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Jüdische Presse · 1929-07-26 · 30 (26.7.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
30 (26.7.1929)
Date
1929-07-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 30 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 Die Delegierten treffen zum größten leil schon in den Morgenstunden ein, um lu's zur Er- Öffnung der Tagung — 1 Eli r 30 1M i n. יו a c h m. —• in freier Aussprache die einzelnen Punkte der lag'esorduuug zu erörtern. Am Abend findet eine öffentliche Versammlung statt, in der die anwesenden führenden Persönlichkeiten der Aguda über die Kenessijoh Gcdauloh sprechen werden. Ein ernstes Wort aus dem Kreise der Aguda-Jugend in der Slowakei. Zur Tagung in Trencianske Teplice. I. Die Agudas .fisroeWugendorganisation in der Slowakei beruft für den 20. Tamus ihre ordentliche Delegiertenversammlung nach Trencianske Teplice. Schon der Umstand allein, daß diese Tagung — wie voraussichtlich — die einzige Zusammenkunft der sie־- wakischen Aguda vor der Kenessio ist, läßt erhoffen, daß sie mit Erfolg gekrönt sein wird.. Es sollen dort alle Probleme der 2. Kenessio — soweit sie die Jugend an־ gehen — besprochen werden. Die Jugend ist also bemüht, ihrer Pflicht zur Aguda zu genügen. Eines bleibt aber unverständlich; warum kommt denn eigentlich n u r die Jugend zu einer Beratung zusammen? Warum befassen sich nicht. unsere agudistischen Landesväter mit den für uns so wichtigen Aufgaben der kommenden Kenessio Gedaulo? Warum wird hier in der Slowakei die Jugend in die vordersten .Reihen der Agudakämpfe vorgeschoben, während die Alten sich in den Hintergrund stellen und zusehen, wie die Jugend kämpft, kämpft für die Alten, statt der Alten? Die Jugend steht allein, findet keine tatkräftige Unterstützung, keinen Rat, kein Verständnis für die hohen Ideale der Aguda, die sie verkündet, trotzdem sie nur geführt zu werden verlangt. ״Was Wunder, wenn sie sozusagen ״s e 1 b s t ä n־ d i g‘ handelt, wozu soll sie fvagen, wenn sie ohne Ant־ wort bleibt, weshalb rufen, wenn niemand hören will?! Sie ist allein und handelt demzufolge allein. Schon mehren sich die Stimmen, die von der slo» wakischen Aguda als einer Organisation von jungen Leuten sprechen, schon bekommen wir den fragenden Vorwurf zu hören; ״W,o sind eure Alten?“ Wo unsere Alten sind? Sind sie vielleicht arbeits־ müde? Diese Frage sollen die nächsten Zeilen beant־ ־worten. II. In der vor wöchentlichen ״Jüdische Presse“ war zu lesen, daß die vor dem Kriege bestandene, seither von •der Agudas JisroebLandesorganisation übernommene ״M a c h s i k e H a d a ß“ sich wieder konstituiert hat. Vorerst war zu glauben, daß diese Neubelebung der Machsike Hadaß von Leuten ausgeht, die aus verschie־ denen Gründen der Aguda fernstehen (trotzdem kein ׳Grund stichhaltig ist, um sich der Aguda zu entziehen). Zu meinem größten Erstaunen mußte ich lesen, daß diese neuralfisiert gewordene agudistische Machsike Hadaß von Personen geschaffen wurde, die den agudisti־ sehen Leitungen angehören. Sie haben zwar damit be־ wiesen, daß nur Agudisten ״machsike ha־Daß״ sind, sie haben aber der Agudas und namentlich ihrer Jugend ein Unrecht zugefügt. Ihr Hindernisse in den Weg zu legen anstatt sich ihrer anzunehmen, ist wahrlich nicht in Ordnung. Wäre es denn nicht besser für beide gewesen, die Machsike Hadaß im Rahmen der Aguda weiter zu er» halten und zu aktivieren? Es hätte die Jugend ihre Füh־ rung gehabt, unsere Alten hätten ehrliche tatkräftige Hilfsdienste als Entgelt für ihre Führung erhalten. Wolxl haben wir ,ב״ך