Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1929-06-28 · 26 (28.6.1929) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
26 (28.6.1929)
Date
1929-06-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2629891-2630294-2630319--3355-2635341
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

•Nr. 26 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 ״Ist das noch Polemik?" 1 (Zu dem unter obigem Titel in Nr. 21 der ״Jüdischen Presse“ erschienenen Artikel erhielten wir folgende Erklärung. ״Jemand, dem ich zeigte, was ich •mir alles zu ant- Worten dachte auf den Artikel des Herrn S, •Forst ״Ist •das *noch ׳Polemik“, sagte mir: ״Dashieße dem Herrn zu viel ׳Ehre ׳antun“. Und er :hat recht! Ein Artikel, von dessen. Behauptungen nicht eine — mit einer einzigen Ausnahme ‘_ richtig •ist: der •die Wahrheit mit jedem Satz •entstellt: der trotz ganz klarer Worte des Interlocutors genau das Entgegengesetzte sagen läßt: von nichtjiidischem Wissen den Mund voll nimmt und mit jedem Satze Fehler macht, arge Fehler; mit sträflichem Babylonismus• Oes. 47:8, 10) einen Trennungsstrich im Touro-Volke zieht; geschichtliche Wahrheiten verdreht: auf einen גדול בישראל aus Bab.vlo-!nismus von neuem losschimpff usw. — •so .ein •Artikel hat an ״Ist das noch Polemik?“ einen passenden Titel! So ein Artikel ist in der Tat keine Polemik. . ,Nur dies eine: Von den Hauptsachen hat Herr Forst ' nichts gesagt: ni c h ts vom neue•11׳ Judentum- System, das er der Aguda zu schaffen auf- f r ä g t u'n d nichts von •der T a t s a c he. daß S. R. :Hirsch nur verschwindend wenig vom -דרך ארץ sagt und immer Touro lehrt. J. Tal. Utrecht “ Ferienheim der Agudas־JisroeUJugendgruppe in ״ Wien. Die Agudas*Jisroel* Jugendgruppe Wien II. hat für ihre jüngeren Mitglieder ein Ferienheim in Grabenweg be! Pottenstein (Triestingtal) errichtet. Die Eröffnung des Heimes findet s. G. vv. am 2. Juli statt. Die ärztliche Leitung hat Herr Medizinalrat Dr. I. Reiniger in selbstloser Weise übernommen. Die Führung des Heimes liegt in ־den Händen des Vorstandes der Jugendgruppe. Die Ver* pflegung wird in eigener von erstklassiger Köchin ge* führten Küche hergestellt, so daß in jeder Hinsicht auf günstigen Erfolg gerechnet werden kann. . Auftakt zur Kenessio Gedaulo in Frankfurt. Am Mittwoch Abend wurde in der Ortsgruppe ein Bericht über die Ergebnisse: des •Leipziger Delegierten- 4ages erstattet. . . . Als erster Redner sprach Herr Dr. Robert Weiß- Berlin über ״Erweiterung oder Konzentration -in der Agudas Jisroel?“ Er ging davon aus, daß es offenbar ummöglicn;sei, eine starke Thoraorganisation zu schaffen, wenn man sie tatsächlich nur auf die Mitglieder von Austrittsgeimeinden beschränke. Sowohl die kulturelle. Arbeit (!Keren •Hathora) als auch die politische (Wahlpolitik in der Tschechoslowakei) könne solange nicht •aktiv gestaltet ״ •werden, als Agudas Jisroel nicht wirklich, wie es den . Gedanken der Gründer entspreche, die Gesamtorganisation der Orthodoxie darstelle, sondern nur auf eine Gruppe be- 1•schränkt bleibe. Hätte man -in Palästina •die. Zusammenarbeit mit anderen (in wirtschaftlichen