Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 38 (13.9.1929)
- Date
- 1929-09-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE Nr. 38 Seite 7 Das Schulwerk der Jesod Hathora der Adas Jisroel Von Rabbiner S. Neuwirth, Direktor der ״Jessod Hathora“. (Aus dem Luach 5690.) Seit vielen Jahrzehnten besteht in Wien ein Institut, die von der ..Adas Jisroel“ ins Leben gerufene יסודי התירה Was für Wien eine Sehule bedeutet, die im echt« jüdischen Heist ständig 400 Schüler und Schülerinnen in unserem heiligen Schrifttum unterrichtet, kann nur der er* messen, der versteht, daß man ein wirklich wissender und frommer Jude nur dann sein kann, wenn man Kenntnis jjcr ף^ךףךן wc״״ man von frühester Jugend an jüdisch־־ religiösen Cleist kennen zu lernen Gelegenheit hat. Der Schulverein ״Jessod Hathora“ erhält derzeit: 1. Einen Kindergarten in zwei Abteilungen mit *Aus* speisung. In dieser Abteilung nehmen die Kinder mit Leichtigkeit jüdische Gesinnung und jüdische Lehre an. 2. Eine Knabenreligionssehule יסודי התורה in neun Abteilungen. In den unteren Klassen lernen die Schüler הומש תפלד und דינים In den oberen Klassen wird tüchtig נס״א gelernt, während in den obersten Abteilungen für den besuch einer ישיבה gewissenhaft vorbereitet wird. 3. Eipe Mädchcnreligionsschule in acht .Abteilungen, wo den Schülerinnen ,חומש, תפלה, דינים. תחלים, נביאים דקדןק und die Geschichte unseres Volkes gelehrt wird. Lieber das Thauroh־Lcrnen der weiblichen Jugend hören wir oft Kritiken: Unsere Mütter haben auch nichts gelernt und waren dennoch Muster jüdischer Frauen. Unsere Mütter schöpften echt jüdischen Geist im jüdi־ sehen Hause. Das Beispiel ihrer Mütter war die beste, ein־ dringlichste Lehre über jüdisches Wesen, jüdische Frömmigkeit und Wohltätigkeit. In unserer hastenden Zeit, wo der Kampf ums Dasein so schwer ist, ist das Haus nicht mehr genügend und muß jüdischer Geist und jüdisches Wissen in unserer Mädchcnreligionsschule erlernt und dort zu eigen gemacht werden. Wenn wir außer den glänzenden Lehr־ und' Er־ ziehungscrfolgcn erwähnen, daß wir im selben Maße wie für den Geist, auch für die Gesunderhaltung des Körpers sorgen, so glauben wir auf die Mithilfe aller Freunde des ererbten Judentums zur Erhaltung dieses großen Werkes Anspruch erheben zu dürfen. Erhalten doch die Kinder in unserem Kindergarten eine ausreichende, gute, schmackhafte Verköstigung. Mit Freuden konnten wir bei diesen Kleinen eine bedeutende Gewichtszunahme fest־ stellen, die in diesen! Alter sicherlich nicht zu gering ein־ geschätzt werden darf. Eine große Anzahl von Schülern werden mit Winterkleidern versehen. Ein tüchtiger Kinder־ arzt überwacht das körperliche Wohl und das Gedeihen der Kleinen. Daß viele arme Schüler mit תפלין und ציצית ספלי□ versorgt werden, ist selbstredend. Welch riesiger Anstrengung es bedarf, um das Jahresbudget von ■ vielen Zehntausenden Schilling aufzu* bringen, läßt sich kaum beschreiben. Wir hoffen, daß alle, die an dieser wichtigsten Wiener Institution zur Erhaltung des echten, überlieferten Judentums Interesse haben, die ״.Tessod Hathora“ durch eigene Leistungen fördern und durch Anwerbung von Mitgliedern und Gönnern stutzen werden. Denn diese Anstalt, die einen hingebungsvollen Lehrkörper besitzt und die bei den Inspektionen durch Se. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Fürst und den Schulbehörden stets Anerkennung gefunden, bedarf dringend der mate־ ricllcn Förderung, damit wir unser Werk erhalten und erweitern können. Im Kindergarten beim fröhlichen Spiel. 