einige rabbinische Führer, denen keine Mühe für die Aguda zu viel ist,, aber wo sind unsere Baale Batim? In der Machsike Hadaß? Weshalb? III. Vidileicht lassen sich einige aktuelle Mussar־Worte aus dem vor der ersten Kenessio, a 11 e r der Thora unterordneten, vor תורה ]HD ausgesprochenen Befehl כה תאמר לבית יעקב וחדד לבני ישראל entnehmen. Jaakow ist der Name, den unser Erzvater in seiner Jugend trug, während der Name Jisroel sein graues Haupt schmücken sollte. בית יעקב wäre somit die Jugend, die mit frischer Kraft und starkem Arbeitswillen ausgestattet ist, die gerne der תוה״ק Dienste leistet, die den Führern folgt, denen soll der Wegweiser bloß eine Andeutung zur praktischen Tat, ein einfaches אמירה sprechen und das wird genügen. Unseren Alten hingegen, die unter בני ישראל gemeint werden können, müßten strenge Worte דברים קשים כגידים gesagt werden, um sie zur aus־ Übenden Tat für Aguda anzueifern. Die Teplicer Tagung möge unseren Herren der Mach־ sike Hadaß zeigen, daß' es noch immer eine Jugend in der Slowakei gibt, die trotz aller Schwierigkeiten die Fahne der Orthodoxie, die die der Aguda ist, hochzu־ halten imstande ist. Von dieser Erkenntnis geleitet, sollen sie bei der Kenessio erfahren, daß Agudas Jisroel einzig und allein m a c h s i k den Daß ist! Max Weiß. Generalversammlung der Bratislavaer Aguda-Ortsgruppe. Sonntag, den 13. Tamus, fand im Saale der Jesciiiwn- Mensa die Generalversammlung der Bratislavaer Ortsgruppe der Agudas Jisroel statt. Trotz der quälenden Hitze fand sieh eine beträchtliche Anzahl von Mitgliedern und Gästen ein, obgleich die Teilnahme der Mitglieder viel zu wünschen übrig ließ. Vom G. A. in Wien waren die Herren Dr. P. K o h n und Wolf P a p p e n 11 e i m anwesend. Den Vorsitz führte Herr Markus F ii 1־ s t, der erst vor einigen Tagen von einer Reise aus Froz Jisroel znriiekgekehrt war. Von den Versammelten lebhaft akklainiert. eröffnete er die Versammlung und begrüßte, die erschienenen Mitglieder und Gäste mit herzlichen Worten. Daran knüpfte der Vorsitzende einen knappen Tätigkeitsbericht. Die Ortsgruppe habe auch in der Bericlitsperiode unter erschwerten Verhältnissen den Aguda-Oedanken gepflegt und wachgehalten. Organisatorisch habe sich die Agtida in Bratislava allen!lindernissen zum Trotz wesentlich gefestigt und in Gründung der lokalen und auswärtigen Agiula-Frauen- und Mädohengriippo״ eine wertvolle Erweiterung erfahren, so daß die Aguda in Bratislava beinahe alle Juden organisatorisch umfaßt, sofern sie sich ohne Einschränkung znm orthodoxen Judentum bekennen. Es gibt zurzeit in Bratislava kein wirklich orthodoxes jüdisches Haus, in dem sich nicht das eine oder andere Faniilienglied auf irgend di ne Weise in der Aguda aktiv betätige. Nach einer kurzen Schilderung einiger Aktionen der Brntisluvuer Aguda auf dem Gebiete dos Tlioralcrnens. der Erez Jisrocl-Besiedlung und der Erziehung schloß der Redno׳• mit einem Ausblick auf die Kenessijoh Gcdauloh. Hierauf wurde der Kassabericht verlesen und von der Versammlung gutgeheißen. Unter allgemeiner Spannung ergriff sodann Herr Wolf Pappen hei m ans Wien das Wort, um seiner Freude darüber Ausdruck zu geben, daß in seiner ge1 liebti'1) Vaterstadt der Geist der Agudas Jisroel Verstüudnis und intensiv(‘ Pflege findet. Von .sichtlicher Wirkung waren die begeisterten und begeisternden Worte, die Herr Dr. P. Koh n an die Versa m in hing richtete. Er faßte die religiöse rdeenwelt des Judentums in ihrer differenzierten Abspiegelung in der Gegenwart klar zusammen und führte den Nachweis, daß gerade die slowakische