Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 8 (22.2.1929)
- Date
- 1929-02-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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JÜDISCHE PRESSE \’"Nr. 8!־we!|4e Herr Siegmutid Stern aas WSen Montag, den 11. Februar in Tapplcapy, wo e׳r unter reger Teilnahme so wohl aus den Kreiset! der Gern ei ndeini tgii oder als auch der Jugend dm Rosen thalschen Bethaus einen überzeugenden, geistreichen und faszinierenden öffentlichen Vortrag hielt. Das Thema lautete: ״Allgemeine aktuelle jüdische Fragen und die Aufgaben der be vors teilten den II. Kemessiijoh Ge• dauloh“ und er behandelte dabei in meisterhafter Welse sämtliche aktuelle Aguda-Fragen. kn besonderen über- /,׳äugte er seine Zuhörer von der Wichtigkeit der im Spätsgmnrer stattfindenden zweiten Kenessijoh Geda-uijoii und spornte vornehmlich die Jugend an, die vorbereitenden Arbeiten durch Inkasso des Trumas Citower in Angriff zu nahmen. Die Topolcapyer Jugend-gruppe faßte auch sofort den Beschluß, dies6 Aktion tatkräftigst durebzuf!'ihren, Sie wird auch aller Voraussicht nach m. G. H. einen schönen Erfolg haben. Herrn Stern sei auch auf diesem Wege für sejne selbstlose Arbeit ftn Dienste dieser heiligen Aktion und die Bereitwilligkeit, mit der er 81011 trotz der sehr kalten Witterung den Strapazen der Reise unterzog, innigster Dank gesagt. Aguda-Vortrag ווו Nitra. Sonntag, den 10. Fobruar hielt Herr S. Stern aus Wien über Einladung der Agudu- Jugendgruppe |m Prachtsual der orthodoxen Kultusgeinelnde ׳einen Vortrag über ׳die Aufgaben der nächsten ׳ Kenessijoh Gedanloh. Herr Joel Neuwalder. Präses der Ortsgruppe, begrüßte in einer schönen Ansprache den Gast, der dann einen nach Form und Inhalt vorzüglichen Vortrag hielt. DaiS Publikum folgte gespannt den interessanten Ausführungen und zoljtq dem Redner reichen Beifall. Namens der Jugendgruppe sagte Herr Philipp Stark Herrn Stern Dank für ׳die Begeisterung,־ die er •in der Ver- .Sammlung weckte, und versprach, es an Tatkraft und Begelsterutig für die große Idee nicht fehlen zu lassen. Es bildete siah auch schon ein Komitee, um die Aktion durchzuführen, die einen recht guten Erfolg verspricht. Vertrauensmänner, Interessenten und An- Hänger der Agudas Jisroel in den orthodoxen Gemeinden der Slowakei, wo es organisierte Orts׳־ und Jugendgruppen noch nicht giebt, werden dringend gebeten, ihre Adressen umgehend dem Büro der Agudas Jisroel- Landesorganisation für die Slowakei in BratisIava,(Tumergasse 14/10, Postfach 140) mitzuteilen. Armenhflfsaktlofl Iu Sered. Aus Ser cd berichtet .!nah uns: Auf Anregung unseres Herrn Oberrabbiners Moses Eckstein konstituierte sich hier zur momentanen Hilfe für ׳unsere Armen eine Wobifahrtskommission, bestehend aus den Herren Gemeinde Präses Geza Fr icdl ander, Ghewra־'Kadiseha״P1räses Alfred Fricdlündcr und TempelvQrstehar Philipp Grosz. Inmit'ten der eisigen Kälte!brachten diese Herren da« Opfer, im Wege einer Sammlung den Betrag von über 3000 tscfi. K aufzubringen. Dieser Betrag kam sofort zur Verteiluihg. Diese rnsclic Hilfe war eine doppelte Hilfe. Unsere Annen wäret! vor •Kälte und Hunger gpseliüM, Das Lob dieses mustergültigen Wirkens II׳?gl־ in der ausgezeichneten Tat, R. R. Juda Weiß ד׳צל Am S. Adar I wurde in Bratislava R. Juda W e i ß זצ׳ל zu Grabe getragen. Er schied nach langem, schwerem Leiden von dannen hn Alter von 62 Jahren. Er genoß als Kaufmann das Ansehen eines grundehrlichen, Vertrauens- Würdigen Marines, der sich von seiner Mühe Loht! ernährte. l!t jüdischen Kreisen war er als ת״חוי״ש allgemein geachtet. Seine