1yrj'iV:’ ,.:F; ■7 « ✓■ל PIP pSfe י&ג׳מ-ו c .wCiif** ‘mäi! Bei einer schweren Gemorohstelle. (links) iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiMim Unterricht in der Mädchen־ religionsschule. ■rechts) > stsüfpl PSSI@i! die Kriegsschiffe, ׳die vor Haifa und Jaffa liegen, weiter dort zu belassen, bis auf das FI11gzeugm11׳t׳tersc:hi׳ff ״C011rage ons", das nach Malta zuriiekheordert wurde. Aus IJok wird ausgeschrieben: Der serbische König hat anläßlich der Geburt seines jüngsten■ Schnes mehrere Auszeichnungen verliehen!. So wurde in! lick der Grafik aufnumn Saurier Stern mit dem Svetri-Save-Orden dekoriert. Die Einschreibungen in di׳e T׳a!mud-T1hora, UL. Endbergstraße 15, finden jeden Montag von halb 7 bis 7 U׳hr hu Yereiusfoikale .statt. AV.׳i e 11, Dienstag den 10. September ה׳ אל1ל wurde im ,ö et ha,11 sc ,Marpe fLaneiPesc'h die Jahrzcit Ihres ■Ra.bbiners הצדיק ח נחמי׳ פריעדמאן זצ״ל gefeiert. Am Abend vorher hielt im ב״הכ״נ Herr Ob errat: bin er• Unsdodfer aus Losonz נ״י!vor einer ׳zahlreich erschienenen Versammlung einen wohldurcbdacihten הספר alb. Unter den Gästen! sah man d;ie IHierren!!Raibbitier Schill aus ßösihig, Siche irk, El es eh, wie Vertreter sä/mtficher orth.!B et Häuser in Wien. Nach dem Mamv^Gebet fand eine □סיו Feier ■statt, bei welcher Herr Rabbiner Da.viid Fi r i •e d m ai 11 u נ״י einen warnten! .Nachruf nach seinem •Vater hielt. Nachher s!prae.hen Herr 'Ein. H'ö n ig sb e e!r als Obmann des■ Matte nsdorier Vereines, ferner (die■ Herren■ Raibbitier Schenk und Fl c sch, sowie ein Sohn und ׳Schwiegersohn des Verewigten.!Dienstag früh fuhren in langen 'YVagenreihen, mit den! Vorstand des. Vereines an der Spitze, die Mitglieder ■des Vereines Marpe Lanefesch z׳um □ביח החיי »wo die מצבה genau nach der צוואה des נפטר a tilgest eilt wurde. Herr Direktor F r 1 e dem. a׳t1n aus ׳Baden hielt׳ daselbst eine ergreifende ■Rade, sowie au oh diie .Herren Rabbiner Erbe dm am n, Tauber. Herr Oberrabbiuer U 11׳• s!d o r if e r aus Losonz schilderte dann das צדקית des Verstorbenen!. •Mit einem אמ״ר schloß diese denkwürdige Feier. תנצב״ה Die V. I. A. Wien ladet alle Bimdesbrüder, die au- ,läßlich ׳der כ״ג in Wien weilen,!zu einer gemütlichen ,שליש סעודות Zusammenkunft henzliehst ein, welche Samstag den 14. d. M. um halb 4 Uihr tim Vereiinslcikal (II., l!tn Werd •15, mensa acacf. iud. rit1.) •stattifmdet.. Kundgebungen der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde anläßlich der Ereignisse in Palästina. Mittwoch den 4. September um 8 Uihr abends fand unter dem Vorsitze ■des• Präsidenten ■der lsraeliitslahen Kultusgemeinde im Großen Sofiensaale eine Masseuver- Sammlung der Gemeiivdeangehörigeii ohne (Rücksicht auf ihre religiöse und politische Richtung statt. ■Oberhalb der Estrade, auf welcher der Gesamt/vorstand der Israelir׳sehen Kulttisgemeinde platzgetiommeii hatte, war das Gemälde Karl Schneiders ״Vor der Kliagemauer“ angebracht. Es stellt den westlichen Teil der Klagemauer dar und die Szene, wie ein Barmizwahknabe von!seinem Großvater zur Mauer geführt und ihm deren Bedeutung erklärt wird. Präsident Prof. l)r. Pick eröffnete die Versammh!ng. Gesprochen haben Vizepräsident Dr. Ornstein '•~1t1lu1M,w,1n>1|M mmam-!ך. ... n 1 ר nr—»_—_! AGUDISTEN! Abonnieret die - _״JÜDISCHE PRESSE“! und Vizepräsident Dr. L ö w e n!11 e r z. Beide Reden wurden mit großer Aufmerksamkeit angehört. An! Schlüsse der imposanten Kundgebung wurde folgende Resolution angenommen : ״!Die!am 4.!September 1929 in ■d.eu Sofien sälen ■irr Wien tagende, vom׳ ,Vorstände d'er israieli't'ise'hen ׳Kultusgemeinde Unberufene Versammlung jiid!selber Männer und Frauen gibt ihrer tiefsten! Entrüstung über die .ire׳v!tcrische Verniicihtuitig!jüdischen. Lebens und jüdischen Eigentums in! Palästina Ausdruck.!Sie beklagt in teilnahmsvoller Trauer den Tod: dier vielen, jüdischen ■Brüder und Sch wiest er 11. welche als Märtyrer erbittertem! Hasse und blindwütigiem Fanatismus zum01 ׳pf׳cr gefallen sind, versichert ■den im ׳Kampfe stehend,eti JiLchuiws in tErez Israel in )Bewunderung fiir seine mutige Abwelur seiner׳ innigsten Sympathien ■und ent-;bietet den jüdischen!Einwohnern!Palästinas ihre •briider- •liehen!Grüße.!Die Versammlung ׳spricht dii'e sichere Erwartung aus, daß das durch alte Uebttng geheiligte Recht jüdischer lAndachtsverrich'tiing au der ,KLagemauer in vollem Umfange hergelfellt »und daß in Zukunft' dem׳ friedlichen jüdisehen Schaffen in 1Palästina voller und .ausreichender Schitiliz zuteil werden ■wird.