Orthodoxie und ihre Jugend der ״Agudas Jisroel mein־ bedürfe als manche andere Länder, um für die Betonung ihrer Prinzipien den geeigneten Resonanzboden zu erhalten. Beide Redner ernteten reichen Beifall. Zur Generaldebatte sprach als erster Herr J. J. Braun und forderte eine regere und eifrigere Arbeit und mehr Verständnis für die Aguda als revoltierenden Gewissensmahnerin im Sinne kompromißlosen thorabegeisterten Judentums. Die Agudisten müßten mit größerem Nachdruck, als dies jetzt geschehe, der Schlaffheit und Tatenunlust in orthodoxen Kreisen entgegentreten und nicht davor znriiekschrecken, im Interesse der Erhaltung des Judentums für die kommende Generatioti tmcl der Wahrung ..der orthodox-jüdischen Seihstwürde von den Führern des jüdischen Volkes, den ׳Trägern der Thora, deren Führung sich die Aguda gern an vertraue, eine straffe und zielsichere Führung zu fordern. Die neuzuwählende Leitung der Ortsgruppe habe die Aufgabe zu übernehmen, sofort dafür zu sorgen, daß der Trumes Chower von allen Agudisten erholien werde, damit erstens die Delegierten auf der Kenessijoh Gedauloh mit gutem Gewissen als Wort- Führe*!• der Orthodoxie auftreten können lind zweitens eine möglichst große Anzahl von Gästen auf der Kenessijoh Gcdauloh außer ihrer eigenen geistigen Bereicherung, die sie dort erfahren, den versammelten Führern kundzutun imstande sei. daß das jüdische Volk auch heute bereit ist. sich dem Willen der Thora zu beuge״, wenn nur die Führer den Führerstab mit starker Hand und sicht 1.1a v h o c h erheben möchten. Diesen beifällig aufgenommenen Ausführungen schloß sich Herr Willi. K o h n namens der bisherigen Ortsgruppenleitung im wesentlichen an. Der ׳Aguda- Ortsgruppe harren umso größere Aufgaben, je mehr im Öffentlichen Lehen Verstöße gegen den Geist der Orthodoxie Vorkommen. Tn diesem Zusammenhänge brachte er den vor zwei Wochen in der ״Jüdischen Volkszeitmig“ gegen Se. Ehrw. Herrn Obe r r a b b i n e r Schreibe r, den Ehrenpräses der Bratislavaer Aguda-Ortsgruppe und den Jerusalemer Kolel veröffentlichten denunziatorischen Artikel zur Sprache. Es entspreche ganz gewiß den Gefühlen der Versammlung und aller orthodoxen Juden in der Gemeinde, wenn er es ablehne, sich bei dem an der Spitze des betreffenden Artikels mit Namen genannten Verfasser aufzuhalten. Ein jeder in dev Preßburger Gemeinde wisse, daß an solchen Erscheinungen die Hintermänner und der Geist die Hauptschuld tragen, die diese zum tiefsten Schmerze aller Bessergosinnten in jahrelanger Arbeit großgezogen haben und noch weiter großziehen. Diesem sich im Hintergrund haltenden Geist der Zerstörung der Thoraautorität solle die Versammlung aus Anlaß des jüngsten beschämenden und betrübenden Ereignisses in einhelliger Empörung ihre Verachtung a 11 s s p r e e 11 e n. (Rauschende Zustimmung der ganzen Versammlung.) Auf Vorschlag der Kandidievungskommission wird hier der Ortsgruppenausschuß gewählt, der sich innerhalb 8 Tagen zu konstituieren lind aus einer Mitte den Vorstand zu wählen hat. Auf allgemeinen Wunsch gibt sodann Herr Markus Fürst in einem einstiindigen Vortrag die Eindrücke wieder, die er während seines zweimonatigen Aufent-!!altes im heiligen Lande gewonnen hat. Herr Braun dankte dem Vortragenden und die Versammlung wird hierauf vom Vorsitzenden mit dem Wunsche einer rührigen Tätigkeit geschlossen. Rabbi Jecheskel Juda Kraus זצ״ל Aus N i t r a wird uns berichtet: Am Sonntag א׳ סרח wurde der durch seine vorbildliche Frömmigkeit, hervorragende Gelehrsamkeit und seinen edlen Chrakter bestbekannte Lehrer R. J e di e s k e l Juda