bewundernswerte Bescheidenheit veranlaßt Ilm, sich vom öffentlichen Getriebe möglichst fernzuhälton, Trotzdem wußte mau, welch vorzügliche Oha rak tc rei genseh alten ihr«!atszeiclinen, und würdigte ihn danach. Seine freie Zeit ver- ,. brachte er ausschließlich ׳mit לימוד חחורק und Werken des ©'ÖW וראח Seine beiden Söhne erzog er ׳im Sinne seiner' g4te@fällig@n Ideale. Etwa 30 Jahre wirkte er als ש׳ץ und Vorlerner im Bethaus ״Nachlas Esriel“ Und erfreute sich unter, den Bethansbesuchern aufrichtiger Beliebtheit. Seinen Söhnen wandte sieh beim Dekanntwevden der Trauenmeh״ riebt ailgemelnc Teilnahme zu. Dies •zeigte sich auch •bei den «sgggBgafiawa^^!um win 111111! iwiwhwiHiIm!11 nt"\m im!1111 m 1 großen 'חל1י I׳m Trauerhause widmeten ihm sein älterer Sohn Emil und seht Schwager R. Josef Hof mann warme Nachrufe. Auf dem ביח עלמין hielt Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Schreiber dem Verblichenen einen eindrucksvollen Hesped und Herr Max Rosen bäum brachte i׳m Namen des ״Nachlas Esriel“ den Schmerz um den Ver- Just dieses trefflichen Mannes zum Ausdruck. Mögen die Söhne des Heimgegangenen Trost finden in dem Bewußtsein, daß ein großer Kreis von Freunden ihre Trauer teilen und ihrem Vater ein segnendes Andenken bewahren! R. Mordechal Goldberger זצ״ל Am 19. Schwat wurde R. Mordechaj Goldberger in Ersekkety unter Teilnahme der Juden aus der' ganzen Gegend und der dortigen Einwohner zu Grabe getragen. Mit dem Verblichenen verliert das Judentum eine heutzutage leider allzu selten gewordene Persönlichkeit, die bei ihrer wirtschaftlichen Beschäftigung sich stets eifrig und ausdauernd dem Limud-Hathora widmete und über ein Maß von Thora wissen verfügte, das n׳u׳r namhaften Rabbinern zugemutet wird. R, Mordechaj Goldberger war ein Schüler des Ksaw-Sofer. Als er in der Jeschiwa seine ״Chosonabschied&droschoh“ hielt, rief dor Schowet Sofer voller Begeisterung aus, er hätte ein solch immenses Wissen diesem Bocihur nicht zugemutet. So war seine Lebensgesirinpng und seine Lebensführung bis zu seinem Tode. Sein großes Wissen, seine tiefe G-ttesfurcht, seine sprichwörtliehe Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe waren bedingt von einer nicht alltäglichen Bescheidenheit, die ihn über sich selbst »um strengen Richter machte und seine Eignung für irgend ein öffentliches Hervartretcn für den Klal ihm abgesprochen hat. obgleich die Gedojim, die ׳mit ihm In Korrespondenz standen, dies sehr gerne gesehen hätten. Die ׳große Ehrfurcht, die man ihm bef Lebenszeit entgegenbrachte, äußerte sich auch nach seinem Ableben darin, daß Juden der ganzen Umgebung trotz der großen Kälte in stundenlanger Wagenfahrt sich zum Lcwajoh clnfanden. Ergreifende Hcspedim hielten die ehrw. Herren Oberrabbiner Reich aus Datorkesy •und Abeies aus Sanluhy und die Herren Koloman Goldberger aus Jöka als Bruder und Max Glück aus Npv6 Zamky als Neffe, An der Seite des Zuges, der sich zum Bes Hakworaus bewegte, sa'h man eine große Schar schwarzgekleideter Bauern׳l0ute, d!ic Schluchzend den Sarg begleiteten. Der Verblichene stiftete ein ansehnliches Vermögen zum Bau eines Hauses in Erez Jisroel auf seinen Namen und er •bedachte auch viele gcmcitniiiizige Vereine. M. G. Sljutn ln der Nitraer Aguda-Jugendgruppe. Man berichtet •uns a׳u:s Nitra: Am 3. Februar משפטים 'N veranstalt/ete ׳unsere Aguda-Jitngendgruippe ׳im Ve׳nei׳nslokal einen Siju-ni auf מס׳ נדרים Das ehrw. Rabbi na t mit Herrn Oberräbbiucr Katz •an der Spitze und zahlreiche בני ת 1 רה erschienen zu dieser Feier und gaben ihr das Gepräge einer wahren שטחה של סצוה Se. Ehrw. Herr Qberrabbitvci־ Katz trug das übliche Schlüßlern!