhauot eine Antwort gegeben worden. Dr. Magnes schloß: ־ Wir fragen nicht nur die; Regierung und unsere. ■ Nachbarn, die Araber, sondern, die ganze,. zivilisierte Welt: Kann diese Arbeit fortgeführt werden?. .Die erste Bedingung •ist: Wiederhersteliung der ■'.Ordnung! ■ Es ist e:ne Ironie dei?;Schicksals; dnß die britische Kommission die Gewalttaten;: 'von - gestern untersucht, wobei kein ■Tag ohne Ge\valt'-urid Terfbf vorübergebt. Man muß Wege finden. üm irtitblhander zu -leben und; ,.׳״•״^•^^ ■־״י•..״■•^u-arbeitdft;1.יד/; ׳׳;׳■■ "‘'; '''-־'״־’■'׳׳' Aber wie, schwer ׳ ist es,;dähüber zu'/sprechen, wo man auf.• allen;Seiten so wenig1 yerstandnjs für den heiligen ־Charakter'• dieses' Hיei!lונgeוnv•■;־Laוו^des•,"•','findet. .Viele, die gestern׳ noch bereit warerj,׳: nach ׳Wegen'■ für neue. Fe- Ziehungen zwischen Arabern lind Juden zu suchen, schrecken heute davor' zurück,.'Konzessionen zu machen, die als eine Prämie •für die ,in Hebroh. Safed. Moza und Talpioth verübten Taten 'aufgefaßt werden könnten. Das ist,.natürlich und menschlich. Und doch sage ich. daß , nicht -׳einmal Massakers'uns davon zurückhaiten soJJen. solche;Wege zu wandeln... Wir müssen dem ״Prahlern ׳ip;s..Auge blicken, nicht wegen der Pogrome, sondern ,'trotz, ihrer, nicht wegen des■’physischen Druckes von atiBeu,- sondern wegen des,־,geistigen Druckes von! innen. Bevor; wir nicht den Mut "aufbringen, an die Lösung dieses Prdblems heranzutreten, nicht die Einsicht und• שומז בשי• (רחת חשנחח הרב ר׳ ישעי פורס« שיסשוהל) Erzeugt unter Aulsicht Sr. Ehrwuräen Herrn Oberrabbiner J e s a i a F ü r s t (Adas Jisroel) UeberaII erhältlich! Klugheit haben, es zu bewältigen, ist unser Unternehmen nicht aui jene festen Grundlagen gestellt, die es zu seiner Entwicklung braucht. Trotz des Unmutes, den diese vernünftige lind friedliehe Rede bei Herrn Ussischkin und bei anderen zio« ' nistischen Heißspornen ausigelöst hat, wird die |üdis;Cfi0 Welt diese Worte aufmerksam lesenund die. weise .Ein»; sicht, die aus ihnen spricht, zur Richtschnur ihrer׳ hfeuen Politik machen. Erfreulicherweise werden nicht nur in Jerusalem solche Diskussionen geführt, sondern auch in andere» jüdischen■ Zentren, wo die aus. Zionisten und Nichtziönlstöt . zusammengesetzten Jewish Agency Councils eifrig über Afeth'Ödenarid' politische 'Richtlinien diskutieren, dieza wählen —- wir sagen: einheitlich zu wählen •—die dringendste Aufgabe de r j üd is ch e n F ü h r.c'f wäre. Aus der Fülle von Aeußerungeii aus allen jüdischen Lagern fehlt bloß die Stimme der Aguda. Es waren Zeiten, die allerdings viele Jahre zurückliegen, wo Ägudäs Jisroel von den Zionisten heftig angegriffen und förmlich des Verrate׳s beschuldigt, wurde, weil sie angeblich den Weg der direkten Verständigung mit den Arabern , gesucht und sogar gefunden hatte. Wie unbezahlbar wertvoll, wie heilsam wäre es, wehtv diese Beschuldigung der Wahrheit entspräche.־ Wenn za• Unterhaltend! Belehrend! ״Igroth Sopherim“ 250 Privatbriefe von Rabb.:Aklba Egary Chasam Solar, Ksaw Solar, Schewat Solar, R. Simon Solar und mit 24 hochinteressanten Bildern. Preis des 420 Seiten starken Buches, auf feinstem Papier gedruckt, in Pracht-Leinenband S 12.«—. JOS. SCHLESINGER, Wien, 1., Saltenstefttengasse Nr. s, Ais besonderes Entgegenkommen für unsere regelmäßigen Bezieher sind wir In der Lage, allen Abonnenten, die die volle Bezugsgebühr für das Jahr .1930 S 16.—. bzw. Kc 80.—. oder Dollar 3 bis Ende Dezember 1929 bezahlen, ein Exemplar des bedeutsamen und kulturhistorischen Pracht' werkes ״Igroth Sopherim“, das bei seinem;Erscheinen im gesamten Judentum als literarische Sensation ersten Ranges, begrüßt wurde, als unentgeltliche Prämie franko zuzusenden. DIelen’gen. die das Werk In Pachtband wüa״ sehen, kaben für den Einband gleichzeitig S 2.—. Kc 10.— einzusenden. Wir bitten unsere Abonnenten, von dieser sei•* tenen und außerordentlichen Gelegenheit Gebrauch machen zu wollen. Die Redaktion und Administration -•׳ der »Jüdischen Presse“. Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, Scheiteln, Transformation etc. der •bekannten. 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