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Jüdische Presse · 1929-07-19 · 29 (19.7.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
29 (19.7.1929)
Date
1929-07-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 29 Bollinger Elskasten sind seit 1870 die besten! XV., STAGLGASSE tO (BEI MARIAHILFERSTRASSE 148) VII., BURGGASSE 17 Tel. R38־5־30־, R-35-8-47 u. B-32-380 Rosenberg wandte sich in gleicher Weise gegen die refor-: mist'ische Vie gegen die konservative (liberalisierende) Richtung im Judentum und sagte, die Reformer ■seien eigentlich weniger gefährlich, weil sie ihren ■Standpunkt öffentlich darlegen: sie liebäugeln mit christlichen Lehren, ihre Rabbiner nehmen das Neue Testament zur Grundlage ihrer ,Predigten. Die größeren Gegner sind die Konscrvativen, die unter der Maske des traditionellen Judentums auftreten. aber sich über die fundamentalen Gesetze und die Reinheit des jüdischen Familienlebens :hinwegsetzen. Sie erlassen religiöse Schciäungsurkundcn in englischer, statt in ׳hebräischer Sprache und nehmen Trauungen ohne die vorgeschriebenen qualifizierten Zeugen vor. Diese jüdische Zentrumsbewegung führe die Jugend irre, indem sie ihren Nachdruck auf soziale Betätigung, Schwimmbassins und Tanz, anstatt auf Rcligionsübung legt. Drucklehlerberichtlgung. ln den vorwöchigen Leitartikel ״Für die Knechte der Freiheit“ haben sich bedauerlicher* weise viele Druckfehler eingeschlichen. So: in Zeile 4 soll es anstatt um ein Papier, ״Panier zu sammeln“ heißen; ferner Zeile 24 ״durch alle Folter“; Zeile 46 richtig lauten: ״gegen jede jüdische Regung“; Absatz 2, Zeile 2: ״den bitterer Qual Preisgegebenen“. Wilnaer Allerlei. Vor einigen Tagen veranstaltete die Agudas Jisrocl am Saale der Philharmonie eine große Demonstrations- Versammlung, zu •der auch prominente Gäste erschienen. ‘Die Herren A. J. ׳F.riedmann und Orleons hielten ausfiihrfliehe Referate über Wege und Ziele der Agudas Jisroel. F.riedmann hielt scharfe Abrechnung iriit!allen destruktiven Elementen und Parteien und zeigte besonders auf die Gefahr der ׳Gegenwart hin, wo ■die antireligiösen Elemente, aiicht mehr wie dazumal, einzeln und fiir sich arbeiten, sondern in Verbindungen ein jüdisches Volk neben den Völkern wollen. Der Nationalismus sei der natürliche Afttsfläufer der Haskala. Das religiöse Judentum sei nicht frei von Schuld und Tadel, da es all ■die Jahre hindurch untätig den ■anderen die Zügel 'in die Hand gab. Es sei für uns!keine Machtfrage, sondern lediglich ein heiliges Gebot ■der Stunde, die eigenen!Interessen selber in die Hand zu nehmen. Mit diesem Ziele vor Augen trete ,inan in die Vorbereitung fiir die K. G.. und diesem ■Ziel soll auch die ׳Arbeit der >K. G. selbst gewidmet sein. Die Thora fürchtet den offenen ,Kampf nicht. Gewarnt seien al'e orthodoxen Juden vor den sogenannten ,neutralen Parteien. ■Die!Referate;machten ungeheuren Eindruck. Unter großer Begeisterung wurden wichtige Beschlüsse gefaßt, die noch mitgeteilt werden.!In der Frage des ׳" ■!bbinats ist eine ,Verschärfung der Gegensätze zu konstatieren. Da die Gemeindeverwaltung das Veto der Orthodoxie itnbe-!achtet ließ, sah sich letztere gezwungen, dieses direkt der Behörde zu übermitteln. Der Protest umfaßt drei Punkte: 1. Die Kehillaverwaltung ■hat faktisch mit der Anmeldung 'Riibinsteins als alleinigen!Rabbiner, ohne einen Modus vivendi ■zu!suchen, ׳die alten .autoritativen Rabbiner ■ihres 'Amtes enthoben. 