Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 33 (16.8.1929)
- Date
- 1929-08-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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! Novl>0v4 vTplatnö povolenö riadlt post a fofefraldt v Bratislava eia. 41872411-2•. ZaItanzen vom Verleger versande!« Journal expßdle per!'edltear V.tfc ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion n. Administration! Wien,!!.,Leopolds• fasse 16, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. R 45-494־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140, ßneheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abonnementspreise 1 Ganzjährig t Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer flst. Gr. 40, das übrige Ansland 2 Dollar. Zahlungen auf Konto ,Jüdische Presse״, Wien für Oesterreich: PostsparkassenkontoNr.D-93614; Deutschland:Post• Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Post• scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: ״Jü• dische Presse״, Bratislava, Postspk.־AmtPrag Konto Nr. 53386 Mp. 33 Wien-Bratislava, 16. August 1929 ,ביה דנה־פרעסבורג י׳ אב תייפ״ט 15. Jahrg■ nsmrroi? WELTKONGRESS D.AGUDAS-JISROEI L1UUHU0•-»• SiWBÜBfl Die Technik der 2. Kenessio Oedaulo Von Alfred Stroh, technischer Leiter der:2. K. G. Während unser erster Kongreß, der vor sechs Jahren im Gebäude des Zirkus Renz tagte, in jeder Hinsieht •völlig Neues schaffen mußte, ■bfidken! wir ■heute schon auf eine große Erfahrung zurück, die es uns ermöglicht, zielsicher yorzugehen. Alle, die seinerzeit mitgearbeitet haben, wissen die mannigfachen Schwierigkeiten gentiigeud zu schätzen, welche oft zu bedrohlichen Krisen anschwollen, um schließlich von Direktor David Schic- “miiger, dem•!damaligen unermüdlichen •und überaus um- ■sichtigen iKongreßfeiter, dank seiner!hervorragenden!Inteliigeinz und restlosen Hingebungsfähigkeit auf schnellstem .Wege geglättet zu werden. ■Noch ein •zweites großes •Reservoir gesammelter Erfahrungen steht dem Kongreßbüro zur Verfügung. Wien hat sich 1in den letzten Jahren zu einer Kongreßstadt entwickelt und das österreichische Verkehrsbüro ■hat an dieser Organisiationsarbelt seit fünf Jahren hervorragenden Anteil genommen. Es hat viele Erfahrungen gesammelt und steht uns ständig zur Verfügung.' damit auch wir diese nutzbar machen. ■Es hat im Laufe dieser Jahre ein System ausgearbeitet, das ■den auswärtigen Gästen neben den Schönheiten Wiens auch ■den bis ■in alle Details funktionierenden Empfangsapparat stets in angenehmer Erinnerung erhält. Das vorjährige Sängerbundfest war ein Musterbels'picl großen Stils, das ■dem Verkehrsbüro Viele neue Wege!der Verbesserungsfähigkeit zeigte ■und noch immer bringt .!jede •umfassendere Veranstaltung ■Ueberraschungen neuer ■Art!zutage, die alle zur Amelioration!des! Systems führen. Ganz neue Wege mußten für d!ie!Kenessio Gedtaiiil o elngeschlagen werden. Man mußte •ein System ausarbeiten, das diese modernste Technik •auch für unsere Nutznießer ■seines Systems gerade eine solche Bedingung, die den Juden infolge ihrer anderweitigen •Bindungen! am schwersten ■erfüllbar erscheint. Es verlangt ein wenig Koordination׳. Wenn es schon nicht leicht war, ■die zu Pfingsten nach Wien gekommenen deutschen Lehrerinnen restlos ohne Reibungen zu erfassen, kann man sich beiläufig, vorstellen, welcher Apparat aufgeboten werden muß, um die. Empfangsorganisat'ion unseres Weltkongresses tunliehst einwandfrei zu gestalten. Das K. ■G. Büro hat in■ dieser Hinsicht eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe übernommen. Bekanntflieh ist die!Beteiligung diesmal mindestens dreimal so groß, als vor sechs Jahren. Außerdem wurden bereits vier Nebenk 0 n g ress■e angemeldet, und zwar: ein׳ Jugendkongreß, ein Kongreß der Poale ■Agudas Jisroel (religiöse Arbeiterorganisation), ein Frauenkongreß und eine Aulimtagiing. Noch vor dem Kongreß, bereits am 5. September, beginnt in Wien ■die Tagung des Rabbinischen Rates. Gleichzeitig tagen bis zum 10.;September folgende Arbeitskommissionen mit ■insgesamt 350!bis 400 Mitgliedern: 1. Eine Pailästinakommission. 