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Jüdische Presse · 1929-09-27 · 40 (27.9.1929) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
40 (27.9.1929)
Date
1929-09-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 40 JÜDISCHE PRESSE Seite 5 tüligung im jüdischen Sinne* mir finden, wenn sie ihren Standpunkt einlialten und auch fortan die Brücke bilden zwischen den Erziehungsrichtu ngen der großen Siedlungen im Osten einerseits und den ringenden einzelnen im Westen anderseits. Sie werden von beiden lernen müssen, um ihren Eigenwert zu steigern, und sich zu Mittlerinnen jüdischen Erauenadels emporzuentwickeln, wie sie thoratreue jüdische Zukunft ohne Zweifel dringend benötigen wird. Das mochten die hunderte jüdischer Frauen und Mädchen, die im Royalsaal versammelt waren, wohl noch niemals so deutlich empfunden haben als in der Stunde, da sie enthusiasmiert den Gedanken der zündenden Rednerin Fräulein Dr. Judith Rosen bäum aus Frankfurt a. M. folgten. Präsidentin Frau Schienger vermochte eine tiefe Rührung nicht zu unterdrücken, als sie in ihrer Begrüßungsansprache sich einer jüngeren Frauengeneration gegenübersah, die es im Gegensatz zu den jüdischen Töchtern der jüngsten Vergangenheit grundsätzlich verabscheut, hinatiszuschielen aus dem Rahmen, den die Thora der jüdischen Tochter für Leben und Wirken gezogen hat, und pries sich glücklich, zum Aufblühen der wahren orthodoxen Frau auch selber noch beitragen zu können. Fräulein Rosenbaums Vortrag wirkte auf die ganze Zuhörerschatt wie der unwiderstehliche Ruf einer Prophetin. Satz an Satz, Gedanken an Gedanken reihten sich geschlossen wie die Ringe einer Kette, die die jüdische Frauenseele fest umklammert und sie — als gelte es für eine Ewigkeit — im Banne hält. Was sie lehrte und mit feuriger Glut vertrat, war das alte Judentum der Thora und der Mizwos und dennoch, in ihrem Zauber, in der Bündigkeit und Bestimmtheit ihrer überzeugenden und begeisternden Darlegungen erschien alles neu, als ob man sich erst jetzt zum ersten Male dessen bewußt werde, wie sehr die thoratreue jüdische Frau eine Schatzhüterin des Judentums sein müsse. Es herrschte lautlose Stille im Saale und es schien, als ob man mehrere hundert Herzen in einem Akkord pochen hörte, da die Rednerin von der heiligen Aufgabe der Frau im Judentum sprach und die Wege wies, auf denen die nächste Fraueugeneration für diese Aufgabe vorbereitet werden sollte. Frau Lazar Kohlmann sprach aus dem Herzen aller Anwesenden, als sie der Rednerin den Dank in beredten Worten zum Ausdruck brachte. Frau Rabbiner 11־ i r s c 111 e r uucl Frau Philipp Benedikt schlossen sich ihr an und konnten auch schon die Mitteilung machen,, daß in nächster Zeit in Bratislava ein Bes-Jakob-Kurs für schulentwachsene jüdische Mädchen eröffnet wird. So wirkt sich das Aufleben der orthodox-jüdischen Gesamtheit in der Welt der jüdischen Frau aus — wenn sie jüdisches Wollen begreift und es für sich zu deiiten weiß. ׳ [. J. B. Mom Tage. Jüdische Schulfragen — in Sachsen, Die _ ״Jüdische Presse“ hat des öfteren über den •'Kampf berichtet, den ■Rabbiner Dr. Goldmaji n in Leipzig gegen den sächsischen Staat zu führen gezwungen war. De!• ׳sächsische Staat glaubte mit den Rechten des iüdisehen ׳*Kindes auf. den iSabbath nicht rechnen.