Kraus zu Grabe getragen. Die לןו׳ gestaltete sich zu einer großen Trauerkundgebung. Zahlreiche Schüler und Verehrer aus Nah und Fern geleiteten ihren geliebten Lehrer zur letzten Ruhe. Der heimgegangene Sohn des großen Gelehrten und Pädagogen Rabbi Mosche Chajim י״זל* Begründers der hiesigen Talmud Thora-Schule, war in seiner Jugend ein vorzüglicher Schüler der ישיבות Tokaj, Preßburg und Nitra. Frühzeitig wurden seine pädagogische Fähigkeiten erkannt. Mit 18 Jahren wirkte er bereits als Religionslehrer an der Mittelschule. Nach seiner Vermählung wurde er Kaufmann im Hauptberufe. Die aufrichtige Liebe zur תוה״ק und die Erkenntnis der תוהיק «U erzieherischer Faktor, ließen ihn jedoch sein vornehmstes Bestreben als Jugenderzieher zu wirken, nicht vergessen. Vormittags sorgte er für den Lebensunterhall seiner Familie und den Nachmittag heiligte er der Jugenderziehung. Fünfzig Jahre hindurch versah er hingebungsvoll dieses Amt selbstlos, ohne jedes Honorar. Tausende von Schülern, darunter viele Rahbiner. tränkte er aus dem unerschöpflichen Borne seines Wissens und führte er ein in die Grundbegriffe der הו״״ק Seine geistreichen Vorträge am Schabbos. voll jüdischer Ethik, erwärmten zahlreiche jugendliche Herzen für die Erhabenheit der Thora. Unendlich groß waren seine Verdienste auf diesem Gebiete. Er begnügte sich jedoch nicht mit dem lehren allein, er war auf allen Gebieten der תורה! עבודה וג״ח vorbildlich. Lange Jahre wirkte er mit seiner klangvollen Stimme als ב״ת• Vier Dczennie» war er Kassier und Förderer der קופת רמבעה״נ und Gabbaj der Cliewra Kndischn. Als Begründer des ..Marpe Lencfesch“ rief er einen Zweigverein, ״Bilcur Cliolim“. ins Leben. Solchergestalt segensreich wirkend erreichte er ein Aller von 73 Jahren. In Abwesenheit Sr. Ehrw. des Herrn Oberrabbiners, sprach Herr Rabbiner Markus Vorhand in bewegten Worten Uber die Verdienste des Verblichenen. Am Friedhof sprach namens des Lehrkörpers Herr Chajim Weisz und schilderte tief erschüttert das Leben dieses vorzüglichen jüdischen Pädagogen. Die Besucher der Schiurim der Aguda- Jugendgruppc, größtenteils Schüler des Verewigten, ehren sein Andenken durch allabendliches Mischnajoth- Lernen. הנצב״ה . Talmid Echod. Rabbiner Aron Krausz s. A. Am ersten Tag des Scliwuosfestes verschied nach kaum zweitägiger Krankheit, in seinem 56. Lebensjahre, der erste Rabbiner der isr. Kultusgcmeindc zu Sp. Nova- Ves (Iglo) Aron Krausz. Verfasser des Werkes מטה א ה! ר ן nachdem er dort 30 Jahre .segensreich gewirkt hatte. Als Spröfiling einer alten Robbinerfamilie (Sohn des’ R. Jakov Koppel Krausz zu Ais), widmete er sich dem Rabbinerberufe. Gar fleißig oblag er dem Thora- Studium in der Jesduwa des Rabbiners Dr. Breuer ץ צ״ל in Papa, hernach wurde er Schüler des שבט סופר in Preßburg. wo er sechs Jahre lernte und vom selben auch zum Rabbiner autorisiert wurde. Im Jahre 1899 wurde er nach Iglo zum Rabbiner gewählt, wo er mit seiner Antrittsrede zugleich den damals dort erbauten ersten Tempel ein weihte. Während seines Wirkens hatte er eifrig gestrebt, das religiöse Gefühl seiner Gemeindemitglieder zu wecken und zu kräftigen. Einsehend, daß der Woehenmarkt am Samstag sehr hindernd wirkt, daß die Juden dort den Sabbath nach Gebühr feiern, hatte er eifrig angestrebt, diesem Uebel abzuhelfen und den Markttag auf einem Wochentag verlegen zu lassen, was aber zu seinem größten Leidwesen scheitelte. Im vorigen Jahre war es ihm gelungen, separate Koscherfleischbänke durch die Gemeinden errichten zu lassen, die hiefiir die die Kosten von S0.000 Kc. aufbrachten. Er war schon