2. eine Verfassungs- •kommission, 3. eine politische Kommission. 4. eine soziale Kommission, 5. eine Organisations- und Finanzkommission, 6. eine Kommission des Waad Hair HoaschkennasL Gleichzeitig mit der Kenessio Gedaulo finden in Wien drei ׳andere, nichtjüdische Kongresse statt. Das K. G.!Büro mußte somit alle Interessenten •in der ganzen Welt auch im Hinblick auf die kaum abschließende Wiener ■Messe durch geeignete Propaganda aufmerksam machen, daß sich jeder ein Hotelzimmer sichern ■lasse. Ganz Wien hat kaum 13.000 ׳Hotelbetten zur Verfügung, der Reiseverkehr ist um diese Jahreszeit immer an und ■fiir ■sich sehr groß, so daß es nur äußerst schwer sein wird, ■jedem ■Gast ein Zimmer zu verschaffen. Ein Teil der jugendlichen •Minderbemittelien wird in ׳durch den Bund zur Verfügung gestellte tadellose Herbergen abgeleitet werden. Das K. G, Büro hat 200.000 Prospekte an alle jiidisehen Exponenten der ganzen Welt — mit Ausnahme von Sowjetrußland — versendet, ■in welchen es zur Teilnahme am Kongreß, zum Besuche Wiens einlädt und unter Hinweis auf die Hotelmisere zu rechtzeitiger Anmeldung auffordert. Die zeitgemäße Anmeldung sichert ■den Gästen natürlich noch eine ■Reihe von Vorteilen. UeberaH, 1״wo größere jüdische Zentren׳ sind, werden Reisegesellschaften bezw. Sonderzüge zusammengcstellt, damit ׳•die Reise- Spesen eine 25-!bis 33proze׳ntige Ermäßigung erfahren. Je größer die Zahl ■der Teilnehmer,׳ um so größer die Ermäßigung. Während die österreichische Bundesbahn •jedem Teilnehmer ■die •Ermäßigung gewährt, machen■ die auswärtigen Bahnve׳nvafl!tungen diese von ■der Teilnehmerzahl — die ■in geschlossenen Gruppen reisen müssen — abhängig. Auch hier ist rechtzeitige Anmeldung unumgänglich. Es haben sich auch faktisch bereits .mehrere hundert Gäste beim österreichischen Verkehrsbüro angemeldet. •Die übrigen müssen die 'Anmeldung •im Laufe der nächsten drei Wochen nachholen, soferne sie ■nicht in vielfacher Hinsicht im Nachteile sein wollen. Nebst ■dem angeführten Vorteilen fällt nämlich noch ein!Punkt schwer ins Gewicht•, der überdies ■auch die österreichischen ׳Gäste angeht, ׳die an Reise- oder Visaermäßigung desinteressiert sind.י Es handelt sich um ׳die Platzkarten. Da ׳mit dreifacher Teilnehmerzahl zu rechnen ist, wurde wohl der größte Saal Wiens — ■die Sophiensäle — ■gemietet, doch wird insbesondere zur Eröffnungs- Sitzung ein außerordentlicher Andrang erwartet. Es wurde zu ■diesem feierlichen Anlässe eine ganz •besondere Fügung des Saales veranlaßt. Der greise Chofez Chain! hat den Wunsch geäußert, dem Er- Öffnungsfestakte persönlich beizuwohnen. Er wird auch namens des Rabbinischen Rates sprechen. Nach ihm wird Dr. Nathan Birnbaum sein Referat und ׳die dlplomatisehen und behördlichen Vertreter ihre Begrüßungsansprachen halten. Zur Eröffnungssitzung ist■ ■dunkle Fest b e k 1 •e 1 du n g vorgeschrieben. Kurz vorher findet im Blauen! Saale der Empfang der Diplomaten sowie der in- und ausländischen Journalisten statt. Der Jewish Agency Sonntag den 11. August trat in Zürich ׳der Council der Jewish Agency zu seiner ersten Tagung zusammen. Dr. W e i z m a n ■n sagte in seiner Eröfmungsredo u. a.: י ׳, ,W ohl sind noch nicht alle jüdischen Gemeinschaften" in dem Council der Jewish Agency vertreten, aber die Jewish Agency .steht bereit, a.l 1 e n J uden die M ö g 1 i c h k e i t ■z u g e ben, a n d e m Wi e'd e r a uf b■a 11 we r k in Palästina teil- Agudas Jisroel Wien. Die Wahlen ziir Kenessijoh Gedauloh finden am 21. Ab — 27. August — statt. Diejenigen Wähler, die ihren Beitrag noch nicht bezahlt haben, besonders aber die Herren, die Trumas Chower-Heite besitzen, wollen dieselben mit dem Beitrag bis Dienstag den 14. Ab abführen, da spätere Eintragungen in die Wählerliste untunlich sind. Weitere Mitteilungen folgen. Wien, 14 ח׳ מנחם אב. August. Der Obmann Wolf Pappenhelm als Wahlleiter. Einheitlichkeit halber wurdet! fiir Gäste nur einheitliche Sltzkategorien vorgeschrieben. Je früher die C.astkarten bezogen werden, desto ■mehr Aussicht auf gute Sitzplätze hat man. Die Ahsga.be dieser Gastkarlen wird dem Zeit- Punkt der ■Bestellung entsprechend streng gehandhabt, ohne ■daß eine Unterscbeiduirig zwischen in- und ausländisehen Gästen ■gemacht wird. ׳Auch fiir günstige Damensitze wurde in voller Uebereinstimmung ■mit dem Rabbinlsehen Rate gesorgt. Die Karte für die ganze Kongreßdauer kostet ׳die Inländer S 15.