Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 30 (26.7.1929)
- Date
- 1929-07-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Novtoov*??plstnö povofene riadli post a telegraf©▼ v Bntlslave Öls. 415722#־111־. Zeitungen vom Verleger versendet« Journal expödla par l'edlteir ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS JÜDISCHE PRES Redaktion n. Adtnln?8trsH00r Wien, fl.. Leopoldsg&88e Äfi, 1. Stiege, 1.* Stock.-־- Tel. R 45-494־. ficbechoelowakei; ,Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. —• Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. &bonn2m־sntsprelse ,־ Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei iscbsch. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse“, Wien für Oesterreich! Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland: Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postsclieckk. Zürich VIII. 4117; liir die Tschechoslowakei: ,Jüdische Presse“, Bratislava, Postspk,-AmtPrag Konto Nr.533S6 Nr. 30 Wien-Bratislava, 26. Juli 1929 ,כ*ה וינדדפרעסבורג יי׳ח תמוז תיפ״ט 15. Jahrg• Die Leitung der Wiener Aguda-Zentrale beim österreichischen Bundeskanzler. Die Leitung der Wiener Agudazentrale erschien Donnerstag, den 25 d. M., beim Herrn Bundeskanzler Streeruwitz, um ihn über Zweck und Ziel der religiös-orthodoxen Weltorganisation Agudas jisroel, speziell aber über den im September d. J. in Wien stattfindenden Weltkongreß (Kenessio Gedaulo) zu informieren. Herr Bundeskanzler Strecruwitz empfing die aus den Herren Präsident Rabbiner Dr. K 0 h 11, Rabbiner Dr. Joel Po Hak und Moritz Felsenburg bestehende Delegation überaus freundlich und betonte in Erwiderung auf den Vortrag der Delegierten die große Wichtigkeit eines jeden Bekenntnisses zur Religion, die heute mehr denn je ein sicherer Faktor der Erziehung und Gesellschaftsbildung sei. Oberrabiner Wilhelm Reich, Badener Nach Redaktionsschluß erreicht uns die traurige Botschaft, daß Oberrabbiner Reich in Baden bei Wien im Alter von 79 Jahren Donnerstag vormittags plötzlich verschied. Oberrabbiner Reich nahm tagsvorher, Mitts woch nachmittags an einem Leichenbegängnis teil, wo er noch die rabbinischen Funktionen versah. Am Friedhof überkam ihn ein plötzliches Unwohlsein. Er wurde sofort ins Spital gebracht,, wo er Donnerstag vormittags ver־ schied. Die Bestattung findet Freitag nachmittags um 3 Uhr vom Trauer hause statt. Der Komarnoer Rebbe gestorben. Der berühmte Komarnoer Rebbe, Sn Irin, ist im Bade Tazmannsdorf, "Mittwoch dieser Woche im Alter von 68 Jahren verschieden. Er wurde' nach Komarno überführt. Der Petrikauer Raw, Rabbi Meir Sehapiro in Wien. Wien. (AJPB.) Rabbi Meir Sehapiro, der Gründer der Jesehiwa Cliachmej Lublin traf Ende voriger Woche in Wien ein und hielt in der Agudazentrale dringende Konferenzen, die Kenessio Gcdaulo und insbesondere die Einweihung der neuen Jesehiwa betreffend, ab. Die amerikanischen orthodoxen Rabbiner kommen zur Kenessio Gedanlo nach Wien. (AJPB.) Auf der letzten Konferenz der orthodoxen Rabbiner in Amerika, welche im ״Degel-Uaraboiiim“ organisiert sind, stellte Rabbi Kahana den Dringlichkeitsantrag eine größere Delegation zur Ken. Ged. zu entsenden. Der Vorschlag wurde von den Rabbinern Tennenbaum, Gartenhaus, Kolm, Zweig׳ u. a. diskutiert. Der Vorschlag wurde mit der Motivierung unterstützt, daß der Degel llarabonim mit dem rabbinischen Rate wegen dev Agudafrage und in anderen wichtigen Augelegenhciteu beraten müsse. Der Dringlichkeitsantrag wurde einstimmig׳ angenommen. Es wurden in die Delegatiou gewählt: Die Rabbiner Rimolt, Eiseuzweig, Landau, Jskolsky und Gartenhaus. Die Vorbereitungen für Reise wurde einem Komitee übertragen. שרמז כשר (תחת השגחת הרב ר׳ ישעי סורסט. שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner J e s a i a Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! □גסירק ,<ו?־31ח Kenessio GeOenle nnS Ule Min Apneg. Von Dr. S. Roth, Brooklyn. UJHJKONGHESS | D.AGUDAS-JISROEl 3© (WEH. 10.