2. Mit dem Einstellen!der Gehälter von einigen Rabbinern in das!Budget ist an ■der Sache nichts geändert, daß die alten ■Rabbiner rechtlos bleiben und ihren Einfluß •auf die Gemeinde verlieren. 3. Eine Lösung kann nur die Aufnahme sämtlicher Rabbiner ins Budget nach Warschauer Muster bringen, womit die alten rabbitiischen 'Autoritäten in ihrer führenden Stellung erhalten und bc-!stätigt!werden. , ״״,״, , Wilna!machte auch in anderen Städten und Stadtchen Schule. Der jüngste und krasseste Fall betrifft ■die alte Gemeinde Pinsk, in dessen Kebillarat neben acht Linksstehenden und vier Zionisten, drei Orthodoxe sitzen, bei ■fünf ׳Unparteiischen. An der Spitze der Verwaltung steht ,ein Zionist von der Grünbaum-Gruppe, der ■aber mit seinem Radikal'ismus sogar die Bund'isten übertrifft. •Auf Drängen der!Macht, ■einen Rabbiner anznstellen, erklärte er öffentflieh in!der Sitzung, daß er in .religiösen Fragen völlig desinteressiert sei und sich an einer Rabbiner wähl nicht beteiligen wolle. Damit nicht genug, leisteten sich ■die Herren von der flinken!Seite den ׳Spaß, ׳einen sfta׳d!t!bekannten Menschen, der nicht!klar im Kopfe ist lind zum Gespött der Jugend sich als ״Rabbi“ ausgibt, •als ׳Kandidaten für den!Rabbiner.posten aufzustellen. Damit wollten sie nur ein wenig Ulk ׳mit den ,,Schwarzen“ treiben. Es fehlte nicht viel und der!Kandidat, bei dem sich dadurch die. fixe Idee noch mehr festsetzte, wäre gewählt und von der Obrigkeit auch bestätigt worden. Nur die Drohung mit der Staatsanwaltschaft — wegen Verspottung der Religion — hielt die sonderbaren Spaßmacher noch im letzten Augenblick davon ab, 'ihr Spiel zu Ende zu führen. Die Kämpfe gehen dort weiter. So tief gesunken ist die Ehre der Thora im alten Litauen, ׳und ■begonnen hat es!in W!i!lna. Pogrom In Litauen.!(J. T. A•) In dem Städtchen!Newi in ■der Nähe von IKowno ■veranstalteten mit!Revolvern!bewaffnete litauiische ׳Fascisten einen regelrechten Pogrom gegen die jiidisehe Bevölkerung des Ortes, die insgesamt 17 Familien zählt. Mindestens die Hälfte der jüdischen Einwohnerschaft ,wurde grausam mißhandelt, einige Juden liegen infolge der Verletzungen bedenklich danieder. ׳Der 40jährige ■David Schliachtil wurde, als er seiner von den Huligans ,schwer bedrohten Frau beistehen wollte, durch einen Revolverschuß getötet. Mehr als fünf Stunden ■lang dauerte der Pogrom. Auch Greise und kleine Kinder wurden nicht verschont. Die!jüdischen Häuser wurden ausgeraubt. Als die (her■beigerufene Polizei erschien, waren die Huligans in den! Städtchen nicht mehr anzutreffen. Die ■jüdische Bevölkerung des Städtchens ׳ist durch diese Erlebnisse seelisch furchtbar niedergedrückt. Der ״Beizer Rebbe“ in Berlin. (J. T. A.) Am Don־ nerstag traf der Rabbi von Beiz, Rabbi Rokach, in Berlin •ein, um wegen eines Leidens Aerzte zu konsultieren. Auf •dem Bahnhof Friedrichsstraße erwarteten ihn zahlreiche Chassidim in traditioneller Tracht, die den Rabbi beim Verlassen des Zuges begrüßten. Dezember 1929 Weltkongreß der Schomre Schabbos ln Berlin. (J. T. 1A.) ■Das Zentralkomitee!des WCltverbandos der Schomre Schabbos hat :in ׳seiner soeben abgehultenen Sitzung ׳beschlossen. Schnitte ■zur Einberufmnig eines allweltlichen! Saibbatkougresses ■einziileiten׳. ,Der Kongreß soll im Dezember 1929 in!Berlin stattfinde 11. 