Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 29 (19.7.1929)
- Date
- 1929-07-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Novlacvi vfplatne povoleng rladlt posi a telegrato* ז Brat’slave £Js. ■J1572.HI.2fc. Zeitnngen vom Verleger versendet. Journal expädle par r&ditesr JUIBCHE PRES ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS (Redaktion 0. Administration! Wien,!!.,Leopolds• gaese 26, 1. Stfege, 1. Stock. — Tel. R 45*494־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Bracbeint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Aboonemenispreise 1 Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei ischecb. K. 70, Einzelnummer öst. Or. 40, das übrige Ansland 2 Dollar. Zahlungen ■auf Konto .Jüdische Presse“, Wien für Oesterreich: Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland! Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Post* scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: ״Jüdisclie Presse“, Biatlslava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr.53386 Mp. 29 Wien-Bratislava, 19. Juli 1929 ,ב*ה דנודפרעשבות י״א תמוז תיפ״ט 15. Jahrg נסיה %ד־וכה□ im י8 •יי 6י® mm 11 lie Jogi!. Von Jacob L a 11 cl a u, Frankfurt a. M. Wir gellen nachfolgenden Ausfiilmingen Raum, ohne uns mit ihnen zu identifizieren! (Die Red.) Nicht was die Jugend von der Kenessio Gedaulo, sondern was die Kenessio Gedaulo von der Jugend erhoFft und erwartet, wollen wir im folgenden erörtern. Diese׳ Frage erheisch•{ eine klare Antwort, um so mehr, als sie in der agudistischen Prcsse^noeh keine Würdigung erfahren hat. Wir machen uns keiner Uebertrcibung schuldig, wenn wir die Behauptung aufstellcn, daß von der Beantwortung dieser scheinbar belanglosen Frage das Schicksal der Agudas jisroel in hohem Maße abhängig ist. Es ■ist nicht wahr, daß die Agudas Jisroel äugenb I i c k l i c-h sich in einer Krise befindet, ־wahr ist cs vielmehr, daß sie aus der Krise, die ihr schon von Geburt anhaftet, noch nicht Jierausgekoinmen ist. Nur infolge dieser generellen Krise tauchen bei ihr von Zeit zu Zeit Krankheitssymptomc auf, die wir vergebens zu überwinden suchen, solange wir nicht auf die eigentliche Krise ziiriickgreifen und sie radikal zu beseitigen uns anschickcn. Schon um die Zeit ihrer Anfüuge wurde die Agudas Jisroel, die nach historischer Weltgeltung־ strebte, in das Gezanke lokaler Gebundenheiten hincingczerrt, die ihr clcn Weg zur Geschichte versperrt haben. Als Organisation des Thoravolkes kann aber die Agudas Jisroel entweder geschichtlich oder — überhaupt nicht sein. Daß sie entgegen dem Willen ihrer Schöpfer am Lokalen haften geblieben ist, darin liegt ihre historische Unmöglichkeit, die die Agudas Jisroel naturnotwendig• von Krise zu Krise treibt. Um diese historische Unmöglichkeit aus der Welt zu schaffen, ist es nötig, d i e Agudas Jisroel völlig uinzugestaltea zu eine m rn ä c 111 i g e n F a k t o r de r t h o r atreuen j ü d is c h en N a t i o 11. Es ist eine Aufgabe von einschneidender Bedentung für die Zukunft der Agudas Jisroel, die zu lösen die junge Generation berufen ist. Dazu ist die ältere Generation, (lie sieb bis zur Selbstentäußerung• um das Werden dieser Aguda mühte, gar nicht in der Lage. Wer bei Gründung und Entstellung׳ der Agudas jisroel mitwirkte und das fast tragische Ringen ihres Werdens, das von unseligen Leiden und Kämpfen, von Zank und .Hader, von Mißgunst und Mißtrauen umbrandet war., mitmacben mußte, ist von einer derart wachsamen Aengstlichkeit erfaßt, von einer zitternden Liebe zum Gewordenen mit all seinen Neigungen zu Krisen erfüllt, daß er schon psychologisch nicht imstande ist, eine bcfreiende Tat zu vollbringen und die Aguda einer sicheren Zukunft entgegenzuführen. Allein die junge Generation, die mit dem Agudagedauken in seiner Reinheit groß geworden und frei von jedem Vorurteil und von jeder persönlichen Voreingenommenlieit ist, besitzt die Kraft und die Fälligkeit, die Aguda aus den parteiischen Rahmen herauszuheben und sie zur weltumfassenden Organisation des durch die Thora konstituierten jüdischen Volkes umzuformen. Es ist keine leichte Aufgabe, die Aguda über die lokalen Gebundenheiten hinweg in die geschichtlichen Not- Wendigkeiten einzugliedern, aber die sich Balm brechende Erkenntnis, daß der Sache der