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Jüdische Presse · 1929-10-18 · 42 (18.10.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
42 (18.10.1929)
Date
1929-10-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Itaxlxov# v?platn6 povolent riadit post teieirafot * Bratislava 21s. 41I72-IH-2I. Zeltiinsen vom Vorleser versendet« Jonrnal exp6dle pat!,edlteirr JÜDISCHE PRE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion n. Administration! Wien, fl.,Leopolds• laue 16,1. Stiege, 1. Stock. — Tel.R 4584־4־. Tichechoilowakel! Bratislava, Postfach 140. ■ncheint Jeden Freitag. — Redaktionnchltni: Mittwoch Mittag. Abonnementsprelle 1 Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tichech. K. 70, Einzelnammer öst Gr. 40, dai übrige Ausland S Dollar. Zahlungen auf Konto -,Jüdische Presse", Wien für Oesterreich: Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland{ Post־ seheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.־Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Post־ scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: .Jü־ dische Presse", Bratislava, Postspk,־AmtPrag Konto Nr. 53386 Nf. 42 Wien-Bratislava, 18. Oktober 1929 .ב*ה וינא־פרעסבורג י״ד תשרי תר״ץ 15m Jahrg■ zu סוכות!Fast unerklärt «eilt du roh das jüdische Schrifttum 4er Gedanke, <daß der erste Tajj des Siukkosicstcs der .,erste Tag der Sünde“ sei, gewöhnlich dahin gedeutet, daß an diesem Tage die!Nachwiukuurgen des Tages ׳der Sühne bereits verblassen. 1Das wäre aber wohl!kaum!der richtige BegleitaJklkord!zu einer Zeit, die uns eine Symphonie der Freude sein soll. Es mag deshalb .׳wohl auch!jener Deutung ׳Raum gegeben werden, ׳welche in jenem Gedaulkert also!lesen will, daß dieses Fest uns. au den Tag der ersten Sünde erinnert, ■und »war so, daß das Fest uns in unseren Träunlen au den Ort der ersten Sünde, in Edens!Auen, zurüokiversetizt und ums die :Kraft gibt, von diesem Ort dauernd Bes«tiz ׳zu nehmen. Kühn, ■unendlich kühn dieses Versprechen, und doch so ׳wahr. iSchönheitstrunken ■machten Edens Farben und iGe- •wachse die ersten Menschen und wollten ■ihnen die ׳Erkenntnis geben, wie das Schöne Vorstufe und 1Begleiterscheinumg des Guten ist. Das ganze Geheimnis der Aesthebiik, der!Zauber der ׳Linieuharmonie, wenn anders er durch die Sinne ■in die ■Seele dringt, die innigste Verbindung des Lebens in der Form mit sittlichem Streben, mit einem ■Worte, die!jüdische Aesthetiik, die ästhetische Kultur der Thora. Von alldem erzählten ׳einst jüdische Mütter ihren IKindern, wenn, sie sie zum. Schmuck .•der Hätte riefen. Schönheit im ׳Dienste der Miiawah, Schönheit in Farbe und Linie, ■das ׳ist die erste Rückkehr zum Eden, doppelt!ernst 1i׳n einer Zeit, in der ■iliniere!Unrast ׳der Seele auch die V׳er- 'Zerrung aller Harmonien schuf. Finster war das Ghetto, ach. so arm׳ an ästhetischen ׳Impulsen, aber;in de׳r Sulklkoh Schmuck, in der Vorfreude autf Freudeiischönheit ׳liebte sich vor dem Ewigen die innere ׳Sehnsucht des jüdischen!Herzens aus, zu ■eiimer• Zeit, da ׳draußen der Sonnenstrahl und dessen ׳Helle gemindert war. Und dabei sagte wohl!mancher ׳Vater seinem ׳Kinde: Das, was die Sukkoh /zur ׳Sukkolh ■macht, die Decke, die muß der Erde ׳entsprossen sein, so wie es der!Baum des Lebens tim Eden ■ist.!Aus der Erde gewachsen! In allem Werden und Vergehen ein!Bild der Ewigkeit, der Umsterib- Jiehkeit, das welterhaltendc Lied von Saat und Ernte, •von ׳der •ewig jungen Kraift ■der Erde׳. Und ׳der Vater sah seine Enkel und ׳die Kinder sahen!!ihre Ahnen. Mit Unrecht wirft man’den ׳jüdischen Mensciben vor, es fehle ihnen der rieh- ■tige .Zusammenhang mit der ׳Natur, ■denn ׳man zeige uns ׳irgend einen .begeisterten!Bergsteiger oder Seefahrer, dem die Natur so ׳das ׳Gehe 1mmis der!Ewigkeit offenbart, ׳der •im Welken nur die kommende Blüte erschaut und so den Tod ■überwindet. .Zwingern ׳wir die Erde in unsere Suikkoh und wir ׳halben das Eden wiedergewonnen׳; Aber wie? Wtenn, wie es das W!vrt besagt, wir die Sukkoh Jischmöh gestaltet haben'. Wenn in allen Träumen, •i׳u allem Singen׳,!in allen!Hoffnungen unser .Wille!zum Ausdruck :kommt. Wenn wir!die Erde und ■ihre Früchte in den ׳Bann der ■Miizwoh!zwingen. ,,Um einer Idee willen“ •und ' . ' ״׳״—׳— ־״־־־׳.. TER1VO A V .