1,131.220 Dinar staatliche Beihilfe für die jüdische Konfession In Jugoslawien. (.1. T. A.) Das neue Budget des jugoslawischen Königreiches enthält die folgenden Posten für Zwecke der jüdischen Konfession: ■für das Großrabbinat und 13 Rabbiner 221.100 •Dinar, Teuemungszuflagen ,fiir jiidisehe Seelsorger, deren ׳Witwen und Walsen 810.120 Dinar, Subvention!der jüdischen theologischen Anstalt 100.000 Dinar. Die ׳Beträge werden, dem jüdischen Gemeindebund zur Verfügung gestellt. Der Gesamtbetrag der ׳staatlichen Beihilfe im Zeiträume 1.!Mal 1929 bis 30. April 1930 fiir ׳die jüdische Konfession iist 1,131.220 Dinar. Die Wilnaer Rabbinatsaffäre. Wilna. (A. J. P. B.) Eine von Senator Rubinstein und seiner Gemeinde eingebrachte Klage gegen den Redakteur des orthodoxen Wochenblattes. Herrn Josef Schub, endete mit einem vollen Freispruch des Angeklagten. Die Klage hat selbst auf 11׳ fclit orthodoxe Kreise einen beschämenden Eindruck gemacht.!Aus der Klage ist zu ersehen, daß die YVabl des Herrn ׳Rubinstein zum Oberrabbiner auf schwachen Füßen steht. Dr. Leo Jung in Europa. Z ii rieh (A. J. P. B.) Der Organisator der amerikanischen Agudas Jisrocl, Herr Dr. Leo Jung, befindet sich ,zurzeit ׳in Europa.!Er wird■ die!Betih Ja)ko\v־iBe׳wegun!g im Osten studieren׳, um auch in Amerika eine Beth Jakovv-'Sc 1 nu 10rganisati011 zu schaffen. Dr. Jung bleibt bis nach der Kenessio Gedaulo in Euro׳pa. Jerusalem. (A. J. P. T3.) Anläßlich der Geburtstagsfeicr des englischen Königs wurden die Herren Chefraibbincr Josef Ghaim Sonnenfeld und■ Sekretär Moses Blau eingeladcn׳, an einer 1Konferenz der Rcgierungsvcrtreter tcilzunehmen. Bei dieser ■Gelegenheit hatte der High-.Kommissär eine ausführliche Unterredung ,mit dem Führer der Agudas Jisroel in!Palästina, Herrn Moses ׳Blau, ■über die Lage der Orthodoxie. Ein Jerusalemer Universitiitshörer als Zeuge. J ei nsalem. (A. J. P.!B.) Kürzlich Vttnjde ■ein Jerusalemer Univdxsitätshörcr als Zeuge!vor Gericht gerufen. Als er vereidig.t werden ,sollte, weigerte er sich, auf ■den Glmmlsch!zu schwören,!mit der Begründung, daß er bloß sein Wort gaben!könne, weil er an die Bibel und1 an;!Gott nicht ,glaube. Dieses ׳ketzerische Vorgehen hat nicht nur in jüdischen׳, sondern auch in ■mohammedanischen ׳Kreisen unliebsamstes Aufsehen erregt. Eine ungasrisclie Kolel-Detegation über die Erzielumgsanstalten der Agudias Jisroel in Palästina. .1 c r u s al׳e,m. (A. J. P. fi.) Eine Delegation ungarischer!Kolcl hat ■in der Vorwoche sämtliche Erziehungsanstalten! der Agudas Jisrocl in Palästina besucht. Mitglieder!der Delegation äußerten sich zum Vertreter des A. J. P. ׳B,. daß sic von den Schöpfungen der Agudas Jisroel auf erzieherischem׳ Gebiete geradezu begeistert sind. Rabbi Cook