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Jüdische Presse · 1929-11-01 · 43 (1.11.1929) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
43 (1.11.1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE PRESSE!Nr. 43 Seite 5 j Tsche eh oslowakei וזן Das Wahlresaltat. Die Wahlen in das Abgeordnetenhaus und den Senat der tschechoslowakischen Republik sind am 27. Ok־ tober bei starker Wahlbeteiligung aller Parteien vor sich gegangen. Von jüdischer Seite wurde entgegen allen Er־ Wartungen in den letzten Tagen der Wahlpropaganda ein sehr heißer Kampf um die Stimmen geführt, allerdings mit sehr ungleichen Waffen. Auf der einen Seite standen d.c Zionisten und die von ihnen seit zehn Jahren immer wieder mit neuen Schlagworten in die politische Arena geführten jüdischen Gruppen. Diese Partei wird von Prag und Mährisch־־Ostrau unter dem Namen ״Jüdische Partei” dirigiert. Sie dient in der Hauptsache ihrer Grundrichtung nach politisch zionistisch־nationalen Ten־ denzen und erblickt in dem Bestände einer sich politisch und kulturell auswirkenden jüdischen ״Minderheitsnatio־ nalität” ihr höchstes Ideal. Sie lehnt sich dabei an die anderen ״Minderheitsnationalitiiten” in der Republik an und nimmt auch international an den gemeinsamen Be־ Strebungen der nationalen Minderheiten Anteil. Ihnen ge־ geniiber steht die prinzipienbewußte Orthodoxie der Slo־ wakei mit dem Hauptsitzc in Bratislava, die aus religiösen Gründen den Zionismus, einen jüdischen politischen ״Nationalismus” grundsätzlich ablehnt. Ihr angeschlossen sind alle jene in starkem Anwachsen begriffenen jüdischen Gruppen, bei denen nach den ersten Jahren der politischen Verwirrung und Desorientierung sich allmählich der Ge־ •danke Bahn bricht, daß die Juden in der tschechoslowaki# sehen Republik keinerlei Sonderpolitik zu verfolgen, son־ dern im Rahmen der bestehenden allgemeinen Parteien für ihre Rechte und ihre wirtschaftlichen und sozialen Interessen politisch einzutreten haben. Sie gründeten die ״,J ü d i s e h e Wirtschaftspartei” als organisato־ risches Instrument, deren Programm ihnen als Verhand־ lungsbasis bei Abkommen mit gleichorientiertcn politi־; sehen Parteien dient. Ihrer politischen Richtung ent־ sprechend, knüpften diese beiden Parteien für die Wahlen , Verbindungen mit anderen Wahlparteien an. Die nationa־ listische ,,Jüdische Partei” schloß sich mit der polnischen Minderheitsnationalität zu einer Wahlgemeinschaft zusam־ men, während die ״Jüdische Wirtschaftspartei”, bezw. die orthodoxe Judenschaft sich der ״Gewerbe־ und Handels־ partei” anschloß. War solchergestalt die Wahl 111 e o r e־ 'tisch ein Gradmesser für politische Reife und klare Einsicht in die politischen Bedürfnisse der jüdischen Wähler, so entwickelte sich der Wahlkampf in der rauhen Wirklichkeit abermals zu einem anwidernden Tummel־ platz des Hasses und der demagogischen Hetze gegen alles, was der zionistischen Phrase von der nationalen Einheitlichkeit und der politischen Selbständigkeit der Juden die Huldigung versagte. Was da wieder an scheuß־ liehen Verdächtigungen, an groben Fälschungen und ab־ surden Verdrehungen dem nationalen Zwecke zuliebe ge־ leistet wurde, übersteigt vielleicht noch das Maß des bis־ her