*zu ■müssen, ln dem Freistaat ■Sachsen ׳gab es weder eine Befreiung von Schulbesuch an jüdischen Feiertagen, noch eine Befrei,uns: ■von den Schularbeiten ■an Samstagen. Jene .iüdisehen Kinder in Sachsen, die nicht das Glück hatten, eine jüdische Schule besuchen zu können, waren dem Tyrann: Schuhrniformität ausgel'iefert. Rabb. Dr. *Goldmann hat ■gegen den Eingriff des ■Staates in das religiöse Leben des jüdischen Kindes einen energischen ■Kampf ■begonnen. Er selbst schickte!seine Kinder am Sabbat h n iaht in die Schule. Wegen des unbefugten Versäumnisses des Kindes wurde nun der Vater vor Gericht gestellt. Herr Rabbiner Gold mann verteidigte■ sich mannhaft: ■Als Iüdi scher ■Mensch könne er es nicht über sein Gewissen bringen, sein Kind am Sabbath in die Schule zu schicken. Obwohl die Svmpathie.des Richters auf Seite des ■Angeklagten war. ■sprach der Wortlaut des Gesetzes gegen ihn und er wurde verurteilt. Rabbiner Dr. GoMmann berief, er führte den ■Prozeß bis zur obersten Instanz. Obwohl er auch liier verlor, zeitigte der Prozeß doch Gutes. Der moralische Eindruck des Prozesses war so tief, daß der Unterrichtsminister nun •mittels Verordnung die Befreiung vom Schulbesuch an jüdischen Feiertagen und am ■Sabbath den jüdischen Schülern gewährt hat. Wie in den übrigen deut- ■sehen Ländern, dürfen! nunmehr auch in Sachsen jüdische Eitern an allen ■hohen ■jüdischen Feiertagen ihre Kinder zum Zwecke des Besuches des Gottesdienstes von der Schule zurückhalten. Auch aiji Sabbath ist ■unter gewissen Voraussetzüngen analog den Verhältnissen ■in Preußen die Befreiung gestattet, — Es wäre zu wünschen, daß nun endlich, auch die österreichische Judenhcit!sich ■des Sabbath annehmen würde. In Wien sind Volksschulen, die von mehr als 9Ü Prozent jüdischen :Kindern besucht ־werden. Alle diese Kinder müssen Samstag in die Schule. 111 Oesterreich wird wohl Befreiung von den sabbathentweihenden Schularbeiten gewährt, aber es ist notorisch, daß der Schulbesuch an ■und für sich ■die Sabbathstimmung des Kindes raubt, es vom ׳Eiternhaus entfremdet und allmählich das Kind zwingt, den■ Sabbath preiszugeben. Wir sind sicher, daß ein energischer ■u n d zielbewußter Kampf der Midi sehen *Elterns c 11׳ a f t f ti r die B e f r e Lu 11 *g des i ii d i s c h e n Kindes vom S ■a b b a t ■h s c h u 1 b e s 11 c!1 auch i 11 Oesterreich möglich wäre. Kräftiger Ausbau der Wiener Talmud-Thora-Schule. Im Zuge der Entwicklung, in der die Wiener Talmud- Thora-Schule in den jüngsten Jahren begriffen ist. konnten mit dem gegenwärtigen Schu'liahre neue Erfolge erzielt werden. Nebst der v i e r k 1 a s s i g e n K 11 a ■b e n volksschule wind ■jetzt vollkommen selbständig eine vierklaslSige M ä d c h e n Volksschule geführt. Da im alten Schulhause keine *genügenden Räumlichkeiten vorhanden sind und das neu erworbene Haus für Schulzwecke noch nicht umgestaltet werden konnte, mußte mit ■Mieträumlichkeiten, die teilweise in der Unteren Aueartenstraße. teilweise in der Nestroygasse gefunden wurden, das Auslangen *gefunden werden. Auch •im Lehrkörper sind wesentliehe lAenderungen vor sich gegangen. Oberlehrer K 0 h 11, 'der 33 Jahre hindurch an der Spitze der Schule stand, unterrichtet in diesem Jahre nicht ■mehr. Statt seiner fungiert ■Herr Lehrer Friedländer provisorisch als■ Oberlehrer. Den K'lassenunterricht versehen: An der K n a b e■11 volksschule Ludwig Tauber (I. Kl.). Jakob!Ei seuiberg <11. Kl.). Dr.. Michael Tennenhaus!Oll. 1K1.) *und Joel Low (IV. Kl.). An d*er Mädchen Volksschule: Grete Schnitzler (I. Kl.). Rosa Büclrl er (/fl. Kl.). Rosa Salz mann (III. Kl.) und Ilse W e i ß (IV. ■Kl.). Die vier- Massige Knaben 11 a 11* p t s c 11 u 1 e steht unter Leitung des Dir. Emanuei Ungar. Den Religionsunterricht erteilt Rabb. S. N e u w i r t h. Die S c 11 ii l e r a׳ u s s ס e i s u 11 g. die für 100 äußerst bedürftige־ Kinder berechnet ist und deren Kosten teilweise durch die Altmannsche Stiftung und teilweise durch die Eingänge des auf Rosch-Haschano versandten Luachs der Talmud-Thora gedeckt werden, wird nach den Feiertagen eröffnet. Aufruf. Der Verein ״Tomech Ewjonim“ zur unentgeltlichen Ausspeisung und Unterstützung: armer Glaubensgenossen in Wien, ein alter Helfer in der Not, der seit 38 Jahren den vielen Anforderungen, die täglich von den Aermsten der Armen an ihn gestellt werden, stets nachgekommen ist, befindet sich selbst der Hilfe