״!! vor und knüpfte daran eine Rede, in der er in •einem schönen Gedankengarig die wichtigen Lehren und Aufgaben schilderte, die aus den Lohnen dieser f)2QD für den pflichtbewußten •lind prhizip'ien treuen Je hu di erwachsen. Diese können aber nur dann ihren Höhepunkt erreichen, wenn sie von אהבת ישראל und vorn ערביח •■-Gefühl für ׳die Klal-lnteressen durchdrungen sind. Ais vertrauenswürdige Verfechterin dieser Ideen kann nur Agudas Jisroel 1bezeichnet werden, die die Zeitprobleme vom Gesichtspunkte der תיח״ק betrachtet •und sie nur im Einklang mit ׳ihr einer Lösung zuführt. Er ist ׳erfreut, an einer שמח״ של מצו״ •der Jugendgruppe teiizunehmen, die durch ihre erzieherische Tätigkeit, Förderung und Verpflanzung der תוח״ק vollste Anerkennung verdient und zu •den wichtigsten InstitutlouQU unserer Gemeinde gezählt werden darf. Die Rede ■des Herrn Oberrabbiners wurde mit lebhaftem Beifall aufgetiommeii. Während der darauffolgenden Mahlzeit sprachen noch die Herren Rabbiner M. Vor h a n d, Rabbiner M. L. G o I d s t 0 i 11, Josef H ö n i g s.׳b 0 r, Vize- Präses der Gemeinde, und Heinrich Weis», Bhrcnpräses unserer Jugendgruppe, irn gleichen Sinne. Diese Feier wird den Teilnehmern lange •in Erinnerung bleiben. Das Arrangienuiigskomltcc stand auf der Höhe seiner Aufgabe. Es sei Ihm auf diesem Wege gedankt. Ein dankbarer Mandatar der Jüdischen Partei. Unter diesem Titel brachten w׳ir in Nr. 6 dieses Jabres eine Notiz, worin eine Aeußerung des Vizebürgermeisters Herrn Hugo Tauber vor dem Bürgermeister Herrn Julius Tomek auf Grund der Mitteilungen eine« uns genau bekannten und bisher 11iem!a/l!s angezweifelteu Korrespondenten veröffentlicht war. Am 18. Februar ging uns darauf folgender Brief des Herrn Tauber zu, den wir samt der Anlage zum Abdruck bringen: ״N 0 v 6 M e s t o n/V., den 15. Feber 1929. Lö'bi. Redaktion der ,.Jüdischen Presse“ Bratislava Postfach 140. 11! der Nummer 6 des 15. Jahrganges Ihrer Zeitung beschäftigen Sic sich in einer Notiz mit der Aufschrift: ״Ein dankbarer Mandatar der Jüdischen Partei“ mit meiner •Person. Ich überreiche Ihnen anbei eine Erklärung des in dieser Notiz auch erwähnten Bürgermeisters, Herrn Julins Tomek, die Ihnen wohl genügen dürfte, avm mir Genugitiung zu geben. Von der Stilisierung und dem Ausmaße dieser Gemigtuung mache ich es abhängig, ob ich über diese Belekligimg zur Tagesordnung •übergehe oder jene Rechte anweiide, die in unserem Prcßgesetze vcrbricf|£erschcine11. Damit Sic s׳icl1 aber ein Bild machen, wie Sie jemandem aufgesessen sind, empfehle ׳ich Ihnen, sich über meine Person an folgenden Steilen zu erkundigen: Jeschiva der orthodoxen Kultusgemqinde in Bratislava, wo die von mir gespendeten wertvollen Bücher den Jüngern geistige Nahrung bieten und mit Widmungen lau׳t ׳Beilage versehen sind, Sr, Bbrwiirden Herrn JBcziilksralbbiner Israel Reich nt Bcitorkeszi, Herrn Hermann Weinfaergcr, di׳pJ. Rehgionslehrer an der orthodoxen Schule in ׳Piestany, sodann sie eher in der Lage wären, den richtigen Tenor der Genugtuung anzuschlagen. Hochachtend (gez.) ׳Hugo Tauiber, I. Vfzefbürgermmter. Au die!