Dagewesenen. Daß solchen Kampfmethoden gegenüber eine Partei, die an die gesunde, leidenschaftslose Vernunft und die Erkenntnis der wahren Interessen appelliert und überdies zp unmoralischen Kampfmitteln nicht greifen •.will, einen sehr schweren Stand hat, liegt auf der Hand. Nach diesen Voraussetzungen wird der Wahlerfolg •der beiden Parteien beurteilt werden müssen, wenn das Wahlresultat richtig eingeschätzt werden soll. Die ״Jüdische Partei” wird von ihrem Standpunkte aus mit dem Wahlresultat zufrieden sein. Denn sie wird nach Abschluß des zweiten Skrutiniums konstatieren kön־ nen, daß der Mandatshunger zweier ihrer Führer nach zehnjährigem verzweifelten Kampf nun endlich gestillt ist. Daß dabei auch die polnische Minderheitsnationalität .zwei Mandate erhielt und durch die Schenkung der jüdi־ sehen Stimmen eine nie geahnte und nie erhoffte Stärkung .erfuhr, stört diese Herren am wenigsten. Ihnen ist die Idee der ״Minderheitsnatonalität” sehr wertvoll und es tut der ״Idee” keinen Abbruch, wenn es einmal nicht die Juden, sondern die Polen sind, die sich zufrieden ins Fäustchen lachen. Den wirtschaftlichen und politischen :Schaden, den diese Einschaltung der Juden in der Repu־ blik in den Nationalitätenkampf zwangsläufig verursachen wird, werden die Leiter der ״Jüdischen Partei” schon durch eine neue wohlklingende Phrase wettzumachen suchen. Die ״Gewerbe־ und Handelspartei” darf dessenun־ geachtet mit Genugtuung auf diese ihre erste Wahlkam־ pagne zurückblicken. Die siebenunddreißigtau־ send Stimmen, fast zur Gänze jüdische, die sie in der Slowakei und Podkarpatska Ruß auf ihre Listen ver# einigte, sind ein respektabler Erfolg von größtem Werte für die Weiterführung der politisch־organisatorischen Ar־ beit. Die Interessen der jüdischen Kaufleute und Gewerbe־ treibenden werden im Abgeordnetenhause und im Senat von einer Partei vertreten werden, die hohes Ansehen genießt und zu keiner anderen parlamentarischen Partei in politischem Gegensätze steht. Wird im zweiten Skru־ tinium außerdem noch einem der jüdischen Kandidaten im Rahmen der Partei ein Mandat zugeteilt werden kön־ nen, so wird dem Judentum jetzt schon auch die Möglich־ keit geboten werden, einen Sachwalter zu besitzen, der statt Phrasen wirklich jüdischen Interessen das Wort redet. Siebcnunddreißigtausend Wählern den richtigen Weg gewiesen zu haben, ist ein Verdienst, das in die Zu־ kunft weist. Ihr wird die zielbewßte Fort־ Setzung der politischen Arbeit gewidmet sein müssen. Civis Judaeus. Spendenausweis zur Aushilfe für die Geschädigten in Erez Isroel. Die Landesorganisation der Agudas Jisroel in der Slowakei (Bratislava, Turnergasse 14/16, Geldsendungen zu Händen des Kassiers, Herrn Berthold Donnebaum, Bratislava, Bergigasse 6) quittiert hierdurch die Beträge, die bei ihr zur Aushilfe für die bei den letzten Ereignissen geschädigten Juden in Erez Jisroel eingingen. Die Beträge werden prompt ihrer Bestimmung zu־ geführt. Allen Spendern Dank im Namen der Empfänger! 