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Jüdische Presse · 1929-08-23 · 34 (23.8.1929) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
34 (23.8.1929)
Date
1929-08-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Novfaov* v£plata6 povolenfi riadlt post a telegrftfov ף BrttlsUve «s. 41B72-HI-2#. Zeitungen vom Verleger verssadet. Journal expädi• par Feilt•« r, f.k.fc JVIBCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS äsdaktton n. Admlnlitration! Wien, II.,Leopoldsgalte S6. 1. Stiege, 1. Stock. — Tel.R 45-4-94. scbecbosiowakel! Bratislava, Postfach 140. ׳kscbeiui jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abonnementspreise 1 Ganzjährig! Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K.?0, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 8 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse", Wien für Oesterreich: Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland: Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: .Jüdische Presse“, Biatlslava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Np. 34 Wien-Bratislava, 23. August 1929 ,3*ד. וינה־פרעסבורג י״ז אב תיפ״ט 15a Jahrg« כנסיה ־רד־ודח Idaguvas-jisroei!•UJI£W.<0.•». SEPTEIHBIB Knessioh Gedauloh und die Jugend. Vier Wochen trennen uns noch von dem großen Tag, an welchem die Größten Jisroels, umgeben von den Delegierten der vereinten Weltorthodoxie zu sehr ernster Arbeit in Wien zusammentreten werden. Diese Knessioh Gedauloh, welche zugleich eine ״KnesSiath Hagedaulim“ ist, versetzt uns schon jetzt durch den Gedanken an das dort versammelte Thaurowissen in ehrfurchterfüllende Erregung. Als im Jahre 1923 die erste Knessioh Gedauloh geschlossen wurde, empfand die zur Thaurohfahne stehende jüdische Masse, daß durch vereintes Sorgen die Mittel gefunden waren, durch welche der Thaurogeist in Jisroei' neu belebt werden soll. Sechs Jahre harter Arbeit sind seither verstrichen und mit berechtigter Genugtuung darf Agudas Jisroei auf die erreichten Erfolge bei der Wiedereroberung des der Thauro in Jisroei gebührenden ersten Platzes blicken. Die großzügigen Jeschiwah* aktionen, der Keren Hathora, Neugründungen von Tal־־ mud*Thora*SchuIen und Jeschiwaus in den verschiedenen Ländern, die Agudohschulen in Erez Jisroei und das gc* waltige Bes*Jakob*Werk in Polen, sind beredte Zeugnisse des Thaurogeistes, der von der ersten Knessioh Gedauloh ausgegangen ist. Nicht soll gesagt sein, daß wir uns mit dem Erreichten zufrieden geben dürfen. Es wird eine der ersten Aufgaben sein, das begonnene Werk weiter auszu* bauen. Der zweiten K. G. harrt eine Reihe der bedeu* tendsten Probleme, deren Entscheidung zum Teil dem großen Rabbinischen Rat, zum Teil der K. G. selber ob * ließt• Zwei Tage vor der K. G. beginnt in Wien die Weltjugendtagung der A. J., zu welcher alle Jugendorga־־ nisationen ihre Delegierten entsenden. Von berufener Seite wurde gegen die Weltjugendtagung Bedenken ge* äußert mit der Begründung, daß die Jugend dann ihre Kräfte nicht ganz der K. G. widmen könnte. Wenn wir diese Befürchtung auch nicht teilen, so waren wir der Auffassung, daß, selbst auf diese Gefahr hin, der Jugend Gelegenheit gegeben werden müsse, zu den Problemen der K. G. Stellung zu nehmen und ihr damit die Ver* antwortung vor Augen zu führen, die sie trägt für Sein oder Nichtsein der vereinten thoratreuen Orthodoxie. Es ist kein Geheimnis mehr, daß in den letzten Jahren auch in den Reihen der älteren Führer die Auffassung mehr und mehr-Platz gegriffen hat, daß die Leitung durch neue junge Kräfte ergänzt werden soll. Deshalb sind wir der Auffassung, daß die Jugend der Weltagudoh sich an ihrer Welttagung in Wien sammeln soll, nicht um eine Tagung zu erleben, an der glänzende Referate, Geschäfts* Ordnungsdebatten, nicht fruchtbringende Diskussionen ge* halten werden und einem jeden auf der Tribüne applau* diert wird. Wir rufen der Agudohjugend, die sich zur Wiener Tagung rüstet, zu: Seid euch des Ernstes der Stunde bewußt, laßt alles Kleinliche zu Hause, nicht auf Illusionen können wir weiterbauen, sondern nur auf dem Boden der Realität. Kommt vorbereitet zur Weltjugend* tagung und zur K. G., auf daß unsere Debatten und Ent* Schlüsse unseren Führern zeigen mögen, daß ihr großes Werk eine würdige Jugend gefunden hat, auf die sie bauen können und die mit ihnen gewillt ist, weiterzu* bauen: Nicht alle Probleme der K. G. sind Probleme, die die Jugend zu beraten hat. Der Jugend Stimme soll ge* hört werden in: 1. Tauroh, 2. Schabbos, 3. Erez Jisroei, 4. Organisation der Weltagudoh, 5. Organisation der A. J.