Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 27 (5.7.1929)
- Date
- 1929-07-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Novl&ovt vtfpl*tn6 povolenö riadit post a telegrafov v Britlslave'm 4fff»-OI3«r- Zeitungen vom Verleser versendet. Journal eipidii par l'edltiar f•# * JSBtSCHE PRESSE ORGAN FÜR OIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion a. Administration 1 Wien, )!.,Leopolds• gaiie 86, 1. Stiege, 1. Stock.־־־ Tel.R 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Bncheint Jeden Freitag. —; Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abonnementspreise 1 Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst. Or. 40, das übrige Ausland S Dollar. Zahlungen auf Konto ,Jüdische Presse“, Wien für Oesterreich: Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland t Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.*Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn! Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei! ,Jtidische Presse“, Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr.53386 Nr. 27 Wien-Bratislava, 5. Juli 1929 ,ב*ח דנה־פרעסבורג כ״ז סיק תיפ״ט 05■ Jahrg« nsrtvrrci^ Wichtige Beratungen des Geschäfts• _ ausschusses der Aguda in Wien. WELTKONGRESS ״ , ״. .״ , I ftAGUDAS-JISROEl Eme ofientliche Massenversammlung. Die verflossene Woche stand im Zeichen der geistigen Kenessio. Fast vier Tage Jang haben die Beratungen des Plenums des Geschäftsausschusses der Agudas Jisroel in Anspruch genommen. In angestrengter geistiger Arbeit ulid mitunter in heftigen Diskussionen und, scharfen Auseinandersetzungen haben die Mitglieder dieses obersten Organes der Aguda Beschlüsse erbracht, welche der zweiten Kenessio Richtung und Ziel setzen werden. E r e z J i sroel, dessen Probleme und Erfordernisse die Beratungen stark beeinflußt haben, war durch vier Abgesandte vertreten: durch die Herren Rabbiner I. Horowitz, M. L. Rubin, Mosche Blau und R. Katzenellenbogen. Aus Frankfurt waren die Herren Jakob Rosenheim, Leo Wreschner, Dr. S. Ehrmann, und Heinrich Eisemann anwesend. Aus Wien Herr Rabb. Dr. Pinchas Kohn, Oberrabbiner S. Fürst, Rabb. B. Friedmann, die Herren Wolf und Heinrich Pappenheim, Dir. Dr. Leo Deutschländer; aus Polen die Herren I. M. Lewin und Rabbiner Tobias Horowitz; aus der Schweiz Oberrabbiner Lövvenstein und Ch. I. Eis, Zürich; aus der Slowakei Oberrabbiner S. D., Ung.־Tyrnau, und Herr Jakob Joel Braun. An den Beratungen haben auch' die Vizepräsidenten des Zentralrates Rabb. Dr. Esra Munk, Berlin, Herr Moritz Felsenburg, Wien, teilgenommen. Eine: besondere Sitzung des Rabbinischen Rates, wurde mit Rück* sicht auf Verhinderung einiger prominenter Mitglieder nicht abgehalten. Nach der Zusammensetzung des Programmes und endgültiger Bestimmung der Tages? Ordnung der zweiten Kenessio begannen Diskussionen über die inneren Probleme, welche die Agudas Jisroel beschäftigen. Nebst Finanzfragen, die infolge der wirtschaftlichen Verarmung Europas und der besonderen Verelendung im Osten die Entwicklung der Organisation schwer hemmen, wurde über den § 4 der Satzungen gesprochen, der in seinem Absatz 3 bestimmt, daß ״Angehörige von Oranisationen, die sich in prinzipiellem Gegensatz zur Agudas Jisroel befinden, in die zentralen Verwaltungsorgane nicht wählbar sind“. Um diese Bestimmung des Statuts wurde seit der ersten Ke? nessio, besonders aber in den letzten Monaten in Deutsch* land unter führenden Agudisten eine Polemik geführt, welche die agudistische Presse in der letzten Zeit fast vollkommen beherrschte. Eine Gruppe wünscht die voll? kommene Entfernung dieser Bestimmung aus den Statuten. Die andere will ihre nähere Präzisierung, beziehungsweise Verschärfung. Der Geschäftsausschuß hat nun einstimmig beschlossen, die Meinungsverschiedenheiten in bezug auf diese Bestimmung des § 4, die letzten Endes eine religiöse Angelegenheit ist, dem