כשי (חחח השגחת הרב ח ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroelj Ueberall erhältlich1 ganz für diese!Idee, ungeteilte!Hingabe an das Wort der Thora, ■das uns auch bei der Sukkoh mit schöpferischer Tätigkeit begabt (״taase'h“)! Und wir, die Enkel Adams 11n׳d Evas, können durch die Filammenwelt der Wächter des Edens hindurch der Welt das Eden wiederbriugen. P.'K. jüdische Regiekunst. Wir leben in einer Zeit des Fortschrittes. Wer wollte das leugnen? Die Entwicklung der Technik grenzt ans Wunderbare. Die Verkehrsmittel Uberbrücken jede Entfernung; Auto und Flugzeug wetteifern im Schnelligkeitsrekord. Die Zauberkraft der Elektrizität vermittelt Wärme, Licht, Sang und Klang in Wort und Schrift, in Aetherwellen. Man spricht und hört alle Länder der Erde. Alles Weltgeschehen zeigt der Kinematograph in lebendiger, naturgetreuer Wieder- I gäbe. Wir beherrschen alle Elemente, 11m sie dienstbar zu machen zu Kraft und Stoff für industrielle Zwecke. Die Technik feiert Triumphe. Auf allen Gebieten täglich aufsehenerregende Erfindungen, neue Möglichkeiten, sensationelle Entdeckungen. Ungeahntes ist erreicht. Das Wunder ist eine Alltagserschcinung. Längst hat man sicli entwöhnt zu wundern oder zu bewundern. Die Technik hat das Antlitz der Erde verändert, die Geheimnisse der Natur ergründet, alle Quellen erschlossen, um neue Werte der Menschheit zu schenken. Wieviele Glücksmöglichkeiten schließt dies in sicli. Und dennoch, wie kalt, wie ■arm ist diese Welt, in der nur bestenfalls das Vergnügen, der Komfort, die Bequemlichkcit herrscht und, ach, so wenig Seelenfreude und Herzenslust. Die Bedürfnisse werden gesteigert, die An- Sprüche׳׳ans Dasein erhöht, ein Aufgebot von Kräften, ein Wirbel von Lustbarkeiten, ein Chaos von Trubel, eine Steigerung aller Teinpis und doch trotz Antrieb und Beschwingung ■aller Räder ein Leerlauf der Seele. ׳Welcher Aufwand von Leistungen, welche Fülle von Material und Ausstattung, wieviel Luxus und Pracht, und •die Summe alles dessen die traurige Erkenntnis: Die Technik hat die Seele erschlagen, die Maschine den Geist mechanisiert. Der moderne Mensch ist zu ■reich an Eindrücken, zu arm für Erlebnisse, zu reich für seelischen Aufschwung, zu arm an inneren Freuden. Die Jagd nach dem Glück irdischer Güter macht ihn weg- und lehensmüde, cmpfindaingslos und blasiert. Hast statt Rast, Eile statt Weile, Trubel ■ statt Jubel geben der Zeit ihr Gepräge.• Mit •dem Dichter der Deutschen möchte inan sagen: ״Das ist deine Welt! Ist das eine Welt?“ Welch wunderbare Effekte, welche Uns 1!nunen unerschöpflicher Glücksqueilen zaubert hingegen das überlieferte Judentum in die Seele des gläubigen Juden. Keiner ist zu ann, keiner zu reich, um sic aufzuschließen, diese Schatzkammern, die die Seele bereichern, das Herz erfreuen, den Geist wecken, das Gemüt erheben, unser Fühlen und Denken beseelen. Wie bescheiden und unscheinbar sind die erforderlirlien Requisiten. Zwei Kerzen, zwei Brote auf weißgedecktem Tisch, ein Becher Wein und dieser Zaubertrank wandelt das dürftige Zimmer zum glanzerfüllten Trauhimmel, in welchem die Sabbatbraut festlichen Einzug־ hält. Ein Gericht von Hülsenfrüchten in Sabbatfreude verzehrt, ersetzt das üppigste Hochzcitsmahl. Diese zu erkaufende Subbatstimmung macht Arme reich, gibt Rastlosen Ruhe, erhebt Gebeugte, bannt jede Sorge und läßt uns ahnen künftige Seligkeiten. Welche bescheidene Mittel erfordert der Höhepunkt jüdischer ־Festlichkeit, die Sederfeier. Einige Brote des Elends, einige Becher Rebensaft und ein paar Kräuter, und auch diese wenigen Behelfe genügen, um uns orientalische 'Prachtentfaltung vorzuzaubern, um uns zu fühlen als freie, aufrechte Menschen, frei aller Fesseln und doch gefesselt durch die Kunst des Vortrages, durch den Zauber des Gesanges. Neidlos und selbstbewußt