und außen,politisehen . ■Fragen) vor -drei Jahren ebenso durchgeführt, wie man es jetzt fiir richtig erachte, so wäre der Ä. J. mache ,Einttäuschung erspart gebljeben.. Man täusche sich, wenn man im Kampfe!um den -'•Paragraph 4 nur einen Streit um Worte sehe. Es!handle sich vielmehr um eine vitale Frage, da •nur durch eine Erwei- . •terung der Basis Agudas Jisroel '.sich den'Einfluß sichern נ Jkönne, auf den, sie als Vertretung der •Orthodoxie Anspruch '.!habe. Im einzelnen schilderte der Red.ner.dann noch, weiche .neuen Arbeitsmöglichkeiten auf kulturellem, politischem und? wirtschaftlichem Gebiete sich durch eine großzügige Neu- ■Organisation der Aguda ergeben •könnten. War der erste. Redner von der Gesamtsituation der ‘ Aguda in •der Welt .ausgegangen, so kam •R.-A., Klibansky von'den deutschen Verhältnissen ausgehend zur gleichen Folgerung. Man täusche sich, wenn •man. durch Rechen- *exempel die Bedeutung der in Leipzig zum Ausdruck geikommenen Meinung zu schmälern versuche. Hier sei tatsächlich die heilte in der deutschen Aguda bei weitem herrschende Ansicht vertreten worden, wenn •aiich •die Ver- . anstaltung keine •Massentagung gewesen sei. Wer in der Aguda wirklich die notwendige Form •der Golusorgani- •sation gesehen hätte, ■der •dürfe sich nicht von ihr trennen, wenn einmal eine neue politische Nuancierung den Sieg 4avongetragen hätte. Wer sogar im Esra und im B. J. A., die doch Erziehungsorganisationen seien, •die Möglichkeit!einer friedlichen Zusammenarbeit mit der Gemeindeortho- -doxie sehe, der müsse logischerweise auch •bei •der Aguda den Versuch einer Zusammenarbeit zulassen. Die Selbstizerfleischung der an sich schon schwachen Orthodoxie sei «in Wahnsinn, vor allem in einer Zeit, wo überall Zu- .sammenschiuß •der Befehl der Stunde sei. Wenn jemand׳ :zwar an eine Großgemeinde •durch verschiedene Umstände gebunden sei, so könne er dennoch sehr wohl einer ürganl- Nation beitreten, die den Selbständigkeitsgedanken verfechte und müsse dann auch als gleichberechtigt •anerkannt werjden. Vor allem müßten Taten geschehen, um die wichtigsten und dringendsten Fragen zu lösen: .beispielsweise Schulprobleme auf dem Lande, Schutz der religiösen Lehrer ״vor •Angrifien, wirtschaftliche Hilfe und Zusammenfassung aller orthodoxen Instanzen unter Kontrolle der Gesamtorganisation. ,Ler Redner schloß mit einem Appell an die Remeindeorthodoxen, sich zur Mitarbeit zusammenzufinden .und. gab auch der Hoffnung Ausdruck, •daß auch die strenge Austrittsrichtung nicht der Aguda den ■Rücken kehre, weil tnan auf dem Wege zu einer Erweiterung •der Bas'is sei. Zum Schlüsse sprach noch Herr Sänger über •die .neue Angestelltenbewegung der Aguda. Die zahlreichen Zuhörer der Veranstaltung folgten mit .großer Anteilnahme den Ausführungen der Redner. Fürth. Dr. Hermann Deutsch, der Leiter der israeli- •tischen׳ Wa'isenanstalt •in Fürth, tritt demnächst in den ,Ruhestand. Weit über ein iMenschenalter •hat er seine Kraft in den Dienst eines segensreichen Werkes gestellt. Dem großen Umfang seiner unmittelbaren Pflichten hat er sich mit unendlicher Liebe und mit jenem