längere Zeit leidend und seine Kultusgemeinde scheute keine Geldopfer, um die Gesundheit ihres würdigen und allgemein beliebten Rabbiners herzustellen. Aber vergebens waren die Opfer und die aufopfernde PFlege seiner Gattin, die lange anhaltende Krankheit siegte über den entkräfteten Körper. Seine Bestattung gingen אסרו vor’sich. Tm Beisein von unzäkligen Trauernden wurde der Sarg vom Trauerhause in den Tempel getragen, wo die Deputationen der Behörden, Konfessionen, Mittel- und Elementarschulen, Vereine vieler isr. Kultusgemeinden von nah und fern versammelt waren. Nachdem die הקפות gemacht wurden, sprachen tief ergreifend sein Bruder, Rabbiner Simon Krausz aus Ais. Rabbiner March Eckstein aus Kosice, Rabbiner Julius Klein, Schulleiter zu Levoca und würdiglen den Verblichenen als Mensch, Rabbiner und Juden. Hierauf wurde der Sarg auf dem Friedhof getragen, wo noch Rabbiner Salonion Singer aus Bosac, Rabbinatsverwese!• Deutsch zu Lipt. Sv.-Mihulas und Dr. Desider Klein aus Eperjes sich mit schönen Worten von ihm verabsdiiedeten. Tm Namen seiner Gemeinde und im eigene m Namen nahm der Gemeindepräses Herr Simon Polink von ihm Abschied. Besonders lobend muß die pietätvolle Tat der Gemeined hervorgehoben werden, daß sie — nachdem der Heimgegangene keine Kinder hatte — 10 Bachurim aus der Jeschiwa zu Hunsdorf kommen ließ, die während der Schloichim im Sterbezimmer des Rabbiners ununterbrochen Mischnajos lernen und auch dort beten. Wahrlich rührend war das Benehmen der 'jüdischen Holzarbeiter der Säge in Tglo. Sie wußten nicht anders ihren Dank zu äußern, fiir das viele Gute, daß ihnen ihr Rabbiner erwiesen hatte, als dadurch, daß sie von der שמילה bis zur Beerdigung keinen anderen zum Toten zuließen. Sie selbst hoben das Grab aus, trugen die Bahre vom Trauerhause in den Tempel, vom Tempel durch die weite Strecke bis zum G-ttesacker, denn sie behaupteten, daß nur sie, die Armen wissen, welch selten gutes Herz der Verblichene hatte, wie sehr er das Weh seiner Nebenmenschen mitempfunden und mit welchem Topolcauy. Auf Einladung des׳ Vorstandes der שומרי חתה!hielt Se. Ehrw. Herr Rabb, Sc h 0n k aus Wiien. der hier zu Gast weilt, am vergangenen שבת הורש eine besonaers inhaltsreiche דרשה welche ■die zahlreichen Zuhörer begeisterte und allen einen wahren ע1נג שבח bereitete. Der Vorstand spricht dem ehrwürdigen Redner herzlichsten יישר כח aus. Vortrag in Presov. Vergangene Woche wellte Herr Rabbiner Dr. Lieh big aus Hamburg einige Tage in Presov. Es gelang •unserer Aguda-Gruppe, ihn zu einem Vortrag über die deutsche Judenheit zu gewinnen. Das!Referat wurde am 24. v. M. in /unseren Sälen vor einem großen Auditorium, das zu einem großen Teil aus den vorliehmsten Bale-Batem unserer Kehilla bestand, gehalten. Der Redner, ■der mit den Verhältnissen des deutschen wie des tschechischen Landes wohl vertraut ist. verstand es ganz vorzüglich, uns in kurzen anderthalb!Stunden in einer klaren knappen ■Darstellung, ganz im Geschmack seiner Zu-!hörer. ein deutliches Bild ׳von!der Lage der deutschen Juden zu entwerfen. Der Redner erwähnte!besonders die von Deutschland ausgQgangene Reform. ׳Er besprach dann eingehend die deutsche Aguda und befaßte sich ausführ־ ticher mit dem!• jetzt so aktuellen .Problem id'es § 4 und des;Eintritts der Aguda in die Jewish-Agency. Das Ganze war durchwirkt von auserlesenen!Perlen der Homiletik und hinterließ ׳einen unvergeßlichen Eindruck auf seine Zuhörer. Es war ein Erlebnis. Unter stürmischem Beifall leerte sich der Saal. S—n. R . . . tz.

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