* Jugend, Poalei Agudas Jisroei, 7. Paragraph 4, 8. Aulim. Delegierte der Weltjugendtagung, sinnt nach und kommt mit praktischen Vorschlägen, wie wir Wege und Mittel finden, um Klall Jisroei immer mehr der Tauroh zuzuführen, wie wir die endgültige Erlösung Jisroels durch die allgemeine Heilighaltung des Schabbos in Jisroei för* dern können, welche ' Möglichkeit wir schaffen können, diejenigen Schabbos halten zu lassen, die es möchten, die es aber um des täglichen Brotes willen nicht können, welche Aktionen wir unternehmen sollen, um den jüdi* sehen Arbeitgeber wenigstens dazu zu veranlassen, daß er dem jüdischen Angestellten es ermöglicht, den Schabbos zu heiligen. Und wenn wir an den unglückseligen Kampf um und in Erez Jisroei denken, so wollen wir in Wien wieder laut unsere Stimme als die unverfälschten Jisroels Söhne erheben, indem wir neu unsere auf die Tauroh sich stützende Ueber/eugung kundgeben, daß es für die Tauroh keine Konzessionen gibt und daß wir unsere Führer in ihrem schweren Kampf hierin unterstützen, in* dem uns nie der Materialismus, in welcher modernen Form er auch sei, ins Schwanken bringen kann. Zu den Organisationsfragen benötigen wir eure Vorschläge, wie die Schaffung einer einheitlichen Verwaltung möglich ist, wie die Finanzen in Zukunft besser gestaltet werden können — was die Aufgaben und das Programm der Jugendorganisationen sind. Poalei Agudas Jisroei ist ein Problem, das wir eingehend behandeln wollen, um unsere Kraft dafür einzusetzen, daß speziell im Osten das Leben unserer Brüder erträglicher wird. Und wenn wir an dem Kampf um den Paragraph 4 unserer Weltstatuten teilnehmen werden an unserer Tagung in Wien, so sollen auch hier nur sachliche Begründungen unsere Debatten leiten und nicht parteipolitische Momente. Ueber das Aulimprojekt haben wir schon zusammen diskutiert. Gern wollen wir wieder unserem geistigen Führer Dr. Nathan Birnbaum lauschen und das Pro und Contra nach unserem Ermessen abwägen. Delegierte und Teilnehmer des Weltjugendtages erkämpft die Disziplin in unseren Reihen, damit die knappen Stunden und Tage uns die Lösung der uns harrenden Aufgaben ermöglichen. M. D. Lewenstcin. Eine Schicksalsstunde der Orthodoxie. Von Dr. Adolf AltmannrÖibefra'bbiner in Trier. :Der Moment spricht;mancbma:l 1Reiiß’ ein und vernichte! Und manchmal spricht er: ׳Baue auf . •und pflanze ein! ('Frei nach J׳eremia ,18/7, 9.) Sie baten mich, Ihnen meine!Me in ums über ■die zweite Kenessio ,Gedauloh in einem (Artikel zu äußern. Das kann •ich wohl am!besten und• zweckmäßigsten •im!Anschluß an die .Abhandlung tun, die ich zur ersten Kenessio Gedauloh geschrieben. Damals konnte ich mich allerdings auf das Erlebnis des ,Kongresses berufen, denn erst dieses führte zu meiner Reflexion. Jetzt aber soll es ׳mehr eine Art Prognostiik sein. Trotzdem ׳muß ich an das bereits Vorliegende von damals ׳wenigstens in einigem anknüpfen nach dem Erfahrt!ngsgrundsatz der Bibel: “Dl מה שהיה הוא שימיה ׳ שנעשה הוא שיעשהd. 11., was schon einmal war, gibt •den Griindkerii ab für ׳das, was wieder sein wird. ln ״Gestalten und!Probleme einer jüdischen Weltbewegung“ schrieb ich ׳unter anderem über die Wiertlbeurteilung der Aguda und ihres ׳Kongresses wie •folgt: ,^Nach den! Erlebnis in ׳Wien wage ich es auszusprechen, daß sich das positive Judentum in allen Lagern entweder im Zeichen׳ der agudistischen Grundidee findet oder — was G-tt verhüten ׳möge — überhaupt nicht finden ׳wird.