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Jüdische Presse · 1929-08-02 · 31 (2.8.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
31 (2.8.1929)
Date
1929-08-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 31 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 Keliillafülii'er ist mul mit einigem Recht glaubt, den orthodoxen Problemen ahnungslos und verständnislos gegeniiberstehen 7.11 dürfen. Die übermütigen ..Aguda; Jünglech“ von vor einigen Jahren scheinen seither herangewachsen und 711 Männern herangereift 71! sein. 7u Männern, die wissen, was sie wollen, und sich auch heute entschlossen 7eigen. den grollen Idealen des orthodoxen Judentums Freie Bahn 711 schaffen. Das lehrt sie A g 11 das J i s r o e 1. Es wird gut sein, sie genau ins Auge za fassen. Wir werden ihnen in den sich immer deutlicher vorbereitenden grollen Kämpfen der Zukauft — vielleicht die grollten und letzten, die für Thora und |iroh gefuchten werden — noch begegnen. Als die Delegierten der Agudas-Jisroel-Jugendgruppen aus dem Lande fast alle im Saale des Etablissemeuts Astoria beisammen sind. 45 an der Zahl, und in ihrer Begleitung annähernd die gleiche Zahl von Gästen und stille Mitgenießer. wird die Tagung von Herrn Samuel Langer namens des Organisationsvorstaudes mit einer schlichten, sachlichen, jeden Lieberschwang mit bewußter Absicht meidenden Bede eröffnet. Lr begrüßt mit Freundlichen Worten den anwesenden Sekretär Herrn Braun und zeichnet scharf den ltahmen der Tagung. Herr Braun quittiert die Begrüßung mit Ausdrücken der Freude über die Arbeitsgier, die die Aguda-Jugend beseelt, und mit guten Wünschen für das Gelingen der Arbeit. Das Verhuudlungspräsidium wird gewählt. Der Tagespräses Herr Ch. J. Weisz übernimmt die Leitung mit einer Ansprache, in ■der edle Begeisterung für Aguda und orthodoxes Judentum mitsclnvingt. An seiner Seite nehmen die Herren Wilhelm Stark (Nitra). Arnold W e iure b (Topolean). Wilhelm D onne b a u m (Bratislava) und Wilhelm Gol finge!׳ {Presov) als Vize- Präsidenten, Bela Beck (Trnava) und Daniel Grünwnld (Nove Zamky) als Schriftführer Platz. Die Verlesung eines überaus herzlichen und ermutigenden Briefes des am Erscheinen verhinderten allbeliebten Vizepräses der Aguda-Landesorganisation Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner S. D. Ungar in Trnava ruft allgemeine Begeisterung hervor. Mit Genugtuung werden auch die Telegramme der aus technischen Gründen der Versammlung ferngebliebenen Rabbiner H i r s c 11 1 e r (Bratislava) und des Vereines ״B 11c E in u- 11 i m“ in Kosice zur Kenntnis genommen. Hierauf verliest Herr Emil llerzl (Bratislava) Bericht, aus dem hervorgeht, daß die Leitung, ebenso wie die meisten Einzelgruppen, unter sehr schwierigen Verhältnissen manch. Ersprießliches leistete und der im Aufträge' der Organisationsleitung׳ einen ausführliehen, alle Gebiete agudistischer Tätigkeit umfassenden Agudabewegung auf die beste Weise diente! Herr Max Weisz (Bratislava) erstattet den Kassabericht der Organisationsleitung; er balanciert mit tsch. K 67.000. Seinen Bericht begleitet er mit erläuternchm Bemerkungen und schließt mit der Aufforderung an die Gruppen, in Zukunft an dem finanziellen Ausbau der Agucla mit ungeschwächter Tatkraft zu arbeiten. In diesem Augenblick erscheint Herr Dr. P. K o 11 n im Saale. Der Vorsitzende begrüßt unter rauschendem Beifall der ganzen Versammlung׳ den Präsidenten der Organisation mit einer innigen und herzlichen Rede. ln der nun beginnenden lebhaften und teilweise sogar stürmischen Generaldebatte