gütigen Herzen gewidmet, das ,ihn zu einem wirklichen ״Vater der Waisen“ berief Mit besonderer Sorge hat i.hn das Schicksal seiner Anstalt bewegt, als in den iNachkriegsjahren •alle Stiftungen um ihre Existenz schwer zu kämpfen •hatten. Mit rastaosem Eifer war er ■bemüht, alle ׳Erschütterungen abzuwehren. Die herzlichsten Wünsche •begleiten ihn daher auf seinen weiteren Lebensweg. Herr Dir. Dr. Deutsch stammt •aus Frauenkirchen im Burgenland und war ein Zögling der ' Preßburger jeschtbo. Die Jüdische Bevölkerung Frankfurts. Nach der neuesten statistischen Zusammenstellung in der ״Tabellarischen -Uebersicht betreffend׳ den Zivilstand der Stadt Frankfurt im Jahre 1928“ beträgt nach der Eingemeindung der Vororte -die jüdische Bevölkerung noch 5,5 Prozent der Gesamtbevolkerung, d. h. also rund 30.000 Juden •bei einer Gesamt- Bevölkerung von 551.000 Einwohnern. Rabbinerwahl der Synagogengemeinde ״Adaß Jeschurun" in Köln. Die Kommission zur Wahl des Rabbiners, bestehend aus Vorstand, Repräsentanz und fünf von der Generalversammlung gewählten Gemeindemitgiiedern, h׳at in ihrer ersten Sitzung einstimmig ׳Herrn Dr. David Carlebach zum Rabbiner.der Synagogengemeiude ״Adaß Jeschurun“ gewählt. •Herr Dr. David Carlebach ist der älteste Sohn des leider so früh iheimgegangenen unvergeßlichen Rabbiners der ״Adaß Jeschurun“, Herrn Dr. Emanuel Carlebach s. A. Hamburg. Man schreibt uns: Am 11. Juni feierten Herr Hermann Gumpertz und seine Gatt'in Therese, geb. May, unter Teilnahme weitester Kreise in seltener Frische das Fest der goldenen •Hochzeit. •Es ist allgemein bekannt, was er .als •Mitglied, und lange Zeit ׳hindurch als Vorsitzender des ׳Vorstandes des: Synagogen-Verbaudes, geleistet hat. Der Jubilar ist Mitglied des Repräsentanten- Kollegiums •der Gemeinde, Ausschußmitglied des Hilfsvereines, Vorsitzender •des Kuratoriums des ׳Rabbiner-Seminars in Berlin, von allen seinen anderen Aemtern ganz zu schweigen. Die Gemeinde ließ dem Jubelpaar eine Adresse und •die goldene Gedenkmünze der Gemeinde überreichen. Die Juden und die Kaieiiderreform. (J. T. A.) Der gegenwärtig hier tagenden Konferenz für Kalenderreform wohnen als jüdische Vertreter •der •britische-Reichsrabbiner Dr. J. H. Hertz u nd Lu eien Wolf bei. Die Frage der Arbeitslosenunterstützung an sabbathaltende Angestellte soll vom Gericht entschieden werden. (J. T.. A.) In •dem vorn Angestellten-Bund ״Agudas Jisroel“ gegen das Arbeitsamt, Frankfurt a. M., angestrengten Prozeß wegen־ Entziehung der Arbeitslosenunterstützung an sabbathaltende Arbeitslose, die sich weigern, ihnen zagewiesene Arbeitsstellen, bei denen •sie zu Arbeitsleistung an Sabbattagen!verpflichtet werden sollen, an׳zunehmen׳, steht nunmehr am 22. Juni Verhandlung vor der Spruchkammer für Arbeitslosenversicherung bei dem Obcrversicherungsamt Wiesbaden an. Dr. Meir Hildesheimer ln Südafrika. (J. T. A.) .in Südafrika weilt gegenwärtig. ׳Herr Rabbiner Dr. Meir Hildesheimer aus Berlin, der hervorragende jüdische Gelehrte und Pädagoge. Zweck seines Besuches ist es, die südafrikatusehe Judenheit für das von seinem großen Vater Rabbi Esriel Hildesheimer