öbl. Redaktion der ״Jüdischen Presse“, Bra t i« lava, Postfach 140. tu Ihrem werten ׳Blatte Nr. 6 vom S. Februar 1929 erschien eine Notiz, in welcher sich Ihr!Berichterstatter meines Namens bedient. Zur Ehre der Wahrheit erkläre ich hiemit, daß die dem Herrn Vizebiingermeister Hugo 7'auber ׳in den Mund gelegten Worte in meiner Anwesenheit nicht gefallen sind ׳lind ich auch keine ,Kenntnis ■einer derartigen Aeußerung habe, weshalb ich auch eine •derartige Aeußerung nicht wei׳terige׳be!1 konnte. Indem ,ich bitte, diese meine ׳Erklärung in der nach- •ster! Nummer zu veröffentlichen, danke!ich Ihnen Ln! vorhinein dafür und zeichne hochachtungsvollst (gez.) Julius Tomek, •Bürgermeister. N 0 v e M e s t o u/V., am 12. Februar 1929. Wir hätten den obigen Erklärungen im Interesse der Angegriffenen •se!!bs׳t!verständ'lieh auch ohne Anspielung auf das Prellgcsetz gerne Raum gegeben; denn wir setzen von einem austäudigeu Menschen voraus, daß er einer solcheu empörenden, die orthodoxen Juden aufs schwerste kränkenden Ae׳ußcrun׳g nicht fähig ist. Unser Korrespondent erklärt demgegenüber auch jetzt, daß für. den Fall eines Preßprozcsses Zeugen dafür vorhanden sind, daß Herr Bürgermeister Julius Tomek jene in der ״Jüdischen Presse“ Herrn V.izebürgerrnefsreL־ Tauber zugeschrielbene Aeußerung tatsächlich in seinem Narneu wiedergegeben habe. ■Es scheint also ein Mißverständnis obzuwalten, •dessen Aufklärung sich ■uns entzieht. D i e R cd a:lc ti 0!1. auch das Buch, •das mehr als 4er Talmud 'jahrtausendelang jüdischem Denken ׳•und Fühlen die Macht seiner Wahrheit aufprägte, das Buch, in dem alle positiven jüdischen Ströimmsen und Ideen ihre Basis und ihre Symbole fanden tmd heute •noch finden. Dieses Werk, das das J׳udQ׳n tum hat exochaii repriisQn׳t׳ier׳t, •ist seit Jahrihnuderten vor! jüdischür Seite «lebt mehr ln einwandfrei schönem Gewände heran ,*gegeben worden, Die w Bologna im Jahre 1483 und «u Lissabon im Jahre 1492 1gedr׳uokt&n kommenliertön Pentatcucihatjsgabeu gehören wohl ebenso wie diu ersten ,beiden Bibeltextdrucke, die H88 in Soticimo und 1492 in Neapel fertl.ggestollt wurden, m den schönsten Erzeug•• Hissen der liebräischeu Druckereien. Bereits die 1494 in Brescia folgende Textausgabe bedeutet in ästhetischer Hinsicht einen •großen Rückschritt; aber die im ersten Viertel des 14, Jahrhunderts gedruckten Ausgaben, die ׳aus dß׳r Werkstatt Daniel Bömbergs in Venedig hervorgegangen sind, und deren wundervolles Aeußere weit über dem Niveau der gleichzeitigen tmd späteren hebräischen Drucke steht,,entsprangen nicht der Initiative eines Juden; gleichfalls von einem N׳icht|u4en stammt die sehr schöne Ausgabe, die im Jahre 1700 von Jablansbi in Berlin herausgegebeii wurde. So ist seit Bude des 15. Jahrhunderts keine schöne hebräisohe Bibelausgabe ans dem Judentum hervofgegaugon. Den vielen prachtvollen Ausgaben von Bibeltibersetzlingen eine einwandfreie Monurnentalausgabe des Urtext es zur Seite •zu stellen, hiezu die initiative zu ergreifen, ist für die jüdische Bibliophilie eine Ehrenaufgabe. Doch bei der Durchführung dieses Planes hatte die Soucfno-Geselsohaft ein Hindernis zu überwinden, das wohl im ahlgenieineu sich ׳bibliophilen Publikationen nicht ent׳• gegen«teilt. Zwar war ein geeigneter Herausgeber für den lest in ■der Person eines der anerkanntesten lebenden Masoretcn. des Rektors des Budapester Rabbinerseminars, Professor Dr. Ludwlg DIa;u, gewonnen und für die techrusche Herstellung des Druckes ‘hatte sich E W. Tieffonbach mit seiner In Berlin unter dem Namen Offlcina Ser• pentis betriebenen Handpressendruckerei mx Verfügung gestellt, so daß die Tradition jüdisober Wissenschaft, vereint mit dein Material und der Brfubrung einer uamhalten dctttochea Wenkstätte, »ü!4 ־^ Vftrw!ir׳kh<5b11n€ de$ Pianos •eingesetzt werden •konnte. Dag cg er! ergaben sich ׳bei ■der Bestimmung der für-den Druck an zu wendenden hebräischen Type •bald erhebliche Schwieriglceiter!. Für den hebräischen Buchdruck stehen heute kaum zwanzig Schriftarten zur Verfügung und •unter all diesen ,befindet sich keine, die