ergreifen fast alle Delegierten das Wort. Herr Dani Löwy spricht über den allgemeinen Geist der Agucla und die verweltlichen Mittel, mit denen sie von seiten der Gegner bekämpft wird. Die Herren Geza Weisz und Artur Z i in m e r m a n n sprechen als Leiter der S c 11 o m r e- Schabos-Aktion und legen verschiedene Anträge vor, die mit gcringeu Aenderungen angenommen werden. Es sprechen noch die Herren Armin Kohn (Bratislava), Aron Koß, Goldfinger, Emil Koth, Dan. Grünwald, Willi. Stark, Arn. Wein re b, Bela Beck, Artur Salamon und andere mehr zu den eingebrachten (in der nächsten Nummer zu veröffentlichenden) Resolutionen. Herr Dr. P. K o h n gibt seiner Zufriedenheit über den Verlauf cler Tagung Ausdruck. Herr Herrn. Bondi (Wien) referiert über Organisation und Programm der während der Kenessijoh Gedauloh ׳zusammentretenden Weltjugendtagung. Willi. Do 11 nebäum erläutert die Instruktionen zur Wahl der Delegierten and zur Zulassung cler Gäste für die Kenessijoh Gedauloh. Nach Erschöpfung der Tagesordnung — und auch der Teilnehmer — schreitet man zur Wald. Diese ergibt die Wiederwahl der bisherigen Leitung mit dem Vororte Bratislava und den Herren Max Löwy, Samuel L a n g e r, Emil H e r z 1, W. D o 1111 e b a u m und Max Weisz ins Präsidium. In dieses werden auch die Herren Arnold Weinreb (Topolcany) und Willi. Stark (Nitra) über Vorschlag des Präsidiums kooptiert. Der Ausschuß besteht aus den Herren: Ch. J. Weisz (Bratislava), Isr. Weisz (Nitra), Daniel Grünwald (N. Zamky), Simon Ko lisch (Galanta), Willi. Gold- •׳־fingcr (Presov), Armin Holzer (Piestany) und Bela Beck (Trnava). Inzwischen füllte sich der Saal und der angrenzeade Speisesaal mit Gästen zu dem angekündigten 9 t f e n t I i c h e n V o r t r a g s a b e n cl. Der Vorsitzende, Herr Ch. J. Weisz, verbindet mit cler Schlußrede zur Delegiertenversammlung die Eröffnungsrede zu diesem Abend, der als ein Ereignis von hohem Werte gewertet werden darf. Herr Dr. P. Kohn war auf der Höhe seiner Aufgäbe. In einer tiefschürfenden, das geheimnisvolle Walten g-ttlidien Willens im jüdischen Leben deutlich herausarbeitenden Rede zeichnete er eleu Geist cler Aguda und ihre Bestrebungen. Mit gehobenem Pathos forderte er die Versammelten auf, ihr eigenes Streben und Wollen in den großen Strom treu jüdischen Thorawillens einzuschalten, um an der Erhebung der jüdischen Gegenwart zur Höhe jüdischen Geistes Anteil zu haben. Frenetischer Beifall bewies, mit welchem tiefen Verständnis die Versammelten seinen Ausführungen gefolgt waren. Herr Jakob Joel Braun erläuterte das Wesen der Agudas Jisroel und der bevorstehenden Kenessijoh Gedauloh an der Hand der jüdischen Geschichte und der jüdischen Bewegung des letzten Jahrhunderts. Die Tatsache, daß die Aguda es zuwege brachte, die heran- | Trenciänska Teplice f 5 Dr. S. Löwy, Assistent des Psychoan. Dr. Stekel, S a Wien, gewesener Arzt der Klinik Wenckebach 8 und Wagner-Jauregg, ord. für innere, rheu- 8 8 matische und nervöse Krankheiten in Villa Zemenyi. a Jnillllflllllllllllllllllllllflllllllllllf Ulf flllllllllilf |(|||||||||||(יןן 13m~rro33 Kommt zur zweiten Kenesfio lUJElTKONGRESS; ווווווווווווווווווווווווווווווווווו DtAGunA&nsROEi Gfidauifi Wiener Sofiensäie llllllllllllllllllllllllllllllllll Der GastkartenverkauS für Wien und die österreichische Provinz hat begonnen. Der Preis für die Gastkarte, die zum Eintritt zu allen öffentlichen Tagungen des achttägigen Kongresses berechtigt, beträgt S 151—. Nach dem 15. August gelöste Karten kosten 5 20.—. Zur Eröffnungssitzung;jh dÄfe”rJShS1?