begründete Berliner Rabbinersemiuar, dessen Leiter Dr. Meir Hildesheimer ist, zu interessieren. Herrn Dr. Hildesheimer werden große Ehrungen seitens der Jüdischen Gemeinde von •Kapstadt zuteil; für das Berliner Rabbinerseminar, das umfassendes religiöses Wissen mit weitem weltlichen Wissen vermittelt und eine große Zahl jüdischer geistlicher Führer hervorgebracht •hat, gibt sich großes Interesse kund. Da etwa die Hälfte der Zöglinge des Seminars aus Polen, Litauen, der Tschechoslowakei und aus anderen Ländern Osteuropas sich zusammensetzt, glaubt Herr Dr. Hildesheimer, ein Recht darauf zu haben, auch an die Freigebigkeit der südafrikanischen Judenheit, die für alle jüdischen Aktionen ein so großes Interesse bekündet, zu appellieren. Herr Dr.!Hildesheimer ׳hielt Zusammenkiinfte mit jüdischen Persönlichkeiten in Kapstadt ab und begab sich von hier in andere jüdische Zentren der südafrikanischen Union. Rabbinat der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Z. 4361 ex 1929. W i e n, 24. Juni 1929. Kundmachung. Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Fleischbank des H. Israel Lemper t, III., Custozzagass 3, ab 24. d. M. nicht mehr unter Autsicht des Rabbinates der israelitischen Kultusgemeinde Wien steht und daher für das Kaschruth dieser Fleischbank keinerlei Verantwortung übernehmen kann. Das Rabbinat der israelitischen Kultusgemeinde ' Wien. I Tschechoslowakei I Die slowakische Orthodoxie und die Jewish Agency. . Sonntag, den 23. Juni fand — Blättermeldungen zu* folge — in Prag auf Einladung des ״Keren Hayessod“ eine Sitzung zur Beratung über die Teilnahme der tsche* choslowakischcn Juden an der Jewish Agency statt. Wie wir erfahren, war die orthodox organisierte Judenheit der Tschechoslowakei nicht vertreten. Das Präsidium der Landesorganisation der orthodoxen jüdischen Ge* meinden in der Slowakei hat es grundsätzlich abgelehnt, an einer vom ״Keren Hayessod“, dem finanziellen Instru* ment der zionistischen Organisation, einberufenen Sitzung teilzunehmen, ohne vorläufig zu der im Palästinamandat des Völkerbundes vorgesehenen Jewish Agency selbst Stellung zu nehmen, . ( , ... Das Kaschruswesen im Karlsbad. Wie erinnerlich ist das Rabbinerkomitee der orthodoxen Landesorganisation in der Slowakei von einem großen Kreis in* und aus* ländischer Rabbiner und Bälebatim angegangen worden, das Kaschruswesen der großen Kurorte zu regeln. Von zuständiger Stelle wird hiezu ,der ״Jüdischen Presse“ mit* geteilt, das in Marienbad vorläufig eine Regelung her* beigeführt wurde. Demgegenüber sind die Versuche des Rabbinerkomitees, auch in Karlsbad eine Besserung des Kaschruswesens in die Wege zu leiten, bedauerlicher* weise g e e s c h e i t e r t. Infolgedessen sind die Zustände in Karlsbad unverändert und das Rabbinerkomitee.lehnt jede Verantwortung ab. , Generalversammlung der Prager Chewra Kadischa. Beilegung des Konfliktes wegen der Beisetzung von Aschenurnen. Sonntag, den 16. Juni hielt die Prager Chewra Kadischa, der bisher wie in alten Zeiten das gesamte jüdische Bestattnngswesen nach den alten religiösen Anordnungen anvertraut war, ihre