Rabbinischen Rat zur Entscheidüng vorzulegen und ob eine solche Bestimmung in den Satzungen Platz finden darf und in welcher Fassung, der Entscheidung des Rabbinischen Rates zu überlassen. Einen breiten Raum in den Beratungen hat auch das Problem der Jewisch Agency eingenommen. Vor ungefähr drei Jahren haben die Führer der Aguda und der zionistischen Organisation über die Jewish Agency Beratungen gepflogen und die Führer der Aguda haben ihren Willen kundgetan, an der Bildung der Jewish Agency teilzunehmen, falls diese Körperschaft ausschließlich mit politischen und wirts schaftlichen Fragen sich beschäftigt und die Kultur? und Erziehungsarbeit, die infolge der weltanschaulichen Unterschiede die Aguda von den Zionisten und Nichtzionisten liberaler Färbung trennen muß, ausscheidet. Die Einigung zwischen Zionisten und amerikanischen Nichtzionisten vollzog sich nun, ohne daß man es für notwendig gefunden hätte, Agudas Jisroel, die einzige Weltorganisation der ,nichtzionistischen Orthodoxie, einzuladen. Agudas Jisroel wird selbstverständlich nicht unterlassen, sowohl der jüdischen wie der nichtjüdischen Welt in aller Schärfe und Klarheit kundzutun, daß die im Sinne des Palästinamandates zu der Vertretung der gesamten Judenheit bestimmte jüdische Agentur nur dann als wirkliche jüdische Vertretung zu betrachten sei, wenn sie die Möglichkeit gibt, auch den wohl antizionistisch orientierten, aber mit ßrez Jisroel durch Geschichte und Religion aufimmer verknüpften orthodoxen Teile des jüdi־ sehen Volkes ohne Preisgabe seiner religiösen Prinzipien an der jüdischen Agentur teilnehmen zu lassen. Die Mittwoch abends stattgefundene große Massen- Versammlung hat den Referenten, unter denen Herr Jakob Rosenheim mit seiner grandiosen Rede das: Publikum hinriß, Gelegenheit gegeben, die obigen Be- Schlüsse der Oeffentlichkeit gleich mitzuteilen. Salomon Ehrmann über die zweite Kenessio Gedaulo. Die zweite Kenessio Gedaulo wird die Gelegenheit geben zu zeigen, ob die Agudas Jisroel •bereits so viel innere Kraft •besitzt, daß sie auch eine Kritik aus den eigenen Reihen •heraus ertragen kann. Während die erste •Kenessio Gedaulo eben als erste Zusammenkunft der Delegierten der thoratreuen Massen naturgemäß einen mehr demonstrativen!Charakter tragen mußte, kann die zweite Kenessio Gedaulo •auf solche Demonstrationen verzichten. Sie wird in erster Linie zu prüfen '•haben, ob die ׳bisherigen Mängel der Organisation und Propaganda, an welchen teilweise die Führer, teilweise die Geführten schuld sind, ■auch weiterhin erträglich sind, oder ob •nicht in allererster Linie nunmehr eine Aera straffster systematischer Organisator!- scher Tätigkeit beginnen •muß, welche die latenten Kräfte, die •innerhalb •der Orthodoxie schlummern, innerhalb des Rahmens der Aguda zu erwecken bestrebt ist. Als oberster Gesichtspunkt bei allen detaillierten Fragen muß die starke SaSOüSitfcVe Kiffo I ölejüöisclje Schule tyo£A$u.täcu1ph(fu1&/urJ(naSen, and fflöddeiL milOßmtßuAkaJkrecfy. n.fflcrfzgasse. /ff ■« Hervorhebung des ׳agudistischen Gedankens betont werden, unbeschadet temporärer. dadurch verursachten Schwierigkeiten. So werden •der Keren Hathroa. die Beth Jakob-Bewegung •mehr als bisher den Namen der Aguda auf der Stirne tragen müssen. Für die Erez Jisrocl-Arbeit wird eine Zusammenfassung sämtlicher orthodoxer Palästina-Institutionen zur gemeinsamen Tätigkeit in Palästina zu erwägen sein. Für die politische Tätigkeit wären von den agudistisehen Parlamentariern aller Länder (sowohl in der jüdisehen wie auch in den nicht jüdischen parlamentarischen Gebilden) klare Richtlinien einer agudistischen Politik zu entwerfen. Die Gewinnung der Gemeindestuben durch Agudisten sollte als •programmatisches Ziel verkündet werden. Durch schonungslose Ablehnung derjenigen Delegierten, deren Wähler nicht die Trumas •Chover-Gelder eingezahlt :haben, •müßte schon