-1?. SEPTEmBEB Zwei große Organisationen ringen in der politisehen Arena des Judentums um Geltung. Die .zionistische seit nahezu 30 Jahren und die agmiistische seit 10 Jahren unter Außerachtlassung der Weltkriegszeit, die beide zur Untätigkeit verurteilte. Während Agudas Jisroel au Macht stetig zunimint, haben die Zionisten ihre Blütezeit bereits hinter sich und stellen heute schon, trotz ihrer ungeheuren Groß(', ohne Jugend da, erleben Krise um Krise, die sie zwingen, nach neuen Einnahmequellen für ihren noch ungeheuereren Bcamtenstab mit allen Mitteln der Erfindungslind Diplomatenkunst zu suchen. Eine solche Eintagsfliege — oder bleiben wir lein bei der Diplomatenspraehe — ein solcher Zweckverband ist die Jewish Agency. Trotz Protestes der sogenannten Revisionisten, die cs wirklich ehrlich meinen —> mit ihrem zur Tradition gewordenen jüdisch-nationalen Chauvinis• unis. soll sie konstituiert werden. Nicht. Säbelrasseln noch bombastische Worte über Freiheit und la gloire de In nation soll nunmehr die sich nach geistiger Nahrun: sehnende Jugend enthusiasmieren, sondern business, business. Die Jewish Agency wird einfach ein Geschäft, das soundsovieie Beamte erhalten muß. Sie wird — trotz Revisionisten — stets bereit sein, vor einer Angelegenheit, die schon lange vor dem Zionismus, vielleicht schon im Mittelalter, bei den Juden unbestrittenes Bürgerrecht erhielt, tiefste Verbeugungen machen. An Stelle der stolzen Worte ״mi schetoraeh beerew schabbos jauclml beschabbo.s“ wird nur diese eine Angelegenbeit die Triebfeder der neuen Gesellschaft mit beschränkter Haftung werden. Der Kowcd ist es, der viel besungene, der nun die alten Herren mit ihren großen Geldsäcken an Stelle der verlorenen Jugend mit ihrer Begeisterung mobil!'- siereil soll. Der Kowed ist das unsagbare Eluidiuin, mit dem nun nach allem, was Rang und Namen hat, nach allen Regeln der Kunst .Bauernfang getrieben wird. So häßlich die Sache auch klingt, ist es doch ganz sicher, daß das Geschäft wenigstens vorderhand gehen wird. Juclbu sind nun einmal für Kowcd unendlich zugänglich. Sie werden ihn auch haben, werden Geld geben dürfen, soviel sie nur besitzen und werden schweigen müssen. Sie werden schweigen müssen, wenn ihr Geld mich zur .Propaganda gegen sie selbst benützt werden wird. Was ist diese jewish Agency eigentlich!׳ Sie ist ein Instrument zur Aufbringung der für die jüdischnationale Politik notwendigen Geldmittel. Es dürfen sich zum Glücke für die gesamte Menschheit auch Nicht- Zionisten beteiligen, d. 11. sie dürfen Geld'geben. Jede Einflußnahme auf die Anwendung der Gelder oder auf die Richtlinien politischer, wirtschaftlicher oder sonstiger Natur ist ihnen von vorneherein genommen. Es ist im 20. Jahrhundert ein Unikum ohne Analogon, daß die jewish Agency von ihren Initiatoren und Propagatorcn als Parlament des jüdischen Volkes bezeichnet wird, obwohl es so reaktionär konstituiert wird, daß 50 Prozent der Sitze und das Präsidium den Zionisten garantiert werden. Diese jedem demokratischen Prinzip Holm sprechende Gestion wird noch erhöht durch die ״Erheiimmg“ der restlichen 49 Prozent des Parlamentes. Nicht Volksentscheid, sondern das Gutdünken einzelner .Herren — natürlich meistens Zionisten — bestimmt in jedem Lande, wer liineindarf und wer für ewig־ verdämmt ist, draußen zu bleiben. Diese Landeskomitees wählen natürlich nur solche Herren, von welchen sie annehmen, daß sie durch ihren gesellschaftlichen Rang und ihr Geld eine finanzielle Stärkung ihrer Fonds bedeuten, ohne daß ihre Kritik an den Machinationen dieser unantastbaren Mehrheit zu befürchten ist. So ist es zu erklären, wenn trotz der Versicherung, alle Schattierungen des Judentums müssen und werden in der jewish Agency vertreten sein, bis zur Stunde Wir bringen nachstehenden Aufsatz eines a m e r i k a 11 i s c 11 (11 י Agudisteu mit der Bemerkling. daß man in Europa über die von ihm angeschnittenen Probleme auch in agiidistischen Kreisen vielfach anders