ordentliche General- Versammlung ab. Dieser Generalversammlung sah man mit besonderem Interesse entgegen, weil in ihr schwere Konflikte — darunter auch der, welcher vor kurzem wegen Beisetzung einer Aschenurne auf dem Jüdischen Friedhof ausgebrochen war und auch zum Rücktritt des langjährigen Präsidenten der Chewra geführt hatte — beigelegt werden sollten. Wie vorauszusehen war, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Orthodoxen und den sogenannten ״Aufgeklärten“ unter den Chewra-Mitgliedern. Schließlich wurde ein neuer Ausschuß gewählt, dem die Herren Prof. Dr. Sal. Hugo Lieben als Präses, David Tetzner als Vizepräses, ferner Rat Rieh. B r a n d q i s, Arthur •Kauders, Aug. R e d i s c h, Ant. B r a n d e(i i s, Dr. F r e i b e r g'e r, Sigmund Wallerstein, Leopold Leben hart und II. Boden heimer als Mitglieder, K. Schwarz und Adolf W o t h i t z k y als Ersatzmänner angehören. In der Hauptfrage selbst wurde zu einem Kompromiß die Ausflucht genommen. Nach diesem wird die Chewra Kadischa die Beisetzung von Aschenurnen auf dem unter ihrer Verwaltung stehenden jüdischen Friedhof nicht gestatten und nicht zulassen. Dagegen wird sie die Kultusgemeinde ersuchen, einen Platz außerhalb des Friedhof es speziell für As eben 11 men zu bestimmen. Die Frage der Urnenbeisetzung wird solchergestalt aus der Chewra Kadischa ausgeschaltet und ausschließlich eine An gelegenheit der Gemeinde und ihrer eigenen Organe sein. Dem Vernehmen nach hat sich die Kultusgemeinde mit dieser Art der Lösung bereits einverstanden erklärt. In der Chewra Kadischa ist ini großen und ganzen der -Standpunkt der Orthodoxen durchgedrungen. So ist denn zu hoffen, daß auph in Zukunft der Geist des Maharal s. 2. 1״ von dem in der Hauptsache die Statuten der Prager Chewra Kadischa stammen, von dem neugewählten Präsidium‘der Chewra in Ehren erhalten wird. Die Grundsteinlegung des Hunsdorfer Jeschiwa- * Internates . Ueber die am 11. Siwan anläßlich des Jahrzeitstages des Hunsdorfer גאו1 וצדוק Rabbi Samuel Rosenberg זצ״ל stattgefundene Grundsteinlegung zum Jeschiwa-Internat erhalten wir folgenden Bericht: In Anwesenheit zahlreicher Rabbiner und Tau- : senden von Gästen aus der Slovakei, Polen, Oesterreich, Rumänien, Jugoslawien und Ungarn wurde am Mittwoch, den 11. Siwan, die Grundsteinlegung für das neu zu errichtende Jeschiwah-Internat in Hunsdorf feierlich begangen. Nach Verlesung deri eingelaufenen Begrüßungstelegramme — unter anderen auch ein Telegramm der Tomche Thora Society in New York, worin betr. die Uebenyeisung einer zweiten Rate im Bq- : trag von 23t) Dollar auf die für das Internat bewilligten 1000 Dollar— ergreift Herr Oberrabbiner Horo wii z- Hunsdorf das Wort, um die erschienenen. Gäste zu berüßen und bei den Anwesenden für die Aufrechteraltung der Jeschiwah Begeisterung zu erwecken. In diesem Sinne sprach auch jHerr Oberrabbinqr S p i t z e jn. Kirchdrauf. . Herr Simon II e r s 6 h k o w i t z aus, Lefkowitz* Vorsitzender der Baukommission, forderte die Anwesenden auf, ihre Begeisterung auch־ durch Taten kundzugeben. Mehr als 10.000 tsch. K war. das Ergebnis der darauf vorgeriommenen Spendenzeichnüng, Beim'־ Festessen, das bis in die Abendstunden währte, sprachen noch die. Herren Oberrabbiner Ilor o w 1 t z-Hünsdorf, Oberrabbiner B u x b a u m-Galanta ü. a.