gegen die Keren Kajemeth-iProDaganda. Jerusalem. (A. J.!P. B.) In der letzten׳■ Ausgabe des ״Hator“, ׳dem ■offiziellen Organ der 1Misrachiorgariisation in Palästina,!kritisiert!Rabbi Cook In einem an Ussischkin gerichteten 'Brief die Propagandaliteratur. die letzthin! vom Keren Kajemeth herausgegeben wurde, da diese von areligiösem Ungeiste strotzt •und die Jugend in Palästina vergiftet. Esset nur aus der unter Aufsicht der Adas Jisroel stehenden DAMPFBiSCKERES LEDERER &S&QHN Betrieb: Wien II, Hollandstraße 7 Telephon R-47-4-95 Verkaufslokal: II, Große Schiffgasse• 16 Telephon A-41-7-45 W i! e n. (A. J. P. B.) 1111 ׳Polen uud!Lettland erschien!zum ■erstenmal eine S c!h a 1b ׳b 0 s 1z e i t u n g, deren reichhaltiger Inhalt ausschließlich dein Schabbosgedanken gewidmet ist. Die Zeitung trägt den ׳Namen! ׳״Schalbbos“ und verzeichnet unter ihren Mitarbeitern prominente Führer der Orthodoxie. Agudas Jisroel־Jugend im Weltverband der Schomre Schabbos, (Sako.) Das Zentralbüro des Weltverbandes der Schomre Schabbos stand seit längerer Zeit in Ver־ Handlungen mit dem Rabbiner der Austrittsgemeinde von Jerusalem, Rabbi Chain! Sonnenfeid, die nun zu dem Ergebnis geführt haben, daß Rabbi Sonnenfeld die Agudas JisroelJugenclgruppe in Jerusalem dazu veranlaßt hat, korporativ dem Weltverband der Schomre Schabbos bei־ zutreten. Verurteilung eines Rabbiners wegen Unterhaltung einer Geheim-Jeschiwah. (J!. T. A.) Das Sowjetgericht in Zytomir hat den aus Weißrußland stammenden Rabbiner Aron B,r׳nk unter der Beschuldigung, daß er in ■der Stadt Nowograd-Wolyusk eine illegale Jeschiwah geleitet hat, zu 9 Monaten Gefängnis und׳ Deportierung nach den! Pskow-Gouvernement nach Verbüßung der Strafe verurteilt. Die Jeschiwah war vori 20 Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren besucht worden und befand sich im Gebäude des Beth Midrasch der jüdischen Gemeinde. Die Austrocknung der Siwasch-Siinipfe seil Raum zur Ansiedlung von 40.000 jüdischen Familien schaffen. (J. T. A'.)!Eine Forschungskommission hat sich von Moskau nach der Krim begeben, •um ■das Projekt der Austirocknung der Siwasch-Siinipfe zur Schaffung von 200.000 Hektar Boden fiir jüdische Landansiedlung zu prüfen. Agrojoint und Comzet haben je 20.000 Rubel für die Arbeiten der Kommission zur Verfügung gestellt. Der Berieht der Kommission wird noch im Somme,r dieses Jahres vorliegeu, so •daß. insofern er günstig ausfällt, schon im kommenden Jahre mit dem ׳Kolonisationswerk begonnen werden könne. Der Leiter ■des Agrojoint Dr. Rosen erklärte dem J. T. A.-Vertreter. daß -die Urbarmachung des Siwasch-Bodens 15 bis 20 Millionen Rubel kosten werde. Auf dem durch Austrocknung gewonnenen ■Boden würde man 40.000 jüdische Familien ansiedeln können. Der Plan der Siwascb-Kolonisation ist in das Arbeitsprogramm von Agrojoint fiir ׳die nächsten 10 Jahre eingeschlossen. ־ Die Sowjetregierung würde die Kosten der Urbarmachung. Agrojoint die •Kosten der Kolonisierung tragen. Die S'iwasch-Siimpfe befinden sich am Asowschen Meere. Sie bilden sich aus den vom Krim-Gebirge herabfließenden Gewässern. ■Der Plan geht dahin, große Stauwerke zu errichten ׳und Wasserreservoirs