denkt. . D. R. keine Intervention bei der Agudas Jisroel unternommen wurde, um diese, für die Beschickung׳ der J. A. zu gewiimeii. wiewohl di(' Kenessio Gedanlo vor der Tlir stellt und. die Schwierigkeiten einer Einigung mit den Zionisten dank deren rücksichtslosen Politik auch diesen hinlänglich bekannt, ist. Daß die Zionisten die Kritik der Agudisteu fürchten, welche ihre unheilvoll(' Taktik am besten kennengelcrnt haben und sie daher eitrigst bekämpfen, liegt atif der Hand. Ebenso ist es klar, daß eine j. A. ohne Agudas Jisroel — also ohne die thorntreuen .Massen — umlenkbar ist und von vorneherein als totgeboren bezeichnet werden muß. Es wurden wohl einige Agudisten unter Ii-inweis auf ihren überragenden Einfluß — wie etwa Senat()!־ Zirclsohn in Kisch inan oder Dr. Leo Jung in New York — zur Teilnahme eingeladen, doch sie lehnen sie alle aus parteidisziplinarischen Gründen bis zur ־ Entscheidung-, durch die Kenessio Gedanlo ab, ohne auf Struktur oder Zweck der Jewish Agency meritoriseh einzugehen. Die Kenessio Gedanlo wird sich somit mit dieser Frage zu beschäftigen haben. Sie bildet allerdings kein schwieriges Problem, da sich Aguda Jisroel niemals an der Bildung eines Parlamentes oder irgend eines Grcmiums beteiligen wird, das auf absolut undemokratischer Basis steht. Sie wird sich etwa mit der Feststellung folgender Punkte zufriedcnstellen können: 1. Agudas Jisroi'i-WeRorganisntioii hat ebenso wie ihre Landesorganisationen keinerlei Einladung zur Be- Schickung der Jewish Agency erhalten. 2. Das Verhalten jedes einzelnen Agudisteu in dieser Frage ist von der Entscheidung der Gesaintpartejleitmig, bezw. Kenessio Gedanlo abhängig. 3. Die Jewish Agency garantiert 50 Prozent der Sitze und das Präsidium der zionistischen Partei. Dieser 1!!!demokratische Vorgang unterbindet der Aguda jedweile Teilnahme, da er das Rechtsgefühl jedes objektiv Denkenden empfindlich verletzt. 4. Es erübrigt sich daher, festzustellen, ob sie eine Art überstaatliches Parlament im Interesse der einzelnen Staatsbürger für opportun hält■ oder A’erwirl't. 5. Sollte sie zu ersterer Ansicht neigen, so müßte sie vor aller Welt neuerlich dokumentieren, daß die zionistische Partei jeden Versuch einer Einigung in Repniseiitatiousfragen stets dadurch'vereitelt, daß sie dieser jede annehmbare Grundlage entzieht and daher die Verantwortung für alle daraus entstehenden nachteiligen Konsequenzen auf sich ladet. 6. Sollte die zionistische Partei den angeführten. Yerminftsgrimden zugänglich ■werden und' Parteii me ressen zugunsten der höheren Interessen detfHeiligen Landes zuriickstellen und für eine durchgehende Demok 1׳ a t i s i e 1׳ u 11 g־ einer zu schaffenden Jewish Agency .sorgen, wird die Aguda jederzeit zu Verhandlungen. hereit sein. Sie wünscht nicht bloß die Struktur eines von allen Schattierungen des Judentums ihrer tatsächlichen zahlenmäßigen Stärke entsprechend gewählten Gremiums nach streng demokratischen Grundsätzen zu bilden, sondem auch Zweck, Ziel und Arbeitsmethode vollkommen dem Parteigetriebe aller Richtungen zu entziehen. J. M. Lewin über die Kenessio Gedaulo, Anläßlich seiner 'Wiener Anwesenheit׳ ׳gab der Präsident des gesehäftsführeiideii Ausschusses der polnischen Agudah, Herr J. M. L׳e׳w׳ii1r, dein Schrifitführer der Wiener 'Wochenschrift ״Die Wahrheit“ verschiedene Auskünfte über aktuelle Fragen. Herr J. M. Löwin. ein 1Schtwieffersohn des!bekannten Gerer Robben׳, äußerte sieh sehr ׳zufrieden• über die derzeitige Situation der polnischen Agud'ah, d׳ie mit iihren 600 Ortsgruppen!und 100,000!.Mitgliedern, ihren Jugendgruppen und •Arbeit er gruppen einen großen 'Machtfaktor lim ■polnischen Judentatm d'arstellt. Dies äußerte sich auch bei den letzten Seimwahlen, bei denen ׳die Aguda,h \יי Was bietet die führende Weltfirma Othmar Schiff, Wien, I., Kärntnerring Nr, 6 ä?»lo"U-%el.d1JI41.3l62! in Damenperücken? I, Modernste und individuelle Ausführung il. 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