“ Amtliche Verlautbarungen der israelit. Kultusgemeinde Wien• Zentralliilfskomifee fiir die Opfer der Ereignisse in Palästina, Wien, I., Seitenstettengasse 4. Schmerzerf iillt vernimmt die gesittete Welt täglich aufs neue ■die Nachrichten über jene schrecklichen Ereignisse, die über das Land hereingebroeben sind, das uns Juden durch Geschichte und Tradition geheiligt und bestimmt ist, die nationale Heimstätte der Juden zu sein. Mord und Plüiidcruiig, Tücken und Grausamkeiten haben in Palästina gewiitet, das Leben vieler Briider und Schwestern vernichtet, und haben zerstört, was höchster idealer Sinn und unermiidlioher Fleiß auf gebaut hatten. Nun gilt es, den Opfern der blindwütigen Verfolgung Hilfe zu leisten und die Mittel herbeizuschaffeii, tun die Not der Hungernden und Leidenden zu lindern, die Tränen der Witwen und Waisen trocknen zu helfen! In der Hilfeleis tu Hg für Arme und Bedrückte hat sich seit jeher die jüdische Solidarität bekundet. Nicht religiöse oder politische Einstellung trennt uns und darf uns trennen, wenn es gilt, ftreng rit. Pension für I2׳jährigen Knaben, IIV. oder ■VII!I.!Bezirk, ge- ,sucht gegen gute Bezahlung. Zuschriften unter ״Streng rituell“ an die Wiener Administration. SCHUHHAUS ABRAHAM0V1CZ II., Taborstraße 32 Telephon A-416-58־ die besten Schuhe neuester Kreationen zu billigen Preisen Kongreßteilnehmer erhalten Rabatt jenen zu helfen, die wegen ihrer Zugehörigkeit zur jüdisehen Gemeinschaft Schmerz lind Leid erdulden müssen. Bedeutende Mittel werden in aller Welt aufgebracht werden müssen, um den Witwen und Waisen, den Verwundeten 'und Erkrankten Hilfe bringen zu können. So haben sich nun unter der Acgide der Israelitischen Kultusgemeinde Wien alle großen Wiener jüdischen Körperschaften zur Vermeidung schädigender ■ Zersplitterungen zu einem Zentralhilfskomitee für die Opfer ■der Ereignisse in Palästina zusammengeschlossen. Die Wiener Judenschaft wird sicherlich in gewohnt opferwilliger Weise auch diesmal ihre Pflicht erfüllen. ln dieser Ueberzeugung richten wir an alle Angehörigen unserer Gemeinde die dringende Bitte: Möge ein jeder rasch und nach seinen Kräften dem Hilfswerk für die Opfer der Ereignisse in Palästina eine Spende zuwenden. Die Einzahlung von Spenden wolle an der Hauptkassa der israelitischen Kultusgemeinde Wien, 1״ Seitenstettengasse 4, vorgenommen werden und kann auch i׳m Wege der Postsparkassa (Konto Nr. 132.254) erfolgen. Das Zentralhilfskomitee bittet, Spendemzeichniwigen auf Sammelbogen nur dann vorzunehmen, wenn die Sammelbogen vom Zentralhilfskomitee amtlich beglaubigt sind, Wien, am 6. September 1929. Das Zentralhilfskomitee fiir die Opfer der Ereignisse ׳in Palästina. Leopold Löwy Wien Malvine Weisz Sauerbrunn Verlobte Statt Karten *0 $ Herr und Frau ,ב״ך Herr und Frau ja | Abraham Kohn Jakob L. Hirschler § % beehren sich, alle Verwandten und Bakannten zu der $ am Sonntag,— 15— למז״ט אי״ף, ו' אלול• September 3Uhr V nachmittags im Tempel II., Große Schiftgasse 8, (Schiff- מ schul) stattfindenden Trauung ihrer Kinder $ I llonka und Josef f # höflichst einzuladen. , $ J? Wien II, Herminengasse G חרפ״ט Wien II. Seltene Gelegenheit Heirat Tüchtiger, gutsituierter junger Kaufmann — geschäfts# führender Kompagnon einer altrenommierten, seit Jahr־ zehnten bestens eingeführten protokollierten Engrosfirma mit großen! treuen Kundenstock —, nicht alltäglicher ח״ח וי״ש (ehemaliger Jeschiwabochur), äußerst intelligent, vornehmer Charakter, aus streng orth. Familie, sucht passenden שידוך. Gefl. Anträge, denen strengste Diskre־ tion zugesichert wird, unter Chiffre ״Siwug hogun“ an die österr. Anz.־Ges., 1., Brandstätte 8.