bedürftig. Wo es galt, mit Geldunterstiitzung drückende Armut zu lindern, Kranke zu kräftigen, Tränen zu trocknen, insbesondere verschämten Armen — die selbst dem wachsamsten Auge der öffentlichen Wohltätigkeit sonst entgehen würden — hilfreich beizustehen, überall greift Tomech Ewjonim mit Erfolg ein, so daß er in diesen Kreisen als ״Rettungsgesellschaft“ bezeichnet wird. Wir bitten daher die geschätzten Glaubensbriider den Verein Tomech Ewjonim — der auf ein segensreiches Wirken seines 38jährigen Bestandes mit Stolz zurückblicken kann — auch fernerhin zu fördern. Wollen Sie daher am Rosch Huschono beim Aufruf zur Thora seiner gedenken, so auch während des Jahres aus freudigen Anlässen seiner wohlwollend sich erinnern. Allen Mitgliedern, Gönnern und Förderern des Vereines entbieten auf diesem Wege כתיבה וחתימה טובה für den Vorstand des Vereines Sigmund Figdor, Obmann; Sandor Adler, Obmannstellvertreter; Geza Braun, Kassier. 101 Nachrichten־ Festgottesdienst. Anläßlich der Wiederkehr des Kinweilningstages des Pazmanitentempels, findet Freitag, den 27. September, um halb 6 Uhr abends, ein Festgottesdienst statt und wird Sr. Ehnv. Herr Oberrabbiner Dr. Heinrich Hillel Weiß aus Wiener-Neustadt die Festpredigt halten. Die ordentliche Generalversammlung des I-Iumanit. Vereines ״Tiferes Bachurim“, Wien, IE, Nestroygasse 11, findet Sonntag־, den 29. September 1929, halb 11 Uhr vormittags, im Belli Hamidrasch, IE, Große Schiffgasse 8, I. Stock, statt. ■ Eine dramatische Szene vor dein Jerusalemer Gerieht. (J. T. A.) Vor dem Jerusalemer Gericht spielte sich jüngst eine dramatische Szene ab, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Der jüdische Polizei- Unteroffizier Schneirson hatte ■während der Unruhen gegen einen Araber die Anzeige erstattet, daß dieser die Waffe gegen ihn erhoben hatte und ihn erschießen wollte. Der zuständige Polizeioffizier weigerte sieh, seine Anzeige zu Protokoll zu nehmen. Schneirson erstattete nichtsdestoweniger Anzeige vor Gericht, das ein Verfahren ciuleitete. Richter Kermack, der die .Verhandlung leitete, wollte die Darlegungen Schneirsons nicht anhören und schien dem angeklagten Araber Glauben schenken zu wollen. Darauf zog Schneirson erregt seinen ßcamtenrock aus mul rief, es sei unter den!jetzigen Verhültnisseu unmöglich, einen Polizeidienst auszuiiben. Die Geste Schneirsons hatte zur Folge, daß der Richter sich eingehender mit dem Anklagematerial befaßte und schließlich den angeklagten Araber zu einem Jahr Gefängnis verurteilte. Aber auch der jüdische Polizeibeamte Schneirson wurde wegen der von ihm hervorgerufenen Szene in .Haft genommen. Louis Marshall gestorben. Louis Marshall ist am Mittwoch, den 11. September in Zürich, wo er in den letzten Wochen zweimal operiert "wurde, sanft verschieden. Louis Marshall wurde am 14. Dezember 1856 in Syracuse in den Vereinigten. Staaten ־ geboren. Er wurde einer der angesehensten Juristen auf dem Gebiete des amerikanischen Verfassungsrechtes und fungierte als Rechtskonsulent der Bundesregierung• in ihren Prozessen gegen die Trusts. In dieser Tätigkeit wurde er eine der populärsten Figuren in den Vereinigten Staaten. 1890, 1894 und 1915 war er Mitglied der gesetzgebenden Versammlungen des Staates New York und der . erste Jude, der dreimal in diese Körperschaft gewählt wurde. Vom Gouverneur Hughes wurde er zum Vorsitzenden der Einwanderungskommission des Staates New York ernannt. Er war auch Mitglied des Kuratoriums der Universität in Syracuse, Präsident der staatlichen Forsthochsehule in New York und Vorsitzender des Komitees der Anwaltskammern zur Verbesserung der Gesetze. Seine überragende Bedeutung־ gewann Marshall durch seine sehr große und sehr mannigfaltige Wirksamkeit im jüdischen öffentlichen Leben. Im Jahre 1906 gründete er das American Jewisli Committee, das er bis zu seinem