“1ffi, eine große Anzahl Karten von ausländischen Gästen vorbestellt wurde. Wien, II., Malzgasse Nr. 12 a Eingang Leopoldsgasse 16 wachsende Jugend für die alten Ideale des Judentums in steigendem Maße zu enthusiasmieren, zeige den Weg, den Agudas Jisroel gehe. Bedeutet Agucla Verbundenheit mit clem Geist cler jüdischen Vergangenheit, so führe Kenessijoh Gedauloh zu dem zweiten Erfordernis jüdischen wahren Daseins, zum Bekenntnis zur Führerschalt der Thorauautorität im Judentum. Audi dieser Vorlrag löste allgemeine Zustimmung aus. Unter den Gesängen des ״Ilikowzu“ sdiloß die Versammlung. Gegen das Denunziantentum! Weitere Kundgebungen! Sonntag,’ ׳den 28. Juli id. J.׳ fand ׳im •Gemeinldesa'ale der ׳Nitraer orth. isr. •Kult 11sgomeinde eine von ׳mehreren hundert!Mitgliederti besuchte große ׳Protestversammlung statt, in welcher gegen die ׳unverschämten■ denunzierenden• Angiiiitfe der in!Bratislava erscheinenden ״Jüdische Volkszeitung“ vom 5. d.!M. auf die ׳Person Sr. Ehrw!. Herrn 0!benra!bibitier •A׳ki!ba!Schreiber, 1feierlicher :Protest erhoben wurde. Schon die massenhafte ©eteilignn'g verlieh!der V>er- •, Sammlung einen •ernsten Charakter. Vorsitzender Gemeinde Präses ׳Herr 'Kobi Adle r, hat in )begeisterten Worten, •unter leibhaften Zits tim mitings'kundgebungen, dieses schändliche Vorgeben zu!rügen und zu geißeln verstunden, und eines 'Sinnes gaben alle!Anwesenden ■ausnahmslos, gegen ein!Blatt, das sich ׳zu ׳solch■ verlagenen Denunziationen gebrauchen!läßt, ׳ihrer Verachtung Ausdruck.!Auch!die Bratislavaer '׳Repräsentanz ׳der orth. isr. Kultusgemeinde!hat in einer Resolution vom IS. d. M. •zu diesen!Auslassungen Stellung genommen, aber diese unsere Stellungnahme ergeht von sämtlichen!Mitgliedern ׳der o!rth. isr.!Kultusgemeinde, ׳die gegen diese Schandtat solidarisch ihre!Mißachtung ausldrücken. In den Annalen ׳der jüdischen ׳Geschichte steht es vereinzelt da, wenn auch ״meharsaich ümachrivaich mimcho jezeü“, aber ׳daß ,sich ‘jemand gewagt!hätte, die große jüdische Dynastie!des Ghasam!Safer, die ׳sdhon seit 150 Jahren in •der •ganzen Welt Thora ׳und Jiro verbreiten, mit solch unbegründeten Denunziationen 1an1zugreife׳n, ׳dies kam!bis jetzt ׳noch!nicht vor.!Ein •solcher lMa׳nn aber ׳fand sich 'heute in Bratislava, unterstützt van Leuten,!denenihr profanes!Ideal weit höher ׳steht, als!das dem •Judentume teuerste Kleinod, die Thora Hakdoscha. Wir wissen es gut, rief der Redner begeistert, daß mit •dieser ,lächerlichen ׳Messiro •nicht Oberrablbiner Schrei-■ ber, sondern das!ganze •orthodoxe Judentum getroffen werden ׳sollte — was ׳aber unseren Feinden niemals gefingen wird — denn• die ׳Loyalität und Staatstreue ,des orthodoxen Judentums, ■abgesehen von ׳dem 'Gebote des jüdischen Re'ligionsgese'tzes, *folgt ja ,aus dem ’Gefühle eines •jeden Juden, der in einem Staate liebt, dessen Oberhaupt der erhabene Präsident T. G. iMaisaryk •ist, wo ein!jeder die ׳Gleichberechtigung ׳zugesiahert hat ׳und ein!jeder •frei, von Staatsgeset'zen geschützt, seine Religion ausüben• ׳kann — worüber nicht viel Worte izu verlieren, wären. Das orthodoxe Judentum ׳•war ׳es als Erste, welches ׳sich ׳gleich anfangs unter!Leitung ׳ihrer Rabbiner, an ׳der Spitze Herr Oberrabbiner Schreiber, auf 'den Boden der Republik bedlngungslos stellte:.!lieber .Antrag des Präses beschließt daher ׳die Ver- ,Sammlung einstimmig gegen diese unerhörte . 1Missetat flammenden!Protest ׳zu erheben, sie macht sich die Ausführumgen des Präses voll und ganz zu eigen und,mit einem ,.Es lebe hoch unsere Republik, unser erhabener Präsident Masaryk und Oberrabbiner Schreiber!