‘ m. 'י Da gelegentlich dieser Feier zahlreiche ehemalige Talmidim der Hunsdorfer Jeschiwah anwesend waren, auclv die Frage einer ...eventuellen Nachfolger- Schaft für die Jeschiwah-Leitung aufgerollt. Es wurde beschlossen, Herrn Rabbiner Salomon Horowitz'aus Galanta mit der Leitung der Jeschiwah zu betrauen. Genannter ist der jüngste Bruder des gegenwärtigen Jesclnwahleiters und trotz seiner Jugend ein bedeutender Talmudgelehrter, wie es ihm sein Großvater, der große Hunsdorfer Gaon und Begründer der Jeschiwah s. Z. 1. m seinem Testament voraussagte. . Trnava. Tief bewegt und erschüttert, wie im ersten Augenblicke des ungemein schmerzlichen Verlustes; •um- •standen in Trnava!Sonntag, den 15. Siwan Gatte und Kinder, Elfern und Geschwister das Grab und den nun errichteten Denkstein der vor Jahresfrist durch den Tod aahmgerafften •frommen Frau Dora Oesterreicher geb. Herzka aus Wien. Gattin des allgemein geachteten Lehrers Herr Adolf Oesterreicher in Trnava. um anläßlieh der Grabsteinsetzung neuerlich •ihrem •Schmerze und ihrer Trauer Ausdruck zu geben. In den besten lahren ihres Lebens, inmitten ihres unausgesetzten Schaffens, wurde diese arbeitsfrohe, edelsinnige und kluge Frau, ver- •ehrt und •geschätzt von allen, die sie kannten, von einer tückischen Krankheit ergriffen und dem Kreise ihrer Lieben entrissen. Entsprechend ihrem Namen Debora war sie ein!Musterbild an Fleiß und Emsigkeit, Tatkraft und Schaffensfreude, gepaart •mit Milde, Güte und eifrigem ,Wohltun. Namens •der am Grabe Erschienenen pries Herr Wilhelm •Fein, Freund der Familien Oesterreicher-Herzka in markanten Worten die hohen Tugenden der Heimgegangenen, wobei er besonders hervorhob. daß •ihr innigster Wunsch war. ihren einzigen Sohn für die Thora zu erziehen. 5p. Frau Betty Stern ע״ח. Man berichtet uns: Mitt woch, den 11. Siwan verschied in Galanta Frau Betty. Stern ע״ה im Greisenalter von 92 Jahren Sie war eine אשה חש1בא im wahrsten Sinne des Wortes, was sie durch ihr נטילת חסד besonders bewies. Sie stand jedem Bedürftigen mit Rat, Tat und Mitteln opfervoll zur Seite und ließ sich keine Gelegenheit nehmen, wo etwas für die Nebenmenschen und die Jüdischkeit zu tun war. Durch diese Eigenschaften bekannt, war sie in allen Schichten der Bevölkerung beliebt. Auch in ihrem Hause wirkte sie vereint mit ihrem sei. Manne s. 1. im Geiste der תורה ף, ק ״• Sie erzog ihre Kinder בדרך ה ן} ו היק zur Frömmigkeit, Friedensliebe und Rechtschaffenheit und es war ihr gegönnt, fliese Tugenden bei ihren Kindern verwirklicht zu sehen. In Vertretung Sr. Ehrw. des Herrn Oberrabbiners Buxbaum, der an diesem Tage zur Jahrzeit in Hunsdort war, sprach Herr Rabbiner Müller einen tiefempfundenen ס ד D!י . in welchem er Einzelheiten aus ihrem musterhaften Leben schilderte. Sie hinterließ mehrere Kinder, Enkel und Urenkel. Möge ש י ״ ח n ihnen allen Trost spenden תנצב״ה.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.