Tode geleitet hat. Als Präsident dieses Komitees trat er überall auf den Plan, wo Ehre, Rechte und Interessen nicht allein amerikanischer Juden, sondern der Juden in der ganzen Welt angetastet wurden. Er war es auch, der die Annahme der Resolution über die Kündigung des amerikanisch-russischen Handelsvertrages von 1832 durch den Kongreß der Vereinigten Staaten durchsetzte und es erwirkte, daß dieser Kündigung der Charakter eines Protestes des amerikanischen Volkes gegen die grausame Judenpolitik der Zarenregierung verliehen worden war. Louis Marshall war Präsident des Tempels Emanuel in New York, also seiner religiösen Richtung nach Reformjude. Dennoch leitete er die Geldsammlung für das konservative Schechtersche Rabbinerseminar, in dessen Leitung er saß, und förderte auch die Be- Strebungen der Orthodoxie. Als Präsident des American Jewish Committee nahm er auch an der Leitung des American Joint Distribution Committee teil. Er war Präsident des American, Jewish Relief Committee, welches gemeinschaftlich mit anderen Organisationen innerhalb des Joint Distribution Committee 65 Millionen Dollar für die durch den Krieg in Not geratenen Juden in Europa und Palästina aufgebracht hat. Das Testament eines indisch-jüdischen Millionärs. (JTA.) Sir Sassoon Jacob David, ein reicher jüdischer Kaufmann aus Bombay, der vor einigen Tagen verstorben ist, hat seinem Sohn Sir Percival Victor David Esset nur FJ,KA-Rrnt aus der unter Aufsicht der Adas Jisroel stehenden DAMPFBKCKEREI LEDERER &KOHN Betrieb: Wien II, Hollandstraße 7 Telephon R-47-4-95 Verkaufslokal: II, Große Schiffgasse 16 Telephon A-41-7-4# Markus Bentfeld I., Schoftenring 35 (Ecke Kai) Atelier für erstklassiges Haarschneiden, Bartstutzen und Aurumleren. Spezialist im Schneiden von Bubiköpfen für Damen u. Kinder ein Vermögen von 24 Millionen Ruppien (zwei Millionen Pfund)!unterlassen, mit der Bedingung,' daß er den jüdischen Glauben nicht verläßt und auch seine Kinder im Geiste des Judentums erzieht. Ein Passus im Testament lautet: ״Halte fest an unserem jüdischen Glauben und halte die Gebote der Thora! Hilf denen, die in Not sind! Erziehe Deine Kinder im Geiste unserer Religion!“ Der Verstorbene hat größere Legate für die jüdische Gemeinde in Bombay und für soziale Zwecke hinterlassen. Ein Massenmeeting in den Sophiensälen׳ Samstag abends fand im großen Saale der Sophiensäle ein Jugendmeeting statt, welches von über 2000 Personen besucht war. Es sprachen eine ganze Reihe von Rednern aus den verschiedenen Ländern, insbesondere über die Fragen, die die Jugend interessieren. Hieher gehören die sozialen Probleme in Polen und die Jewish Agency. Ueber letzteren Punkt referierte Harry Goodman, London, als er sagte, daß wir in Glaubcnssachen kein Kompromiß kennen, und daß Erez Jisroel für uns Sache des Glaubens und des Höffens ist, daß wir in eine Jewish Agency, die nur auf Basis von einem für uns untragbaren Kompromiß möglich war, nicht eintreten können, folgte lang andauernder, stürmischer Beifall. Unter anderem sprach ferner Rabbiner Mosche Blau, Jerusalem, und appellierte an die Jugend, gerade in den jetzigen schweren Tagen Erez Jisroel nicht im Stiche zu lassen. Ue.bcr die sozialen Probleme in Polen sprach A. S. F r i e d m a n n, W a i'sc h a u. ״Tag der KolUektivisation“ am Jom Kippur. (J. T. A.) Die Regierung der Sowjetunion hat den 14. Oktober als ״Tag der Kollektivisation“ proklamiert; an diesem Tage sollen alle Bauern der Sowjetunion zum Besten der Kollektivierung der Landwirtschaft in Sowjetrußland arbeiten, d. h. den Ertrag dieses Arbeits־־ tages einem Fonds für Kollektivierung zuführen. Da der 14. Oktober auf den jüdischen Versöhnungstag (Jom Kip« pur) fällt, sind die jüdischen Kolonisten in eine große Verlegenheit geraten. Sie fürchten, daß die jüdischen Kom« munisten mit allen Mitteln versuchen