“ nahm die in eklatanter Weise ׳manifestierte iProtcstversammiung •ihr feierliches Ende. Der Kosicer Bikur Cholim-Verein. Wir berichteten vor einigen Wodien über die kritisdie Lage, in der sich der im ganzen Lande r ü h mliehst bekannte Verein ״Bikur Cholim" infolge der Indolenz der jüdisdien Gemeinden befindet. Der Verein versorgt — in gleicher Weise wie der ״Marpe Lenefesdi“ in Bratislava — die in Kosicer Spitälern Heilung shchenden zahlreichen jüdisdien Patienten mit ritueller Kost und erfüllt diese Aufgabe seit Jahren nach der übereinstiaimenden Aussage der Spitalsverwaltung und aller Beteiligten, auf die vorzüglichste Weise. Trotz aller Anstrengungen gelingt es aber der Vereinsleitung nicht, die Jüdischen Gemeinden, deren Mitglieder die Hilfe des Vereines in Anspruch nehmen, zur Unterstützung, bezw. regelmäßigen Subventionierung zu bewegen. Als Folge davon droht die Gefahr, daß der Verein seine Tätigkeit vollständig wird einstellen müssen, wenn nicht noch in letzter Stunde Hilfe kommt. Um diesen völligen Zusauimenbruch zu verhüten and hunderte jüdische Kranke, besonders aas cler Ostslowakei und Podkarpatska Riiss, die das Kosicer Spital aufzusuchen genötigt sind, vor der Zwangslage zu bewahren, in den Tagen sdiwerster körperlidiec Not ihr Gewissen mit der Uebertretung der religiösen Speisegesetze belasten zu müssen, versendet die Vcreinslcitung soeben das nachfolgende Rundsdireibcn an die jüdischen Gemeinden: אשרי משביל אל דל ביום רעה ימלטהו ה׳ Löblidier Vorstand! In letzter Stunde erheben wir unsere Stimme, damit Ihr eine wohltätige Institution vor dem Verfall retten sollet. Unser Verein verpflegt täglich zirka 70 bis 80 kranke Juden mit koscherer Kost. Die Spitalsvenvaltung vergütet uns bloß die Reluten cler trefoh Kost. Wir zahlen auf jede Verpflegung zirka 5 bis 6 Kronen rlrauf. Wir müssen daher mit einem täglichen Aufwand von 4S0 Kronen rechnen. Diese Beträge haben wir bis nun durdi Mitgliederbeiträge, durch Unterstützung der hiesigen beiden Gemeinden aufgebradit. Selbstredend sind die hiesigen Gemeinden und Gemeindcmitglieder nicht in der Lage, eine Institution, deren Wohltaten zumeist Juden aus den weiten Gegenden cler Slowakei mul Podkarpatska Russ genießen, allein zu erhalten. Der Verein ist derart verschuldet, daß er, wenn nidit rasche, ausgiebige Hilfe kommt, gezwungen sein wird, die Tätigkeit ganz einzustellen. Wir finden cs ganz für überflüssig, hervorheben zu müssen, was eigentlich die Verabreicung von koscherer Kost für kranke Juden bedeutet. Sie werden selbst verstehen, daß abgesehen von dem rituellen Teil, dem Kranken eine halbe Genesung bedeutet, wenn ihm durch Verabreichung der koscheren Kost zum Bewußtsein gebracht wird, daß eine mitfühlende, ernste jüdische Solidarität au seinem Krankenbett wacht und seine Schmerzen lindert. Wir dürfen gar nicht voraussetzen, daß Gemeinde- Vorstände, deren Aufgabe die Betätigung auf dem Felde des Gemilas Chesecl ist, einen Verein, eieren Wohltaten seine Mitglieder so oft genießen, verkümmern lassen solt. Wir rechnen ganz bestimmt darauf, daß audi die kleinste Gemeinde in cler Slowakei und Podkarpatska Kuss budgetmäßig den Verein mit Subvention bedenken wird. Sollte Choliloh diese unsere Zuversicht an ,dem Gemilas Chesecl-Sinn der Gemeindevorstände zu Schanden weren, dann legen wir hiemit ,jede moralisehe Verantwortung von uns ab und würden ausrufen: ירינו לא שפכו את הדם! Aber wir hoffen, daß unser Ruf nidit in der Wüste verhallen wird und wir werden unser Werk auch weiterhin (mit Unterstützung der