laden wir jeden zu unserer durchgeistigten Tafel, den es hungert ... Und wieviele hungert es, die auch satt sind, nach Liebe und Brüderlichkeit, nach Erbauung und Erhebung, wie es sonst auch das reichste Gastmahl nicht zu bieten vermag. ״Die Zeit unserer Freude“ begnügt sicli mit noch bescheideneren Mitteln. Eine Hütte, aus vier einfachen Bretterwänden gezimmert, einige Zweige als undichte Bedachung und das Festzelt ist vollendet. Kein Palast mit reichster Baukunst, mit der bienelendsten Ausstattung und Einrichtung• kann diese Freude, die in dieser Hütte wohnt, bieten oder überbieten. Die Besserjmdbilliger kaufen Sie im Spezialhaus Kleider8amt, Köpervelvet, 70 cm, große Auswahl 7«'*^ Llndenersamt, 70 cm breit, für Kleider 11. Mäntel 11• Panne Velours, inprimö und glatt, Modefarben . 22- Grdpe Satin, gute Kleiderware Farbenauswahl . . . 13, Gr6pe Mongol,!a <*«״ ,»״״e״e Färb 15.50 .....״ MOiree, die Mode für den Herbst, alle Farben . . . . 20־ Ondaljn, Reinwolle, 130 cm . 11• Woli-Crßpe de Cliine, Modefarbe־15 ״ (MamOUSSa, 130cm, weiche, feine Kleiderware. . 17*^ Dnldner & Deutsch I Woche der Lichtwimder! Unser Auge ist an Lichteffekte gewöhnt. Flammende Lichtraketen machen die־Nacht zum Tage, lii Glühlampen werden Firmen und deren Erzeugד nisse in den buntesten Farben uns eingeprügt, ■wir gehen achtlos vorüber, ln Flammenschrift erscheinen Tagesneuigkeiten. Moderne Reklame bietet Lichtwunder auf Fassaden, ׳die unser Auge blendet. ,Wir merken es kaum! Docli unser Lichtwumder, das alle Zeiten überdauert, das uns von den Wundertaten unserer lichten Vorzeit erzühlt, begnügt sich mit einem glimmenden Oellichtlein, das wir im Laufe der Lichtwoche verachtfachen und aus ganzem Herzen, aus voller Seele preisen wir die Vor-• sehung für die Wunder, die schon fühlten unsere Väter zu ,jener Zeit bis zu unserer Zeit. Diese Lichteffekte,'die die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet, macht unsere Nationalheklen ‘unsterblich und dieser ganze Zauber stolzer Vergangenheit, froher Gegenwart und .hoffnungsfroher Zukunft offenbart sich in unseren anspruchslosen Chanukalichtleiu ... Zurück zur Natur! Dieses Schlagwort der jüngsten Zeit ist nicht •der Weg unserer natürlichen Veranlagung! Zurück, nein hinauf zur Höhe jüdischer Weltan- .schaumig, hinauf zur geistigen Hölle jüdischer Tradition, es ist der natürliche Weg unserer geistigen Erkenntnis, _ . O. N.; Bundeskanzler Schober über die Rechts* Sicherheit der Juden in Oesterreich; Auf eine ׳Anfrage ■des Vertreters ■der Jüdischen Telegraphen-Agenhir erklärte Bundeskanzler Schober: Die Judenheit in der ganzen Welt kann versichert sein, daß während meiner Kanzlerschaft und gewiß auch nachher in Oesterreich niemals eine Schmälerung der Rechte des jüdischen Volkes oder überhaupt eine Verletzung von Gesetz und Ordnung zum Nachteile der Juden möglich sein wird. _ Das Kriegerdenkmal für jüdische Sol־ daten auf dem Wiener Zentralfriedhof. In einer eindrucksvollen Feier fand Erew Jom־ Kippur auf der israelitischen Abteilung des Zentralfried־» hofes die Enthüllung des Denkmales statt, welches die israelitische Kultusgemeinde ihren im Weltkrieg gefallenen Angehörigen sowie den auf dem Wiener Friedhof bestat־ teten ■ russischen Kriegsgefangenen errichtet hat. In der Zeremonienhalle sind marmorne Gedenktafeln ange־ bracht, welche die Namen jener jüdischen Soldaten tra־ gen, die gefallen sind. Sie tragen 400 Namen mit der In־ II Was bietet die führende Weltfirma Othmar Schiff, Wien, l.v Kärntnerring Nr. 6 in DamenperUcken? I. Modernste und Individuelle Ausführung li. Tadellosen, mustergültigen Sitz III. Nur erste Qualität in Material und Arbeit zu mäßigen Preisen (gegenüber Bristol - Tel «MM Die Firma Othmar Schilf legt allerdem Hotel . U-4162״3־) größten Wert darauf, jede Kunde unter allen Umständen zufriedenzustellen * Setzen Sie sich daher, bevor Sie eine Perücke kaufen in Ihrem ureigensten Interesse mit der Firma Othmar Schiff in Verbindung! I#

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