zu schaffen. Diese Reservoirs würden zur Bewässerung des neu gewonnenen landwirtschaftlichen Bodens dienen. Auf Feldern mit künstlicher Bewässerung kann man mehr Bauern ansiedeln, weil hier die Bedingungen für eine Intensivwirtschaft geboten sind. Noch ist es nicht an der Zeit, sagt Dr. Rosen, sich endgültig über das Projekt zu äußern. Eine Reihe von Untersuchungen und Erwägungen sind erforderlich. Wird die Forschungskommission die Durchfiihrbarkeit des Projektes zweifelsfrei feststellen, so wird ein neues Blatt in der Geschichte der jüdischen Kolonisation beginnen. Geringe Sterblichkeit unter den Juden Palästinas. (J. T. A.) Laut der off. Statistik zählte man im vergangenen Jahre in Palästina auf 1000 Christen 49 Geburten, auf 1000 Moslemiten 75 Geburten, auf 1000 Juden 42 Ge- כשר SEIFE Marke: ALEFBETH mit'הכשר des orth. Rabblnatsassessors, Koäice, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMANN & Co. SEIFEN-UND KERZENFABRIK, KO&ICE bürten. In dem gleichen Jahre zählte man auf 1000 Christen 22, auf 1000 Moslemiten. 37, auf 1000 Juden 12 Todesfälle. 41 Rabbiner und 40 Lehrer an dem Jizchak-EIchanan- Seminar graduiert, (J. T. A.) In diesen Tagen fand an dem orthodoxen theologischen Seminar, das nach Rabbi Jizchak Elchanan benannt wird, die Graduierungszeremonie statt. 41 junge Rabbiner und 40 Lehrer haben die akademischen Grade erhalten und ׳werden sich nun dem seelsorgerischen und erzieherischen Berufe ׳widmen. Das Rabbi^Jizcha'k- Elchanan-Seminar hat bekanntlich im Dezember 1928 sein neues iMonumcntaigebäiide bezogen and erhielt den Hochschulgrad. Der König von Abessynien und die Fallaschahs. JJ• II1• A•) Der Vorsitzende des Amerikanischen Pro“ raJIaschah-Koniitecs Prof. Feitlowitsch teilt mit, daß 1 ' o vo.F A'|cssynien 2500 Dollar fiir den Neubau der Schule für die Dallaschali-Kinder in Abessvnieas Hauptstadt Addis-Abeba gespendet hat. Inquisition auf Yeme«. (J. T. A.) Die Zeitung ״Doar Hayom •veröffentlicht den Brief eines׳ aus Y׳et11en eingetroffenen Juden, in weichem über den ׳furchtbaren GlaubciVszwang, den man auf der südarabischen ׳Halbinsel Yemen gegen die Juden ausii'bt, ׳berichtet wird. Der Iman Jahia von Yemen erließ vor Ende 1928 eine Verfügung, wonach alle jüdischen Knaben und Mädchen, deren Vater ■gestorben ist, zwangsweise dem Islam ■zu geführt werden sollen. Nach dem Willen der!Mutter und der Kinder •wird nicht gefragt. Auf Grund dieser Verfügung ■veranstaltet die Polizei seither eine ununterbrochene Suche nach jüdischen Waisenkindern, um deren zwangsweise Zuführung zum Islam zu bewerkstelligen. Diese Nachforschungen finden unter sehr peinlichen und für ■die Judenscha׳ft quälenden Umständen statt. Besondere Rcgierungsibeamte werden eriiannt, deren ■Aufgabe cs ist, ■die Kinder und die Jugendliehen ifiir den Islam;zu gewinnen und sie in die ׳Lehren des Koran eiiizuwei'hen. Nach den ersten erfolglosen Belniihungen wird von Uebcrredtingskuiisf •zu Zwang übergegangen. Die Kinder und Jugendlichen werden furchtbaren körperlichen Martern unterzogen und schließlich gefesselt und in tiefe Gefängiiis'kcller geworfen. ׳Man droht ihnen für den Pall, ׳daß!sie •diic!Bekehirtwig