3. Ausweis. Sobotiste: Lazar Blcdy tsch. K 50. Früher ausgewiesen: tsch. K 11.285 u. ZI. 10. Zusammen: tsch. K 11.335 und ZL 10. Berichtigung. In dem 2. Ausweis soll es richtig heißen: ״Die Be s i t z e r i n der Häuser ״Flora־Bristol” in Marienbad (nicht ״eine dort wohnende Dame”!), Frau Maria Skalnik” usw. Ferner beträgt ihre Spende (wie aus dem Verzeichnis er־ sichtlich) nicht zehn, sondern einhundert tschechische Kronen,_ Gedenktag der Preßburger Jeschhva. .Am 35. Tischri, dem Jahnzeittage des Cihasam Safer sz׳l., trat in Bratislaiva . ein aus angesehenen Bale Batim der Gemeinde zusammengesetiztes Komitee!zusammen, tum die!Idee des Zusammenschlusses der ׳einstigen Schüler der ׳Preßhurgie.r Jeschiwah abermals durctozuberaten und!zu verwirklichen. Oie Beratung knüpfte a׳n die Initiative an, die während der Wiener Kenessio Ge־ daulo in einer Sondersitzung unter Vorsitz Sr. Ehrw. Herrn Olberrabbiners Akiba Schreiber, des gegenwärtigen Jeschi־ wahleiters,!bei Teilnahme ׳zahlreicher .früherer Schüler der Jeschiwah ergriffen wurde, und ging von der ׳feststehenden. Tatsache aus, daß ׳die Erinnerung au d־׳i׳e: Jeschiwahizeit. und die!Liebe und Verehrung gegen den!Rabbi um sämtliche Schüler ׳der Jeschiwah ein ׳inniges geistiges und gefüihiismäßiges Band ׳zieht, •das zu erhalten und zu ׳pflegen' als tiefes Bedürfnis empfunden wird. Nach Jahrzehnten noch denkt!jeder ehemalige Schüler in tiefer Rührung ׳dankbar ׳ an die Zeit zurück, da ׳er sich׳ in ׳Gemeinschaft ׳mit gleichstrebenden Altersgenossen zu Füßen großer!Meister und Lehrer!der Thora den ׳höchsten ׳und heiligsten :Idealen des Judentums, begeistert ׳durch das Wort und das Vorbild des Lehrers, restlos widmete. Dieser gemeinsame ׳Geist und diese innige Vereinigung (bildet eine!! so teuren seelischen Schatz, daß ׳er gerade in unseren Ta gen׳ für das ׳überlieferte Judentum׳ i׳m allgemeinen und die weitere Fortent wich lang der 1berühmtesten Jeschiwah im westlichen Europa im besonderen ׳mit dem!besten Erfolg •ausgewertet werden )könnte, ׳wenn er in ׳zweckdienlicher Weise gepflegt werden würde. Von diesem Gedanken ausgehend׳,!haben sich die Anwesenden .zu einem großen ׳vorbereitenden Komitee konstituiert, das schon für die nächste;Zeit, nämlieh ׳den 1 5. 1K i s 1 e w, dem Jahnzeittage des . ״Schewet Sofer :921׳.“ eine große Vera n s t a 11 ׳u n g :z 11 ׳m Wi e ׳d e rsehen der ehema׳Jigen Sch״ül1e!r ■der Preßb u r g c r J e s 0 11 i w a h ׳vonbereiten •wird. Die Veranstaltung wird den Charakter eines!feierlichen ,Gedenkt ages tragen und ■eines kollegialen Zusammentreffens der vielen tausend ehemaligen Schüler, die während der Jahrzehnte an der Preßburger Jeschiwah ihre religi'öse und geistige Grundlage erworben haben. •Man rechnet •mit Bestimmithieit darauf, daß diese Zusammenkunft einen außergewöhnlich weiten ■Kreis von!Männern umfassen ■wird', die heute in allen׳ Ländern der jüdischen Diaspora sowohl als Tal-midie chochomim wie auch als Männer der Tat in hervorragender!Stellung der Preßburger Jeschiwah zur Ehre gereichen. , Unter allen diesen ׳das!Band der!persönlichen Freundschaftsibeziehung ׳zu festigen, persönliche Aussprachen .im ׳Geiste der ,Lehrer anizuregen und ׳vor allem ihnen Gelegenheit ׳zur ׳Förderung ihrer geliebten Jeschiwah. und ׳zur Forterhaltung ihrer vom ׳Cbasam!Sofer sizl. festgelegten und ■von seinen Nachfolgern stets gepflegten historischen Mission!zu gelben, ist die ׳von vielen sicherlich freudig )begrüßte ׳Aufgabe der