Gemeinden) selbtlos fortsetzen können. In dieser Erwartung zeichnen wir mit glaubensbrüderlichem Gruß Viktor Stern Ernst Weiß Leiter Obmann David Burger, Kontrollor . Stürmische Generalversammlung der orth. Gemeinde in Nov6 Zamky. Aus Nove Zamky wird uns mitgeteilt: Eine Flut von unwahren Berichten und Notizen in den nicht־־ jüdischen Zeitungen kündigte uns schon im voraus an, daß die auf den 20. Tarnmus anberaumte Generälversamm« lung unserer Gemeinde von den lieben Freunden einer klaren Orthodoxie, den Herren Zionisten und ihren Mis« rachisten, zur künstlichen EntFachung eines regelrechten Gemeindehaders in unserer friedlichen Gemeinde benützt werden soll. Einige misrachistische Zionisten gehören unserer orthodoxen Gemeinde als Mitglieder an. Das allein reicht schon dazu aus, um mit Bestimmtheit zu erwarten, daß die Tatsache, daß der Gemeinde ein neuer Statutenentwurf zur Genehmigung unterbreitet werden soll, von ihnen nicht unbenutzt werden würde, um sich in ihrem wahren Wesen als eingeschworene Feinde der orthodoxen Konsolidierung und jedes orthodoxen Forti Schrittes zu zeigen. In mehreren Generalversammlungen wurde bereits früher der Beschluß gefaßt, die Gemeindei Statuten den Zeiterfordernissen entsprechend in positiv orthodoxer Richtung abzuändern und ein Statut zu schaffen, in welchem der orthodoxe Charakter der Gemeinde und der Geist ihrer Leitung durch zweckmäßige Bestimmungen für die Dauer gesichert wird. Eine Kommission von 17 Mitgliedern wurde eingesetzt, die bei gründlicher Arbeit auftragsmäßig einen Entwurf ausarbeitete, von dem vorauszusetzen war, daß er die Zustimmung des überwiegenden Teiles der Gemeindemitglieder finden werde. Dieser Entwurf wurde darauf 14 Tage hindurch zur Einsichtnahme der Mitglieder in der Gemeinde* kanzlei aufgelegt. Er entsprach in allen Teilen dem Wunsche und den anerkannten Bedürfnissen der Ge« meinde. Nur eine kleine Gruppe von Mitgliedern unter Leitung des Misrachistenftihrers Dr. Isidor ׳Tänzer rüstete sich zur Opposition, einer Opposition freilich, wie sie in der politischen ״Schule“ der Zionisten gelehrt wird, in orthodoxen Gemeinden aber bisher unbekannt war. Ihren yerhetzenden Artikeln in den nichtjüdischen Zeitungen, in die jüdische Angelegenheiten ebensowenig hinein« gehören wie Zionisten in orthodoxe Gemeinden, gelingt es trotzdem nicht, die Gemeindemitglieder von der Teil« nähme an der Generalversammlung abzuschrecken. Als dieses Mittel gründlich versagt und der Präses, der in allgemeiner Achtung stehende Herr Rafael Kohn, die Generalversammlung mit der Konstatierung der Beschluß« fähigkeit und Dankesworten' an die Statutenkommission für ihre umsichtige und tüchtige Leistung eröffnen konnte, ging Herr Dr. Tänzer und mit ihm etwa zehn Leute, die zum Teil nicht einmal Gemeindemitglieder sind, zu neuen Störungsakten über. Die Abwicklung der Tagesordnung sollte durch Reden ״vor der Tagesordnung“ verhindert werden. Auch dies mißlang am starken Willen der Ver« Sammlung, die jedem Terror abhold war. Als der Sekre« tär die Verlesung des Statutenentwurfes trotz aller Störungen der Misrachisten begonnen hatte, forderte der Zionist Dr. Tänzer die Verlesung in slowakischer Sprache, die er selber nicht versteht. Als auch diesem Verlangen durch Herrn Josef Paschkusz entsprochen wurde. Esset nur RI.KA-Rrnt aus der unter Aufsicht der Adas Jisroel stehenden DAMPFBKCKEREI LEDERER &KOHN Betrieb: Wien II, Hollandstraße 7 Telephon R-47-4-95 Verkaufslokal: II, Große Schiffgasse 16 Telephon A-41-7-45

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