Thora n 11 r a 11׳ f g c s c!h i c h 11 ü c :h e ni Boden der •j ii d״i s c 'h e n Nation ein Sieg beschiedeu ist, gemalmt die junge Generation der thoratreuen Judenhoit a!1 die heilige Pflicht, sich dieser historischen Aufgabe mit Einsatz all ihrer Kräfte zu widmen. Die Realisierbarkeit der Agudaidee in ihrer historischen 'Tragweite hängt von der lebendigen Tatkraft der Jagend ab.. Die ältere Generation der Agudas jisroel, die sich unschätzbare Verdienste für die Lebendigmaclumg des Klalgedankens innerhalb des gesetzestreuen Judentums erworben hat. bedarf zum weiteren Aufbau des tlioratreuou jüdischen Volkes der Stoßkraft der Jugend, die historische Wahrheit mit historischer Notwendigkeit zu verbinden weiß. Ein Blick in die Anlänge der jüdischen Geschichte erschließt uns die Wahrheit dieses Gedankens, den die ältere wie die jüngere Generation der Aguda beherzigen möchte. Die erste Generation des durch die Thora konstituierten jüdischen Volkes, die* in der Wüste um die Wahrheit G-ttes rang, sieh gegen ihren Führer aufbäumte, haderte und murrte, sich der Sünde and dann wieder der Reue hingab, bis sie letzten Endes die Erkenutnis ihres gottgewollten Seins gewann — דור דעה —. ward nicht berufen, das Volk in das Land Gottes zu führen, cs in die geschichtlichen Notwendigkeiten einzuicilien und der Wirklichkeit Baumeister zu werden. Es war zwar ein דור דעה ein Geschlecht der Erkenntnis, aber zugleich auch ein סיבר ein Geschlecht des Chaos, das die Erkenntnis im Chaos des Werdens gewann und naturgemäß zur befreienden Tat nicht reif ward. Mit Vorurteilen belastet, von Aengstlichkeit ergriffen, mißtrauisch und mißgünstig•״ war cs der historischen Aufgäbe nicht gewachsen. Nur die Tutbereitschaft einer vorurteilslosen, hoffnimgsfrolien und zukunftssicheren Jugend, die der großen Idee klar ins Auge schauen konnte, vermochte das Volk in die Realität des geschiehtliehen Lebens cinzufiihren. Erschüttert von der Größe der historischen Aufgäbe, die auf ihr lastet, hat sich die junge Generation der Aguda in einer Arbeitsgemeinschaft mit dem Namen ״Arcwus“ zusammcngeschlossen, die auf die Verwirklichung dieser Aufgabe mit dem leidenschaftlichen Ernst ihres jüdischen Klnlbew׳iHseins hinarbeitet, Ihr 'gesellteil sich die Führer des thoratreuen Judentums, die Rabbinen und Lehrer, die die Tatbereitschaft der Jugend zu würdigen wissen, zu. Von nah und fern strömen ihr Freunde zu. die dem Ruf nach Arewus im thoratreuen Lager mit Leib und Seele folgen möchten. Und dieser Ruf wird kein קול קירא במדבר sein, wenn, ja xvenn alle jugendlichen Kräfte und diejenigen der älteren Generation, die sich noch jung fühlen, sich zur Tat aut’raffen, über alle persönlichen und lokalen Hemmnisse hinweg zur geschichtlichen Tat'schreiten würden. Mit dieser Tat wollen wir einer wahren Kenessio Gedaulo des thoratreuen jüdischen Volkes entgegengehen und Gott möge diese Tat ותורתי ID לב0ד ש segnen. Für den Kolel in Jerusalem. Von Wolf Pappenheim. Ich habe vorige Woche Veranlassung genommen, den unqualifizierbaren Angriff der Preßßurger ״Jüdischen Volkszeitung““ gegen den Koleli zurückzuweisen und die Verunglimpfung der Person des ehrwürdigen Preßburger Oberrabbiners, die einer Denunziation verzweifelt ahn? lieh sah, mit Entrüstung zu rügen. Diesmal möchte ich darlegen, daß in dem Angriff gegen den Kolel eine ge־ wisse Methode liegt, die von gewisser misrachistischer Seite aus, systematisch betrieben wird. Denn sicher liegt Methode in den neuesten Vorgängen. In Amerika wird in einer misrachistischen Versammlung gegen jede Sub# vention an solche Palästinenser Sturm geblasen, welche sich nicht dem VVaad ihaieumi ausgeschlossen haben. Also das sattsam bekannte Verfahren des Höherhängens des Brotkorbes. Aber, wie bereits erwähnt, wir erblicken in diesem Vorgehen nur einen Ausschnitt aus einem System. Man will jeden Groschen, der irgend einem 'Armen in Palästina zugedacht ist, als wäre man Besitzer der Majorität einer Aktiengesellschaft, sorgfältigst ״körn trollieren“. Man ist ja von diesem Terrorismus nicht überrascht, denn die vielgeschmähten ״Chalukajuden“ sind schon lange ein Dorn im Auge derer, die in dem alten Jischuw die Burg'der Selbständigkeit der Orthodoxie erblicken. »Wir sind auch überzeugt, daß wir tauben Ohren predigen, denn