Veranstaltung. Uelber den Rahmen und ׳das Programm der Zusammenkunft ■wird noch berichtet werden׳. Es soll, abgesehen ׳von denn 'Siiiirn •einer Masseches und einer Su.gio, di׳e׳ eigens ■zu dieser Gelegenheit ׳von allen Teilnehmern,!gelernt werden soll, ■eine ׳Fest- Versammlung und eine Festmahlzeit stattfinden. Das vorbereitende Komitee kann direkte Einladungen wegen der Kürze der Zeit und der begreiflichen׳ Mangelhaftigkeit der ׳vorhandenen׳ Listen nicht ergehen lassen. Es ׳wird ׳vielmehr auf ׳diesem ■Wege ersucht, die!Anmeldung ,zur Teilnahme •an dem׳ ■Zusammentreffen Ib i s spätest ■e n s ׳R o s c h C h 0 d e s c ׳h1 ׳K i s 1 e w direkt an das )Komitee (,per ,Adresse ״Oeffentliehe •Rabbinat-s-' schule“, Bratislava, Schloßstraße 74י) gelangen ׳zu lassen. Da ׳die Anzahl der ■Anmeldungen allem Anschein nach׳ ■sehr groß sein wird und das!Komitee umfassende ׳Vorbereitungen treffen muß, wird gebeten, die Anmeldungen sofort aufzug eiben, Prüfungen In Bratislava. Mit Schluß des Sommer- Semesters wurden an den Thoralehranstalten in Bratislava während der letzten Woche die Prüfungen der Schüler vorgenommen. Allen voran die unter Leitung des Herrn Rabbiners iBaruch L ö b 1 stehende ,V o r b e r e i 111 n g sjeschiwoh (Jeschiwoh K’tanoh). Eltern und Gäste waren von den Kenntnisse״ der Schüler und dem großen DER TOURIST ׳ in den Bergen, der das Sportziei mühelos erreichen will, massiert seine Beinmuskeln mit Menthol-Franzbranntwein ALFA Nach anstrengenden Touren sind die Beinmuskeln ermüdet und die Nerven erschlafft. Durch die Alpa- Massage werden die Muskeln gestärkt, die Nerven erfrischt und man fühlt sich wie neugeboren Pensum sowie der (Gründlichkeit, mit der es die Schüler beherrschten!, sehr zu'friedengestellt und sehen in ■dem Aufblühen dieser Anstalt eine ׳der wichtigsten Vorbedirigunigen, wodurch die Schüler an den Jeschiwoh rechtzeitig vor schwerwiegenden Erziehungsfehlern bewahrt werden •könnten. — In der ״J e s s od e >H a t h 0 r a“ fanden die Prüfungen שיקפ׳נצ״ו und Sonntag unter Leitung Sr. Ehrwürden des Herrn Oberra'bbiners Schreiber und den allwöchentlichen ״Verhörern“ in allen Klassen zur ׳vollsten Zufriedenheit aller .Anwesenden statt. Die Schule hat im letzten Jahre einen nach den verschiedensten Richtungen hin vorteilhaften qualitativen .Fortschritt . zu verzeichnen. Dies zeigte sich namentlich in der., größeren Einheitlichkeit der Vorkenutnisse. die •die Schüler zur Schule mitgebracht haben.!Dadurch wurde ein stärkeres Durchdringen des! Lehrstoffes planmäßig ׳vorbereitet!und die Erreichung eines vorzüglichen• Resultates ermöglicht. Der ehrw. Examinator ■gab seiner Freude über den Lehrerfolg der Melamdim!Ausdruck. — Sonntag, den 24. lElul versam- ׳ melten sich Eltern und Freunde der!Schule in den Räumen der Volksschule, um den Prüfungen der ״Talmud Thora“ beizuwohnen. Diese wurden ׳von Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner!Schreiber und den Herren Rabbiner W e ssely, Kali sch und ׳Hir schier klassenweise vorgenommen. Auch hier konnte man an den guten Antworten, die von den Schülern auf die gestellten Fragen!gegeben wurden, und an dem Verständnis der!Kinder eine gewissenhafte ■und gründliche Arbeit der Lehrer ■mit Genugtuung