ästhetischen Anforderungen Genüge leisten kann. Noch viel •mehr ■als romanische oder deutsche Druckschriften schließt sich die hebräische Type an tjie Handschrift eines Meisters der Schrift an. Und wenn man bedenkt, daß von den vielen Typen des 15. Jahrhunderts sich wahrscheinlich nur eine« von •denen des IG. Jahrhunderts nur wenige erhalten ׳haben, SQ ist es, 7.um׳a!l bei der Unterdrückung und Verfolgung der jüdischen Druckereien, kein Wunder, daß hebräische Typen nur aus den Zeiten existieren, in denen das Gewerbe ■des Slempelschneiders jeden Zusammenhang mit dem Schreibmcister verloren ׳hatte. So wird seit langer Zeit das Typenmaterial der hebräischen Druckereien ■nur durch immer schlechter werdende Naclischriltte alter Vorbilder ergätizt. und die gar in neuerer Zeit geschaffenen hebräischen Typen ermangeln jeder persönlichen Noto, sind konstruiert, nicht empfunden, zu leicht und. zu verfeinert, um ihre hohe Aufgabe, ein sinnliches Abbild des von ihnen symbolisierten erhabenen Textes zu geben, würdig und groß erfüllen m können. Die Sonctuo-Gesetecliaft war somit genötigt, sich eine eigene Type ■zu schaffen. Ans alten Handschriften diese zu gewinnen uml dabei ungeheure Arbeit und Zeit durch V׳ergleicl!ung seltener hebräischer Manuskripte m verbrauchen, war sie durch die geniale Schöpfung der Prager G e r s 0 n 1 d e n öberhaben. Die Type der Prager הגדה von 1527, die älteste auf deutschem Boden g׳eschaflene hebräische Orlginaltype, zeigt auf den ersten Blick־, wie sehr der geistige Urheber der Type den wahren Charakter seiner vSciircibvorlatcc erfaßt ׳!tat* wie sehr er sich bewußt war. daß er das Heroische seines Textes mit seiner Type wieder sehen mußte. Der damals den Schnitt nasführende Meister hat manches ,nicht glücklich getroffen, aber die späteren Nachschnitte haben nur das Vorbild entstellt. Auf diese Type ,griff die Sonclno-Gesellschaft mrück, als sic Markus ö e h m c r, einem der feinsinnigsten deutschen Schriftkünstler, der sich schon wiederholt mit d«n Problemen semitischer Ornamentik befaßt hatte, beauftragte, auf Grund dör Gersonide-ntype die Schrift der So*w«w>«GcsoM»it m schaffen, So wurde nach tlangjäilirigcn Vorarbeiten diese Type, die vorläufig nur In! den Drucken unser er Gesellschaft Au- Wendung finden wird, soweit fertiggestellt, daß sie der Oeffentiicbkeit in einer größeren Probe übergeben werden kann• Verschiedene technische Schwierigkeiten d׳es Satzes erfordern jedoch bei den Vokalen ׳und Akzenten noch Abänderungen •und Neugüsse. Die Probe bietet׳ somit hinsichtlich der Punktierung, auch hinsichtlich des hier verwendeten Ornaments nur eine erste ■Annäherung au das Bild des geplanten Textes.1• Aus diesen Mitteilungen geht hervor, daß die soit Jahren sorgfältig vorbereitete ׳Bibelausgabe der Soneiiio- GoseHschuft mir den ruasoretischen Text enthalten, mit Piunktaiiori und Neginotz versehen und weder van eiuor Uebersetzutig •noch von einem Kommentar begleitet sein wird. Hoffentlich wird der Herausgeber Prof.!Blau' sich, von jeder bibelkritischen Neigung frei genug fühlen, um’ •d 11 r c h w e g s n u r d e n u 11 e n rn a s o r e t i s c h e 11 Text zu bieten und ein gewisses Mißtrauen, das seinen Arbeiten auf biblischem Gebiete gefühlsmäßig entgegengebrachr wird, ■nicht rechtfertigen. Die neue Bibel wird in mehreren Jahresbeferungen mir den Mitgliedern dar Gesellschaft zugänglich gemacht werden. Sollte sie don Erwartungen entsprechen, dürfte es vielleicht doch am Plate« sein, mit ihr eine Ausnahme zu machen und sie auch in den Buchhandel ׳zu bringen. B. t?0£lis uJ3(utpkdui&/urXna^e, n. ‘fflcdzgasse, <6