die Entwicklung, die mit der ob־־ erwähnten amerikanischen Attacke einen Ausdruck ges funden hat, lag dem Kundigen seit Jahren klar vor Augen. Aber weder die Koläiim, noch die Spender wollten hören. Man weiß ja auch noch gar nicht genau, ob nicht auch die Erregungen innerhalb der Kolaliin in Palästina auf dieselbe Quelle zurückzuführen sind. Vielleicht ist auch die in der vorigen Nummer gekennzeichnete Preßburger Episode desselben Ursprungs; man versucht in diese Tak־> tik hochpolitische Momente zu infiltrieren. Auch eine Etappe im Kampf gegen Chaluka und Kol'alhn. An den letzteren ist es, sieh zusgimmenzusehließcn und die alte, heilige Form der Liehe für Erez Jisroel und Thora zu wahren. HflCflRlCHTEfl Rabbi Mordchaj Leb Rubin זצ״ל. Die ״Jüdische Presse“ hat bereits vorige Woche unter dem unmittelbaren Eindruck des Ablebens dieses Großen in Israel, seine überragende Persönlichkeit ge« würdigt. Donnerstag abends bei der Ueberführung des Verblichenen vom Sanatorium auf den ,Friedhof hat eine imposante Trauervcrsammhing stattgefunden. Noch größer war die Teilnahme bei der Trauerfeier, die Sonntag im Bcth־Hamidrasch, Große Schiffgasse, veranstaltet wurde. Als erster sprach tief ergriffen, Oberrabbiner Fürst, nach ihm ergriff Oberrabbiner J. H o r o w i t z, Jerusalem, das Wort, um ein Lebensbild Rabbi Mordchai Leb s. z. 1>. zu entwerfen. Rabbi Mosche Blau betrauerte den Vers bist der Aschkenasischen Gemeinde. Am Schlüsse sprach Rabbi Rafael K a t z e־n c 11 ׳ c n b o g e n, der Schwiegers sohn des Verstorbenen, und gab dem großen Schmerze der Familie Ausdruck. Unter dem Eindruck der Trauerver« Sammlung wurde beschlossen, den letzten Wunsch Rabbi Mordchai Leb s. z. 1. zu erfüllen und ihn nach Erez Jisroel zu überführen. Es wurden Sammlungen zur Aufs bringung der hiezu erforderlichen, nicht unbeträchtlichen Summe eingeleitet und in staunend kurzer Zeit gelang es, bei reger Beteiligung des Auslandes, die Kosten der Ueberführung sicherzustellen. Vergangenen Dienstag wurde der sterbliche Rest Rabbi Mordchai Lebs s. z. 1. von Wien aus nach Erez Jisroel in Bewegung gesetzt, um ihn, dessen Wiege in Erez Jisroel stand, der stets für Erez Jisroel! gelebt, in den heiligen Gräbern des heiligen Landes ruhen zu lassen. תנצב״ה Einigung zwischen Zionisten und Nichtzionisten über die Verfassung der Jewish Agency. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentiir erfährt, sind die Verband hingen, die ■zwischen den!Herren Louis Marsh all ■und Felix M. Warburg als den ׳Repräsentanten der Nichtzionisten und •Herrn .Morris׳ Rothenberg, Vizepräs-identen der Zionistischen ׳Organisation Amerikas, als. dem Vertreter der Zionsiisehen■. Organisation, über die endgültige Form der Konstitution der Jewish •Agency i,u den letzten Tagen geführt worden sind, zu einem ■vollkommen befriedigenden Abschluß gelangt. Heber alle Einzelheiten; der Konstitution ׳wurde ein Uebereinkommen erzielt. Mail kam ■ferner überein, den Council der Jewish Agency m seiner ersten Tagung für den 11. August nach Zürich einzu berufen. Sowohl Louis )Marshall als auch Felix M. Warbürg erklärten, daß sic der ersten. Jewish-Agency-Tagung beiwohnen werden. Die Rolle der orthodoxen Judenheit in der Jewish Agency. (J. T. A.) Die vor einigen Wochen ■in ■Bemar, New Jersey, stattgefundene Konvention d׳e׳r U n■i o n orthodoxer Rabbiner der Vereinigten Staaten und Kanadas befaßte sich eingehend mit dem •Problem der Jewish Agency. Es wurde vorgeschlagen, eine Föderation von Synagogenfiihrern ■und Rabbinern■ zu ■schaffen und eine internationale Konferenz orthodoxer Führer vorzubereiten, die noch im Sommer dieses Jahres in Europa stattfinden, und1 in der die Rolle der ofthodoxen Judenheit in der Jewish Agency erörtert werden soll. Ein Beschhiß ist noch nicht gefaßt worden. Der Präsident der ,Konvention Rabbiner Israel Rosenberg richtete eine Botschaft an die versammelteil Rabbiner, m der zum Ausdruck gebracht wird, •daß dasi Judentum in Amerika gefährdet sei!und daß die orthon doxe Judenheit ihre Anstrengungen v erdoppeln müsse, um das Judentum zu erhalten. Rabbi Was bietet eile führende Weltfirma Ofihmar Schiff, Wien,!., Kärntnerring Nr. 6 ■ ״ 80 n ßi 0. Modernste und individuelle Ausführung- II. 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