“ Nach meiner Auffassung ist darin das Aktuellste, die ׳Kern aufgäbe der ganzen zweiten!Kenessio 1G e d a 11- שוט? כשר (תחת השגחת הרב ד ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroei) Ueberall erhältlichl i 0 11 ausgesprochen, nämlich, d׳ a s g e s e t z e s t r e u e Judentum aus allen Lagern sich finden zu lassen. Es ist darin sowohl eine Aufgabe ausgesprochen als auch zugleich ihre ׳Möglichkeit angedeutet. Wieso? Kein gesetzestreiner Jude kann nämlich bestreiten, daß die Grundidee der Aguda, die Thora wiederum;zum beherrschenden Mittelpunkt des Judentums zu machen, die tiefsten; Tiefen seines Ideals berührt und das ewig unwan• delbare Prinzip Israels darstellt. Kein gesetzestreuer Jude kann andererseits behaupten, daß die Bewegung der Agudas Jisroei von falschen Prämissen ausgehe, in ihren Grund- Sätzen irrig sei und nicht den ,springenden. Punkt, auf den alles im Judentum ankommt. betone. Jeder gesetzestreue Jude, möge!er sonst wo immer stehen, muß daher zugeben und1 1bekennen!, daß die Aguda. die Israels Berufung zum G־ttes׳voIk durch die Thora auf ihre Fahne schreibt, die Originalität und historische Wesenheit des Judentums darstellt, sie getreu aufs Schild erhebt und konsequent zu ׳Ende denkt. Kanu die Plattform für alle, die es ehrlich mit ihrer Gesinnung •meinen, b cs scr und ־g 1 änz e 11 d e r gegeben sein? Ob!es einem •der nationale Gedanke attgetan hat oder •die ׳Kulturidee, der Grundsatz der Lcbenserttichtigung oder sonst eines der Derech-Brez-Prinzfpien, ■0'b man׳ für diese oder jene Form des Gcmeindeiebens schwärmt1, den: Zemralpunkt desson, was Judentum ist — das müssen doch alle Gesetzestreuen zugeben —,!berührt uud betont dieses alles nicht, wenigstens nicht •in erster Reihe, ׳Denn!ein Land haben auch andere Völker, eine ■Nutionbilden auch andere Stämme, eine 'Kultur be- _Agudas Jisroei Wien, __ Kundmachung ׳״= Die P. T. Wahlberechtigten zur Kenessio Gedaulo der Agudas Jisroei werden eingeladen, Dienstag 27 כ״א מ״א. August d. J. zur Wahl der Delegierten und Ersatzmänner zu erscheinen. Die Wahl findet im Büro der Aguda, II., Leopoldsgasse 16 von 5 Uhr nachmittags bis halb 9 Uhr abends statt. Die Wahllegitimatlon ist mitzubringen. Um zahlreiche Beteiligung wird ersucht. Wien, 20. August 1929 (14. Ab 5689). Wolf Pappenheim als Obmann Wahlleiter. _Agudas Jisroei Wien._ Kundmachung. כ־ Die Wahl der Delegierten und Ersatzmänner für die Kenessio Gedaulo der Agudas Jisroei findet am Dienstag, 27 כ״א ם' אב. August, von 5 bis halb 9 Uhr statt. Wahllokal: Bureau der Agudas Jisroei, Wien, II., Leopoldsgasse 16. § 1. Jeder männliche Jude, der das 18. Lebensjahr erreicht hat und Inhaber einer Bestätigung über den von ihm bezahlten Mitgliedsbeitrag oder Trumas Chower ist, hat das Wahlrecht. § 2. Die Abstimmung, die geheim ist, hat persönlich zu erfolgen. § 3. Der Wähler hat sich durch die Personallegitima* tion auszuweisen oder muß durch die Kommission agnos* ziert werden. § 4. Es sind sechs Delegierte und sechs Ersatzdele* gierte zu wählen. Die Kandidaten, welche die meisten Stimmen erhalten, erscheinen gewählt. § 5. Die Wählerlisten liegen Sonntag, 25. August, von 8 Uhr früh bis 1 Uhr mittags im Wahllokale auf und sind Reklamationen dort zu Protokoll zu geben oder bis Mon* tag mittag schriftlich einzureichen. W i e n, 14. Ab 5689. Wolf Pappenheim 20. August 1929. als Obmann, Wahlleiter. f I I Was bietet die führende Weltfirma Othmar Schiff, Wien, I., Kärntnerring Nr, 6 in ßatnenperücken? I. Modernste und üidiuidüeiie Ausführung II. Tadellosen, mustergültigen Sits . ' ׳ " III. Nur erste Qualität in Material und Arbeit SU mäßigen Preisen (gegenüber dem Hotel Bristol - Tel. U-41-3-62) Die Firma Othmar Schiff legt allergrößten Wert darauf, jede Kunde unter allen Umständen zufriedenzustellen * _ Setzen Sie sich_ daher, bevor Sie eine Perücke kaufen in Ihrem ureigensten Interesse mit der Firma Othmar Schiit in Verbindung 1

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