— falls sie diese!bis spätestens 31. August beziehen. Von diesem Termin an werden S 20.— berechnet. Einen besonders schweren ׳Dienst werden diesmal ■die Mitglieder der vereinigten Wiener Aginda- Jugeindgruppen haben. Nicht weniger al׳s 300 Ordner sind netwendig, ׳Ihnen wird die ehrende un!d verantwortungsvolle Aufgabe Zufällen, für eine klaglose Organisierung des Gesamtbetriebes durch gewissenhafte Disziplin ' und den vielfach erprobten Arbeitseifer ein zu treten. Dej Orduerdleuist teilt sich in zehn wichtige •Sektionen•. Außerordentlich erschwerend wirken ■die vier ■Nebeukongresse und ■der!katastrophale Platzmangel in ■den Sophiensälen. ■Es stehen außer dem Festsaale, der zirka 3000 •Personen faßt, ■der Blaue Saal ■fiir 800 ׳ Menschen und •mir wenige Räume für Kommissionen, Empfänge und!nnentechnische Arbeiten zur Verfügung. ׳Die!diversem Landsmannschaften werden׳ ■ihre Sitze in andere, ׳noch ■bereiitizus teilen de Lokalitäten verlegen müssen. Zahlreiche Autos, die zum Teile von Gesinnungsgenossen zur Verfügung gestellt werden sollen den Verbindunigsidienst׳ .h erst eilen*. Im Kongreßgebäude ׳sind neben Restauration1 und Büfett Ausstel- ׳hingen. Ve׳r!ka׳ufsk0iien. Postamt und! ׳eine!Filiale des österreichischen Verkehrsbüros imtergebracht. Tagesausgaben der ״Jüdischen Presse“ werden!die fortlaufenden Kongreßberichte bringen. Außerdem erscheinen zweimal des Tages die Blätter •des Agudas Jisroel-Preßbüro (A. .T. P. BO. sowohl deutsch׳, als auch jiddisch. Sie beinhalten! die offizielllen Bulletins für die Weltpresse, können aber gegen Vorauszahlung von Dollar I.— von Privatpersonen bestellt . werden. •Das 1׳. ■Bulletim erscheint am 5. September, da an diesem Tage ■bereits der 60g!l׳iedr׳i.ge Rabbinische Rat und, die verschiedenen׳ bereits erwähnten׳ Arbeitskommissionen tagen■. Am 7. September beginnt die für vier Tage aube״ räumte Weltjugandtag.png. Wien, unsere herrliche K011gre׳ß stadt׳, wird neue flieh Gelegenheit haben, von seiner sprichwörtlichen Gastfreundschaft Zeugnis abzulegen und •die Wiener Jmdewschait wird um e׳i׳n interessantes und bedeutendes Erlebnis reicher sein. und die Agnda. z 11 n e 11 m e n. Diese Aufgabe ist nicht Monopol irgendeines Teiles der J11 den, sondern sie ist gemeinsames Vorrecht u n d gemeinsame V e r p f I i c 11111 n g des g esamten J 4 11׳ e n t u nt s.“ Dieser 'programmatische Wunsch hat die■ zionistische Leitung bisher noch nicht bewogen, mit Agudas Jisroel, der Welt- Organisation der nichtzionistischen Orthodoxie, zu ׳verhandeln. Der Council ■der Agency selbst scheint diese Vorgangsweise nicht zu ׳billigen. Schon in der •ersten Sitzung wurde ein Antrag der Rabbiner J u n g - L i p s c h ü t z ־ U n n a auf Einsetzung einer Kommission zur Unterhandlung mit der Aguda angenommen. Aber nicht nur diese, orthodoxen Mitglieder des Councils sind für die Schaffung der: religiösen Voraussetzungen, welche den Beitritt ׳der Agu'da ermöglichen sollen, eingetreten. ׳Es wirkte geradezu sensationell, als der Szegediner! Ö'berrabbiner, Magnatenhausmitglied Dr. L ö w, entschieden erklärte, daß ohne Agudas Jisroel, ohne Vertretung der Orthodoxie, die Agency ein Torso bleiben muß. Diese Aeiißerungen haben ■auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck gemacht, ln den ernsten, Krei- Was bietet die führende Weltfirma Othmar Schiff. Wien, l.y Kärntnerring Nr. 6 S?»lo|U-etel in Damenperücken? I. Modernste und individuelle Ausführung' II. 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