abiiehnen ■sollten׳, mit dem Martertode. Trotz aller dieser drastischen Maßnahmen konnte man seit!Mitte ■Dezember v. J., da der Erlaß des Iman bekanntgegeben wurde, im ganzen 27 jüdische Waisenkinder dem Islam zufiihren. Ein besonders tragischer Fall betrifft •zwei jüdische Waisenkinder, Bruder und Schwester, ■die am 23. Jänner nach sechswöchigen furcht-' baren Martern in den Schoß des Islam gebracht wurden. Die Bemühungen ■der Gemeinde, die ein beträchtliches ■Lösegeld für Freigabe des ׳Geschwisterpaares angeiboten hat, blieben erfolglos, weil der (Befehl zur Bekehrung dieser Kinder als unabänderlich hingestellt wurde. Während die Kinder den! Islam ׳zugeiii'hrt wurden, waren Hunderte ■von Juden um das Gebäude versammelt. Trotzdem die Juden des Yemen unter einen!!furchtbaren Druck gehalten und bei jeder Gelegenheit schrecklichen Verfolgungen ausgesetzt sind, bringGii sic den Mut auf, gegen die zwangsweise ׳Bekehrung ■von •Kindern, die an die schlimmsten Taten der spanischen Inquisition erinnern, Protest zu erheben. Jüdische Kriegsgefallene in Italien. Gorizia. (A,I. J.P. B.) Die israelitische Kultusgemeinde Gorizia ha.t sich bereit erklärt. Kriegsgefallene, die in der nächsten Umgebiing von Goriza begraben sind, auf Kosten ■der Ge- ■meinde auf dem jüdischen Friedhof Gorizia begraben zu lassen. Angehörige von Kriegsgefallenen werden gebeten, sich unter genauer Angabe von Daten bei der Kultusgemeinde zu melden. Aus der Lodzer Kehila. Auf der letzten Sitzung der Kehilaverwaltung wurden auf Antrag der Aguda •drei neue Dajanim eingestellt, ■lind zwar •die ׳Herren!Rabbiner Herz Hartstark, ■Rabbi Rosenstein ׳und Rabbi S'ilmann. Die ״Poale Zion" •lind Volkisten •haben sich der Abstimmung enthalten und ihre grundsätzlich ablehnende ׳Haltung zu religiösen Fragen durch Verlassen des Saales demonstriert. Rabbi •Herz Hartstark wirkt schon seit vielen Jahren als Dajan in Lodz und genießt größte Popularität, trotzdem wurde von •gewisser Seite seine definitive Anstellung ,immer ■hinter־ trieben. Nunmehr ist diesem Zustande ein Ende gemacht. Tschechoslowakei. Delegiertentag der Agudas Jisroel- Jugendorganisation in der Slowakei. Sonntag, den 20. Tamus (28. Juli), kalb 2 Uhr Nachmittag, findet im Kurorte Trencianske Teplice (Etablissement Astoria) der Delegiertentag der Agudas Jisroel-Jugendorganisation in der Slowakei statt. Zum Delegiertentag entsenden alle organisierten Aguda-Jugendgruppen des Landes der Zahl ihrer Mitglieder entsprechend ihre legitimierten Vertreter. Der diesjährige Delegiertentag dürfte wegen der bevorstehenden 2. Kenessijoh Gedauloh besondere Beachtung finden und den orthodoxen Jugendvertretern Gelegenheit geben, sich mit den großen Klalproblemen des orthodoxen Judentums vertraut zu machen. Auf der Tagesordnung . stehen folgende Gegenstände: 1. Begrüßung des O. V., 2. Begrüßung der L. O., 3. Tätigkeitsbericht, 4. Kassabericht, 5. Referat über die Ken. Ged., 6. Instruktionen zur Ken. Ged., 7. Generaldebatte, 8. Anträge, 9. Wahl desNVorortes und der ״O. V.‘\ Aller Vorausicht nach wird am selben Abend in Trencianske Teplice auch ein

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