feststellen. Zum Schlüsse sagte Herr Markus Fürst namens der Talmud-Thora-iKommission in einer •herzlichen Ansprache ■den Lehrern!Dank für das Uebermaß an Pflichterfüllung, für das die Prüfung den Beweis erbracht hat. Präsidialsitzung der slowakischen Jugend-*Aguda. Sonntag, den. 24. Elul fand in Bratislava die •konstituierende Sitzung des auf der Trencin-Teplitzer Tagung ׳gewählten Präsidiums der Landesorganisation der Agudas-Jisröel- Jugendgruppen in der Slowakei statt. Das Präsidium ׳beschäftigte sich eingehend mit allen .Angelegenheiten der Aguda-Arbeit in der Slowakei und legte sein ־ Arbeitsprogramm ׳für die nächste Zeit ■fest. Um einen Erfolg ׳dieser Tätigkeit zu gewährleisten, wird die Abhaltung des D elegiertentages der L an d e s o r.g a n i s a ti 0 n in der allerkürzesten Zeit für notwendig erachtet. Auf diesem Delegiertentag soll auch für die :Intensivierung der Organisation und für ihre Erweiterung gesorgt werden. Zur Information der Mitglieder wurde beschlossen, den angeschlossenen Gruppen in!Zukunft periodisch in Form eines N a c h r 1 c h t e n!b l a 11 e s Mitteilungen ׳über alle Wichtigen Vorgänge in der lAguda zu kommen zu lassen. Zur finanziellen Sicherung der ׳Arbeit wurde das!Budget festgesetzt. Die Gruppen werden auch auf diesem Wege auf die ihnen zugehenden ,Instruktionen des Präsidiums aufmerksam gemacht und auf den Beginn einer feuchtbaren und zielbewußten Tätigkeit zur Ausgestaltung ihrer Arbeit hingewiesen. Gemeindewahl in Pezinok. Ein unfruchtbarer Kampf um die Gemeindestube in Pezinok hat am 28. Oktober durch gegenseitiges Entgegenkommen beider Parteien einen Abschluß gefunden, der bei gewissenhafter Pflege des friedlichen Geistes die Gemeinde der gesunden Ent־ Wicklung entgegenführen könnte. Im Sinne eines fried־ liehen Ucbereinkommens um den sich von seiten der Majorität die Herren Ländler, Sebestyen und Jellinek und ebenso die Minorität verdient gemacht haben, ergab die Wahl folgendes Resultat: David Reisner (Präses), Geza Ländler (Vizepräses), D. Sebestyen, Hermann Jellinek, Simon Reisner (Vorstand), Lazar Stern, S. Bretzelmayer, Sam. Weiner, Jak. Groß, Dav. Fischer, Adolf Hauser, Nathan Adler, A. Weißberger, Mor Diamant, Arpad Kohn (Repräsentanten). Zuschriften an die Redaktion. Stefan Zweig im Wiener Radio am Kol-Nidre-Abend um halb 8 Uhr. (Motto: Fallen seh' ich Zweig auf Zweig.) ׳Zu den kultiviertesten Dichtern Oesterreichs .zählt Stefan Zweig, ein Poet eiinfühlend und feinfühlend, dessen Werke jüdische Seele und Beseeltheit Liebe zu seinem Stamm, Stolz auf seine Abstammung aufweisen. Am deutlichsten zeigt sich dies in ״Jeremias“, dessen Ausklang ein siegesfrohes Bekenntnis zur jüdischen Volksgemeinschaft beinhaltet: ,/Man kann ein Volk bezwingen, doch niemals seinen Geist!“ Dennoch hält es Stefan Zweig nicht unter seiner Würde, den Tag der Versöhnung, der alle Wellen der Zeit überdauerte, durch seinen Radiovortrag!zum Tag: der Verhöhnung zu stempeln. ׳Nicht a׳us taktischen Gründen, aus Gründen des Taktes hätte dies auch aus Selbstachtung und Achtung seiner Glaubens- •gemeinschaft unterbleiben müssen. So wird sein Jeremias zur Jeremiade auch für die heutige Zeit. r. th.

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