zu Beginn •der Kenessio Gedaulo der Auftakt zu der restlosen Durchführung des Trumas Chover gegeben werden. Ebenso müßte die Gründüng einer zentralen Aguda bank, •an welche sich die bereits im Osten bestehenden agudistischen Banken anschließen sollten, auf der zweiten Kenessio Gedaulo zumindestens ■dadurch verbreitet werden, daß •eine ständige Finanzkommission •gewählt wird, deren Aufgabe in •der Sorge für die!Finanzen der Agudas Jisroel liegen müßte, damit nach der zweiten Kenessio Gedaulo die politischen und geistigen ־ Führer der Agudas Jisroel •nicht auch gleichzeitig damit belastet werden, •die •finanziellen Bedürfnisse der Agudas Jisroel allein •aufzub ringen. Die Poale Agudas Jisroel-Bewegung sollte in Zukunft mach der Kenessio Gedaulo •nicht •nur widerwillig geduldet, sondern •auch als ein eminent wichtiger Faktor des jüdischen Volkslebens voll anerkannt werden. Die Herausgabe •des ״Haderech“ in mehreren Sprachen und seine ׳Umwandlungen ein Wocihdiiblatt halte ich vom organisatorisch-agudistischen•!Standpunkt aus für eine Notwendigkeit, ebenso •die •Anlegung eines apologetisehen Archivs gegenüber den Angriffen auf die Aguda innerhalb und außerhalb •der Judenheit. •Ebenso is׳t ein agudistischen A-B-C-Buch, welches in kurzer, aber prägnanter Weise Geschichte und Ideologie der Agudas jisroel klar macht. Sollte die!Jewish Agency die Bedingungen der Aguda nicht annehmen, so wird Agudas Tisroel so schwer es ihr auch fällt, die Pflicht!haben, bei allen in Betracht kommenden Instanzen darauf hinzuweisen, daß 9 4 der Balfour-Deklaration .noch nicht erfüllt •ist, solange es •bewußte religiöse Juden als •einen Gewissenskonflikt empfinden müssen, einer Organisation •anzugehören, wehche die jüdische Religion •nicht •als Richtlinie für •ihre Tätigkei.t mindestens in dem Sinne anerkennt, daß sie •diese ׳nicht verletzt. •Positive Vorschläge .müssen gleichzeitig mit der Ablehnung von der Kenessio Gedaulo ausgehen. Der Rabbinische Rat ■muß zumindestens durch" einen ständigen Sekretär mehr als bisher •in die :Lage versetzt werden, sich sowohl;initiativ zu äußern, •als auch zu dem von der Leitung zu behandelnden Probleme Stellung zu nehmen. Der Direktor der Keren Hathora- und Beth Jakob- Zentrale Wien bemerkt zu den Ausführungen Dr, Ehr- •manns: Es ist niemals vor der Oeffentlichkeit verleugnet worden, daß K.!H. •und B: J. Sch ö pfuulgie n •der Agudas Jisroel sind, ■die aber •dem gesamten jüdisehen Volk, ohne Unterschied der Partei und Schattierung, zugute kommen sollen. _ Die polnische Orthodoxie und die Jewish Agency. W a r s c'h a u. (A. J. P. <B.) Jn •den polnischen Zeitungen־ •erschien eine Mitteilung, •in der ■es!heißt, daß der Groß- •rabbiner von Grodzislk und!der Oiberrabbiner von Kaliscb, Cihaske! Lipschütz. sich an die zionistische Leitung in Polen gewendet hätten, um für sich einen Platz als Vertreter der polnischen Orthodoxie •in der Jewish Agency reservieren zu lassen. Der Mitarbeiter •des *A. J. IP. ß. hat sich ׳mit den dem Grodzisker!Rabbiner •nahestehenden Kreisen in Verbindung gesetzt und die Auskunft erhalten, daß dieser •sich niemals an irgendeine 'Stelle in •dieser Sache •gewandt habe und auch nicht beabsichtige, in die Jewish Agency einzutreten. ,Der Oberrabbiner von Kalisch hat auf eine •Anfrage der Agudazentrale •geantwortet, daß man •ihn eingeladen habe, der Jewish Agency beizutreten. Seine Antwort hätte gelautet: er •könne sich an der Jewish Agency als Vertreter der polnischen Orthodoxie nur •dann beteiligen, wenn •die Agudas Jisroel später in die Jewish Agency eintreten würde, Was bietet die führende Weltfirma _ Othmar Schiff, Wien, I., Kärntnerring Nr, 6 £>.”1.1 in Damenperücken? t. Modernste und individuelle Ausführung^ II. Tadellosen, mustergültigen Sitz •II. Nur erste Qualität in Material und Arbeit zu mäüigen Preisen Tel. 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