werden, die Arbeit auf den Feldern der jüdischn Kolonien zu erzwingen, da« mit die Solidarität mit dem allgemeinen Bauerntum ge« wahrt wird. — Die Kampagne der jüdischen Kommunisten gegen die hohen jüdischen Feiertage hat sich in den letzten Tagen verschärft. Ueberall wird die Forderung nach Wegnahme jüdischer Bethäuser für Arbeiterklubs er« hoben. Die frommen Juden errichten in der Nahe der Synagogen große Holzbaracken, um für den Fall der Beschlagnahme der Synagogen über eine An« dachtsstätte zu verfügen. Die Höhe der jüdischen Schäden in Palästina. (J. T. A.) Die Ansprüche, die die Jeschiwah von Hebron als Ersatz der Schäden an Leben und Eigentum der Jeschnvah-Angehörigen erhebt, betreffen eine Summe von 60.300 Pfund; darin sind als Schadenersatz für die Angehörigen jedes der Getöteten 2000 Pfund enthalten, mit Ausnahme der getöteten amerikanischen und litauischen Staatsbürger, deren Angehörige durch ihre Staaten individuelle Ansprüche erheben. Der Schadenersatz, der von geschädigten Juden in Haifa insgesamt beansprucht wird, beläuft sich auf rund 50.000 Pfund. Das Komitee der Geschädigten der Kolonie Art uff überreichte dem Oberkommissar Sir John Chancellor ein Memorandum, in welchem die einzelnen Schäden genau verzeichnet und die Gesamtsumme des beanspruchten Schadenersatzes genannt wird. Die Kolonie fordert von der Regierung Möglichkeit des Wiederaufbaues und Sicherheit für die Zukunft. Laut dem in Palästina früher zur Anwendung gebrachten ottomanischen Relegions- und Zivilrecht hätte man für einen Getöteten 250 Pfund und für den Verlust eines Gliedes einen vom Gericht zu ermessenden Betrag bis zur Maximalhöhe von 250 Pfund zu beanspruchen. Es hat den Anschein, daß sich die Rechtssachverständigen der Regierung auf dieses Gesetz noch stützen wollen, obwohl für dasselbe keine Grund- Inge mehr besteht. Tschechoslowakei. Aguda-Vortirag in Bratislava. Letzten שבת weilte Herr Mosche Glückmann- Porusch aus Jerusalem in Bratislava und hielt im dichtbesetzten Vortragssaal dev Aguda-Jugendgruppe einen Vortrag über das Thema ״D i e 1 c t z t c n E 1• e i guisse in Erez Jisroel und die Zukunft des orthodoxen Judentum s“. Redner erzählte die traurigen Ereignisse in chronologischer Folge und aus seinen Worten klang der ganze Schrecken des Selbsterlebten heraus. Das orthodoxe Judentum der ganzen Welt müsse sich endlich auf sich selbst besinnen und der Orthodoxie in Erez Jisroel beistehen, damit sie sich unter *dem starken Druck der Widersacher in ihrer Selbständigkeit behaupten kann. Wer ein wirkliches Erez Jisroel behaupten wolle, müsse sich vor allem der orthodoxen Jugenderziehung annehmen, die orthodox bleiben könne, nur wenn ihre Unabhängigkeit von allen Gegenströmungen gewahrt ist. Seine Ausführungen fanden reichen Beifall. Auf allgemeinen Wunsch richtete darauf Herr Jakob Joel Braun einen Appell an die Versammelten, die Lehren der eben beendeten zweiten Kenessio und der Vorgänge in Erez Jisroel zu beherzigen. Generalversammlung der Jessode Hathora in Brati« slava. Sontag, den 17. Elut hielt der Verein Jessode Hathora in Bratislava, der Erhalter der berühmten gleich« namigen Schule, seine ordentliche Generalversammlung ab. Die Mitglieder waren sehr zahlreich erschienen. Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden Herrn Moses Gelber warm begrüßt und von Herrn Moriz K o h n mit einer schönen Rede eröffnet, in der er die Grund« sätze erläuterte, nach denen die Schule geleitet wird. Mit warmen Worten gedachte er des im Berichtsjahre heim« gegangenen Altlehrers ׳ der Anstalt Rabbi Elieser Katz זצ״ל und dankte den gegenwärtigen Lehrern der Schule für ihre mühevolle und aufopfernde Arbeit im Dienste des ליסוד התוה״ק sowie allen denen, die zur finanziel־■ len Erhaltung der Schule beitrugen. Der zweite Vor*

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